Veröffentlicht unter: FC Bayern: Ist Konaté die Optimallösung für die Abwehr?
Mit Ibrahima Konaté wird seit längerem ein hochkarätiger Verteidiger mit dem FC Bayern in Verbindung gebracht. Wäre der Ex-Leipziger das fehlende Puzzle-Teil in der Defensive oder doch nur ein Upamecano-Ersatz? Als Fußball-Funktionär lebt man den feuchten Traum vieler Computer-Managerspiel-Enthusiasten: Spieler scouten, Konditionen verhandeln und anschließend den Transfer eintüten. So zumindest die virtuelle Realität. In Wahrheit ist das Business von Max Eberl und Christoph Freund beim FC Bayern München aber viel komplizierter. Denn zur erfolgreichen Kaderplanung gehört nicht nur der Ein- und Verkauf von Spielern sondern auch die Vertragsverhandlungen mit dem kickenden Personal. KEINEN ARTIKEL MEHR VERPASSEN – JETZT UNSEREN WHATSAPP-KANAL…
Ich denke nicht wenn Upa verlängert.
Eher Guehi statt Kim.
Klar sind die Verhandlungen entscheidend. Die Spielerseite will wertgeschätzt werden, erwartet einen klaren Plan wie man eingebunden und eingesetzt werden soll in das System und natürlich auch entsprechend anspruchsvolle Vergütung.
Das ist doch völlig normal. Bei Kane hat’s bestens funktioniert, bei anderen nicht.
(Noch) Schwieriger wirds bei Kandidaten, welche nicht ganz oben im Regal stehen. Oft zahlt man dann am Ende doch mehr als eigentlich nötig resp stimmt die Qualität-Leistung im Verhältnis nicht zur Erwartung wie zB bei Kim oder zuvor DeLigt.
Interessant, dass so ein Beitrag kommt nachdem ich mich am Sonntag schon kritisch über Konaté geäussert habe. Beim Kopfballtor von Haaland ist er zu passiv, beim 3:0 durch Doku wieder das gleiche Muster: zu großer Abstand, kein Zugriff, falscher Winkel beim Rückwärtslaufen. Klar, das war nur ein Spiel, also hab ich mir auch mal die Statistiken angeschaut.
Mich überzeugt Konate als Ersatz für Upamecano nicht. Als Ersatz für Kim, wäre mir das Gesamtpaket zu kostspielig.
Schaut man dazu die FBref-Daten an, bestätigt sich der Eindruck:
Konaté hat starke Aerials (84. Perzentil) und gute Carries (85.) aber er bringt deutlich weniger aktive Defensivaktionen mit (Tackles 41., Interceptions 24., Blocks 12.) – und vor allem viel geringeres Passvolumen und -präzision als Upamecano.
Upa liegt beim Passvolumen im 99. Perzentil, Progressive Pässe 96, Passquote 93. Das sind absolute Topwerte. Genau das ist das Rückgrat in Kompanys Aufbauspiel.
Unter Kompany spielt Bayern wie wir wissen mit sehr hoher Linie und flachem Aufbau über die Innenverteidiger. Da brauchst du Spieler, die Pressingresistenz, Mut und Passschärfe mitbringen. Physis alleine reicht da eher nicht.
Upamecano erfüllt dieses Profil perfekt. Er bricht Linien, rückt heraus, antizipiert.
Konaté dagegen ist stärker in der Luft, aber in der Box und im Rückwärtsverteidigen zu passiv (siehe Sonntag) und im Aufbau klar schwächer.
Beide sind verletzungsanfällig, beide athletisch top. Aber im Gesamtpaket ist Upamecano der deutlich bessere Fit für Kompanys Bayern.
Für mich passt er nicht zum Kompany Fußball wie er sich jetzt darstellt.
Ich habe ja schon zu Schlotterbeck meine Meinung geäußert und ich denke, dass es bei Konaté ähnlich ausgeht wie bei Schlotterbeck und er nicht bei Bayern landet.
Ich denke aber auch grundsätzlich nicht, dass Bayern im nächsten Sommer eine große Rolle auf dem Innenverteidigertransfermarkt spielen wird. Die Vertragsverlängerung mit Upamecano hat Priorität, kann sich aber noch mehrere Monate hinziehen, ähnlich wie bei Kimmich oder Sané. Hoffentlich geht das positiv aus und Upamecano verlängert, aber wenn das nicht passieren sollte, gehe ich davon aus, dass andere ablösefreie Spieler wie Konaté oder Guehi zu diesem Zeitpunkt bereits vom Markt sind. Als Ersatz für Upamecano sehe ich diese Spieler auch nicht und ebenfalls kann ich mir nicht vorstellen, dass sie bei Bayern in den Konkurrenzkampf mit Upamecano, Tah oder Kim (je nachdem wer noch da ist) treten wollen. Zuguter Letzt hat man bei einer Vertragsverlängerung von Upamecano bereits drei teure Innenverteidiger und dass da jemand prophylaktisch dazugeholt halte ich für unwahrscheinlich, genauso wie einen Abgang von Kim. Bei Tah, der es wie gesagt sehr gut macht, steht ja sowieso kein Abgang im Raum.
Natürlich wird kein weiterer TOP-IV zu den Trio kommen. Wenn ein Konate, Schlottie oder Guehi kommen sollten, dann als Ersatz für Upa oder Kim.
Kann Konate auch LIV spielen?
Als Ersatz für Kim sehe ich eher einen Spieler, der entweder LIV (Schlottie) oder beides spielen (Tah) kann. Wenn man mit Upa und Konate zwei „klare“ RIV haben sollte, dann sehe ich den Mehrwert nicht.
Ist Upa klarer RIV? Für Frankreich spielt er links. Von daher…
Danke für die info. Das hatte ich garnicht auf dem Schirm. Bei Bayern hat er mir immer als RIV besser gefallen.
Unter Kompany kann ich mich nur an das erste Bundesliga-Spiel letzte Saison erinnern, wo Upa LIV und Kim RIV gespielt haben. Das gabs danach glaube ich nie wieder unter Kompany.
Ob Upa auch als LIV im Kompany-System so stark wäre? Andere Passwinkel und vor allem sein auflösen des Pressings durch kurze Pässe auf engen Raum mit anschließenden „heraustragen“ des Balls werden auf der anderen Seite nicht so benötigt, weil unser Spiel grundsätzlich leicht nach rechts verschoben ist.

