Gelbe Karten zerstören die Champions League: Reformbedarf bei der UEFA

Veröffentlicht unter: Champions League: Zeit für eine längst überfällige Reform!

Trotz der Gelbsperre von Vincent Kompany kam der FC Bayern bei vier weiteren vorbelasteten Spielern in der Champions League noch glimpflich davon. Es ist dennoch Zeit für eine UEFA-Reform. Vincent Kompany wird beim Hinspiel des Champions-League-Halbfinals gegen Paris St. Germain seine Spieler nicht betreuen und anfeuern können – zumindest nicht an der Seitenlinie. Denn der Trainer des FC Bayern München sah gestern gegen Real Madrid seine dritte Gelbe Karte im laufenden Wettbewerb, was in den UEFA-Wettbewerben eine Sperre nach sich zieht. Bereits in der Pressekonferenz vor dem Viertelfinalrückspiel gegen Madrid kritisierte der Belgier diese Regel für ihn ungewohnt direkt als…

4 „Gefällt mir“

Sollen sich ein Vorbild am DfB-Pokal nehmen. Dort gibt es eine Gelbsperre nach fünf gelben Karten. Maximale Spielanzahl: sechs. Heißt es kann überhaupt nur eine Gelbsperre im Finale geben. Was ich auch banane finde. Andererseits bei fünf gelben in fünf Spielen auch irgendwie verdient wäre.

Äquivalent wäre für die CL also eine Gelbsperre nach 16 gelben Karten. Kann man sicher auf 10 oder so runterverhandeln. :grin:

Grundsätzlich finde ich drei und dann jede zweite auch zu hart. Dass Upa und Tah hier duchgekommen sind, als Innenverteidiger, ist schon sehr diszipliniert. Und auch Glück.

Eine Löschung nach der Gruppenphase fände ich, glaube ich auch, ganz gut.

Aber dann es danach halt nur 4-6 Spiele bis zur Löschung nach dem Viertelfinale, das ist dann vielleicht ein Bisschen wenig.

Ansonsten klingt das mit den fünf Karten auch ne gute Idee.

Keine der Lösungen wird dafür sorgen, dass es nie mehr zu solchen Szenen kommen wird, wie bei Kimmich und Olise gegen Bergamo aber es wäre trotzdem besser.

1 „Gefällt mir“

Ich empfinde das Limit gar nicht als so sonderlich hart. In den Ligen liegt es bei 5 gelben Karten in 34 bzw. 38 Spielen. Runtergebrochen auf die 14 Spiele in der Champions League wären das nur 2 gelbe Karten, es sind jedoch 3 erlaubt. Die CL ist also schon deutlich lockerer als die nationalen Ligen.

Das Besondere ist viel mehr, dass eine Sperre in der CL oft auf ein KO-Spiel fällt anstatt eines gewöhnlichen Ligaspiels. Daher könnte ich es nachvollziehen, wenn man Ligaphase und KO-Runde trennt. Zu sehr lockern würde ich es jedoch nicht. Die Spiele auf höchstem Niveau sollten auch entsprechend fair ablaufen und nicht übersäht von taktischen Fouls sein.

3 „Gefällt mir“

Ich würde da anders rangehen. Teilweise härter, teilweise flexibler.

  1. Gruppenphase, 8 Spiele
    Da würde ich sogar eine Sperre nach 2 Karten gut finden. Hochgerechnet auch 2+2. Heißt holt sich einer 2 Karten, wird ein Spiel ausgesetzt. Wenn man es schafft im 5., 6. oder 7. Spiel die 4. Gelbe zu holen gibt’s eine weitere. Sportskamerad Kohr würde dementsprechend in Spiel 3 und Spiel 6 aussetzen müssen.

Nach der Gruppen-Phase werden die Gelben gestrichen.

  1. KO-Runde

Hier würde ich auch wieder 2 Gelbe sehen, aber nach dem Viertelfinale streichen und ab dann die Sperren-Regel aussetzen. Heißt für das Finale wird man nur mit einer Gelb-Roten im 2. Halbfinale oder einer Roten gesperrt, sonst nicht.

  1. Zuordnung PlayOffs (Sechzehntelfinale)

Da gäbe es dann mehrere Möglichkeiten.
a) Zählt zur Gruppenphase. Dann wäre für Kohr auch das erste Playoff-Spiel weg. Fände ich aber legitim bzw. das wäre mein Favorit, weil beide PlayOff-Teilnehmer dann gleichgestellt werden.
b) Zählt zur KO-Phase. Dann ist es deutlich wahrscheinlicher, dass ein Spieler eines PlayOff-Teams auch mal in der KO-Runde aussetzen muss bzw. im dümmsten Fall sogar ein ein Achtelfinale und das zweite Viertelfinale fehlt. Diese “Bestrafung” einer schlechteren Tabellenposition in der Gruppenphase wäre aber auch OK. Würde den Anreiz zusätzlich erhöhen iwi unter die Top 8 zu kommen.

4 „Gefällt mir“

Fände eine Lösung mit Streichung nach der Gruppenphase sinnvoll. Playoff-Spiele könnten zur KO-Phase gezählt werden, somit gäbe es einen (weitere) Belohnung sich direkt zu qualifizieren für die KO-Runde.

In der KO-Phase (inklusive Playoffs) könnte man die Regel dann mit der aktuellen Anzahl belassen (Sperre nach 3 Karten), ggf mit der Modifikation, der Streichung nach dem 1. Halbfinalspiel:

  • Dann gäbe es 5 bzw. 7 Spiele bei denen sich ein Spieler mit 3 gelben Karten eine Sperre redlich verdient hätte.
  • Das Finale (eigentlicher Sinn der vorherigen Regelanpassung) würde weiter ausgespart bleiben von den Sperren.

Auf Grund der unterschiedlichen Spielleitung der eingesetzten Schiedsrichter (und des unterschiedlichen Gebrauchs der gelben Karten bei der Spielleitung) unterliegen Gelb-Sperren ohnehin vielen Faktoren. Beispielsweise hätte bei konsequenter Regelauslegung Vini allein bei den Spielen gegen Bayern (fordern von gelben Karten, Schubser gegen Kimmich) gelbe Karten bekommen müssen, andere Spieler hingegen trifft vielleicht mal eine gelbe Karte nicht wegen der eigentlichen Aktion, sondern weil der Schiri ein Zeichen an beide Mannschaften bei gewissen Spielverläufen setzen möchte um das Spiel “in den Griff zu bekommen”. Auf Grund diesen vielen Einflussfaktoren finde ich es nicht schlimm wenn die Regel bezüglich der Sperren etwas abgeschwächt werden würde. In der KO-Phase sollten die besten Spieler spielen können, Glück/Pech bei der Verteilung der gelben Karten sollten kein allzu großer Faktor auf den Ausgang des sportlichen Kräftemessens sein, deshalb fände ich es nicht schlimm wenn die Sperren etwas lascher angesetzt werden würden wie in dem obigen Vorschlag.

1 „Gefällt mir“

Mir scheint die derzeitige Gelbsperrenregelung auch zu streng. Zum einen, da nach der ersten Sperre bereits die zweite gelbe Karte zu einer erneuten Sperre führt. Zum anderen, weil diese Regelung Stammspieler und Trainer, die bei jedem Spiel dabei sind, benachteiligt. Wenn man im Schnitt nur 45 Minuten pro Spiel auf dem Platz steht, ist die Wahrscheinlichkeit einer Verwarnung geringer, als wenn man immer spielt. Vielleicht wäre eine Regelung möglich, die die Kartenanzahl zu den wirklich gespielten Minuten ins Verhältnis setzt.

Beim Trainer ist es noch deutlicher. Der ist halt immer dabei, von der ersten bis zur letzten Spielminute. Was soll er auch sonst tun? Und wie oft foult ein Trainer schon gelbwürdig oder betreibt Zeitspiel? Das ist schon kurios, wenn z.B. ein mit Trikot verkleideter Metzger nach drei Schlachthauskicks gesperrt wird und ein Trainer nach drei als zu stark empfundenen Gefühlsausbrüchen auch.

Ich bin allerdings ganz grundsätzlich keine Freundin der pauschalen Gelbsperre nach x Karten. Denn die verstärkt die regulierende Wirkung der gelben Karte nicht einfach. Sie verschiebt sie. Denn die primär beabsichtigte Wirkung ist eigentlich die unmittelbare, sofortige. Ein Spieler mit gelb soll sich den Rest des Spiels benehmen. Mit der drohenden Gelbsperre wird ein anderer Faktor wichtiger, nämlich der taktische. Die entscheidende Frage ist nicht mehr in erster Linie, ob man jetzt besser mal einen Gang runterschaltet (oder ausgewechselt werden sollte), sondern: Wann halte ich mich zurück und wann gehe ich volles Risiko? Ist mir die Sperre egal, nutzt sie womöglich sogar dem Team oder sollte ich sie tunlichst vermeiden?

Und um die Schiedsrichter*innen mit einzubeziehen: Sind das nicht auch Überlegungen, die auch ihnen einfach passieren? Beeinflussen sie die Entscheidungen während eines Spiels? Werden womöglich weniger gelbe Karten gezeigt, um nicht zu häufig Sperren zu verursachen, was dazu führt, dass ein beruhigendes, mäßigendes Mittel weniger häufig als angemessen genutzt wird?

Liga und Pokal unterscheiden sich allerdings massiv. Bist du in einem Ligawettbewerb gesperrt, hast du 33 Spiele, um das zu reparieren. Eine Niederlage hat dort kaum Gewicht. Du kannst entsprechend auch rotieren, um den Zeitpunkt selbst zu lenken. Im Pokal kann jede Sperre eines Schlüsselspielers direkt zum Aus führen. Wenig Chancen, das zu reparieren.

1 „Gefällt mir“

Das kann natürlich auch ausufern.
Wenn ich so schnell keine Sperre zu befürchten habe, dann lange ich zum Ende des Spiels gerne mal ordentlich hin.
Würde die Spiele eventuell eine Spur härter machen.
Wollen wir das?

Es sollte schon noch ein Risiko geben, dass man sich bei zu viel Härte eine Sperre abholt. Aber zwischen dem jetzigen Modell, wo selbst ohne Härte Sperren vorprogrammiert sind, und einem Modell, das alles toleriert, muss es ja etwas geben.

1 „Gefällt mir“

Zeitstrafen!
Beispielsweise bei taktischen Fouls… bringt der angreifenden Mannschaft die gelbe Karte nix… Rot wäre zu hart. Aber 5-10 Minuten (oder länger :man_shrugging:) in Unterzahl wäre so ein Mittelding. Auch das Carmavinga Ding wäre etwas gewesen was man mit einer Zeitstrafe bestrafen könnte. Dafür dann Sperren erst ab der 5. gelben.

Zeitstrafen fände ich auch eine sehr gute Lösung für Vergehen wie offensichtliches Zeitspiel, Ballwegschlagen, Schiedsrichter bestürmen, Schwalben etc. Dafür 10 Minuten Zeitstrafe könnte schon einen erzieherischen Effekt haben.

1 „Gefällt mir“

Grundsätzlich keine schlechte Idee. Man müsste es dann mit Nettospielzeit verbinden. Sonst hast du den gegenteiligen Anreiz während dieser Zeitstrafe wieder auf Zeit zu spielen und die aktive Unterzahlzeit so kurz wie möglich zu halten. Dabei natürlich auch die Gefahr in Doppelunterzahl zu gelangen. Aber Nettospielzeit wäre sauberer, meiner Meinung nach.

Ich finde, ein besonderer Charme von Zeitstrafen liegt darin, dass das auch unmittelbar ein Vorteil für die Mannschaft ist, die durch das Zeitspiel etc. geschädigt wurde / werden sollte. Aktuell profitiert ja meist ein anderer Gegner von Sperren, der kommt sozusagen wie die Jungfrau zum Kinde …

2 „Gefällt mir“

Ich glaub dass Zeitstrafen nichts bringen denn man kann ja auch anders auf Zeit spielen. Dann schießt man den Ball wenn man merkt man es wird nicht quer über den Platz, ständig ins aus das hilft weder dem Spielfluss noch macht es Spaß zum zuschauen.

Ich glaub einfach dass die Schiedsrichter viel strenger pfeifen sollten vor allem bei unsportlichkeiten denn dann wird es viel weniger Gelbsperren geben weil es anfangs deutlich mehr rot oder gelb rot geben wird. Ich glaub dass das strenge auch richtig ist wie oft sieht man dass ein Spieler bewusst eine gelbe Karte auf sich nimmt um in den letzten Minuten keinen Gegentreffer mehr zu kassieren. Ich bin sogar der Meinung dass ab dem gewissen Punkt viel früher rot gezeigt werden sollte. Z.b. ein taktisches Foul in den letzten 5 Minuten um einen Konter zu stoppen Spieler bekommt gelb Torchance ist hin und damit das Spiel evtl für den gefoulten verloren daher statt einen nicht Verwandten Spieler dann gelb zu geben und damit kaum zu Strafen direkt rot.

Auch wenn es vielleicht blöd klingt aber Fouls die gelbe Karten zur Folge haben sind keine normalen Zweikampfe vielleicht sollte man eher eine Option haben unrechtmäsige Karten nach dem Spiel zu löschen damit diese nicht in eine Sperre zahlen. Dafür bleibt die Regel wie sie ist. Ich denke dass viele Klubs mit gelben Karten arbeiten bzw den Fouls dazu daher lieber öfter sperren

1 „Gefällt mir“