Veröffentlicht unter: FC Bayern zähmt die Wölfe: Nach Halbzeitsteigerung zum 1:0
Zwei Hälften, zwei Gesichter: FC Bayern siegt knapp beim VfL Wolfsburg – sdank tarkem Keeper und Halbzeitsteigerung. Mit der Enttäuschung über das Champions-League-Aus gegen Paris in den Knochen ging es in der Bundesliga weiter gegen die stark Abstiegsbedrohten Wölfe. Und wie in den vergangenen Wochen auch, setzte Vincent Kompany auf Rotation. Urbig stand wieder im Tor und die Innenverteidigung wurde von Ito und Kim gebildet. Vorne durfte aber Harry Kane weiter auf Torjagd gehen. Für die Hecking-Elf ging es im vorletzten Spiel um alles. Durch die Niederlage von St. Pauli am Nachmittag, wussten sie auch bereits was sie brauchten. Werbung:…
Trotz längst eingetüteter Meisterschaft hadere ich als Fan des FC Bayern aktuell etwas mit dem, was wir auf dem Platz zeigen. Zu viele Gegentore, der „Hurra“-Fußball der letzten Monate scheint irgendwie ad acta gelegt zu sein.
Wolfsburg musste etwas reißen und wollte das auch, das hat man von Sekunde 1 an gemerkt.
Bei uns wirkte es wie die letzten Spiele, das bayrische „Mia san mia“-Verständniss ala „wird schon irgendwie werden“.
Aktuell bieten wir dem Gegner immer viel zu viel Raum, wirken immer wieder etwas behäbig in den Situationen, wo etwas schneller umgeschaltet werden muss. Dadurch kommt der Gegner immer wieder zu guten Chancen, die er dann zu unserem Glück nicht in Gänze nutzt.
Gut das wir auch J. Urbig bei uns im Tor haben, der mich immer mehr überzeugt, die richtige Wahl des Neuer Nachfolgers zu sein. Das hat er aber auch von Anfang an schon gemacht. Er war bisher der einzige, dem ich das nach den ersten Spielen zugetraut habe.
Natürlich hat uns dann ein weiterer Treffer von Olise ans Ziel gebracht und ich bin auch immer wieder über seine Bescheidenheit verblüfft, die es nach seinen spektakulären Treffern zu sehen gibt. Andere machen Purzelbäume, reißen sich die Trikots vom Leib oder erfinden Jubelposen, nur um sich zu feiern. Bei Olise wirkt es irgendwie, als wäre es ihm „peinlich“, dass er in den Mittelpunkt gerät. Aber, genau das gefällt mir besonders an ihm.
Ein kleiner Aufreger war für mich im Zusammenhang mit dem Elfmeter. Die durchgeführte Manipulation des Elfmeterpunktes, egal wer das alles nachvollziehen kann, gehört sich trotzdem nicht. 34 Spieltage sind Zeit, da sollte man nicht auf solch unsportliche Mittel zurückgreifen müssen.
Ob der Fehlschuss von Kane überhaupt im Zusammenhang damit stehen könnte, weiß ich nicht.
Mich hat an der Situation eher die Aussage von D. Hecking gestört, dass es „Kane mal gut tun würde“.
So schaut’s aus. Der Flow ist raus. Leider seit dem Rückspiel Real. Die Rotationen waren mE eine Fehlentscheidung. Hoffentlich rächt sich das nicht in Berlin.
Die Reaktion unserer Spieler und des Trainers auf die Situation war schon ziemlich einmalig, würde ich sagen. Mag aber auch daran gelegen haben, dass wir trotzdem siegreich vom Feld gegangen sind. Ich weiß nicht, ob die Aussagen auch nach einen Unentschieden oder einer Niederlage so gekommen wären, wobei ich vor Allem VK das absolut so zutraue. Der findet einfach irgendwie immer die richtigen Worte.
Nichtsdestotrotz sollte das eigentlich eine Strafe nach sich ziehen, auch wenn das Schiedsrichterteam das während des Spiels nicht bemerkt hat. Sowas sollte mindestens zwei Spiele Sperre nach sich ziehen, da ich es für eine grobe Unsportlichkeit halte.
Aber gut, am Ende haben wir trotzdem gewonnen, da kann man das etwas entspannter sehen.
Für mich wirken die Spieler irgendwie müde… Der „kleine“ Kader zollt jetzt vielleicht einfach seinen Tribut. Gegen PSG konnten die Spieler möglicherweise noch ein letztes Mal die Reserven anzapfen… Hoffen wir, dass es bis zum Pokalfinale wieder besser wird. Wir scheinen aktuell auf dem Zahnfleisch zu gehen.
Leider wird es auch wieder ein langer Sommer mit wenig Freizeit und viel Fußball, bei teilweise kranken Temperaturen in den Stadien. Aber gut, das trifft alle Topmannschaften gleich. Wir sollten aber definitiv etwas mehr in die Breite investieren, auch wegen der schon feststehenden Abgänge.
Urbig sehe ich auch immer mehr als direkten Nachfolger Neuers. Wenn ich an die ganzen Experimente zwischen Kahn und Neuer denke (Butt vielleicht mal ausgenommen), dann sehe ich hier viel eher einen jungen Neuer als bei Kraft und Rensing.
Diese Müdigkeit (oder was wir dafür halten) könnte auch eher psychische Ursachen haben. So gut das Teamgefüge (also Mannschaft plus Trainerstab und enges Umfeld) anscheinend ist, so groß ist auch der Druck. Dafür muss man nicht Titelfavorit sein in allen Wettbewerben, das bringt es einfach mit sich, wenn man alle drei Wettbewerbe so lange mitspielt wie wir diese Saison. Das laugt schon aus, das lässt sich abmildern, kompensieren, usw. Aber es passiert.
es folgt jetzt nächste Woche ein Gaudi Spiel mit Weißbier Dusche und dann reißen sich nochmals alle zusammen. So ein Finale lässt den müden Geist nochmals mit Energie beleben.
Die meisten Spieler werden dann bis August anderes im Kopf haben. Das Trainergespann nach dem wohlverdienten Urlaub auf die Suche machen wie man im nächsten Jahr taktisch noch etwas besser auf die höchsten Herausforderungen gewappnet sein kann.
Schade, dass diese unglaubliche Saison dem Ende zu geht. Aber es ist auch mal Zeit für alle etwas Abstand zu gewinnen um dann neu angreifen zu können.
Könnte aber auch so zu Ende gehen wie 2018 mit dem schlussendlichen 1-4 gegen Stuttgart.
Da stimme ich zu, macht die Ursachenforschung aber noch komplizierter: War es nun zu viel Druck vor dem PSG-Spiel, oder ein möglicher kleiner Spannungsabfall nach dem Real-Spiel - oder waren es etwas müdere Köpfe? Das liegt ja alles nah beieinander und kann sogar zusammenhängen.
Für uns Außenstehende ist das wohl kaum abschließend zu beurteilen. Vielleicht hört man ja nach der Saison die eine oder andere Stimme dazu.
Die anstrengendste Phase der Saison ging mit dem Spiel gestern zu Ende. 5 englische Wochen am Stück gab es vorher noch nicht. Da waren es höchstens 3 englische Wochen hintereinander und dann wieder zumindest eine Woche ohne Spiel unter der Woche.
Auch in diesen Phasen waren die Spiele zum Ende eines solchen Blocks immer die schwächeren Saisonspiele.
Im September/ Oktober gab es zum Abschluss den ersten Punktverlust der Saison beim 2:2 bei Union.
Die Phase im November/ Dezember wurde mit dem 2:2 gegen Mainz beendet.
Im Januar/ Februar fielen die Niederlage gegen Augsburg und das Unentschieden in Hamburg in die Endphase dieses Blocks.
Wäre der letzte Block auch nach 3 Wochen vorbei gewesen, wäre das nach dem Spiel in Mainz gewesen. Und genau mit diesem Spiel kam wieder der Leistungsanfall, der dann nur beim Spiel in Paris phasenweise noch kompensiert werden konnte.
Mehr als 3 englische Wochen am Stück ohne Substanzverlust sind also kaum zu schaffen.
PSG hatte das z.B. nicht, denn die hatten ihre Pausen vor den beiden Spielen gegen Liverpool.
Ist jetzt nicht unbedingt auf diesen Post bezogen.
Aber schon interessant wie Ergebnisse die Wahrnehmung verändern.
Vor einer Woche waren sich nahezu alle einig, dass Paris in den letzten 20, 25 Minuten stehend K.o. war und die Bayern im Rückspiel ihre überlegene Kondition ausspielen würden.
Eine Woche später gehen alle Erklärungsansätze in die Richtung, warum die Pariser so frisch und die Bayern so müde waren.
Aber ich würde sagen in Paris war es eine physische Überlegenheit bzw. zweite Luft nach den zwei Toren zum 4-5. Aber in München fehlte dann die mentale Frische nach dem 0-1.
Ich finde diese ganzen Erklärungsansätze auf Basis der rein körperlichen Leistungsfähigkeit sowieso extrem unterkomplex.
Die Jungs sind alle unter Anleitung von Profis komplett austrainiert, die laufen auch 150 Minuten, solange die Motivation stimmt. Aber die Konzentration und der unbedingte Wille gehen ganz schnell verloren, wenn ein Spiel massiv gegen dich läuft …
Ich kann mich meinen beiden Vorrednern nur anschließen. Positive Erlebnisse machen die Beine locker, während negative Erlebnisse dafür sorgen, dass alles schwerer fällt.
Dass man im Normalfall bei einer Aufholjagd noch einmal die zweite Luft bekommt, während der Gegner dann das Zittern bekommt, ist keine Seltenheit.
Und dass man Negativerfahrungen in Form von immer wiederkehrenden Fehlern bzw. ungerechter Behandlung durch den Schiedsrichter nicht immer so locker abstreifen kann, ist auch klar. Bayern konnte sich am Mittwoch anders als in der Woche zuvor in Paris nicht selbst noch einmal in einen Flow-Zustand spielen (das wäre evtl. gelungen, wenn z.B. Musiala kurz vor der Pause etwas präziser abgeschlossen hätte). In einen Flow-Zustand wäre man allerdings auch dann möglicherweise gekommen, wenn der Schiedsrichter PSG dezimiert hätte.