FC Bayern vs. Union Berlin: Das Bundesliga-Duell im Liveticker und in der Analyse

Veröffentlicht unter: FC Bayern LIVE: Gelingt der Sprung an die Spitze?

Der FC Bayern München trifft in der Bundesliga auf Union Berlin. Vor der XXL-Pause will der FCB einen weiteren Heimsieg einfahren. Das Spiel im Liveticker und in der Analyse. Am Freitagabend eröffnet der FC Bayern den vierten Spieltag der Bundesliga-Saison gegen Union Berlin. Für den Rekordmeister geht es darum, den Abstand nach oben nicht größer werden zu lassen, ihn vielleicht sogar zu verkleinern. Mit einem Sieg springen sie zumindest kurzzeitig an die Tabellenspitze. Union wiederum ist eher dürftig in die Saison gestartet. Miasanrot hat die Partie für euch im Liveticker. Anschließend gibt es an Ort und Stelle die Analyse des…

1 „Gefällt mir“

“Schlussfazit

Stell dir vor du gewinnst 7:0 und eigentlich war es gar nicht so gut?”

Na, es war schon ziemlich gut, fand ich. Da war von Anfang an wesentlich mehr Tempo drin, mehr Energie, mehr Tiefenläufe. Dass die Spielfreude dann mit dem Brustlöser des Eins-Null so richtig an Fahrt aufnimmt, ist ein Stück weit normal, denke ich.

Und ja, es waren Traumtore, aber ihr sagt ja selbst, wenn man Olise sein Visier einstellen lässt, ist die Wahrscheinlichkeit höher als der xG-Wert aussagen mag.

Und wenigstens zwei Tore waren auch sensationell gut rausgespielt:

Der Kane-Kopfball nach punktgenauem Diagonalpass Kimmich und One-Touch-Doppelpass Olise-Stani, perfekte Flanke, Kanes toller Laufweg.

Und Olises dritter Treffer nach schneller Mittelfeldkombination.

Richtig auch, dass ihr feststellt, dass Phonzie wieder ein tolles Schwungrad für die Offensive darstellt. Für mich war Pavlovic auch wieder sehr, sehr gut - nur, dann ersetzt ihn Bischof und legt mal schnell zwei Tore auf… :grinning_face_with_smiling_eyes:

Dass Saibari sein erstes Tor macht, war auch wichtig. Es haben ihn einige ja schon aufgrund seines fehlenden Tempos kritisiert. Die Wahrheit ist aber, dass er durchaus einen guten Antritt hat, wenn die erste Bewegung stimmt. Auf kurze Distanzen passt das schon, auch zu sehen bei seinem Assist gegen Elversberg.

Nein, also nochmal: ich fand, es war schon ziemlich gut heute :wink:. Steigerungsmöglichkeiten sind vorhanden, ist ja hübsch nach einem Sieben-Null…

15 „Gefällt mir“

Mich freut es v.a. dass Davies wieder voll da ist und drücke uns für Jamal auch weiterhin die Daumen dass auch er :100: retour kommt !

Wenn alle top fit sind wird es sehr schwer uns zu schlagen innert 90Minuten.

1 „Gefällt mir“

Hast Du prima zusammengefasst!

Saibari, Jamal und Phonzie: Bei allen drei “Sorgenkindern” geht es klar bergauf. Das ist aus meiner Sicht aktuell das Wichtigste. Auch Bischof mausert sich langsam, aber sicher.

Das dritte Tor war rein fußballerisch betrachtet vielleicht das schönste. Über Kane oder Olise zu reden, erübrigt sich schon fast: Absolute Extraklasse.

Hoffen wir, dass uns die üblichen Verletzungen in der Länderspielpause erspart bleiben. Dann werden Mitte November wieder klar vorne stehen.

4 „Gefällt mir“

Nichtsdestotrotz hatte sein Herausstürmen tatsächlich einen Mehrwert. Bayern hält so den Ball im Spiel, Upamecano hätte sich erst drehen müssen, Neuer allerdings kann sofort progressiv den Gegenangriff einleiten und so Unions Konter kontern. Schlussendlich wurde nichts aus diesem Angriff, aber zu behaupten, Neuer hätte hier ohne jeden Grund oder gar “aus Langeweile” eingegriffen, wäre auch nicht angebracht.

Im Stadion war das für mich ein Signal an die Mannschaft, danach ging es wieder mehr ums Spiel. Davor war mehr der Schiri die Hauptperson, die er ja auch sein wollte. Danach haben wir uns wieder mehr aufs Spiel konzentriert. So mein Eindruck.

Lieber @cheffe, Du kennst dich mit Fußball aus, verstehst etwas von Taktik, hast ein Gespür für die Dynamik des Spiels und ich schätze Deine Meinung wirklich sehr, erst recht, seit wir uns kürzlich persönlich kennengelernt haben.

Aber die tatsächliche Wahrheit ist hier doch näher am Fazit des Artikels als an Deinem Eindruck, oder nicht? Stell dir vor du gewinnst 7:0 und eigentlich war es gar nicht so gut? ist eine sehr treffende Zusammenfassung des Spiels, wie ich finde. Besonders die erste Halbzeit trifft sie exzellent. Die Bayern taten nach meinem Eindruck nicht mehr als unbedingt nötig, um ein sehr schwaches Union, das sich von der ersten Minute an auf maximale Defensive konzentrierte, vollständig zu kontrollieren. Sie brachten es fertig, gleichzeitig praktisch das komplette Spielfeld nach Belieben zu beherrschen und daraus keine zwingenden Angriffe zu generieren. Eine Folge von abgefangen Chip-Bällen und Flanken von der Seite in die Nähe des Strafraums sowie Fernschüsse waren der gesamte Output. Es gab keine einzige wirklich unwiderstehliche Aktion, bei der etwas vollbracht wird, indem ein Gegner überwunden wird. Keine Tempoläufe in die Tiefe, keine vertikalen Schnittstellenpässe, die die gegnerische Abwehr zerteilen, damit der in die Tiefe startende Stürmer sie vollenden kann, wie einst Müller und Lewandowski selig es zelebriert haben, keine Kurzpassfestivals auf engstem Raum mitten durch den Gegner wie vor dem phänomenalen Tor gegen Bodø. Stattdessen plätscherte das Spiel wie ein gedämpfter, programmierter Prozess vor sich hin, bei dem die nennenswerten Ereignisse nicht die Folge einer besonderen Leistung waren, sondern praktisch notwendig aus der Spielanlage der beiden Mannschaften hervorgingen, ohne dabei in irgendeiner Weise besonders zu sein. Das Spiel ähnelte einem Menschen, der auf einer Kreisbahn langsam vor sich hin schlurfend Streichhölzer überwinden muss, die ihm regelmäßig in den Weg gelegt werden. Die Streichhölzer kommen ebenso vorhersehbar wie ihr Überwinden, aber spektakuläre Ereignisse produziert der Prozess nicht.

Ja, es war wirklich gar nicht so gut.

Immerhin war die zweite Halbzeit besser. Das Spiel war etwas zwingender, die Aktionen hatten mehr Biss und Zielstrebigkeit. Die Amplitude der Schrittbewegung richtete sich nicht mehr so stark an der Höhe der zu überwindenen Hindernisse aus. Aber es ist bezeichnend, dass bis auf Olise kein Spieler die Gelegenheit genutzt hat, eine spektakuläre Performance abzuliefern, sich in einen Rausch zu spielen. Wo war eigentlich Harry Kane? Es ist bezeichnend, dass die ganze Mannschaft als Mannschaft diese Gelegenheit nicht genutzt hat. Selten fielen das Ergebnis und der dafür betriebene Aufwand so weit auseinander wie in diesem Spiel.

Empirisch untermauert wird mein Eindruck durch die Laufstatistiken. 68 Sprints sind mit Abstand das bisherige Saisonminimum. Gegen Stuttgart waren es mit 138 fast doppelt so viele, der zweitschlechteste Wert sind 80 gegen Schalke. Mit 106 km zurückgelegter Distanz reiht sich das Spiel auch am unteren Ende der bisherigen Laufleistungen der Saison ein. Diese Werte vermitteln einen akkuraten Eindruck, wie beweglich, zwingend, druckvoll und zielstrebig das Spiel der Bayern war. Nichts davon war es nämlich. Ich bin gespannt, wie sich die Mannschaft nach der Länderspielpause präsentiert.

Die Oktoberfest-Trikots waren cool.

1 „Gefällt mir“

Für mich persönlich war das Spiel gegen Union die bessere Variante des Spiels gegen Schalke: der Gegner steht vor allem tief (nicht ganz so krass wie Schalke, aber annähernd), die Bayern hatten fast 70 Prozent Ballbesitz (laut Kicker 68%). Man spielt also gegen einen dauerhaft tiefen Block (auch nichts Neues). Die Lösungen für diesen tiefen Block waren gestern teils Distanzschüsse, eine gute Einzelleistung von Saibari, eine schöne Kombination von Phonzie und Jamal beim ersten Tor und generell ein sehr wache Restverteidigung.

Klingt für mich irgendwie absurd, dass man nach einem 7:0 gegen einen Gegner, der vor allem an der Defensive interessiert war, noch darüber diskutieren muss, ob das ein gutes Spiel war :thinking:

Edit: in der Kickerstatistik werden die Bayern mit 124 km gegenüber etwa 116 km der Berliner gelistet.

2 „Gefällt mir“

Naja, mein Post war auch nur leicht relativierend gemeint. Die Kritikpunkte haben ja Substanz, mir geht es nur wie @Lukenwolf1970, dass sich so etwas leicht absurd anhört nach einem Sieben-Null.

Tatsächlich jedoch war mein subjektiver Eindruck stark vom Vergleich zum Schalke- und Elversberg-Spiel geprägt. Und der lautete: höheres Spieltempo, mehr Dynamik. Richtig ist auch: im Vergleich zur Vorsaison noch nicht wieder auf demselben Niveau. Nur machen Vergleiche doch mehr Sinn, wenn man sie als Formkurve beobachtet.

Du sprichst ja selbst von der ersten Halbzeit und der zweiten. Mein Post kam nach dem Spiel ich habe also das gesamte Match beurteilt. Deine (und @justin ‘s) Einschätzungen zur ersten Halbzeit teile ich ja, da war’s noch eher zäh und bemüht. Tiefenläufe von Davies und Stani gab es da aber auch schon, nur wurden sie da noch nicht angespielt. Und Union hat zumindest die ersten 20 Minuten noch recht ordentlich verteidigt.

Das ist sowieso ein Punkt: die Ursachen auch für die Datenlage haben immer komplexe oder mehrere Ursachen, liegen immer auch am Gegner. Und wie gesagt, bis das erste Tor fällt, ist es völlig normal, dass sich das so entwickelt, man sich zunehmend freispielt.

Ich kucke gerne auf die Daten, allerdings bin ich auch vorsichtig. Dass etwa gegen Stuttgart viel mehr Sprints anfielen, ist wenig verwunderlich, wenn man die Stuttgarter Herangehensweise mit einbezieht - die ja etwa dieselbe war wie bei uns, dauernde Mann-gegen-Mann-Duelle schreien ja gerade nach Sprints. Union hingegen war, absolut korrekt, sehr schwach, aber eben schon nach dem Null-Zwei kaum mehr gewillt, sich zu sehr aus der Deckung zu bewegen. Dass sich aus diesem Spiel Daten ergeben, die fast alle am unteren Rand dessen liegen, was man von uns gewohnt ist, scheint mir erwartbar und logisch. Deswegen:

Das seh ich nun völlig anders. Vielleicht gibt das Spiel kein Sieben-Null her, aber unsere Tore waren meines Erachtens absolut zwingend über die komplette Spielzeit. Und unser Drang zum Tor war durchaus zielstrebig, wie gesagt, noch nicht auf dem Niveau, an das wir letzte Saison gewohnt waren, aber eben weiter als die letzten Spiele. Weshalb bei Dir ein anderer Eindruck entsteht, hat glaube ich eher mit dem Gegner zu tun, der einfach wirklich schwach war und praktisch nichts für ein schönes Fußballspiel getan hat. Die wollten nur so gut wie möglich verhindern, dass Bayern in den Strafraum kommt, weil sie genau wussten, dass dann Fehler passieren (wie beim Foul an Olise oder beim Tor von Saibari).

Was man übrigens immer unterschätzt (von wegen druckvoll), ist unser absolut hochwertiges Gegenpressing. Für einen Gegner wie Union bedeutet das nämlich so etwas wie eine Dauer-Umklammerung und nie Luftholen. Exemplarisch beim Tor von Musiala. Und damit komme ich zu…

Ein unsichtbarer Kane macht zwei Tore, eins davon, weil er dem Verteidiger wohl auch kurz nicht sichtbar war. Und bezüglich Rausch: Davies fand ich auch extrem gut, die Doppelsechs sowieso. Auch Bischof in seiner kurzen Zeit extrem spielfreudig.

Aber wie gesagt: beide Sichtweisen find ich eigentlich berechtigt. Kritik auf hohem Niveau oder Schwärmen auf einem niedrigeren Level, weil sehr schwacher Gegner. Ersteres ist euer Job, Letzteres meiner…

Klarer Widerspruch jedoch nochmal:

Die Wiesn-Trikots waren bemerkenswert hässlich. :wink:

3 „Gefällt mir“

Respekt. Nach diesem Spiel unzufrieden zu sein ist wahrlich eine Meisterleistung.
Wir spielen in der Saison gefühlt 50x gegen Mannschaften die den Bus vorm Tor parken. Ist oft hässlich anzuschauen und je länger es dauert bis das erste Tor fällt, umso hässlicher wird es. Andererseits schaffen es wenig Mannschaften dieses Beton anrühren über 90 Minuten erfolgreich durchzuhalten.
Schalke hat es geschafft und hatte das nötige Glück.
Gegen Union gab es den Dosenöffner schon in der 1.Halbzeit gibt und wenn der Gegner weich geklopft ist, dann gibt es auch mal ein 7-0.
Das ist der Fluch unserer qualitativen haushohen Überlegenheit. Damit müssen wir leben.

Das diesjährige Wiesntrikot ist in den Top3 der hässlichsten Bayerntrikots aller Zeiten. Pfui Deibel.
Union war gestern nix, aber schöne Trikots hatten sie.

1 „Gefällt mir“

Wo kommt diese Zahl her? Bei ARD und Kicker sind es ca. 124 km.

Sofascore.

Ich sehe keinen Widerspruch zwischen meiner Aussage und Deiner Antwort. Dass die Tore der Bayern absolut zwingend waren, sehe ich genauso.

Der Rest unserer Differenzen lässt sich im wesentlichen auf subjektive Unterschiede in der Wahrnehmung zurückführen. Darüber zu streiten lohnt sich nicht. Ich konzediere gerne, dass ich das Spiel zwar subjektiv relativ aufmerksam verfolgt habe und subjektiv den Eindruck gewann, dass außer Olise eigentlich kein Spieler richtig auffällig war (was nicht gleichbedeutend ist mit schlecht), dass ich jedoch mit meiner Wahrnehmung auch falsch liegen könnte.

Nur in einer Sache möchte ich widersprechen, weil ich darauf genau geachtet habe: Union Berlin stellte sich von Anfang an hinten rein. Sie wurden nicht durch ein vermeintlich druckvolles Spiel der Bayern in den ersten Minuten zu dieser Entscheidung gedrängt. Nach ca. 15 Minuten Spielzeit habe ich amüsiert gedacht, dass ich eigentlich noch gar nicht wüsste, ob das Gras in der bayerischen Hälfte des Spielfeldes grün war, denn es war praktisch noch nicht zu sehen gewesen. Von einem „zunehmenden Freispielen“ habe ich nichts gesehen.

Fair. Ich habe eine andere Einstellung zu Trikots, vielleicht auch einen anderen Geschmack.

Für mich sind Trikots keine Kleidungsstücke, die ich im Alltag tragen würde. Das ist nicht mein Garderobengeschmack. Wenn ich mit einem roten Bayern-Trikot unter Menschen begeben würde, wäre mir das peinlich, weil ich die Vermutung hätte, dass andere Menschen glauben könnten, Trikots zu tragen entsprächen meinem Garderobengeschmack. Die Vermutung ist naheliegend, denn ein einheitlich rotes Bayern-Trikot ist optisch nah genug an anderen Optionen der Oberkörperbekleidung, dass andere Menschen berechtigt glauben könnten, ich würde das Trikot tatsächlich anstelle beispielsweise eines Hemdes als Alltagskleidung tragen, und wer zieht schon Kleidung an, die ihm nicht gefällt?

Das Wiesn-Trikot hingegen ist optisch so deutlich von gewöhnlicher Alltagskleidung verschieden, dass man es als jemand, der normalerweise keine Trikots tragen würde, trotzdem tragen kann, ohne dass der Verdacht aufkommt, der Garderobengeschmack dieser Person würde es ihr nahelegen, im Alltag beim Gehen unter Menschen Trikots zu tragen. Das Aussehen des Trikots entspricht so offensichtlich nicht den gewöhnlichen Normen für Oberbekleidung (auch solcher ohne Geschmack), dass ein neutraler Beobachter aus der Beobachtung, dass jemand dieses Trikot trägt, nicht ohne weiteres darauf schließen kann, dass dieser jemand im Alltag Trikots zu tragen für vereinbar mit seinem Geschmack hält. Er kann sich nicht sicher sein, ob der Trikotträger das Trikot stattdessen nicht vielleicht anlassbezogen oder ironisch trägt.

Mit dem Wiesn-Trikot würde ich ausnahmsweise in die Stadt gehen, mit dem normalen Bayern-Trikot nicht.

Unabhängig davon finde ich das Wiesen-Trikot wirklich gelungen. Es ist das beste Spezialtrikot seit dem Olympiastadion-Trikot aus der Saison 22/23.

1 „Gefällt mir“

Der Text macht mich echt sprachlos :smiley: was du für Gedankengänge hast, sehr interessant :joy::joy:
Im Alltag trage ich auch nie ein Trikot, wenn ich aber ein Bayern-Spiel schaue, ziehe ich ein Trikot an, dass mir gefällt.
Was andere Leute über meinen Garderobengeschmack denken ist mir in dem Moment doch scheißegal :smiley:

Das Spiel war schon überragend, mit einem absoluten Sahnetag für Olise. So etwas bekommt man sehr selten geboten! Kritikpunkte finde ich da ehrlich gesagt keine. Ein Tor schöner als das andere.

Ja der FCB tat sich lange gegen eine disziplinierte Verteidigung schwer, aber das lag auch an Union, die das Spiel äusserst ernst nahmen und vor allem in der ersten halben Stunde rannten und kämpften wie blöd.

Was mir gegen Bodo Glimt schon gut gefiel, war gegen Union noch besser: wir treffen wieder aus der 2ten Reihe. Das macht uns flexibler und noch stärker.

Tore in der Box sind schwierig, wenn - wie zuletzt häufig - zehn gegnerische Spieler den eigenen 16er besetzen. Diese Taktik sehen wir vom Gegner weder gegen den BVB noch gegen RB oder Leverkusen so extrem an, sonst würden auch diese Teams sich wesentlich schwerer tun.

Das Spiel war in einigen Punkten besser, als das Spiel gegen S04:
Bayern spielte schneller, entschlossener und natürlich wesentlich effizienter bei der Torchancenverwertung als noch gegen Schalke.

Das ist aber nunmal auch Fussball: es ist wie beim Schafkopfen oder Skat - Spielen. Es gibt Tage, da gelingt alles und es gibt Tage da funktioniert gar nichts.
Gegen Union traf das Erste davon zu.

3 „Gefällt mir“

Ich bin bei der Beurteilung des Spiels eher bei @cheffe als bei @Alex . Denn vielleicht gehört auch das, was zum Urteil “nicht so gut” führt, zum Plan und ist deshalb mitnichten eine schlechte Leistung, sondern schlicht ein geduldiges, vielleicht in Hz1 etwas bewusst aufwandreduziertes Müdespielen des Gegners. Das berühmte Steineklopfen. Aber eben kontrolliert. Ich kann darin nichts grundlegend zu kritisierendes sehen, auch wenn es zäh zu beobachten ist.

Dazu kam in Hz1, dass auch der Schiri durch seine Zweikampfbewertungen dazu beigetragen hat, dass das Spiel so gelaufen ist. Er hat Halten, Ziehen, Zerren, Schubsen druchgehen lassen. Lauter vergehen, die schnellere Kombinationen und in mindestens einem Fall (Musiala) einen gefärhlichen Abschluss verhindert haben.

In Hz2 habe ich sogar wieder die alte Gier aus der Vorsaison gesehen, den Gegner weiter unter Druck zu setzen, nie aufzuhören, und Tor um Tor erzielen zu wollen. Exemplarisch das dann wegen Abseits nicht gegebenene Musiala/Saibari Würge-Dings.

Bei Trikots bin ich vollkommen emotionslos, kann mich selten so aufregen wie viele andere. Doch dieses Trikot ist schon besonders misslungen. Wenn es “floral” sein soll: Was hat die Wiesn heute mit einer “Blumenwiese” zu tun? Am ehesten kann ich noch mit der Interpretation leben, dass einem die Lichter der Wiesn, wenn man um 22:30 nach 5 Maß aus dem Zelt torkelt, so vorkommen und vor den Augen tanzen/verschwimmen. Gut, dass sie es nur einmal (?) tragen.

3 „Gefällt mir“

Emotionslos bin ich da nicht, rot-weiß sollte das Heim-Trikot immer sein. Rot ist gut. Alles andere irritiert.
Das CL-Trikot sieht in echt richtig gut aus.
Beim Blümchen-Trikot waren Freitag ganz viele Leute in der Arena, die es sich gekauft und getragen haben. Keiner davon sprach deutsch.
Ich denke, das ist reines Marketing und wir nicht die Zielgruppe.
@JOP Deine Interpretation ist großartig und ja, sie trifft für mich absolut ins Schwarze. :joy:

1 „Gefällt mir“

Boah nee, mit der Analyse gehe ich gar nicht mit. Was soll die Mannschaft denn noch tun - abseits der sieben Tore - um komplett zu überzeugen? Von der 1. Minute stand man auf dem Gaspedal. Auch in der Anfangsphase ein hohes Spieltempo, Spielfreude, viel probiert, permanent Druck auf den Gegner. Mir fehlt wirklich die Phantasie, hier Verbesserungspotenzial zu erkennen. Das ist immer noch Fußball und kein Computerspiel. Da geht man nicht selbstverständlich nach 2 Minuten in Führung und reiht einen Traum-Spielzug an den nächsten. Was unsere Mannschaft in allen Teilen (1-11) über 90 Minuten gezeigt hat, wie sie selbst bei 7:0 „zu jedem Einwurf gesprintet“ sind (Zitat Union-Spieler), sollte explizit gelobt werden.

5 „Gefällt mir“

Ich denke in erster Linie würde es der Debatte helfen, wenn man nicht versucht zu implizieren, dass es hier nur zwei Lager gibt: Jene, die das Spiel absolut unkritisch top betrachten und jene, die alles überkritisch sehen und hier versuchen, das Spiel schlecht zu machen.

Ich sehe das nicht. Ich sehe nur Uneinigkeit darüber, wie gut man das Spiel sah. Auf einer Skala von 1 bis 10 geben manche eben die 10, andere eher die 7, was immer noch ein hoher Wert ist. Wenn man das bedenkt, dann kommt man in der Diskussion vielleicht auch eher friedlich zusammen, auch wenn man auf der Detailebene eine andere Meinung hat. Von schlecht hat nämlich niemand gesprochen.

Auslöser war ja der folgende Satz: *Stell dir vor du gewinnst 7:0 und eigentlich war es gar nicht so gut?
*
Was bedeutet das eigentlich. Nehmen wir es doch mal auseinander: “Du gewinnst 7:0”, was impliziert, dass man da eine herausragende Leistung gezeigt hat, den Gegner permanent an die Wand spielte und ein absolutes Offensivfeuerwerk auf den Platz gebracht hat. Bei “gar nicht so gut” sollte die Betonung auf dem kleinen, aber nicht unbedeutenden Wort “SO” liegen. Anders könnte man es so lesen und ausformulieren: Gut, aber nicht SO gut. Nicht 7:0-gut.

Auch hier wird es unterschiedliche Meinungen geben, aber es zeigt eben, dass die vermeintlichen Lager hier gar nicht so weit auseinander liegen, wie es die Debatte teilweise impliziert. Ich finde es immer schade, dass wir dann so tun, als hätten die, die das etwas kritischer sehen, aber insgesamt doch trotzdem zufrieden sind, dann so abgetan werden, als würden sie nur das Haar in der Suppe suchen oder als hätten sie ein anderes Spiel gesehen. Das kann ja auch nicht der Anspruch dieses Forums sein.

In der ersten Halbzeit steht auf der Proseite, dass der FC Bayern gegen einen absolut harmlosen und in dieser Saison bisher nicht Bundesliga-tauglichen Gegner nichts zugelassen hat. Wirklich gar nichts. Null Abschlüsse für Union.

Ebenfalls auf der Habenseite: Das Ergebnis. 3:0 vorn, entspannt in die Kabine gehen, Spiel eigentlich schon durch. So stellt man sich das als Fan vor.

Was man aber kritisch sehen kann, und da bin ich eben zu einhundert Prozent auf der Seite von Alex: Das Offensivspiel war im ersten Durchgang holprig. Ich habe da auch eine Mannschaft gesehen, die mit Energie und Wille gespielt hat. Eine, die viel probiert hat. Aber eben auch eine, der nicht so viel gelungen ist. Von den zehn Abschlüssen kamen fünf von außerhalb, drei innerhalb des Strafraums aus schlechten Positionen und Situationen und zwei waren einmal der Elfmeter und ein Tah-Kopfball. 1,3 xG. 0,8 ca. kann man durch den Elfer abziehen und dann bleiben 0,5 aus dem Spiel. Eben gar nicht mal SO gut.

So richtig was aus dem Spiel konnte man nicht kreieren. Oft scheiterte man am tiefen Block. Ich glaube auch, dass mir hier deutlich mehr zustimmen würden, wenn die beiden Fernschüsse eben nicht reingegangen wären, was durchaus im Bereich des Möglichen liegt. Und das ist doch auch kein Schlechtreden der Leistung. Es ist einfach nur das, was Luis Díaz im Interview mit Sky unter der Woche vorher festgestellt hat: Dieser FC Bayern ist noch nicht der aus der letzten Saison. Es fehlen hier und da einige Details und gerade offensiv kann man noch zulegen. Hat man gegen Union eben auch gesehen, bis diese Truppe dann in der zweiten Halbzeit endgültig in sich zusammengefallen ist.

Und jetzt? Ist doch keine überharte Kritik. Am Ende ist doch alles gut, die Bayern haben bis auf das 0:0 auf Schalke alles gewonnen und man kann die Kritik ja auch noch positiver framen: Wenn DAS der FC Bayern ist, der noch Probleme hat, dann freuen wir uns doch alle auf den FC Bayern, der weniger Probleme hat.

Überbewerten sollte man dieses Spiel dennoch nicht. Der Sieg in Elversberg war mehr wert als dieser Sieg gegen ein Team, das in dieser Form definitiv absteigen wird. Und während mir Elversberg von einigen zu kritisch gesehen wurde, sehe ich Union einfach nicht so positiv wie andere, sondern nur gut statt überragend. That’s all.

8 „Gefällt mir“

Genauso. Mein Wortwechsel mit @Alex entstand ja auch nicht aus explizit inkompatiblen Sichtweisen aufs Spiel, sondern auf einer unterschiedlichen Gewichtung und Ausgangslage. Zwischen “gar nicht soo gut” und “schon ziemlich gut” gibt es eben nicht den riesigen Raum, zumal wir ja alle auch den Unterschied zwischen den beiden Halbzeiten wahrgenommen haben.

Aber generell gut, dass man mal darauf aufmerksam macht, dass Kritik nicht automatisch bedeutet, alles schlechtreden zu wollen, Lob aber auch nicht bedeutet, alles schönreden zu wollen. Diese Lagerbildung, die sicher auch mir schon passiert sein mag, ist wenig hilfreich. Sowohl was die objektive Analyse betrifft als auch den Umgang miteinander.

8 „Gefällt mir“

Mir hat das Spiel gestern gut gefallen, vor allem Davies und Pavlovic sind mir mehrmals positiv aufgefallen. Die Bewertung “nicht so gut wie das Ergebnis suggerieren könnte” find ich nachvollziehbar, die ausformulierte Kritik hier im Thread hingegen teils zu hart.

Grundsätzlich würde ich dir zustimmen. Aber wir haben mit Olise einen wirklich exzellenten Distanzschützen und ich habe bei ihm immer das Gefühl, dass er sich manchmal so ein bisschen “präzise schießen” muss, so als ob er Dart spielen und einen Marker setzen würde. Nach zwei, drei Versuchen geht der vierte dann rein.

Jedenfalls ist es halt schwierig sich gegen einen tiefen Block immer wieder durchzukombinieren, aber wenn du so einen Spieler hast macht es auch Sinn ihn öfter abschließen zu lassen. Was im Regelfall eher ein Anzeichen für mangelnde Kreativität oder Verzweiflung sein mag, kann in einer Mannschaft mit Olise auch einfach der nachvollziehbare Versuch sein, seine Qualitäten auszunutzen, weil das ein erfolgsversprechenderes Mittel ist als der x-te Chipball. Und nach ein oder zwei Toren wird das Spiel ja einfacher, der Gegner ist demoralisiert, vielleicht frustriert und unkonzentriert, Räume entstehen…

1 „Gefällt mir“