FC Bayern: "Keine Ausreden" – Alexander Straus und die Grimmigkeit, die der FCB benötigt

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Die Frauen des FC Bayern München sind nach sechs Pflichtspielen in der Bundesliga, in der Champions League und im DFB-Pokal noch ungeschlagen. Unter dem neuen Trainer Alexander Straus ist bereits eine spielerische Entwicklung zu erkennen. Die Länderspielpause bietet Zeit, um ein erstes Zwischenfazit zu ziehen: Fünf Dinge, die auffallen. Alexander…

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Danke für deinen Bericht und deine Einschätzungen. Es macht wie immer Freude zu lesen.

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Siehst du es ähnlich wie ich, dass die beiden Spielerinnen mit Stärken im Halbraum (Magull, Dallmann) aktuell den Vorzug vor Bühl auf den offensiven Positionen neben Schüller bekommen sollten.
Da beide im Kombinationsspiel in engen Räumen stärker sind und Klara Bühl in punkto Entscheidungsfindung und Handlungsschnelligkeit noch nicht auf dem Level der beiden ist, zumindest aktuell?

Für den Moment schon, auf Dauer sehe ich Bühl mit ihrer Variabilität und ihrem Zug zum Tor aber zwingend in der Startelf. Du brauchst auch in stärker strukturierten Systemen Spieler:innen, die was Unorthodoxes oder Überraschendes machen. Jetzt gerade ist sie aber etwas außer Form und Dallmann rockt. Magull ist eh gesetzt, wenn auch ebenfalls noch nicht in Bestform.

Ich verstehe nicht, warum Bayern-Frauen so große Probleme mit dem Ballbesitz haben? Es sind die gleichen Probleme, die wir unter Jens Scheuer gesehen haben. Bayern kann den Ball einfach nicht gegen Topteams und sogar gegen Mannschaften wie Sociedad oder Benfica halten. Das Rückspiel gegen Sociedad war nicht besser als das Hinspiel.
Das erste Spiel gegen Sociedad war etwas besser, da die Bayern mehr Ballbesitz hatten und das Tempo des Spiels diktierten, bis zu einem wahnsinnigen Kontrollverlust in den letzten 20 Minuten dieses Spiels. Im Rückspiel hat der FC Bayern gegen Sociedad in der zweiten Halbzeit einfach den Bus abgestellt. Was für Mannschaften wie die Bayern an sich schon peinlich war.

Für die Bayern ist es in beiden Spielen das gleiche Szenario. Gegner pressen die Bayern aggressiv und zwingen sie zu langen Bällen und Ballverlusten. Aber die Bayern reagieren nicht mit hohem Pressing. Nur zwei oder drei Spielerinnen, die faul auf die Verteidigerinnen losgehen, und das ist alles. Lohmann ist sehr passiv, vor allem im Pressing. Woher kommt diese Passivität? Wie viel Zeit brauchen die Bayern-Frauen noch, um im Pressing aggressiver zu werden? Warum verfallen sie immer in eine gemütliche Low-Block-Verteidigung?

Schauen Sie sich Barcelona an. Luis Cortes kam herein und Barca hat sich massiv verbessert (aggressiver im Pressing, intensiver).Die Mentalität hat sich verbessert, das Selbstvertrauen ist aufgebaut. Aber die Bayern verhalten sich immer noch wie Außenseiter.

Es sollte genug Zeit (jetzt 4 Jahre) für die Bayern bleiben, um sich massiv zu verbessern. Trotzdem scheinen wir noch am Anfang zu stehen. Spielerinnen sind sehr passiv, sehr ungeduldig mit Ballbesitz (wissen sie, dass sie den Ball behalten sollen?). Team scheint mental sehr schwach zu sein. Sie sind in den letzten 20 Minuten gegen Sociedad fast zusammengebrochen. Warum haben sie so passiv gegen Sociedad gespielt, die unter Druck sehr anfällig sind (wenn man sich ihre Spiele ansieht). Sie sind nicht Barcelona.
Es ist wirklich ärgerlich zu sehen, wie diese Mannschaft mit so vielen technischen Spielerinnen nicht einmal gegen Sociedad oder Benfica richtigen Ballbesitz spielen kann. Vergessen Sie Barcelona oder Wolfsburg. Die Bayern-Frauen werden den Bus gegen die beiden parken. Leverkusen ist die einzige Mannschaft, die im Ballbesitzfußball gut spielt (sie dominierten Wolfsburg in einigen Teilen des Spiels), aber im letzten Drittel fehlt es ihnen an Action.

Aber denken Sie nicht, dass Magull als 6 spielen sollte, um den Ballbesitz zu verbessern und das Spiel zu kontrollieren? Das Mittelfeld Lohmann-Zadrazil-Stanway kann weder Spiele kontrollieren noch einen guten Ballbesitz halten. Denn Stanway und Lohmann sind offensive Mittelfeldspielerinnen (8er), die immer versuchen, vertikale Pässe zu spielen oder Angriffe einzuleiten. Und Zadrazil ist Zerstörer. Nur Magull versteht es, das Spiel zu beruhigen und durch Ballzirkulation mehr Kontrolle zu erlangen.

Wer meint, dass ein Trainer die Versäumnisse der letzten Jahre einfach so innerhalb weniger Wochen verbessern und auf Barca-Level bringen kann oder auch nur annähernd in diese Richtung, der sollte an seiner Erwartungshaltung arbeiten. Einen Trainer schon jetzt so vernichtend zu beurteilen, entspricht nicht meinem Verständnis von Fußball und Lernprozessen. Es sind sechs Pflichtspiele gespielt. Sechs. Und der FC Bayern ist bei den Frauen eben nicht der etablierte Top-Klub. Da wollen sie hin, das wird aber noch einiges an Zeit dauern.

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