Veröffentlicht unter: FC Bayern: Wie Enriques Kniff Olise kalt gestellt hat
Der FC Bayern war im Rückspiel gegen Paris Saint-Germain offensiv zu harmlos. Ein Grund war ein taktischer Kniff von Luis Enrique gegen Michael Olise. Die Statistiken von Michael Olise im Hinspiel gegen Paris Saint-Germain lesen sich beinahe wie Fantasiezahlen. Zehn Dribblingversuche hatte der Rechtsaußen des FC Bayern München laut SofaScore. Acht davon erfolgreich. Hinzu kamen ein Tor und die eine oder andere gute Abschlussgelegenheit. Rückblickend betrachtet war es vielleicht sogar der 24-Jährige, der mit der Riesenchance zum 2:0 einen besseren Verlauf für den FCB auf dem Fuß hatte. Werbung: Das neue Bayern-Trikot und 50 Prozent auf Klassiker sparen – JETZT…
Auch ein Beispiel dass Paris und Enrique schon weiter sind (wen wunderts Enrique ist unglaublich erfahren). Olise wurde gedoppelt und Kvaratskhelia nicht. Insbesondere bei seinem Tor im Hinspiel war das fatal.
Wir waren gestern der Meinung dass es der frühen gelben Karte geschuldet war. Aus der Not wurde da eine Tugend gemacht. Evtl. wäre die Lösung gewesen Karl zu bringen und Olise für Musiala in die Mitte zu ziehen.
Und hier dazu passend ein weiterer Kniff von Enrique:
Doch der Blick auf Safonovs Abstoßrichtung lässt noch einen weiteren Schluss zu: Zwölf der 13 Abstöße am Mittwochabend flogen vom Torwart aus gesehen nach links, darunter alle, die im Seitenaus landeten.
Na ja, doppeln kannst Du ja auch nur, wenn Du tief verteidigst.
Das mit Safonov halte ich nicht wirklich für Taktik tbh. Der ist wirklich so schlecht. Und wirklich gewinnbringend waren die konkreten Situationen auch nicht. Es waren ja auch nicht alle Bälle. Mir ist das zu inkonsequent.
Will nicht ausschließen, dass ich falsch liege, aber Enrique hat sich einmal auch mächtig über Safonov aufgeregt.
Das eine muss das andere ja nicht ausschließen. Wenn man sich die Anstöße von PSG anschaut, wo Spieler mit ganz anderen Qualitäten den Ball ins Seitenaus ballern, passt das meiner Ansicht nach schon irgendwie gut zusammen. Einerseits geht man damit um, dass Safonov selbst wenn er wollen würde, die Bälle nicht besonders akkurat an den Mitspieler bringen könnte. Andererseits gibt man einem Team, das mental möglicherweise übersättigt ist, mit vollem Trophäenkabinett und relativ unterforderndem Ligaalltag, einen neuen Reiz - Klar bringt es in dem Moment vielleicht selten unmittelbar ein von außen merkbaren Vorteil.
Aber zusammen mit dem absurden Anstoß bringt es den Gegner, der ansonsten auf fast alle Spielzüge eine perfekte Antwort hat, vielleicht genau das Millisekündchen zu viel ins grübeln. Dazu die 50/50 Schiedsrichterentscheidungen, die gegen einen laufen, ein klasse Schuss von Olise, der nur ganz knapp übers Tor geht und nicht zu vergessen den krass frühen Gegentreffer. Auf Reddit hatte jemand kommentiert, dass es im Rugby Vereine gibt, die eine ähnliche Strategie verfolgen - Ball so weit wie möglich ins gegnerische Seitenaus und dann Angriffspressing und eine mögliche Chance ganz nah in den gefährlichen Räumen.
Wirklich wissen werden wir das nur, falls da irgendwann mal in ein paar Jahren jemand aus dem Nähkästchen plaudert. Ich habe das Gefühl Enrique ist dieses Mysterium um solche Geschichten ganz recht.
Die Anstöße sind aus meiner Sicht was anderes und ziemlich eindeutig. Die langen Bälle waren mir nicht systematisch genug. Weil zu wenige insgesamt und auch zu viele eben nicht ins Aus. Ich glaube an Systematik bei der Richtung. Ich glaube hier nicht an Systematik beim ins Aus schießen.
Kann ich mir auch nicht vorstellen. Anders als beim Anstoß kommt man ja per Abstoß im Allgemeinen nicht nahe an die Eckfahne, sondern eher so ins Umfeld der Mittellinie; unmittelbare Torgefahr wird dann nach da nach dem Einwurf kaum entstehen.
Was mir aber seit längerem auffällt ist, dass die heutigen Teams sich bei Abstößen auf einen kleinen Raum von der Größe eines Handballfeldes auf einer Seite des Platzes versammeln. Offensichtlich in der Spekulation, dass der lange Schlag in den meisten Fällen nicht direkt kontrolliert angenommen werden kann, sondern erstmal nach Kopfballduell “irgendwo” hin fliegt; und der, der das bessere Gegenpressing schafft, bekommt nach dem Ballgewinn dann natürlich paradiesisch viel Raum für schnelle Angriffe. Da wäre für mich die Frage, ob ich als verteidigende Mannschaft nicht besser fahre, wenn ich, sagen wir, zwei Spieler deutlich außerhalb des Clusters positioniere, um so die freien Räume im Falle des Falles abgedeckt zu haben.
GIbt’s dazu irgendwelche Statistiken? Ich meine, die Trainer haben hier ja sicher einen Plan und sollten doch vorher abgecheckt haben, welche Variante im Mittel die bessere Balance zwischen eigenen Torchancen und Gegentoren bietet …!?
Es gibt keine Statistiken, aber das ist prinzipiell seit vielen Jahren üblich. Du hast dann halt eine bessere Chance, direkt ins Pressing zu kommen.
"Es ist schwer auszumachen, ob die Reaktion von Enrique auf das Hinspiel folgte oder ob es eher eine Reaktion auf die frühe Gelbe Karte für Mendes war. "
Gefühlt eher auf die gelbe Karte.