Evolution unter Vincent Kompany: Anpassungen und Probleme im Pressing

Veröffentlicht unter: FC Bayern: Evolution und Probleme im Kompany-Pressing

Vincent Kompany ist bereits in seiner zweiten Saison mit dem FC Bayern München – und über jeden Zweifel erhaben. Doch wie hat sich sein Fußball beim FCB entwickelt? Der FC Bayern München durchlebt gerade eine im Vergleich zur ersten Saisonhälfte schwierige Phase. Man könnte sie so umschreiben: Nach anfänglicher Leichtigkeit, die das Team durch alle Wettbewerbe trug, ist Fußball jüngst wieder zu deutlich mehr Arbeit geworden. KEINEN ARTIKEL MEHR VERPASSEN – JETZT UNSEREN WHATSAPP-KANAL ABONNIEREN! Über die Ursachen wurde viel diskutiert. Von nachvollziehbarer Müdigkeit bis hin zu taktischen Veränderungen. Interessant ist dahingehend auch, wie Vincent Kompany seine Idee über die…

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im Vergleich zu den 6,7 im Vorjahr ein Anstieg von 140 Prozent

Kleiner mathematischer Einwand: der Anstieg selbst beträgt 40 Prozent.

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Vielen Dank für den interessanten Artikel, @justin.

Bayerns Entwicklung ist hier rückläufig. In der ersten Kompany-Saison lag man bei rund 9,5 PPDA. Jetzt sind es rund 10,4. Zum Vergleich: Flicks Extrempressing führte zu einem Schnitt von 8,3 PPDA in der Saison 2019/20, unter Thomas Tuchel lag man 2023/24 bei 11,8. Flicks Barcelona steht in dieser Saison bei knapp über 8. Andere Top-Teams bewegen sich in Europa ebenfalls zwischen 9,5 und 11 PPDA.

Jetzt stellt sich mir nur noch die brennende Frage, ob der Rückgang bei den PPDA – wann hat der eigentlich angefangen? – ursächlich mit den zuletzt schlechten Ergebnissen in Verbindung gebracht werden kann.

Sind in einer Parallelwelt, in der alles genauso ist wie in dieser, nur dass die Bayern statt 10,4 PPDA 8,4 PPDA haben, die Ergebnisse der Bayern messbar besser?

Ich bin der Erste, der sagt: Mir kann der PPDA-Wert gar nicht niedrig genug sein. Aber das ist bei mir vor allem eine ästhetische Präferenz, die nicht zwingend auch sportlich vorteilhaft sein muss (auch wenn ich das glaube).

Kennt wyscout (cool, dass Du darauf Zugriff hast) die PPDA einer bestimmten Mannschaft für jedes Spiel? Mich würden die PPDA der Bayern für jedes Spiel seit Kompanys Amtsantritt brennend interessieren. Könnte wyscout diese Info als Tabelle oder Kurve in einem Graph auswerfen (y-Achse: #PPDA, x-Achse: Spiele 1 bis n)?

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Hochinteressante Analyse, dafür schätze ich msr so. Danke!

Wenn das schon unser neuer “Verwaltungsmodus” sein sollte, hätte ich keine Probleme damit. Schließlich muss man über eine gesamte Saison gesehen auch einmal Energie sparen können. Die letzten Resultate sprechen nur leider dafür, dass man die Zügel auch wieder anziehen sollte.

Ich freue mich auf Teil 2.

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In dieser Saison kommen die Bayern in allen Pflichtspiel-Wettbewerben auf etwas weniger als 16 hohe Balleroberungen pro Partie – hoch bedeutet in dem Fall: Eigenes Angriffsdrittel und mit Eroberung ist von Fehlpässen des Gegners bis direkte Zweikampfführung alles gemeint, was einen Ballbesitzwechsel erzeugt.

Das ist ein Rückgang um knapp zwei hohe Balleroberungen pro Spiel im Vergleich zur Vorsaison. Interessant: Bei den Balleroberungen im Mittelfelddrittel gibt es ebenfalls einen Rückgang: Von knapp 38 auf knapp 33 pro Spiel. 30 Balleroberungen im eigenen Aufbaudrittel sind hingegen zwei mehr als die rund 28 im ersten Kompany-Jahr.

Saison 1: 18 hohe Balleroberungen, 38 mittelhohe Balleroberungen, 28 tiefe Balleroberungen: 84 Balleroberungen in toto.

Saison 2: 16 hohe Balleroberungen, 33 mittelhohe Balleroberungen, 30 tiefe Balleroberungen: 79 Balleroberungen in toto.

Saison 1: 21% hohe Balleroberungen, 45% mittelhohe Balleroberungen, 33% tiefe Balleroberungen.

Saison 2: 20% hohe Balleroberungen, 42% mittelhohe Balleroberungen, 38% tiefe Balleroberungen.

=> Prozentual hat sich der Anteil der hohen Balleroberungen von der letzten zu dieser Saison kaum verändert (20 vs. 21 Prozent). Die starke Verschiebung erfolgte vom Bereich der mittelhohen zum Bereich der tiefen Balleroberungen (drei Prozentpunkte weniger mittelhoch, fünf Prozentpunkte mehr tief, inklusive Rundungsfehler).

Interessant finde ich auch, dass die Anzahl der Balleroberungen insgesamt um ca. sechs Prozent abgenommen hat (84 → 79). Je nachdem, wie „Balleroberung“ definiert ist, könnte das auf eine Erhöhung des Anteils der Ballwechsel zugunsten der Bayern durch Ballverluste des Gegners ins Seitenaus oder eine erhöhte Anzahl von Torabschlüssen des Gegners hindeuten. Alternativ könnte auch die Anzahl der Ballwechsel gesunken sein (ein „ruhigeres“ Spiel), oder es könnte eine Kombination von beidem vorliegen.

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Absolute Klasse Artikel in der Tat!

Und ja, ich würde da schon auch klar pro Konvertierung des Testabos tendieren beim neuen Datenanbieter.

Die Daten haben viele aber kaum jemand kann sie so geil auswerten auf Journalistenseite wie Du, lieber @justin !

Ganz großes Kino wirklich…

PS: und das mit mehr Kohle für MSR kriegen wir auch noch hin mit der Zeit, da bin ich mittlerweile total optimistisch!

PPS: siehe Verlinkung zur Diskussion (gerade eine kleine Spezialaktion meinerseits dort gestartet) zum Blogartikel Transparenzbericht - lasst es uns gemeinsam anpacken!

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Nein, der Rückgang ist tatsächlich ziemlich konstant und über die gesamte Saison zu beobachten, sogar schon im Verlauf der letzten; in den letzten Monaten seit dem PSG-Spiel nochmal etwas mehr. Ich schaue die Tage aber nochmal, ob ich das nochmal spezifizieren kann.

Zwei pro Spiel können dennoch einen massiven Unterschied machen. Da bin ich kein Fan von Prozenten. Gleichzeitig führe ich ja an, dass es nicht zwingend negativ sein muss.