Die "heimliche" Einnahmequelle des FC Bayern

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Beim FC Bayern richtete sich der Fokus in den vergangenen Wochen vor allem auf namhafte Verkaufskandidaten. Abseits des Rampenlichts hat sich jedoch eine zweite Einnahmequelle etabliert. Der FC Bayern erwirtschaftete mit Nachwuchs- und Entwicklungsspielern erhebliche Transfererlöse und das auch häufig auch mit Akteuren, die nie eine nachhaltige Rolle im Profiteam spielten. In den Transferperioden 2025 und 2026 gaben die Münchner eine ganze Reihe von Talenten ab. Auf Basis veröffentlichter Medienberichte und Ablösesummen spülten diese Abgänge in der Summe mehr als 70 Millionen Euro in die Vereinskasse. Auch wenn diese Zahl Spieler einschließt, die erst spät an den Campus wechselten, belegt…

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kleiner Hinweis: im Artikel steht steht La Coruña.
Im galicischen heisst die Stadt (und das wird wohl auch meist so genutzt) heißt sie aber wohl A Coruña.
Auch der dortige Verein hat inzwischen die Schreibweise übernommen und nennt sich nun Deportivo A Coruña

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Ich empfinde das Geschäftsmodell etwas stossend Supertalente anderer Vereine mit 16 für eine Ausbildungsentschädigung zu holen und sie dann mit 19-21 für einen kleinen Millionenbetrag wieder ohne echte Chance bei der ersten Mannschaft weiterzuverkaufen. Wenn man allein schon sieht was Bayern zuletzt der Hertha aus der Jugend an sportlichen Qualitäten und Werten geräubert hat ist krass. Und auch aus Sicht der Talente ist es nicht förderlich wenn die „Eichhornphase“ irgendwo zwischen A Jugend, Youth League, Regionalliga und leihen verplempert wird.

Klar darf Bayern nicht blauäugig sein und aus Ritterlichkeit darauf verzichten, da es sonst Dortmund, Leipzig und Engländer tun, aber grundsätzlich sollte der DFB hier einen Riegel vorschieben bzw zeitgemässere Beteiligungen für die Vereine die von 6-16 die Arbeit gemacht haben definieren.

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Dito, das hat schon einen Hauch von Menschenhandel. Andererseits, wie Du ja auch schreibst: Chelsea, RB und viele andere Vereine gehen längst ähnlich vor.

Die Vergleiche mit Kroos und Alaba im Artikel sind im Übrigen etwas unpassend: Das waren keine jungen Talente, die man abgegeben hat, sondern Stamm- und Nationalspieler, die dem Ruf von Real nachgegeben haben. Ansonsten aber ein prima Artikel.

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Ich finde hier jetzt von Menschenhandel oder auch nur einem Hauch zu sprechen finde ich komplett fehl am Platz. Diesen Spielern kommen nicht nur die höchste sportliche Weiterbildung zu gut sondern werden auch akademisch entsprechend gefordert. Des weiteren müssen bei all diesen Wechseln ja auch die Eltern zustimmen. Wenn dann sollte man vll über eine Schulung der Eltern nachdenken damit diese vollkommen aufgeklärt sind.

Fair wäre das die Ausbildungsentschädigung bleibt aber bei jedem Transfer so 1% der Transfersumme an den Jugendverein geht.

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Wenn man es nur machen würde, um auf die Art ein paar Millionen zu verdienen, wäre ich bei euch in der Bewertung. Aber bei jedem (oder zumindest den allermeisten) dieser Transfers schwingt doch die Hoffnung mit, oder ist sogar DER Treiber dahinter, dass der Junge der nächste Star ist, der auch die eigene Mannschaft verstärken kann. Und da kann ja nicht der Weg sein, bei allen Spielern zu warten und beobachten, bis sie 22 sind und sie dann für 50 Mio aufwärts zu kaufen.

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Im Idealfall erhalten die Jungs dann ja auch bei Bayern oder einem anderen “hochwertigen” Klub eine bessere Ausbildung, und wenn es nicht für ganz oben reicht, kehren sie ja unter Umständen stärker zum Heimatclub zurück.

Und als FC Bayern musst du natürlich eine ausreichende Auswahl an Talenten haben, damit dann auch mal ein Volltreffer wie Lennart Karl dabei ist.

Wenn die Ausbildung bei Bayern sooooo dermassen besser wäre als bei der Hertha, müsste Bayern dort nicht Spieler abwerben :upside_down_face:

Wir reden hier nicht vom 11 jährigen Thomas Müller den man vom Pähler Kartoffelacker befreit, sondern vom 15 jährigen Assomo der im Jugendnationalteam alles kurz und klein schiesst oder vom 16 jährigen Aseko der mit 16 im U18 Nationalteam spielt. Und bei der Hertha trainiert auch nicht Papi Peter die Kinder auf einem Ascheplatz mit löchrigen Tornetzen.

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Also: Menschenhandel finde ich ein extrem hartes Wort, weil es suggeriert, man würde mit Spielern agieren wie mit Ware.
Nur: Spieler haben durchaus Einfluss, wo sie unterschreiben.

Das Problem ist doch: macht man mit, läuft man immer Gefahr, dass Spieler sich Dinge erhoffen, die wir ihnen vielleicht nicht bieten können (Profivertrag, Weltkarriere etc). Und ja: 95% werden es bei Bayern nicht schaffen.
Dann ist es allerdings die Aufgabe des Vereins, dafür zu sorgen, dass die Jungs hier eine gute fußballerische, aber auch schulische Ausbilung erhalten und nicht mehr so in ein Loch fallen, wie es früher bei vielen Talenten war.

Macht man das, dann kann ich damit leben.

Denn - so ehrlich muss man ja sein - macht man es nicht, heißt das nicht, dass andere es nicht trotzdem tun.
Und selbst wenn die Bundesliga sich darauf einigen würde, dass man keine Spieler unter 16 Jahren mehr transferiert: das ist der Premier League, Serie A oder sonst wem halt total egal.

Und der nächste Punkt dann: wie würde man die Regeln fassen?
Darf ich einen Spieler von einem Viertligisten holen (Memmingen, die Blauen oder so?)
Oder erst ab Liga 5? Weil ab einem gewissen Maß an Qualität muss der Spieler irgendwann aus den unteren Ligen raus.

Will sagen: es ist kompliziert. Und so lange wir keine guten Lösungen haben, die auf alle zutreffen, ist es wohl sinnvoll, wenn Bayern das hier als weiteres Standbein nutzt.

Ich hab einen Kumpel der beim KSC in der Jugend recht aktiv ist. Der sagt, dass einer der Hauptgründe für das versumpfen des KSC in Liga 2 ist, dass heute Scholl und Kahn mit 15 nach Hoffenheim gehen würden. Und ich finde wir müssen nicht immer rumheulen, dass der KSC, Lautern und die Hertha in der Bundesliga fehlen wenn man ihnen stets kurz vor dem Durchbruch die Toptalente für den symbolischen Euro abjagt.

Und schlussendlich ist die Linie klar: entweder die ersten beiden Ligen oder jedem Verein der ein NLZ hat (was dann Liga drei einschliesst)

Es gibt eine Regel in dieser Art.

Sauber, dann bekommt die Hertha 120‘000€ dafür, dass sie bei Aseko von 11 bis 17 einen extrem wesentlichen Anteil seiner fussballerischen Ausbildung (vom Talent aus dem Dorfklub hin zum U Nationalspieler) beigteagen haben. Ich wäre eher bei 1.5% von jedem Jahr in dem er bei der Hertha in der Jugend war. Das wäre auch „nur“ knapp eine Million aber definitiv eine andere Wertschätzung als die Kohle die derzeit fliesst.

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Die Thematik ist komplexer, die Vergütung ergibt sich tatsächlich daraus wie lange man, in welchem Alter, wo ausgebildet wurde…

Du vergisst hier einfach das man selten Spieler aus der Gegend um Berlin oder Hamburg, Kiel usw. im Bereich 8-14 scoutet und wenn sind das wirklich sehr seltene ausnahmen. Die Möglichkeiten sind in München einfach andere egal ob Youth League, zweite Mannschaft oder einfach allgemein der komplette Campus. Eine richtige Prognose für Spieler kann man erst ab einem gewissen Alter abgeben und selbst die sind in den wenigsten Fällen richtig.

In München wirst du für die Champions League ausgebildet in Hertha für die zweite Liga.

das wären in deinem Beispiel 9% und wenn ein Jugendspieler wie jetzt Pavlovic von den Bambinis bis zu der U16 in der Mannschaft wäre dann wären das mal kurz 20% der Transferablöse grob überschlagen. Da explodieren die Transfersummen noch mehr das ist leider nicht umsetzbar.

Aber ein Prozent bei jedem Transfer würde den ausbildenden Vereinen durchaus weiterbringen so oft wie spieler heutzutage wechseln und hier geht es mir jetzt nicht um die Mannschaften aus der 1ten Liga die können das verkraften aber Aachen, Magdeburg oder Fürth wären 2-3 millionen die man durch eventuelle Transfers von Jugendspielern dazu verdient definitiv gold wert.

Und Bayern, Paris, Barca, Madrid oder jeder englische Verein jucken die 1-2 Millionen nicht die Ihnen da flöten gehen zu mal sie ja deutlich später davon profitieren können.

Vielen Dank für den tollen Artikel, @Andreas! Ich habe ihn mit Gewinn gelesen.

Unser „US-Korrespondent“ Marc Almstedt hat schon immer für die Nutzung des NLZs zur Ausbildung von Talenten zur Generierung von Einnahmen geworben. Schon in einem Diskussions-Artikel von 2019 (!) hat er in einem Artikel, in dem er das Thema mit mir diskutiert hat, dafür plädiert. Ich war damals im Gegensatz zu ihm der Meinung, dass damit für die Bayern nicht viel Geld zu machen sei. Wie Dein Artikel zeigt, Andreas, hat die Zeit Marc recht gegeben und ich lag falsch. Ich hätte nicht gedacht, dass die Bayern in zwei Transferperioden rund 70 Millionen Einnahmen mit dem Verkauf von Nachwuchsspielern erzielen könnten.

Die Bezeichnung als „Menschenhandel“ für die Wechsel von Jugendlichen zwischen verschiedenen NLZ ist abwegig.

Das scheitert schon ganz grundsätzlich daran, dass keiner dieser Wechsel ohne die Zustimmung des betroffenen Jugendlichen und seiner Erziehungsberechtigten stattfindet. Gehandelt wird mit Waren, über die verfügt wird. Über diese Jugendlichen wird nicht verfügt.

Es wird bei einem Wechsel auch kein Preis für den Jugendlichen bezahlt, sondern eine Ausbildungsentschädigung für bereits erbrachte Vorleistungen, von denen der aufnehmende Verein profitiert. Das macht einen Unterschied. Vergleichbar ist so ein Wechsel eher mit dem Wechsel der Schule, bei dem die aufnehmende Schule der abgebenden Schule eine Entschädigung dafür zahlt, dass sie dem Schüler in Deutsch und Mathe bereits ein gewisses Wissen vermittelt hat, das die neue Schule ihm nicht mehr vermitteln muss und auf dem sie aufbauen kann. Ist der freiwillige Wechsel einer Schule Menschenhandel?

Selbst wenn die Spieler später im Alter von 19 oder 20 für Millionen Euro verkauft werden, ist der Terminus „Menschenhandel“ immer noch nicht korrekt, denn verkauft werden selbst dann keine Spieler, sondern Lizenzen für ihre Einsetzung im Ligabetrieb – ganz abgesehen davon, dass natürlich auch diese Transfers nicht ohne die Zustimmung des betroffenen Spielers erfolgen.

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So ist es. Man könnte ja bei Hertha oder Nürnberg o.ä. bleiben.

Zeit für einen alten Witz:
„Ich wollte eigentlich gar nicht zu den Bayern gehen. Aber sie haben mich gezwungen.
Wie denn?
Na, mit Geld.“

Da möchte so mancher das Opfer von diesem Menschenhandel sein.

„20%“ oder wie man derzeit sagt „Beraterhonorar“

Die grossen Klubs enteilen den kleineren Vereinen (und ich rede hier vom KSC, Hertha, Lautern) dank TV und Werbeeinnahmen immer mehr. Wenn man ihnen jetzt noch die Einnahmequelle „verkauf und sportliche Leistung von eigenen Talenten“ entreisst muss man am Ende einfach nicht rumheulen wenn o.g. Klubs es nicht mehr in die Bulli schaffen.

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Weder der Artikel oder ich verwenden das Wort „Menschenhandel“.

Ich empfinde es bildlich gesprochen einfach nicht fair, wenn man dem Bauern kurz vor der Ernte die Felder leerräumt und ihn nur mit einem minimalen Anteil der Einnahmen die er selbst erzielen könnte entschädigt.

Ich verstehe dich. Aber siehst du eine (gute) Lösung?

Oder meinst du, die bisherige Lösung (5% Ausbildungsentschädigung bezogen auf die Transfersumme) sollte einfach so bleiben?

Das klingt jetzt etwas platt, aber du musst einfach gute Jugendarbeit machen. Besser du wirst beim KSC gut gefördert als dass Du Talent Nr. 16 bei Bayern bist.

Von den Hertha Talenten die zu uns wechselten als Beispiel hat sich keines schlagkräftig durchgesetzt. Es kann also durchaus sinninger sein, beim KSC etc. zu bleiben. Aber die müssen natürlich top aufgestellt sein.