Der FC Bayern und die 250-Millionen-Frage

Mir ist der Weg eigentlich völlig egal, mir geht es um die ‘Macht’ dieser Stadien und wie sich das mittel- bis langfristig auswirken wird. Wir können doch froh sein das weder Real, noch Barca bisher Anteile verkauft haben um mit diesem Geld die abgetretenen Rechte zurück zu kaufen und die offenen Darlehen zu reduzieren.
Dann wäre die Situation noch deutlich schlechter für ‘uns’ und den Rest und die hätten noch mehr Liquidität zur Verfügung…..

Also flieg bitte nicht rüber um die von deinem Weg zu überzeugen :slight_smile:. over and out

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Das ist ja auch eine sehr politische Entscheidung. Ich bin gerade eher selten in Spanien :wink:

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Was mir bei eurer Debatte abseits der rein finanziellen Fragen auffällt und durch Chris’ letzte Bemerkung aufscheint:

Bayern hat von allen europäischen Spitzenvereinen meines Erachtens wirklich einen, ich nenne es mal: Standort-Nachteil. Nachteil rein faktisch und nicht wertend gemeint, man kann das auch vorteilhaft finden.

Aber es gibt in Deutschland und somit auch bei uns eine politisch-gesellschaftliche Haltung, die ich so bei vergleichbaren Wettbewerbern kaum mehr sehe: nämlich eine gewissermaßen traditionsbewusste, eventuell nostalgische Note, die sich nicht nur in Fragen zu etwa 50+1 niederschlägt, sondern auch in der Stadionfrage. Diese starke emotionale Anbindung an (veraltete) Spielstätten ist bei uns immer noch sehr präsent. Manch einer trägt sie sogar noch im Nickname :wink:, aber damit ist er/sie sicher nicht alleine. Wie wiederum im Kampf um die europäische Spitze Gelder generiert werden, ist bei uns, zumindest nehme ich das so wahr, ein größeres gesellschaftliches Thema als in anderen Ländern.

Prinzipiell begrüße ich das. Aber meine sportlichen Ziele wiederum sind die gleichen wie bei unserer Führungsetage, so ehrlich muss ich mit mir selber sein. Die Komplikationen, die sich dann bei einer solchen Debatte rund um den möglichen Anteilsverkauf daraus ergeben, sind für mich zunehmend unauflösbar, erst recht, wenn ich mir schwertue, mich in die ganzen komplexen finanziellen Fragen reinzufuchsen.

Ich bin weit entfernt von einem Komplett-Zyniker, der sich sagt: Scheiß drauf, Geld stinkt nicht.

Doch, das tut es. Ich rieche das immer noch sehr deutlich, und es stört mich.

Gleichzeitig ist die Welt der Finanzen und der Geldbeschaffung sehr, sehr grau, zumindest für einen wie mich. Nicht alle Fragen sind so scheinbar leicht zu klären wie etwa ein direktes Abhängigkeitsverhältnis zu einem (von mir als solchem wahrgenommenen) Schurkenstaat. Die Ambivalenz, ausgerechnet in einem der profitabelsten Wirtschaftszweige der Menschheit Kriterien wie oben beschrieben anzuwenden, bleibt einem irgendwie nicht erspart.

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Es ist immer ein Spagat. „Anrüchiges“ Geld ist immer leichter zu bekommen als das andere.

Ich denke die Entscheider sind sich der Problematik grundsätzlich bewusst. Es bleibt trotzdem immer eine Frage des Preises und der Dringlichkeit.

Um zum Thresd-Thema zurück zu kommen: warten wir doch erstmal ab, ob der Deal überhaupt zustande kommt. Aber wenn es so kommt, dass Viessmann einsteigt, dann dürfte das doch wohl im Sinne der Seriosität und des geruchlosen Geldes eine der besten denkbaren Lösungen sein, an Kapital zu kommen.

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Ja aber trotzdem, welche Gelder meinst du denn genau, die automatisch eingehen?

Grundsätzlich würde ich dem zu 100 % zustimmen, nur in diesem Zusammenhang sehe ich das nicht so. Wenn, dann eher umgekehrt: Sowohl Barca als auch Real spielen noch immer in ihrer ursprünglichen Spielstätte und beide Clubs halten noch 100% ihrer Anteile durch ihre Mitglieder und haben somit gar keine externen „Sponsoren” oder Anteilseigner. Somit kann man hier keine „Anrüchigkeit” oder Abhängigkeit von „außen” sehen, diese Ausrichtung ist das Konservativste was geht (da kann selbst der FCB nicht mithalten). Auch bei Sixth Street handelt es sich um eine klassische amerikanische Investmentgesellschaft, auf die diese Punkte nicht zutreffen.

Was die Aussage von Chris „Das ist ja auch eine sehr politische Entscheidung.“ zu bedeuten hat, kann ich nicht sagen, aber sie ist sicherlich nicht in diese Richtung zu verstehen.

Einen anderen Punkt, den du indirekt ansprichst, finde ich sehr interessant. Bayern hat von Beginn an auf deutsche, eher noch bayerische Sponsoren gesetzt – insbesondere aus Tradition und langfristiger Verbundenheit. Es war sicherlich einfacher, Adidas als ersten Investor zu gewinnen und dann Audi und die Allianz aufgrund dieser Kontakte und der Stellung des FCB in Deutschland. Hier ging es auch um den Standort Deutschland und den deutschen Fussball an sich - „Der FCB steht für Deutschland“, was ja auch lange für die Nationalspieler galt.

Mittlerweile hat sich der Markt stark globalisiert. Die Hauptsponsoren und gerade die Trikotsponsoren müssen eigentlich global aufgestellt sein, um überhaupt in der Lage zu sein, die Zahlung dieser Summen zu rechtfertigen. Der Telekom-Deal mit Magenta auf der Brust z. B. bringt dem Konzern international eigentlich gar nichts und kann sich für die Telekom kaum rechnen. Auch hier geht es mehr ums Image und „weil man es eben will“ als dass es sich durch „harte Zahlen“ belegen ließe. Ähnliches sehe ich auch bei dem potenziellen Kauf der 5 % von Viessmann. Es gibt eine enge Verbundenheit zum FCB und man will den Club unterstützen. Es fühlt sich gut an – man hat das Geld dafür und kann es sich leisten …

Das und dazu noch unsere ‘Sprachbarriere’ (wer sonst spricht schon Deutsch) sind auf der einen Seite ein Vorteil, können aber auf der anderen Seite auch schnell zu einem Nachteil werden und lässt uns vieles ‘von außen’ schnell ausblenden und uns in unserem deutschen “Dunstkreis” verharren und dann denken wir ganz schnell das wir ‘anders und besser’ sind als all die anderen außerhalb unseres Kreises.

Beteiligt sich, zumindest bei Real, nicht auch der spanische Staat oder die Stadt Madrid gerne mal mit Kohle bei den königlichen? Oder ist das nur eine Parole?

Das mit der “Abhängigkeit” von außen meinte ich eher allgemein. Auch nicht in Verbindung mit der Stadionfrage.

Ich würde nicht darauf bestehen, dass mein Eindruck korrekt ist, aber meine Wahrnehmung ist unabhängig detaillierter Vorgänge, dass etwa die spanischen Fans von Großclubs anteilig weniger kritisch mit dem Finanzgebaren der jeweiligen Führung umgehen als hierzulande. Wenn ich allerdings richtig liege, stünde das wiederum mindestens lose in Verbindung mit dem Werbewert, den Sponsoren sich von ihrem Engagement erhoffen.

Nun, wenn wir etwa den deutschen Sonderweg mit 50+1 nehmen, würde ich schon sagen, dass deine Einschätzung ins Schwarze trifft. Dessen Verfechter sind sich der “Andersartigkeit” sicher voll bewusst und halten dieses Konstrukt für offensichtlich der Aufrechterhaltung wert und somit für klar “besser” als anderswo.

Worauf ich hinaus will:

In dem von dir angesprochenen globalisierten Marktgeschehen “leistet” sich Bayern, ebenso wie seine Anhängerschaft, bei jedem zukünftigen potentiellen Bemühen an Geld zu kommen immer zugleich die passende (oder unpassende, je nach persönlicher Ausrichtung) gesellschaftliche Debatte/Analyse. Betreffe es nun einen Anteilsverkauf, Investoren oder was auch immer. Und diese Debatte ist politisch, natürlich. Auch wenn sie ausbliebe, wäre das ein politischer Akt. Und so habe ich Chris’ kurze Bemerkung verstanden.

Ich wollte auch gar niemandem widersprechen oder gar etwas richtigstellen, nur meine persönlichen Probleme schildern, mich in diesem Gesamtkonstrukt zu positionieren - auch mit der Frage verbunden, ob es anderen ähnlich geht oder man sich leichter tut, einem Vorgang wie bei Viessmann eine Wertung zuzuweisen.

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  1. Die Teilhaber - oder wie man sie auch immer nennen will - sind internationale Unternehmen und weltweit tätig wie die Allianz und adidas, im Moment leider nicht Audi (mir wäre BMW ohnehin schon immer passender erschienen), als Sponsor ist die Telekom weltweit, zumindest aber in den USA sehr erfolgreich. Soviel zum Thema „provinziell“.
  2. Der FC Bayern gehört zu den 25 markenstärksten Vereinen weltweit, internationales Interesse sollte eigentlich schon vorhanden sein, vielleicht nicht von US-Amerikanischen Unternehmen, die haben ihre eigenen Franchises, aber aus Asien, gerne auch aus China (wenn vernünftig bezahlt wird). @oliverp hat es angesprochen, ich weiter oben auch: eine internationale Verlinkung wäre natürlich sinnvoll.
  3. Ich würde mir einen Eintritt der Basketballabteilung in das europäische Franchise der NBA wünschen. Hier ein kleines Plädoyer:

Ich glaube, bei NBA Europe wird ein Aspekt unterschätzt: Das langfristige Potenzial liegt möglicherweise gar nicht primär in der Verknüpfung mit den großen europäischen Fußballmarken. Bayern, Real oder Barça können in der Anfangsphase Reichweite, Infrastruktur und bestehende Fanbindungen liefern. Eine erfolgreiche NBA Europe müsste sich aber irgendwann als eigenständiges Basketballprodukt etablieren.

Gerade dann würde etwas entstehen, was der europäischen EuroLeague bislang weitgehend fehlt: ein transatlantischer Erzählraum.

Die NBA und eine starke NBA Europe könnten zwei unterschiedliche Basketballkulturen repräsentieren – hier die amerikanische NBA-Tradition, dort eine europäische Vereins-, Fan- und Basketballkultur. Dass einige der besten Spieler der Welt inzwischen aus Europa kommen, macht diese Gegenüberstellung zusätzlich interessant.

Der Ryder Cup zeigt, welche Dynamik eine solche Konstruktion entwickeln kann. Golf ist eigentlich eine Individualsportart, trotzdem erzeugt „Europa gegen USA“ eine enorme kollektive Identifikation. Im Basketball wäre diese Konkurrenz sogar sportlich wesentlich unmittelbarer denkbar: NBA-Champion gegen NBA-Europe-Champion, ein gemeinsames Turnier oder irgendeine andere Form eines regelmäßigen transatlantischen Wettbewerbs.
Deshalb wäre es meines Erachtens ein Fehler, NBA Europe lediglich als kleinere europäische Ausgabe der NBA zu konzipieren. Interessanter wären zwei eigenständige Systeme, deren Differenz gerade die Voraussetzung ihrer späteren Begegnung bildet.
Dann wäre NBA Europe eben nicht „NBA light“, sondern die europäische Seite eines neuen transatlantischen Erzählraums.
Und Europa gegen USA funktioniert als Erzählung bekanntlich ziemlich gut. Vielleicht spielt man einfach besonders gerne gegen die ehemalige Kolonie : - )

Nun zurück: Meine genereller Eindruck nach den vielen Einlassungen hier ist, dass wir einen leichten bis mittleren - finanziellen und strukturellen - Rückstand auf die spanischen Vereine haben, mit dem Geld aber besser umgehen können. Die englischen Vereine sind finanziell - im Moment - nicht erreichbar. Trotzdem schaffen wir es, international weit vorne zu stehen.

So, nun genug der Worte. Lasst uns die nächste Saison genießen, mit der Mannschaft, die uns letztes Jahr soviel Spaß bereitet hat, mit den neuen Verstärkungen und dem Nachwuchs aus dem Campus (dieser scheint sich langsam echt zu etablieren).

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Ich will meine Hand nicht für die Spanier ins Feuer legen. Wenn Florentino Perez, Joan Laporta oder ihre Nachfolger eines Tages sagen: “Wir brauchen einen Investor, um weiter erfolgreich zu sein”, dann werden auch dort die Mitglieder vielleicht zustimmen. So wie sie bei Bayern vielleicht auch zustimmen werden, wenn die 70%-Marke fällt. Und eines Tages vielleicht auch, wenn die 50+1-Marke fällt.

Gerade in Barcelona rechne ich aber mit erheblicher Gegenwehr. (Dort läuft bei einigen Fans die Diskussion übrigens, meines Erachtens nachvollziehbarerweise, umgekehrt als bei uns: Die rühmen sich, dass sie noch keine Club-Anteile an Investoren verkaufen mussten, die arroganten Bayern aber schon.)

Die Premier League und Investorendiskussion sorgt dafür, dass die Mehrheitseigentümerschaft in Vereinshand als deutscher Sonderweg wahrgenommen wird. Es ist keiner. Es mag die globale Minderheit sein, aber kein Sonderweg.

Viele große Clubs sind mitgliedergeführt: Real, Barca, Bilbao in Spanien. Ajax, Benfica, Sporting, Porto, Zagreb.

Dazu gibt es neben Deutschland ähnliche Regularien in Norwegen und Schweden. Und auch z.B. die sehr starken “Marken” Boca Juniors oder River Plate sind komplett in Mitgliederhand.

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Ein Teil des Artikels bezieht sich auf die legendär kritische JHV 2021, wo frustrierte Fans im Hintergrund von Einnahmeerlöseinbußen, Katarsponsor und Geisterspielen (Corona - Kontext) Angst hatten der Verein muss seine Anteile billig"verramschen".

Ich denke ein Großteil der Mitglieder würde den Vissmann Deal heute wesentlich gelassener und pragmatischer sehen. Natürlich passt es einigen Ultras nicht, aber ich sehe darin auch Vorteile und ein legitimes Mittel sich liquide Mittel zu beschaffen.
Bei Reduzierung von 75 auf 70% sehe ich noch nicht gleich rot.

Was man so hört, liegen größere Investitionen an der Säbenerstraße vor, der FCB möchte unter anderem CO2 Emissionen einsparen und auf regenerative Klimalösungen umbauen.

Vissmann ist seit vielen Jahren (regionaler) Platinpartner des FCB und passt damit hervorragend ins Portfolio, also da gibt es weitaus problematischere Finanzierungsmodelle und Sponsoren gerade auch in der Bundesliga, nach Spanien, Frankreich oder England muss man da noch gar nicht schauen.

Die Vergrößerung der Allianz Arena - was sich bestimmt neben mir auch viele andere Fans wünschen dürften - wird es wahrscheinlich nicht geben. Leider!
Dieses Team hätte es verdient zu Hause vor 100.000 Fans aufzunehmen laufen. Naja , träumen darf man noch :wink:

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Die Firma Viessmann, die Klimalösungen entwickelt, ist nicht die Firma Viessmann, die bei uns investieren will.

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Siehe hier:

Danke für deinen Hinweis, Viessmann Climate Solutions ist lediglich ein Sponsor, die Viessmann Generation Group dagegen der Investor.
War mein Fehler!

Bild Artikel über VW-Beschluss zu Sportbeteiligungen

Hab mich schon gewundert wieso es dazu keine News mehr gab. Wenn es sich um reine Kapitalbeschaffung für Infrastruktur handelt, könnte das Herbert Heiner ja einfach bejahen und erklären.
Ich glaube, dass das Viessmann-Interesse zumindest teilweise mit der Audi Beteiligung zu tun hat, wie es ein vorheriger Beitrag bereits erwähnt hat.

Ein reiner Anteilsverkauf würde auch nur dem e.V. Liquidität bringen, dachte daher es geht evtl. um die Thematik NBA Europe für die Basketballer…