Was mir bei eurer Debatte abseits der rein finanziellen Fragen auffällt und durch Chris’ letzte Bemerkung aufscheint:
Bayern hat von allen europäischen Spitzenvereinen meines Erachtens wirklich einen, ich nenne es mal: Standort-Nachteil. Nachteil rein faktisch und nicht wertend gemeint, man kann das auch vorteilhaft finden.
Aber es gibt in Deutschland und somit auch bei uns eine politisch-gesellschaftliche Haltung, die ich so bei vergleichbaren Wettbewerbern kaum mehr sehe: nämlich eine gewissermaßen traditionsbewusste, eventuell nostalgische Note, die sich nicht nur in Fragen zu etwa 50+1 niederschlägt, sondern auch in der Stadionfrage. Diese starke emotionale Anbindung an (veraltete) Spielstätten ist bei uns immer noch sehr präsent. Manch einer trägt sie sogar noch im Nickname
, aber damit ist er/sie sicher nicht alleine. Wie wiederum im Kampf um die europäische Spitze Gelder generiert werden, ist bei uns, zumindest nehme ich das so wahr, ein größeres gesellschaftliches Thema als in anderen Ländern.
Prinzipiell begrüße ich das. Aber meine sportlichen Ziele wiederum sind die gleichen wie bei unserer Führungsetage, so ehrlich muss ich mit mir selber sein. Die Komplikationen, die sich dann bei einer solchen Debatte rund um den möglichen Anteilsverkauf daraus ergeben, sind für mich zunehmend unauflösbar, erst recht, wenn ich mir schwertue, mich in die ganzen komplexen finanziellen Fragen reinzufuchsen.
Ich bin weit entfernt von einem Komplett-Zyniker, der sich sagt: Scheiß drauf, Geld stinkt nicht.
Doch, das tut es. Ich rieche das immer noch sehr deutlich, und es stört mich.
Gleichzeitig ist die Welt der Finanzen und der Geldbeschaffung sehr, sehr grau, zumindest für einen wie mich. Nicht alle Fragen sind so scheinbar leicht zu klären wie etwa ein direktes Abhängigkeitsverhältnis zu einem (von mir als solchem wahrgenommenen) Schurkenstaat. Die Ambivalenz, ausgerechnet in einem der profitabelsten Wirtschaftszweige der Menschheit Kriterien wie oben beschrieben anzuwenden, bleibt einem irgendwie nicht erspart.