"Definitiv richtig": Joshua Kimmich über Fast-Wechsel und Verlängerung beim FC Bayern

Interessante Doku. Klar, der Spieler Kimmich präsentiert sich natürlich in einem sehr guten Licht. Aber dann doch phasenweise sehr interessant.

Mein Star der Doku ist Vincent Kompany. Kommt nur selten vor, sagt nicht viel. Aber aus meiner Sicht hat er es genau verstanden um was es geht. Vielleicht sogar als einziger. Für mich ist Kompany eine Wucht. Bin beeindruckt.

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Man könnte da ja fast einen Zusammenhang vermuten zwischen der damaligen Indifferenz der Vereinsführung gegenüber Kimmich und der jetzigen Kritik an Eberl.

Die Tatsache, dass damals wirklich niemand aus der Vereinsführung Joshua Kimmich zu seinem COVID-Interview unterstützt hat und dass man ihn auch offenbar bedenkenlos hätte gehen lassen, kann doch nur bedeuten, dass sowohl im Vereins- als auch AG-Vorstand und im Aufsichtsrat mehrere Personen eher keine Kimmich-Fans sind. Wie in der Doku nochmal bestätigt wird, hat sich aber Max Eberl massiv dafür eingesetzt, mit ihm zu verlängern, hat dazu erst Kimmich selbst mit Engelszungen zum Bleiben überredet und dann auch für eine (teure) Vertragsverlängerung gekämpft.

Ich halte es für vorstellbar, dass diejenigen, die diese Machtprobe “verloren” haben, damit nach wie vor hadern und jetzt jede Gelegenheit nutzen, um Eberl anzuzählen. Wenn man dann noch den Berichten Glauben schenkt, dass Eberl ja maßgeblich von Uli Hoeneß “geholt” wurde, dann darf man auch annehmen, dass UH die Entscheidung, mit Kimmich zu verlängern, unterstützt hat. Und dass somit die aktuelle Kritik an Eberl letztlich ein Versuch ist, Uli Hoeneß zu entmachten … was wiederum erklären könnte, warum Hoeneß kürzlich über massive Veränderungen im Aufsichtsrat schwadroniert hat …

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Na ja. Nachdem er ihm zuvor gesagt hat, du kannst auch wechseln.
Er sagt ja selbst in der Doku, dass er den Druck hatte Gehälter einzusparen Kimmich abzugeben war ein Weg dazu.

Kompany hat das aber natürlich sauber eingeordnet. Wenn Top Klubs erfolglos sind, müssen sie etwas verändern. Keiner hat mehr seinen Platz sicher, weil der Klub Optionen überprüft um die Veränderungen zu bewerkstelligen. Das sei ganz normal, sagt er und das müsse man nicht persönlich nehmen.

He’s a god, he’s a man, he’s a ghost, he’s a guru

Kimmich selbst hat mal in einem Interview betont, wir sehr es ihn beeindruckt hat, dass Max Eberl für seine VV gekämpft hat. Dass er das nicht von Anfang gemacht hat - geschenkt. Er kam ja auch neu in eine bestehende Situation hinein und musste erstmal mit allen Akteuren reden.

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Ich finde nicht, dass das geschenkt ist. Danach hat er tatsächlich sehr um ihn gekämpft.
Ich mache da Eberl gar keinen Vorwurf. Ich sehe das wie Kompany. Das ist Teil des Geschäfts. Mir ist Kimmich da auch ehrlich gesagt etwas zu weinerlich bei dem Thema (nicht die Corona Sache, die wird ja auch in der Doku nicht thematisiert, ob die eine Rolle gespielt hat, kann ich überhaupt nicht beurteilen).

Diese ganze Doku ist in vielen Teilen sympathisch. Aber sie zeigt mir auch Dinge, die ich lieber nicht gesehen hätte. Dinge die ich geahnt habe, aber nicht unbedingt sehen wollte.

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Was meinst Du da genau?

Natürlich wird Kimmich da ein Auge drauf haben, wie er rüber kommt, ist doch klar. Soziales Engagement, Familienvater etc. Aber grundsätzlich war jetzt nicht viel Überraschendes dabei. Dass Jo seine Kinder nicht gewinnen lässt, war mir schon vorher klar… :wink:

Kompany hat mir gefallen, aber auch Frau Kimmich fand ich sympathisch. Da gibt es ja auch andere Spielerfrauen…

Ich frage mich, wer dieses Intro abgesegnet hat. Der Mann als hilflose Spezies, die von der Frau gerettet wird, weil die ja den viel besseren Überblick hat und ohnehin viel mehr Ahnung von sowas. Machen wir uns nichts vor: Relativ typisches männliches Verhalten, wenn es um Carearbeit geht. Aber auch Teil eines größeren Problems. Authentisch allemal, als Kimmich wär mir das aber unangenehm gewesen, das so zu präsentieren.

Das war auch bei der Völler-Doku so unangenehm, wie der über Dinge wie Kochen oder Haushalt gesprochen hat. Bei ihm kann man wenigstens anmerken, dass er aus einer anderen Generation kommt. Wie gesagt: Alles keine Einzelfälle und bevor dieser haltlose Vorwurf kommt, auch kein “an den Pranger stellen”. Nur ich frage mich ernsthaft, wer das sieht und sich denkt: Och, der Kimmich. Keine Ahnung davon, wie man einkauft. So sympathisch und nahbar.

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Wahrscheinlich Uli Hoeneß höchstpersönlich :wink:

Aber im Ernst: habe es zwar immer noch nicht gesehen, aber das klingt schon sehr klischeebeladen … selbst in der Generation Völler gibt es ja schon einen großen Prozentsatz von Männern, die gerne kochen, Einkaufen und alle Haushaltstätigkeiten grundsätzlich beherrschen (auch wenn sie sie in der Praxis im Mittel öfter den Frauen überlassen).

Das wirft dann die Frage nach der Zielgruppe der Kimmich-Doku auf - offenbar mutmaßlich doch eher das ältere, konservative Publikum (frei nach dem alten ZDF-Kalauer: Achtung, die folgende Sendung ist für Zuschauer unter 60 nicht geeignet …) ?

Es ist nicht dramatisch. Viele werden es wohl sogar sympathisch finden (was ich allerdings nicht so recht nachvollziehen kann). Kimmich ist halt einkaufen und dropt dabei ein paar Sätze, die ich persönlich eher etwas unangenehm fand. Ungefähr so: Die Frau weiß besser, was eingekauft werden soll. Die Frau weiß besser, was die Kinder brauchen. Ich fühle mich immer etwas hilflos und wenn ich alleine einkaufen gehen würde, würde ich wahrscheinlich viermal zu Hause anrufen und nochmal nachfragen.

Getoppt von Lina, die dann sagt, dass sie ihren Mann ja gern einkaufen lassen würde, aber nur, wenn er das selbstständig könnte und keine ellenlange Liste bräuchte oder sich ständig rückversichern würde.

Alles nicht wortwörtlich, aber sinngemäß.

Und auch hier nochmal: Ich finde es vor allem deshalb unangenehm, weil ich mich teilweise auch selbst ertappt fühle und nicht weil Kimmich mir als Mensch unangenehm ist. Nicht in dieser Ausprägung, aber in manchen Bereichen des Lebens wird mir dann schon klar, warum Carearbeit so ungerecht verteilt ist im Mittel.

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Um mal kurz auf die Metaebene zu wechseln: es ist ja erstmal grundsympathisch, wenn jemand, der ca. 1 Mio Eur pro Monat verdient, ein ganz normales Leben führt und nicht den Haushalt von Butler und 5 Bediensteten führen lässt …

Wer will schon die ganze Zeit Fremde in der Wohnung haben.

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Also bei einem Paar/einer Familie/einem Haushalt, in dem Einkommen und Reisetätigkeit so krass verteilt sind, wie bei einem Profifussballer, finde ich eine Verteilung der “Carearbeit” in der Form, wie sie hier geschildert wird (habe die Doku noch nicht gesehen) weder überraschend noch verwerflich, sondern einfach nur logisch und pragmatisch. Und es kommt doch drauf an, wie die Beteiligten sich dabei fühlen und nicht wie die Gesellschaft - oder Teile davon - drüber denken. (langes PS.: Was hat sich meine Frau immer darüber geärgert, und das ist so ziemlich ihr am schwächsten ausgeprägter Wesenszug, wenn sie schräg angeschaut oder angesprochen wurde, warum sie sich um die Kinder kümmert und in den paar Jahren NICHT “draußen arbeitet, Geld verdient, sich “selbst verwirklicht”. Wir haben das immer als Luxus angesehen - dass nur einer Geld verdienen muss. Und dass sie sich so intensiv um die Entwicklung/Betreuung/Erziehung der Kinder kümmern konnte. “Was würde ich im Alter mehr bereuen: Wenig gearbeitet zu arbeiten oder meine Kinder nicht intensiv beim Aufwachsen erlebt zu haben?” war ihre Frage, die sie für sich eindeutig beantwortet hat. DAS war in dem eh recht knappen Zeitfenster, in dem die Kinder das brauchen ihre Art “sich selbst zu verwirklichen”, nicht in irgendeinem Job (wobei sie da auch etwas gesellschaftlich sinnvolleres tut als 90% der Bevölkerung, mich eingeschlossen)). Toleranz würde bedeuten, auch solche Modelle zu akzeptieren und nicht als rückständig zu verdammen.

UND selbst wenn ein Paar sich die “Carearbeit” 50/50 aufteilt, wird es da sinnvollerweise “Domänen” geben, in der jeweils einer/eine sich etwas besser auskennt/die einer/eine der beiden routinemässig macht (Hausaufgabenbetreuung, Kochen, Waschen, Handarbeit wie Nähen, Heimwerken…brauchen doch alle vollkommen andere “Skillsets” und “Präferenzen”. Da ist es nicht verwerflich, dann mal eben den/die zu fragen, der es “besser kann”/geübter ist, wenn man es mal übernimmt.

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Ich bereue den Satz den ich dazu geschrieben habe jetzt. Zu stark möchte ich da nicht ins Detail.

Die Kimmichs sollen das machen wie sie möchten.
Denke für alle war es gut in Deutschland geblieben zu sein. Nicht nur aus sportlichen Gründen.

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Von “verwerflich” habe ich auch nichts geschrieben. Ich schrieb davon, dass ICH diese Außenwirkung unangenehm finde und als Beteiligter es noch unangenehmer fänd. Mir erschließt sich auch nicht, in welcher Form das dieser Dokumentation hilft. Darüber hinaus schrieb ich, dass das eine grundsätzliche Rollenverteilung im Mittel sehr gut wiedergibt und dahingehend Probleme aufzeigt, die real sind. Ob das jetzt bei den Kimmichs genauso übertragbar ist, spielte bei mir gar keine Rolle. Ich habe sogar an zwei, drei Stellen kenntlich gemacht, dass es mir nicht darum geht, jemanden an den Pranger zu stellen. So zu tun, als würde ich jemandem ganz konkret vorschreiben wollen, wie er die Carearbeit aufzuteilen hat, zerrt diese Diskussion auf eine Ebene, die ich nie betreten habe.

Ich habs mir nun auch mal angesehen und verstehe den Sinn dahinter nicht. Ok, ich weiß jetzt wie es bei den Kimmichs zu Hause so zugeht und wie es mit Kindern auf der Wiesn ist, aber warum? Außerdem wirkt sehr vieles nicht natürlich sondern für die Kamera gestellt. Das hat für mich irgendwie Vibes aus dem Nachmittagsprogramm der Privatsender. Der Kaiser würde sagen „überflüssig wie ein Kropf“.

So hast du es halt vorhin dargestellt. Als Teil eines “größeren Problems”. Das klingt schon nach mehr als einer persönlich-unangenehmen Betroffenheit. Aber du hast Recht, der “das ist wohl für eine ältere, konservative Klientel so dargestellt worden” Satz (was mich zu dem impliziten Vorwurf “rückständig” geführt hat) kam nicht von dir. Sorry, dass meine Replik das impliziert hat.

Drei Zitate, die deutlich machen, was meine Stoßrichtung ist. Als Teil eines größeren Problems sehe ich die generelle Verhaltensstruktur: Die Frau kann das einfach besser als ich, also macht sie das. Das ist der längst durchschaute Trick 17 vieler Männer. Kimmich sagt hier nicht, dass er keine Zeit für sowas hat oder die Aufteilung nun mal so ist, dass er das Geld ranschafft und sie dafür Carearbeit übernimmt. Kimmich sagt basically, dass es ihm zu anstrengend ist, sich da reinzufuchsen, was man im Alltag eigentlich braucht. An Zeit kann es ja zumindest in diesem Fall kaum liegen, wenn er dabei ist.

Und ja, das ist in der Darstellung dann Teil eines größeren Problems – ob es zwischen den beiden konkret ein Problem ist? Keine Ahnung. Klang jetzt erstmal nicht so. Darum ging es mir aber nicht. Dass aber zahlreiche Männer im Alltag diese mentale Belastung der Organisation, des alles im Blick haben und des Kümmerns auf die Frau abschieben, ist halt einfach ein Status-quo, den es zu hinterfragen gilt. Es mag einige Einzelfälle geben, in denen diese Aufteilung so von beiden in der Partnerschaft gewollt ist. Das täuscht aber nicht darüber hinweg, dass es zahlreiche Frauen gibt, die sich sehr öffentlich über diese Verhaltensmuster von Männern beschweren und das mMn auch einfach zu Recht.

Oder, um es auf den Punkt zu bringen: Der Einzelfall muss immer individuell bewertet werden. Das ist bei den Kimmichs kaum seriös möglich, deshalb tue ich das auch nicht. Aber das Verhalten im Intro ist etwas, was man allgemein schon hinterfragen darf. Und dann stellt sich on top für mich halt einfach die Frage, warum man das für einen guten Einstieg ins Thema hielt.

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Bei uns genauso…ich kann es nur nicht so gut formulieren wie du @JOP

Meine Frau macht die „Care Arbeit“ nicht, weil ich sie gezwungen habe- sondern weil sie das so will und entschieden hat.

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Also ich fand das Intro gelungen und würde nicht sehen, dass man das allgemein hinterfragen darf. Persönlich gerne, weil jeder anders ist, aber allgemein ist daran nichts in Frage zu stellen mMn. Liegt aber vllt auch daran, dass ich bei dem Thema nicht die gleiche Emotionalität habe, wie du oder auch manch andere. Daher danke für das Teilen der Perspektive.

Warum fand ich es gelungen (höchstens etwas zu lang)?

Es zeigt die private Seite, was bei einer solchen Doku einfach dazu gehört. Daher fand ich auch den Teil über den Wiesnbesuch gut.

Ich fand es interessant, dass Kimmichs selbst einkaufen und sie doch auch unter Leute kommen, zumindest punktuell. Die Schießanlage hatten sie ja für sich. Ich vermute ehrlicherweise auch, dass er wohl eher selten beim Einkaufen dabei ist und das entweder in der Sommerpause war oder bewusst für die Doku.

Da bei uns zu Hause ich einkaufen gehe, hab ich sofort erkannt, bei welcher Supermarktkette sie einkaufen, was für mich auch so ein schönes kleines Element war in der Doku, das mir im Kopf hängen geblieben ist.

Ich habe meine Meinung zum Thema hier mit Ruhepuls und sachlich aufgeschrieben. “Emotionalität” verwischt aus meiner Sicht den Wert meiner Perspektive und Meinung. Das entsteht nicht aus einer Emotion heraus, sondern aus einer Überzeugung und Erfahrungen heraus. Wie immer kann man dieselbe Erfahrung im Resultat haben und sie unterschiedlich deuten.

Mich wundern die meisten Reaktionen hier deshalb auch nicht. Denn das hat nichts mit Emotionalität zu tun, sondern ganz wertfrei damit, wie man wann und in welchem Umfeld aufgewachsen ist. Zumindest in sehr vielen Fällen. Schaut man sich die Demografie des Forums an und welche Meinungen hier zu verschiedenen Themen mehrheitsfähig sind – und auch hier schiebe ich ein, dass das eine Feststellung ist und kein Angriff, ich meine das wirklich wertfrei –, dann gibt es den Meinungskonflikt eher in der Sozialisierung als in anderen Bereichen. Das gilt in beide Richtungen. Von mir in die andere Richtung und zurück.

Ich könnte meine Kritik am Intro in vier sozialen Netzwerken posten, die allesamt unterschiedliche Blasen erreichen und würde entsprechend vier unterschiedliche Reaktionen im Mittel erhalten. In der Kurve hier andere als auf BlueSky, wo die Zustimmung vermutlich größer wäre und auf X, wo ich vermutlich durchbeleidigt werden würde.

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