Champions-League: Scheitert der FC Bayern an der eigenen Dominanz?

Veröffentlicht unter: FC Bayern in der CL: Ist die Bundesliga das große Problem?

Das erneute Ausscheiden des FC Bayern München in der Champions League wirft eine alte, aber hartnäckige Frage auf: Ist die Bundesliga ein Problem? Der Reflex nach dem Ausscheiden des FC Bayern München gegen Paris Saint-Germain ist schnell da: Die Münchner scheitern auf europäischer Bühne, weil sie national nicht genug gefordert werden – die Bundesliga sei schlicht „zu schwach“. Doch ein tiefer Blick in die Daten von 2025/26 zeichnet ein deutlich differenzierteres Bild. Es ist weniger eine Frage mangelnder Qualität der Gegner, sondern eher ein Resultat extremer struktureller Distanz und der Kaderplanung. Werbung: Das neue Bayern-Trikot und 50 Prozent auf Klassiker…

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Das von Dir selbst angeführte Gegenargument mit Verweis auf die EPL wäre auch meine Vermutung gewesen:

Immerhin konnten wir uns in den letzten Wochen mangels Konkurrenz gut regenerieren. Bei starker Konkurrenz würden wir einen deutlich breiteren Kader benötigen. Auf Topniveau nicht finanzierbar.

Persönlich würde ich mir eine deutlich stärkere Konkurrenz im Titelkampf wünschen. Ob es in der CL ein Vorteil wäre, lässt sich schwer sagen.

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Zumindest in der Europa League und Conference League kommt die Premier League zuverlässig weit.

69 Treffer erzielte Bayern aus dem offenen Spiel heraus. Dazu kommen 12 Tore nach Standards und 11 verwandelte Elfmeter.

Und 24 Eigentore oder wie?

Ich vermute “offenes Spiel” bedeutet noch irgendwas bestimmtes, was mir nicht klar ist.

@Andreas hatte einen Zahlendreher. WhoScored listet 21 Standards. Hinzu kommen 12 Kontertore und 3 Eigentore. Open Play bedeutet aus strukturiertem Ballbesitz heraus. Hätte man im Artikel nochmal erklären können, habe ich aber jetzt nicht die Zeit zu.

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Die von Andreas gut beschriebene Ambivalenz von leistungsfördernder nationaler Konkurrenz einerseits und daraus folgender Überlastung andererseits lässt sich gut am Beispiel der Bayern-Frauen demonstrieren.

Diese sind national noch deutlicher überlegen als die Männer und spazieren ohne übermäßigen Verschleiß durch die Liga (mal abgesehen von individuellen Verletzungen, die immer passieren können). Einerseits.

Andererseits beklagen viele hier ihre mangelnde Stressresistenz, geradezu Hasenfüßigkeit, beim Aufeinandertreffen mit starken europäischen Gegnerinnen. Hier wäre eine potentere nationale Konkurrenz also vielleicht förderlich.

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Grundsätzlich hat PSG nicht gewonnen, weil sie deutlich besser waren, sondern weil Kompany ausgecoacht wurde. Gut das hat auch zum Teil damit zu tun, dass sie in der BL alles wegdominieren und ihren Stiefel mehr oder weniger runter spielen können. Aber so wie es unter Tuchel war, will es auch keiner. Da hat man die BL nicht permanent dominiert und Spielerfrauen, Vorstand, Presse und Fans haben Panik bekommen.

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Ich glaube nicht, dass nach den Eindrücken der beiden Halbfinalspiele gegen Paris ein Begründungsansatz in der Struktur der Bundesliga gesucht werden sollte. Selbst wenn dies ein Faktor sei, hätte PSG in ihrer nationalen Liga das identische “Problem”. Glaube eher, dass sowohl PSG als auch Bayern von der geringeren Belastung (Anzahl der Spiele, geringere Forderung/höhere Rotationsmöglichkeiten) gegenüber den englischen Mannschaften profitieren, ansonsten wäre die PL sportlich noch deutlich mehr enteilt auch in den europäischen Pokalwettbewerben.

Die Gründe des Ausscheidens liegen in vielen Kleinigkeiten. Man hat gegen den amtierenden CL Sieger gespielt, der zum einen gespickt ist mit absoluten Weltstars, zum anderen einen Trainer hat, der daraus ein taktisch sehr gut eingestimmtes Kollektiv geschaffen hat. Man hat letztendlich kumuliert 6:5 verloren - es war somit kein deutliches, sondern ein sehr knappes Ausscheiden. Kleinigkeiten hätten zu einem anderen Endergebnis führen können, dann würden die Spiele auch ganz anders eingeordnet werden.

Diese Kleinigkeiten sind vielseitig.

  • Im Rückspiel einfach nicht den besten Tag gehabt und seine gewohnte sportliche Qualität auf den Punkt abrufen können. Ist was menschliches, sind ja alles keine Maschinen.
  • Zu psychologisch schlechten Zeitpunkten Gegentore kassiert: Vor der Halbzeit in Paris der Elfmeter, in München ein sehr frühes Gegentor, was ein bisschen auch die Energie im Stadion gezogen hat.
  • Zu viele Schiedsrichter Entscheidungen, die gegen einen ausgefallen sind. In Paris ein Handelfmeter, bei dem das Regelwerk sehr gegen Bayern ausgelegt wurde. Eine nicht gegebene gelb-rote Karte, die ein Überzahl Spiel über mindestens 60 Minuten zur Folge gehabt hätte und die Stimmung in der Arena und bei der Mannschaft in positive Energie hätte ummünzen können. Außerdem ein Handspiel im Strafraum, wo selbst Schiriexperten zu unterschiedlichen Interpretationen des Regelwerks kommen.
  • Wenige Optionen von der Bank auf Grund der geringen Kaderbreite in Kombination mit Verletzungen/Trainingsrückständen von Offensivspielen

Man ist nicht deutlich ausgeschieden oder war das eindeutig schlechtere Team - Nuancen hätten gereicht um auf die Spiele aus einem ganz anderen Blickwinkel zu schauen.

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Braucht man einen deutlich breiteren Kader auf Top Niveau tatsächlich für die Bundesliga? Oder würde eine „solide“ zweite Garde nicht einiges abdecken können? Natürlich darf diese nicht so viel verdienen, wie aktuell.

Mit zb Goretzkas Gehalt zahlst du normalerweise 4 top Spieler einer BL Mannschaft… mindestens. Undav und führich zb werden mit je ca 4 Mio im Jahr angegeben, zusammen also gerade mal die Hälfte von LG8. Konservativ Gerechnet.

Es müsste also schon möglich sein, gute Rotationsspieler für die BL zu haben, oder ?

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Mein Kompliment für diese komprimierte und dennoch umfassende Diagnose, bzw. Zusammenfassung! Ich stimme allen aufgeführten Punkten vollkommen zu.

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Mein Argument war auf die These bezogen, dass eine stärkere Bundesliga uns in der CL gut tun könnte. Falls wir in der BuLi 2 bis 3 wirklich starke Konkurrenten im Titelkampf hätten, müssten wir doch auch 2-3 Topspieler mehr im Kader haben, meinst Du nicht?

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Das meine ich sowieso :smiling_face_with_sunglasses: Top Spieler sind immer willkommen :wink:

aber im Ernst: als Dortmund auf Augenhöhe war ( oder gar darüber?) hat es uns nicht geschadet- ehr im Gegenteil. Und auch damals konnte man wirtschaftlich eine Mannschaft stellen, die auch in der Breite sehr gut besetzt war. so wie jetzt PSG zb.

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Gut analysiert, dass nicht die schwache Bundesliga das Problem dafür ist, nicht die CL gewonnen zu haben. PSG mit der schwachen französischen Liga ist das beste Beispiel. Was ich wichtig finde, in dieser Saison beim FCB NICHT von „international gescheitert“ zu sprechen. Wir waren 1 Tor (und einen guten Schiedsrichter) von der Verlängerung im Halbfinale entfernt. Auf dem Level ist das kein „Scheitern“ mehr.

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Kann man sicher drüber diskutieren, ja. Basically bedeutet scheitern ja aber nur, dass man ein Ziel nicht erreicht. Es wird durch unsere Emotionalität etwas schärfer gedeutet, als es inhaltlich eigentlich ist.

Ein bisschen Drama finde ich in dieser Unterhaltungsbranche schon okay, verstehe aber auch, dass man sich daran stört. Am Ende sind wir uns ja alle einig, dass es eine starke Saison gewesen sein wird.

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Ich kanns noch kürzer:

  1. PSG hat das gleiche Problem. Trotzdem werden sie den Titel wahrscheinlich verteidigen.

  2. Die CL IST bereits eine eigene Liga mit (maximal) 17 Spielen. Von Unterforderung kann in dieser Liga nicht die Rede sein.

Zumindest hat PSG die Liga mehr zur Schonung der eigenen Spieler genutzt. Bei Bayern haben 10 Spieler mehr als 2900 Minuten gespielt und bei PSG waren es derer nur knapp drei Spieler. Dafür haben aber 11 Spieler zwischen 2000 und 2900 Minuten gespielt, bei uns sind das nur 3 Spieler.

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Perfekt zusammen gefasst aus meiner Sicht.

Thx Mr.JaviMartinez!
Absolute Zustimmung in allen Punkten!

Thx auch an Armaster, der sich hier die Mühe gemacht hat einmal genau zu recherchieren und er hat damit meinen Eindruck bestätigt:

PSG war frischer, die Bayern-Spieler wirken je länger die Saison dauert immer mehr müde.
Die Statistik der Spielminuten erklärt weshalb das so ist.
Was das Ganze noch verstärkt: die BL ist insgesamt ausgeglichener und stärker als die französische Liga. PSG kann mehr Spiele im Schongang heim bringen, Bayern dagegen gewinnt kaum ein Spiel ohne Vollgas.
Gepaart mit den gravierenden SR - Entscheidungen zumeist gegen den FCB in wichtigen CL-VF oder HF Spielen (einige Real - Duelle, aber auch zuletzt gegen PSG) und den Milliarden - Haushalten von Real/PSG und einigen Engländern wird ein deutscher CL - Titel ein Ding fast der Unmöglichkeit werden.

Wir sollten also unsere romantischen Vorstellungen der Realität anpassen, sämtliche Abos kündigen und dieses Geschäft nicht mehr groß Supporten.

Für die BuLi reicht natürlich ein 60Mio Transfermarkt-Budget p.a.

das ist mir dann doch zuviel schwarzseherei :smiley: