Ich finde diesen Beitrag der TZ ziemlich undifferenziert. Erstmal diese Darstellung, dass früher nur die besten der besten bei uns gearbeitet hätten und Entscheidungen nur auf qualitativer Ebene getroffen worden wären:
Auch früher schon gab es ausreichend Spezl-Wirtschaft beim FC Bayern. Von sozialen Projekten wie Gerd Müller zu retten bis hin zu großen Skandalen rund um Hoeneß Steuerhinterziehung und den bis heute nicht sauber aufgeklärten Deals mit Adidas wurde da stets die gesamte Bandbreite abgedeckt.
Unsere gesamte Vereinsstruktur mit Präsidium, den verschiedenen Räten usw. ist zu 100% darauf ausgelegt, dass sich dort alle Beteiligten gegenseitig im Amt bestätigen. Der Aufsichtsrat ist voll mit Hoeneß’ Weggefährten.
Erinnert ihr euch noch an die Zeit, als Sebastian Hoeneß an unserem Campus Trainer war? Der trainierte Spieler, die von Papa Dieter beraten wurden. Dieters rechte Hand Jochen Sauer hat den Campus geleitet. Da wurde medial gegen gewettert. Der FC Bayern nutzte dann sogar den Rechtsweg und versuchte, Berichte darüber zu verbieten. Artikel, die dazu geschrieben wurden, verschwanden schlagartig. Und wie sah es in der Zeit eigentlich mit Brazzos ehemaligen Mitspielern wie Demichelis aus?
Dies zeigt auch ein Problem bei dem ganzen auf: Wenn man nicht selber aktiv in der Organisation drin ist, lassen sich diese Vorwürfe kaum nachvollziehen. Hat Sebastian wirklich Dieters Schützlinge bevorzugt? Oder war es nicht einfach so, dass die Eltern von gescheiterten Jugendspielern einen Grund gesucht haben, wieso es ihr Sohn nicht geschafft hat? Vielleicht war auch was dran, wurde jedoch für die Medien drastischer dargestellt? Kaum einer kann das beurteilen.
Auch in diesem Artikel wird wieder viel interpretiert. Da wird ständig auf die Herkunft aus Niederbayern hingewiesen. Ja, mei…Der Klub ist in München. Was erwartet man da? Dürfen jetzt nur noch Preißn beim FC Bayern arbeiten, damit alles sauber ist?
Richtig ist aber, dass wir so einige Leute in wichtigen Positionen haben, bei denen die Qualifikation fraglich ist. Ganz unabhängig von Namen oder Herkunft. Und das ist auch nicht neu. Ein Gerland wurde beispielsweise vom Trainingsplatz geholt und hinter den Schreibtisch gesetzt als sportlicher Leiter des Campus. Statt also den vielleicht besten Jugendtrainer Deutschlands auf dem Platz arbeiten zu lassen, konnte in der Zeit aufgrund von mangelhafter Führung der Rassimus-Skandal grassieren. (Den man dann übrigens auch schön unter den Teppich gekehrt hat.)
Und zu was uns diese tolle Idee gebracht hat, ehemalige Spieler zum Vorstand zu ernennen, weil sie mal ehemalige Spieler waren, wird aktuell fleißig im Thread zur Kaderplanung diskutiert. Genauso wie der Einfluss vom Hoeneß-Spezl-Rat, den wir Aufsichtsrat nennen.
Es ist nichts neues beim FC Bayern. Ich kenne den Klub gar nicht anders.