Ich glaube, es geht hier um die Kommunikation. Wenn der Trainer mal in einer PK sagen würde “Alara ist eine Sechserin”, dann könnte man sagen, sie kann es nicht. Aber so ist es doch nicht! Sie wird dort hingestellt, aber nie als Sechserin bezeichnet. Eine Spielerin in ihrem Alter, die immer rumgeschoben wird auf dem Platz, kann sich nicht entwickeln.
Ich denke man hat auch aus der Vergangenheit gelernt, dass solche Sachen nicht so einfach zu überwinden sind.
Ich fürchte, egal wie man’s macht, am Ende wäre es einfach eh falsch gewesen. Caruso sah bei uns keine Perspektive für relevante Spielzeit und der Wechselwunsch ist aus sportlicher und in ihrem Fall auch persönlicher Sicht nachvollziehbar. Bayern hatte die Option optimistisch bei Obi/Zadrazil zu sein und ihr den Wunsch zu erfüllen oder auf Nummer sicher zu gehen und schlimmstenfalls Caruso ein halbes Jahr auf der Bank versauern zu lassen. Im Nachhinein war es die falsche Entscheidung. Denn es geht ja hier nicht nur um Obi. Womöglich wird man bei Zadrazil nun sicherheitshalber einbremsen müssen. Dann werden aber vor allem Amani, Tanikawa und evtl. Alara die volle Belastung tragen müssen. Gott bewahre, dass da jemand blöd im Training kollidiert.
Bei Obi mache ich mir aber auch deswegen Sorgen, weil nicht wenige Stimmen öffentlich sagten, dass man nach ihrem zweiten Kreuzbandriss abwarten muss wie und ob sie überhaupt zurückkommt. Ich frage mich als Nichtmediziner gerade, ob diese Reaktionen nach ein wenig hochintensiver Phase womöglich ein Dauerthema sein könnte, sprich ihr Knie einfach zu fragil für Hochleistungssport ist.
Hieß es nach der OP nicht, sie hätte ein zweites Kreuzband eingesetzt bekommen?
Oh, dazu weiß ich nichts.
Kann gut sein. Ich glaube aber man hat hier sehr auf die Karte Zadrazil und besonders Oberdorf gesetzt. Plus dann Alara als weitere Option.
Caruso ist auf der 10 (ihre meiner Meinung nach beste Position) nicht wirklich nötig bzw. wäre keine Stammspielerin. Als ZDM wäre sie heute natürlich wieder auf der Rechnung, aber gegen Zadrazil und Oberdorf chancenlos.
Man hat Stanway vermutlich auch nicht versucht zu ersetzen (oder das Team zu ergänzen), weil man die beste Option bereits im Team wähnt(e). Stand jetzt war es ein Gamble, das nicht aufgegangen ist und noch ordentliche Probleme verursachen kann.
Bei Oberdorf selbst habe ich seit dem 2. Kreuzbandriss meine Zweifel angemeldet, bedingt u.a. durch ihre Spielweise. Hoffentlich ist es wirklich nur ein kleiner Rückschlag in einer langen Karriere. Aber falls es in dieser Saison nicht mehr verlässlich funktioniert, muss man als Team einfach umplanen.
So kann man es glaube ich gut zusammenfassen. Man hat gehandelt und das ist nicht aufgegangen.
Andererseits kann man aber auch so argumentieren, dass sie durch das Rumgeschiebe mehr Spielzeit bekommt, als wenn man sie nur fest für eine Position einplant. Jetzt in den nächsten Wochen sollte sie auf relativ viele Einsätze im Mittelfeld kommen, aber was, wenn alle Mittelfeldspielerinnen fit sind? Lieber zusätzlich zum Mittelfeld noch auf der 10 und auf dem Flügel einsetzen oder lieber alle paar Spieltage nur im Mittelfeld einsetzen und ansonsten auf der Bank sitzen lassen?
Ich finde eben, eine junge Spielerin, die aus dem eigenen Nachwuchs kommt, hat Ehrlichkeit verdient. Entweder man sagt “ich sehe dich als Sechserin, nun nimm den Kampf mit Amani und Zadrazil an, und wenn du dich gegen die nicht durchsetzt, musst du es woanders versuchen”, oder man sagt “tut mir leid, deine Position gibt es in meinem System nicht”. Jetzt habe ich das Gefühl, der Trainer sagt (zumindest nach außen) gar nichts und schiebt sie dort hin, wo er halt Bedarf hat. Das wird bei einer Spielerin in diesem Alter nicht funktionieren. Damnjanovic kann man wie zu Beginn der letzten Saison mal links im Mittelfeld, mal als 9erin bringen, aber doch nicht eine 20jährige! Nur weil Alara in der 1. Mannschaft von Bayern München spielt, ist sie doch keine fertige Spielerin. Sie ist in einem Alter, in dem sie ihre Position finden muss. Wo wäre eine Felicia Schröder heute, wenn sie mal da, mal dort gespielt hätte? Ich halte Alara für hochbegabt, aber es muss geklärt werden, ob sie auf der 6, auf der 8, auf der 10 oder auf einem der beiden Flügel gesehen wird.
Aber letzteres kann ja bereits Teil der Wahrheit sein. Wenn Barcala ehrlich mit Alara umgeht, dann wird er ihr sagen: “Du bist meine wertvollste Einwechselspielerin, die neue Impulse bringen kann, wenn sie reinkommt. Ich sehe dich aktuell aber nicht als erste Option auf der 6, 8, 10 oder dem Flügel.”
So in etwa hat er es im Frühjahr in einem Online-Interview ausgedrückt. Alara war Anfang der Saison 2025/2026 oftmals eine Alternative auf der 10. Dann hat sich Barcala aber dort auf Tanikawa festgelegt und später, als Tanikawa auf der 6 aushelfen musste, auf Harder, auch weil er das Duo Tanikawa-Harder nicht aufbrechen wollte. Es gab tatsächlich eine lange Phase der Stabilität, in der Alara ab der 60. Minute für Dallmann eingewechselt für und auf dem rechten Flügel spielte. Eine Position auf der sie, wenig überraschend, nicht besonders überzeugen konnte. Aber das war zumindest diese Phase der Konstanz, die du befürwortest.
Mit der neuen Saison sehen wir aber meiner Meinung nach einen gewissen Paradigmenwechsel in Barcalas Taktik. Wie er bereits ein paar mal erwähnt hatte, möchte er Bayern für den Gegner komplett unberechenbar machen. Und das beinhaltet aktuell, dass Spielerinnen plötzlich auf andere Positionen als sonst spielen. Da spielt z.B. eine Dallmann rechts, wird dann aber nicht ausgewechselt, sondern bewegt sich gegen Ende des Spiels eher ins Zentrum/auf die 10 oder spielt wie gegen Freiburg gefühlt als zweite Spitze.
Es bleibt letztendlich abzuwarten, ob Barcala dieses Verwirrspiel in dieser Saison durchzieht oder ob er die Bundesliga derzeit nutzt, um verschiedene Varianten auszuprobieren. Stand heute benötigt er für sein System aber vor allem Spielerinnen, die extrem flexibel einsetzbar sind. Und da kann jemand wie Alara, die gefühlt überall eingesetzt werden kann, sehr helfen. Und sie selbst bekommt garantierte Spielzeit, und seien es nur 30 Minuten pro Spiel. Du hast aber sicherlich einen Punkt, ob das derzeitige Bayern unter Barcala dann überhaupt sinnvoll für Alaras Entwicklung ist. Das kann ich nicht beurteilen.
Du siehst das vollkommen richtig - aus Sicht des Vereins. Dann würde ich anstelle der Spielerin aber sagen, “ich bin in einem Alter, in dem ich meine Position finden muss, und ich weiß von anderen Vereinen, dass diese sie mir anbieten”. Ich glaube nicht, dass es ihrer Karriere gut tut, wenn sie so früh schon immer hin und her geschoben wird. Spielzeit quantitativ ist eben nicht alles.
Ich persönlich finde Trainer/Trainerinnen eher problematisch, die zuerst ihr System sehen und dann Spielerinnen in diesem verteilen. Ich fand Alexander Straus sehr beeindruckend, als er in “Mehr als 90 Minuten” sagte, man könne heute nicht mehr so arbeiten, dass man eine Ansage mache und die Spielerinnen führen sie aus.
Und für Lena Oberdorf hoffe ich, dass sie abschalten kann und bald ein Flieger nach Teneriffa geht.
Ich kann das Problem hier gar nicht sehen.
Es ist doch schon ein bisschen überholt, dass Spielerinnen nur noch eine einzige Position für immer spielen. Gerade im heutigen Fußball mit vielen fließenden Übergängen und ähnlichen Anforderungen für verschiedene Positionen sehe ich gar keinen Grund sich so auf eine Position auf dem Feld zu versteifen.
Gerade in Alaras Situation ist es meiner Meinung nach eher unwichtig ob sie auf der 6, auf der 8 oder mal auf dem Flügel spielt. Minuten auf dem Feld sind entscheidend.
Allen Aussagen der Spielerinnen zu Folge ist eine von Barcalas Stärken eine große Empathie. Was das angeht, sehe ich Alara in besten Händen. Sie muss sich halt aufdrängen.
Alex Straus war schon auch ein Systemtrainer.
Er hat auch seine Vorstellungen gehabt, welche Profile er wo haben will.
Daher auch die Verpflichtung der vielen Zentrumsorientierten Spielerinnen, auch auf dem Flügel.
Was ja nichts schlechtes ist.
Aber das positive, was du sagst, trifft auch auf Barcala zu.
Es gibt einige Aussagen von ihm und auch dem Team, dass er den Spielerinnen keine festen Lösungen vorgibt, sondern sie sich aktiv bei der Lösungsfindung einbringen.
Daher ist auch Barcala keiner, der nur feste Vorgaben macht und die Spielerinnen müssen das einfach befolgen.
Stichwort Empathie kommt noch dazu wie Sascha sagt.
Er probiert grade einiges aus, und das ist ja auch okay so.
Und Positionsflexibilität ist grundsätzlich ne gute Eigenschaft, auch für junge Spielerinnen.
Das ist eine Einzelmeinung!
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Ich meinte feste Vorstellungen zu haben ist nichts schlechtes.
Ich weiß. Aber ich zitiere wie es mir gefällt.
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Um auch mal bisschen genauer auf den Fall Alara einzugehen.
Sie ist halt auch ein sehr gutes Beispiel für Jack of all trades and master of none.
Sie kann viele Dinge sehr gut, aber nichts absolut herausragend.
Bzw sie hat für viele Positionen gute Eigenschaften, aber gleichzeitig fehlen ihr dann noch gewisse Eigenschaften um auf diesen Positionen das Level für CL zu haben.
Beispielsweise Flügel.
Sie hat ne gute Schusstechnik, die sie aber nicht konstant abrufen kann.
Sie hat ne gute Ballkontrolle, aber ihr geht der Speed ab, um 1:1 Duelle zu gewinnen auf außen.
Oder im zentrum:
Sie hat ein gutes Auge und kann gute Pässe spielen mit ihrer Technik, aber ihr fehlt öfter die Ruhe um zu entscheiden wann der Pass angebracht ist.
Auch hier, ihre Ballkontrolle hilft ihr sehr, aber gleichzeitig ist sie manchmal zu langsam im Kopf.
Und daher ist sie auch dort ne gute Option für Einwechslungen aber aktuell noch nicht stark genug um in großen Spielen zu starten, da sie häufiger bei intensivem Pressing ins schwimmen geraten ist und das nimmt gegen Ende von Spielen meist ab.
Nochmal sie kann da sicher drauf schaffen, aber man muss sich aktuell einspielen für die Topspiele.
Ich denke sie wird wieder Startelfeinsätze im Zentrum während der englischen Wochen bekommen.
Und das ist für jemand in diesem Alter bei Bayern auch fein.
Für die Vereine ja, für Spielerinnen ist “alles ein bisschen bis gut können” nicht der Start für eine große Karriere. Ich glaube nicht, dass es Alaras Talent entspricht, wenn sie in den nächsten fünf Jahren Springerin bei Bayern ist und da spielt, wo halt grade Bedarf ist (und wenn die Stammspielerinnen fit sind, gar nicht)
Weil der Trainer sie dort sieht oder weil niemand anderes da ist?
Weil der Trainer sie da die meiste Zeit bisher eingesetzt hat diese Saison inklusive Vorbereitung.
Und natürlich fehlen alternativen, aber es sind ja immer wieder Spielerinnen verletzt.
Und weil Bayern mit Potsi und Proost Flügelalternativen verpflichtet hat.
Und 10 und 6/8 ist grundsätzlich kein Riesenunterschied.
Und Tanikawa spielt ja auch beides und es funktioniert für sie.
Auch bei ihr merkt man, dass sie auf der 10 besser ist, aber sie spielt ihren Stiefel individuell gut runter.