Der FC Bayern hat es inmitten der Saison mit Sparflammenmarketing geschafft, 19.000 Menschen gegen Frankfurt ins Stadion zu bekommen. Vor zwei Jahren. Natürlich ist es möglich, ein paar Mal die 30.000 zu knacken pro Saison.
Ich weiß nicht, was hier die Debatte sein soll? Wenn man vernünftiges Marketing betreibt, an der Sichtbarkeit arbeitet und vor allem eine Regelmäßigkeit hinbekommt (4-6 Spiele pro Saison in der Arena für den Anfang), dann sehe ich keine Gründe, die dagegen sprechen.
Und ich sehe auch keinen Grund, als Fan herumzugranteln, dass das in irgendeiner Form negativ zu sehen wäre oder es in irgendeiner Form ein Problem darstellen würde. Was ist denn das auch für eine Einstellung? Es gibt so viele Anzeichen dafür, dass das Potenzial da ist, die Arena mehrmals pro Saison gut zu füllen, wenn man sich dem committet und es richtig angeht.
Ich verstehe auch die psychologische Seite dahinter nicht. Was genau wäre denn konkret euer Problem daran, wenn die Frauen mehr Aufmerksamkeit bekommen, mehr Spiele in der Arena erhalten. Warum fühlt ihr den Drang, dagegen anzuargumentieren? Teils mit dem Argument, dass die Frauen erstmal in Vorleistung gehen sollen.
Was bei mir wiederum die Frage aufwirft: Wie sollen sie denn in Vorleistung gehen, wenn das kommende Spiel euch nicht reicht? Indem sie 50.000 Nachfragen für ein Campus-Spiel erhalten, das vor 2.500 Menschen stattfinden darf? Das ist doch utopisch.
Irgendwann muss man auch mal progressive Schritte gehen. Ich sehe das so: WENN man wirklich wert darauf legt, dass die Frauenabteilung wirtschaftlich rentabler wird (und das wird sie), dann muss man eigentlich schon gestern groß investiert haben, um die Trends in der Entwicklung nicht zu verpassen (anders als bei den Männern geht es hier übrigens um sehr geringe Beträge im Kontext dessen, was der FCB umsetzt, wir sprechen hier von Summen, die in einer Woche wieder drin sind). Entweder hat man dieses Vertrauen, das man nach außen verkaufen will, oder man hat es nicht.
Und nochmal: Der FC Bayern macht vieles richtig und gut, aber in Sachen Marketing und Sichtbarkeit muss er zwingend zwei Level draufpacken, wenn er nicht in zwei, drei, vier Jahren international wieder abgehängt sein will.