Veröffentlicht unter: Uli Hoeneß: "Zuschussgeschäft" Frauen? Eine Kritik am Patron
Uli Hoeneß spricht in einem Podcast über die Frauenabteilung des FC Bayern. Für die dürften die Aussagen ernüchternd sein. Eine (lange) Auseinandersetzung. Wenn Uli Hoeneß ein Interview gibt, explodiert das deutsche Internet für ein paar Tage. Vor allem dann, wenn es ein Podcast ist. Weil es im oft eher dürftig bezahlten Onlinejournalismus nur wenige Leute gibt, die Kapazität und Lust darauf haben, sich ein ganzen Gespräch anzuhören, werden im ersten Schritt die Aussagen verbreitet, die vom entsprechenden Podcast selbst an die entsprechenden Medien weitergeschickt wurden. KEINEN ARTIKEL MEHR VERPASSEN – JETZT UNSEREN WHATSAPP-KANAL ABONNIEREN! Nach und nach hören dann aber…
Wenn man sich für Wirtschaft interessiert und erfolgreiche Unternehmer nicht nur als böse Kapitalisten betrachtet, welche man maximal besteuern sollte, kann man das komplette Durchhören JEDER OMR Folge nur empfehlen.
Ich glaube die Aussage war generell gehalten, dass Online Journalisten nicht so viel Zeit investieren können für einen Artikel. Da schlecht bezahlt und time eben money ist.
War bestimmt keine Aussage gegen diese Podcast Reihe. Die ich auch sehr gerne höre.
Spannende Menschen. Solche die total bodenständig sind und andere die fast übergeschnappt sind (denke an den Typen der glaubt dem Rezept für das ewige Leben ganz nah zu sein).
Ich bin mir nicht sicher, aber vielleicht haben diejenigen beim FC Bayern, die aktuell nicht in den Frauen Fußball investieren wollen Angst davor, dass eine Zielgruppen- bzw. Segmentkannibalisierung bei den bayrischen Fans stattfindet. Es gibt sicherlich Leute wie Max vom Rasenfunk, die auch einfach in der Freizeit die meisten Spiele der Männer und Frauen schauen. Aber die meisten Fans selektieren sicherlich. Man kann zum Beispiel nur die Männer oder Frauen verfolgen, man kann dann auch die jeweiligen Ligen verfolgen + Champions League oder einfach die Highlightspiele beider Mannschaften. Und je mehr Spiele (von verschiedenen Anbietern) man schauen will, umso teuer wird es auch. Dass man als Fußballfan Sky/Wow, DAZN, Magenta, Amazon Prime, Disney+, RTL+, Paramount+, Netflix und daneben noch weitere Abonnements wie YouTube Premium, Spotify oder Apple+ bezahlen/abonniert, ist relativ unwahrscheinlich. Irgendwo muss man Zugeständnisse machen. Auch als Stadiongänger geht man selten zu mehreren Spielen im Stadion gleichzeitig. Da würde sicherlich auch eine bessere Abstimmung zwischen Maänner-und Frauen Heimspielen helfen, so dass es nicht zu viel gleichzeitig oder einer ähnlichen Zeit stattfindet. Auch fürs Streaming gilt natürlich, dass nur die wenigsten mitbSecond und Third Screen Fußball schauen.
Ob diese Gefahr real besteht und wie groß die Zahlen der Kannibalisierung in Wirklichkeit wäre müsste man natürlich schauen und ich könnte mir gut vorstellen, dass diese Zahlen nicht besonders groß sind. Eine Untersuchung dazu wäre sicherlich auch spannend. Aber Hoeneß hat ja bereits einige andere irrationale Ängste geäußert, also könnte es auch diese geben.
Vielleicht ist der Weg zur Besserung nicht „der Fc Bayern muss…“ zu rufen, sondern sich auf die Hinterbeinchen zu stellen und sich selbst einzubringen.
Wenn Justin zu einem Verein in seiner Nähe geht und vorschlägt:
- 20 interessierte Mädchen im Schlepptau zu haben
- als Freelancer mit viel Zeit für Fahrradtouren und Brandreden dem Verein zusichert 2x die Woche abwechslungsreiches Training anzubieten und am Wochenende zu den Spielen zu fahren
- Seine exzellenten theoretischen Fachkenntnisse auch als Schiedsrichter einzubringen
Dann gibt es auch im Grossraum Potsdam einen tollen Schritt in die richtige Richtung.
„Liefere statt lafere“ sagt man in der Schweiz ![]()
Das Problem im Fussball ist nicht, dass im Spitzenfussball zu wenig investiert wird, sondern dass an der Basis zu wenig ehrenamtlicher Einsatz stattfindet. Und das liegt an der in Deutschland u.a. sehr starken Haltung dass man vor lauter „das ist schlecht weil man den oben zu wenig wegnimmt“ vergisst, was man selbst zur Verbesserung der Situation beitragen kann.
jetzt hab ich mir vor lauter ungläubigen Kopfschütteln doch glatt nen Wirbel ausgerenkt… zum Glück bin ich morgen eh beim Orthopäden…
Die größte Währung im Sport ist das Interesse. Das Interesse von Menschen. Und wenn sich Menschen für etwas interessieren, dann interessiert das auch die Wirtschaft, die daraus ihren Profit schlagen möchten.
Man kann sicher viele Dinge anprangern, aber es gibt keinen Automatismus, dass man mit viel Medienarbeit (oder besser gesagt mit finanziellen Einsatz) eine Sportart pushen kann. Davon können andere Sportarten ein Lied singen. Das große Problem beim Frauenfußball ist, dass der größte Konkurrent im gleichen Boot sitzt, nämlich den Männerfußball.
Etat von 6-8 Mio im Jahr? Davon können andere beliebte Mannschaftssportarten nur träumen. der aktuelle Tabellenzweite der Volleyballbundesliga Männer hat ein Etat von ca. 1,4 Mio! Oder nehmen wir den Basketballbundesligisten Hamburg Towers, die haben einen ähnlichen Etat wie das Frauenteam des FC Bayern. Und die werden nicht bezuschusst.
Jede Sportart muss sich selbst tragen können, jede Sportart muss organisch wachsen. Nur so erreicht man ein Level, auf dem langfristig aufgebaut werden kann. Oder eben auch nicht.
Aber das ist mal wieder Whatsboutism. @justin hat doch genau erklärt, dass ein auf eigenen Beinen stehen beim Frauenfußball nicht möglich ist, wenn man Ihnen im 20 Jahrhundert mehrere Male die Beine gebrochen hat, ihnen nicht geholfen hat und immer noch weiter nicht wirklich behandeln will.
Viel öffentlichkeitswirksame Medienarbeit gibt es für den Frauenfußball ja gar nicht. Und wenn man nur alle 1-2 Jahre im Sommer mal etwas vom Frauenfußball mitbekommt, dann ist das kein Wunder, dass es da zu wenig Interesse gibt.
Nein, kein Whataboutism.
Ich wollte damit nur klar stellen, dass der Frauenfußball schon auf einem hohen Level ist. Oder zumindest der Frauenfußball in Deutschland und speziell beim FC Bayern.
Oder was ist hier genau der Anspruch? Dass die Frauen genauso erfolgreich werden wie die Männer? Ist das nicht vermessen?
Wie kommst du auf diese Aussage? Ich habe eher einen gegenteiligen Eindruck: nämlich der, dass sowohl im TV als auch bei Kicker, Sportbild und Co. viel mehr berichtet wird.
Ich versuche mich mal in die Argumentation derjenigen beim FCB, die ein größeres Engagement ablehnen, hineinzuversetzen und komme da zum Basketball.
Hier hat man sich vor ein paar Jahren zum Ziel gesetzt, dass man - wenn man schon investiert - eine Lösung haben möchte, die den FCB zumindest national an die Spitze bringt. Das ist gelungen. Die Versuche, auch international erfolgreicher zu sein, waren bislang nicht von Erfolg gekrönt. Auch hier könnte man mit mehr Investitionen sicherlich den Abstand verkürzen. Was man hier allerdings schon gemacht hat, war die Suche nach einer geeigneten Heimat zu forcieren.
Die Frauenmannschaft ist aktuell vom Leistungsvermögen her ähnlich einzuschätzen wie die Basketballer. Auf nationaler Ebene dominiert man und im internationalen Vergleich fehlt es zwar nach ganz oben ein Stück, aber die Mannschaft ist in den meisten Spielen absolut konkurrenzfähig. Das Thema Stadionsuche wird scheinbar auch angegangen und die Lösung Unterhaching scheint nicht so schlecht für die Damen zu sein.
Es mag sein, dass man mit der aktuellen Strategie irgendwann international abgehängt wird und keine Topspielerinnen mehr verpflichten bzw. halten kann, aber ob das dann am Status innerhalb Deutschlands etwas ändert, kann man auch nicht sagen, denn es ist nicht zu erwarten, dass die anderen Teams in Deutschland ihre Investitionen deutlich erhöhen und Bayern abhängen, oder?
Natürlich mag es frustrierend erscheinen, wenn man sieht, was man auch international mit etwas mehr Budget erreichen könnte, aber vielleicht denkt man sich in der Führungsetage einfach auch, dass gerade bei der internationalen Konkurrenz noch mehr Investitionen folgen werden und dann ist man in ein paar Jahren wieder an der gleichen Stelle und muss überlegen, ob man wieder ein oder zwei Prozent mehr vom Gesamtumsatz investieren soll.
Vielleicht reicht der Führungsetage aktuell auch die Situation, dass man mit der Männermannschaft ein internationales Zugpferd hat und mit dem Basketball- und Frauenteam die nationale Liga dominiert.
Ich finde das Ziel „Die Frauen-Abteilung muss sich auf Dauer selbst finanzieren“ total gerechtfertigt.
Es kann ja nicht das Ziel sein, dass eine Abteilung auf ewig ein Minus im mindestens hohen einstelligen Millionenbereich einfährt. Weder für den gesamten Verein/Konzern noch für die Frauen-Abteilung selbst. Ist es sicher auch nicht.
Die Frage ist nur, ob man genug unternommen hat oder unternimmt um hier eine positive Veränderung herbeizuführen?
Der (wahrscheinliche) Kauf des Stadions in Unterhaching wäre hier ein wichtiges Zeichen. Rein aus FCB-Sicht, wenn man die verständliche Abneigung der Fans vor Ort ignoriert.
Da reden wir von einem Invest von vermutlich 10 Mio. aufwärts, Kauf + Umbau etc.
Der Campus mit seinen max. 2500 Zuschauern hemmt das mögliche Wachstum natürlich schon.
Falls man diesen Schnitt zukünftig auf 7000- 10000 Zuschauer erhöhen könnte, wäre das ein Schritt nach vorne. Wie realistisch es ist, dass bald regelmäßig 10000 Fans bei normalen Bundesligaspielen Eintritt zahlen werden, weiß ich nicht. Leise Zweifel habe ich.
@justin hat es angesprochen und es ist auch mein größter Kritikpunkt. Ich finde das Frauen-Team wird unfassbar „klein“ dargestellt. Ein Club mit der Strahlkraft des FCB müsste hier viel mehr möglich machen. Allein größere Schnittpunkte mit dem Männerteam könnte einiges bewirken. Mehr gemeinsamer Content kann doch nicht so schwierig sein. Andere Clubs schaffen es auch.
Einfach nur zu sagen die Abteilung muss mal selbst ihren Hintern hoch kriegen, finde ich fast albern. Man hat ja teilweise das Gefühl, dass die gesamte Vermarktung, Social Media etc. bei den Frauen von zwei Halbtagskräften geschultert wird.
Hier sehe ich großes Potenzial für Verbesserung.
Ich stimme zu, auch wenn ich schon sehe, dass Crosspromo schwierig wird, wenn die Mannschaften nicht auf einem gemeinsamen oder zumindest nahe gelegenen Gelände trainieren.
Ich wünsche mir da auch mehr, aber wenn da die halbe Stadt dazwischen liegt, Isses einfach nicht so leicht.
Ansonsten sollte natürlich langfristig das Ziel sein sich selbst zu tragen.
Bezüglich anderer Clubs, die national aufholen wollen:
Der HSV hat wohl den Plan in den nächsten 3-5 Jahren den Etat auf 10 Millionen pro Jahr zu erhöhen und damit Top6 anzuvisieren.
Also wird man als FCB auch zeitnah die Entscheidung treffen müssen selbst weiter zu erhöhen oder auch national die Vormachtstellung zu verlieren.
Das Thema international ist da noch gar nicht dabei.
Kleine Zusatzsache:
Wenn der HSV mit 10 Mio Etat Top6 anvisieren sollte, dann liegt unser Gesamtetat wahrscheinlich bereits jetzt ein gutes Stück darüber.
Es ist mit Sicherheit ein gewisser Aufwand, klar.
Es geht ja auch nicht darum immer wieder die gesamten Teams zusammen zu bringen.
Andererseits ist München jetzt auch nicht Peking oder Istanbul. Nur von der Dimension gesprochen. ![]()
Es würde ja schon helfen, wenn der Hauptaccount des FCB mehr Content teilt…
Wenn Hoeneß von 6-8 Mio. Euro spricht an „Kosten“, dann meint er damit vermutlich die Ausgaben. Ich glaube nicht, dass der FC Bayern gerade einen Etat von 10 Mio. Euro hat. Oder mehr. Der HSV wird in seine Planungen vermutlich weiteres Wachstum berechnet haben UND zusätzlich tief stapeln, um die Erwartungen nicht in die Höhe gehen zu lassen.
Bei Bayern dürfte gerade keine Spielerin mehr als 250-300k im Jahr verdienen. Die meisten deutlich darunter. Bühl nach ihrer Verlängerung vermutlich in der Region und Oberdorf nach ihrem Transfer.
Ich denke, der Kader kostet aktuell maximal 4-5 Mio. Euro. Vlt. sogar etwas weniger als 4. Aber hundertprozentig herausfinden werden wir es nicht, weil der FC Bayern es leider nicht aufschlüsselt.
Ich würde da eher widersprechen und gehe tatsächlich davon aus, dass er damit meint, was die Frauen den Verein zusätzlich kosten.
Aber das ist nur meine Interpretation.
Momoko Verlängerung wurde gerade geteast btw.
Wie waren denn nochmals die letzten bekannten Zahlen zum Zuschuss aus der Männerabteilung?
Den 6-8 Mio. Kosten werden ja auch irgendwelche Einnahmnen gegenüber stehen?
Unabhängig davon, bin ich mir zu 90 Prozent sicher (eher mehr), dass die Kaderkosten die 5 Mio. Euro nicht überschreiten. Und dann ist die Frage, was da noch zusätzlich so viel kostet.
Umsatz macht der FC Bayern laut Deloitte aktuell rund 3-4 Mio. Euro mit den Frauen. Das Portugal-Turnier ist da wahrscheinlich nicht dabei.
Zuschuss weiß ich nicht. Aber vermutlich halt das, was dann an Minus da ist.