TV Vermarktung SKY/DAZN/AMAZON

Die bisherigen CL Übertragungen bei Amazon gefallen mir gut. DAZN sowieso. Wenn Sky so weitermacht sehe ich da ziemlich schwarz.

Hier ein sehr interessanter Artikel wie Amazon den Erwerb von Rechten und Vermarktung angeht. Die von vielen Consulting Firmen testierte Saturierung der Verbraucher (Umkehrschluss Deckelung der TV Erlöse insbesondere in der nationalen Vermarktung der EPL), hat ja erst die top 6 Clubs der EPL überhaupt veranlasst einer ESL beizutreten, um andere Wachstumspotenziale in der Vermarktung auszuschöpfen.

Donoghue selbst räumt ein, dass es „keine Ein-Satz-Antwort“ dafür gibt, wie Amazon an jeden Rechte-Deal herangeht, verrät aber, dass es eine Reihe von konsistenten Überlegungen gibt, die das Unternehmen berücksichtigt.

„Ich möchte immer erklären, dass wir kein 24/7-Sportservice sind“, betont sie. „Wir sind ein viel breiter angelegter Unterhaltungsdienst, wir sind global, also betrachten wir die Dinge ein wenig anders. Wir beginnen buchstäblich mit dem Kunden und arbeiten rückwärts.“

Sie fährt fort: „Wir wollen auch Dinge tun, die die Nadel auf breitere Weise bewegen. Wir beginnen immer mit dem Land oder dem Gebiet. Wir finden heraus, was die attraktivsten Sportangebote für diese Zielgruppen sind. Wo gibt es eine Chance? Warum sollten wir uns dort engagieren? Ist es eine gute Sache für uns, hierher zu kommen und diese Kunden zu bedienen? Werden sie es als Zusatznutzen empfinden?“

„SPORT IST GRÖSSTENTEILS VON NATUR AUS LOKAL. EGAL, WIE VIEL WIR ÜBER DIE GLOBALE ANZIEHUNGSKRAFT VON SPORT REDEN, LETZTLICH IST DIE GRÖSSTE LEIDENSCHAFT OFT LOKAL.“

https://www.sportsbusiness.at/die-amazon-strategie-bei-den-sportrechten/

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Die EPL wird wohl das erste mal mehr Einnahmen aus der internationalen TV Vermarktung erzielen als aus der nationalen.
In erster Linie wohl durch eine Steigerung um über 50% für die US Rechte, die bisher von Comcast NBC gehalten wurden. In der anstehenden Auktion bieten neben NBC auch Disneys ESPN, Amazon PRIME, CBS und Warner. Damit ist der englische (und damit europäische Fußball) wohl endgültig in den USA etabliert.

Damit wird die EPL dann ca Euro 2 Mrd pro Jahr national plus über Euro 2 Mrd pro Jahr international einnehmen, also über 4 Mrd p.a.

Die DFL nimmt ca Euro 1,1 Mrd p.a. national plus Euro 250-300 Mio , ergo ca 1,4 Mrd p.a.

LaLiga liegt wohl insgesamt bei ca 1,7 Mrd Euro p.a.

Die DFL muss schnellstens die Auslandsvermarktung verbessern.

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Gut, das ist jetzt keine Neuigkeit. Über dieses Thema diskutieren wir in verschiedener Form mindestens seit 2019 hier im Blog.

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Dafür muss dann aber auch das „Produkt“ stimmen. Mit Abo-Meister und ständigem Umschaltspiel hat man ja schon 2 USPs - NICHT.

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Das ist gegenüber der PL wirklich ein hartes Brot. Das Erbe von 400 Jahren Kolonialismus und 100 Jahren kultureller Dominanz holst du nicht mit einem Büro in Shanghai und einem Freundschaftsspiel in New York auf.

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@Jo_1 … oder auch ganz simpel der Vorteil der Sprache und der First Mover Advantage. :wink:

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@Alex Der Sprachvorteil ergibt sich ja aus den oben genannten Punkten.

First mover advantage:
Holt man wohl nicht mehr ein, aber man sollte zumindest mehr herausholen können als jetzt.

Sprache sollte im digitalen Zeitalter kein Hindernis spielen.

@918: Bei dem First Mover Advantage (FMA) ist es ja nicht geblieben. Der bildete quasi nur die anfängliche Basis. Die Premier League hat es sehr geschickt verstanden, den daraus resultierenden frühen finanziellen Vorteil relativ schnell und nachhaltig in einen Vorteil bei der Anwerbung spannender Spieler und Trainer und der Produktion höher fußballerischer Qualität umzumünzen, was die Liga in der Folge nur noch attraktiver und interessanter und die mediale und öffentliche Aufmerksamkeit weltweit noch intensiver gemacht hat. Der First Mover Advantage hat sozusagen einen sich selbst verstärkenden Zyklus bzw. einen Schneeballeffekt angestoßen, der bis heute andauert und für andere Ligen nur sehr schwer wieder einzuholen sein wird.

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Es wäre interessant wie die Auslandsvermarktung 2000-2010 lief. Da war noch alles ganz anders.
Spannende Meisterschaften (Hamburg, Unterhaching).
Dortmund, Bremen, Stuttgart und Wolfsburg wurden Meister.

Lag die Bundesliga da relativ besser oder schlechter zu den anderen Ligen?
So könnte man den Abomeister-Effekt vielleicht genauer einschätzen.

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Ich bin mir ziemlich sicher, dass unsere Serienmeisterschaften wenig bis keinen Effekt auf die Attraktivität der Bundesliga im Ausland hatten. Und zwar ist erstens ein solcher Effekt im Inland nicht zu erkennen - die Stadien sind voll, solange sie das sein dürfen - und zweitens stellen die Bayern-Fans wahrscheinlich einen noch grösseren Anteil der ausländischen Bundesliga-Fans dar, als das hierzulande der Fall ist. Tatsächlich ist mir nur einmal im Ausland jemand begegnet, der die Farben eines anderen deutschen Klubs getragen hat (eine Dame im vollen Dortmund-Outfit in der U-Bahn von Taipei), während ich rote Trikots von Marokko bis Bali gesichtet habe. Warum also sollte sich dort jemand an den mangelnden Titelchancen von Teams wie Wolfsburg und Stuttgart stören, wenn die ohnehin niemand auf dem Radar hat?

Der entscheidende Vorteil der Premier League besteht in der Anzahl international zugkräftiger Teams, die alle seit langem ihre eigene, gezielte Vermarktung betreiben, jeweils (mindestens) auf dem selben Niveau wie Bayern. Liverpool hatte etwa schon eine riesige Anhängerschaft in Asien, bevor sie sportlich wieder richtig konkurrenzfähig wurden. Chelsea-Merchandise ist allgegenwärtig, obwohl der Verein in der aktuellen Version nur 17 Jahre alt ist. Mannschaften wie der HSV, Schalke oder Gladbach sagen den Leuten vergleichsweise nichts, obwohl sie eigentlich aus ihrer Vergangenheit spannende Stories stricken könnten. In deren aktueller sportlicher Lage dürften sie auch nicht die Ressourcen für eine Auslandsvermarktung haben, weswegen der Abstand immer grösser wird - vor allem auch wieder zu Bayern.

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Eine interessante Frage. Eine schnelle und schlampige Recherche (also gerne ergänzen oder korrigieren) ergab:
Einnahmen Auslandsvermarktung 2010:
PL 350 Mio €/BL 40 Mio €

Einnahmen Auslandsvermarktung 2020:
PL 1,6 Mrd. €/BL 250 Mio €

Um 2010 hat die PL also rund das Neunfache der BL eingenommen. 2020 war es das Sechsfache.
Um 2010 war der Abstand real ca. 310 Mio €. 2020 betrug er ca.1,35 Mrd €.

Die BL hat ihre Einnahmen in diesem Zeitraum ungefähr versechsfacht. Die PL hat ihre Einnahmen grob verfünffacht.

Über diese Zahlen kann man sicher trefflich diskutieren. Aber die These, dass die Abo-Meisterschaften die Wettbewerbsposition in dieser Hinsicht signifikant verschlechtert hätten, stützen sie nicht unbedingt.

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Guter Punkt - danke!

Also hat die EPL den deal wieder mit NBC gemacht, und auf 2,4 Mrd Euro, oder 400 mio pa fast verdreifacht.

Zum Vergleich:
Die DFL erhält ca 200 Mio Euro Pa für die GESAMTE Auslandsvermarktung. ESPN zahlen für die US Rechte ca 35 Mio pa

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