Deinen Drang jedes einzelne Spiel sehen zu wollen, um diese im WM-Blog zu analysieren kann ich nicht nachvollziehen. Ist dieser Acht-Zeiler zwei Stunden Schlaf weniger wert? Würde es nicht mehr Sinn machen, sich nur auf die grossen Spiele/Themen zu fokussieren, um da mehr Kraft und Leidenschaft zu haben?
Ich muss nochmals bekräftigen, dass ich deinen qualitativen Content sehr wertschätze. Dieser ist einzigartig.
Die Anzahl ist schwer zu benennen. Ich habe nich ganz genau nachgezählt. Ich schätze, dass wir aktuell so um die 300 Menschen haben, die uns unterstützen. Vielleicht etwas weniger, vielleicht etwas mehr.
Bei 2.000 Euro ergibt das im Schnitt zwischen fünf und acht Euro pro Unterstützer*in. Das kommt vom Gefühl her hin. Fünf Euro im Monat dürfte aktuell der häufigste Betrag sein. Relativ oft gibt es auch 10 oder 15 Euro, etwas seltener, aber auch nicht extrem selten 20 oder 25 Euro. Manche sind sehr großzügig und überweisen einigermaßen regelmäßig sogar dreistellige Beträge. Bei einigen ist auch einfach nicht mehr drin und dann sieht man auch so Beträge wie ein Euro, 2,50 Euro oder 3 Euro. Mit 5-8 Euro dürfte man im Durchschnitt liegen.
Mit 3.000 Euro im Monat + dem, was ich bei anderen Medien verdiene, wäre ich erstmal beruhigt und glaube, dass ich das Pensum so, wie es jetzt ist gut hinbekäme, weil ich mir hier und da Freiraum nehmen könnte, ohne das Gefühl zu haben, alles annehmen zu müssen, was ich an Aufträgen/Angeboten kriege. Sprich: Es fehlen mindestens 1.000 Euro im Monat aktuell. Bei 4.000 Euro wäre ich schon sehr zufrieden und könnte mir hier und da echte Pausen erlauben.
Gehen wir von fünf Euro im Schnitt aus, fehlen also mindestens 200 Menschen.
Musst du ja auch gar nicht. Ich liebe es einfach, all den Content zur WM zu produzieren. Gibt es ein besseres Argument? Und ich schaue die Spiele nicht nur deshalb, weil ich sie analysieren will, sondern weil mir so ein Turnier am meisten Spaß bringt, wenn ich alles sehe.
Der Transparenzbericht, und das ist mir sehr wichtig, ist nicht ein direktes Resultat der WM. Meine Überarbeitung ist auch kein direktes Resultat der WM, sondern die WM potenziert es nochmal und das nehme ich während des Turniers in Kauf, weil ich es aktuell gern mache und es mir Spaß macht.
Die genannten Probleme beziehen sich aber auf den Alltag außerhalb der WM.
Ich habe so Tage. Sorry. Ist nichts persönliches und es soll sich auch niemand angegriffen fühlen.
Ich vermeide das ja tunlichst - bis auf ganz spezielle individuelle Ausnahmen - ist halt so dass sich recht viele persönliche getriggert fühlen. So what.
Aber nein bzw ja: ihr dürft euch gerne eure Romane hin und her schieben.
Ich kann dich da zu 100% verstehen! Solche Großereignisse sind nunmal was besonderes und einmaliges, weshalb ich auch immer probiere sie im vollen Umfang mitzuerleben. Da gibt es einfach dieses innere Verlangen auf Vollständigkeit.
ich bin ehrlich: den podcast hör ich ganz gerne, daneben gibt es aber viel zu viel andere die ähnliche formate anbieten.
was mir auf jeden fall 120€ pro jahr wert ist sind die spielberichte. ohne die kann ich einfach nicht mehr. ich freue mich jedesmal wenn ich die nach dem spiel lesen kann.
ich hoffe lieber @justin du kannst ein modell für dich / für die user finden was dich nicht ruiniert und dir die freude am blog nicht verdirbt.
ps: nach dem letzten transparenz bericht war ich doch überrascht das der aktuelle so traurig ausgefallen ist. hoffentlich wird der nächste wieder besser.
Das Potenzial zu wachsen ist meiner Meinung nach da, weil es grundsätzlich sehr viele sehr leidenschaftliche und interessierte Bayern-Fans gibt und eure Texte mit der Tiefe und dem kritischen Blick in der Form recht einzigartig sind. Klar schreiben viele Medien über den FCB, aber diese Nische bedient ihr dann ja doch nochmal anders und regelmäßiger als andere Sportmedien.
Ich könnte mir deshalb vorstellen, dass es daran liegt, dass viele den Blog einfach noch nicht kennen. Um das zu ändern wäre es vielleicht eine Idee, öfter mit anderen Podcasts zu kooperieren, dort als Gast zu sein oder die Hosts einzuladen, um ein bisschen Crosspromo zu schaffen.
Außerdem sähe ich großes Potenzial in der Zielgruppe der Bayern-Fanclubs. Um dort bekannter zu werden, könntet ihr vielleicht ein paar besondere oder einzigartige porträtieren. Ist natürlich wieder mit ordentlich Arbeit verbunden, die womöglich nicht zum Kerngeschäft (Analyse, Spielberichte etc.) gehört, aber würde die Sichtbarkeit in dieser Fanszene sicher erhöhen. Und wenn dann nur jeweils ein paar der Fanclub-Mitglieder hier hängen bleiben, könnte es das wert sein.
Zunächst eine persönliche @justin.
„Musst“ du so lange Schichten schieben, damit du schlussendlich finanziell wenigstens dahin kommst, wo du jetzt bist? Oder „willst“ du das? Würde die Qualität leiden?
Mir persönlich würden auch weniger Bericht auf MSR als ausreichend erscheinen (das meine ich nicht herabwürdigend). Die Schlagzahl in der kurz- und mittelfristigen Vergangenheit ist schon sehr hoch.
Ich frage vor allem deshalb, weil ich das Pensum weder für gesund noch für durchhaltbar halte. Du „brauchst“ halbwegs normale Arbeitszeiten, und unbedingt musst du auch Erholungspausen haben. Sonst gibt es irgendwann den großen Knall.
Nicht zuletzt auch aus Selbstvorsorge. Wenn du irgendwann gesundheitlich vielleicht mal nicht mehr so kannst, wie du es willst, stehst du plötzlich vor dem Thema dass die 16 Stunden vielleicht nur zu sechs möglichen werden, und fällst dann ganz tief.
Ich habe das, was du jetzt machst, für einige Jahre mit Beruf plus Ehrenamt gemacht. Wenn man dann mal raus ist aus dem Hamsterrade, schaut man ungläubig auf die Zeit zurück und denkt „wie verrückt war ich denn da“.
Dann eine generelle:
Hast du schonmal über ein Abomodell nachgedacht?
„Krautreporter“ und „Übermedien“ haben in Deutschland ja auch schon vorgemacht, dass das funktionieren kann. Mit einer Community, in der bereits eine dreistellige Zahl freiwillig etwas zahlt, könnte das ja ggf. möglich sein?
Die von dir genannten fünf Euro würden dann achthundert Mitglieder benötigen, bei zehn Euro „nur“ noch vierhundert. Zahlen, die zumindest nicht unerreichbar scheinen.
Zunächst mal vielen Dank und großen Respekt @justin für deine sehr offenen Worte.
Ich hoffe inständig dass es spätestens mit Beginn der neuen Saison wieder etwas aufwärts geht. Ich glaube auch dass es negativen Einfluss auf das Interesse hat, wenn die Bundesliga ab April quasi schon entschieden ist. Mittelfristig befürchte ich, dass solche Formate eine Nische bleiben werden. Leider. Ich sehe es ja selbst bei meinem Sohn, dem ich regelmäßig Artikel von hier anbiete: das mehrminütige Lesen detaillierter Artikel ist einfach nicht „state of the art“. Wüsste nicht wie man das ändern kann…
Offenbar sind wir zu austauschbar
Das sehe ich überhaupt nicht. Im Gegenteil: mit dem Content den ihr anbietet seit ihr einzigartig. Durch euch bin ich von den ganzen anderen Medien weg. Früher war spox mal ganz gut, seit langem der größte Mist. Und das trifft auf quasi alle Portale zu. Alle die mal gut angefangen haben sind für mich (50+) schier unerträglich geworden. Kaum lesbar, kaum Inhalt, kein Mehrwert. Von daher ist das für mich hier eine absolute Wohltat. Einzig den kicker konsumiere ich noch und gelegentlich 11Freunde. Der Rest ist für mich inzwischen irrelevant, dank miasanrot.
Da du dich selbst offenbar gut reflektierst und auch ein gutes Gespür hast was den Aufwand anbelangt muss man sich zum Glück keine Sorgen machen. Pass auf dich auf!
Ich muss so viel arbeiten, weil es keine Alternative gibt. Wie im Text beschrieben, führt weniger Content zu weniger Einnahmen. Nicht nur weil es viele gibt, die anderer Meinung sind als du, sondern auch, weil wir dann irrelevanter in den Algorithmen sind und dort keine Rolle mehr spielen. Wir waren bereits an dem Punkt. Mehr Content auf dem Niveau hat auch zu mehr Einnahmen geführt. Auch wenn es jetzt erstmals einen Einbruch gab seit April. Arbeite ich weniger - auch für andere Medien -, verdiene ich zu wenig Geld.
Zur zweiten Frage: Abomodelle kommen aus zwei Gründen nicht in Frage.
1: Die funktionieren nicht. Nicht mit Miasanrot. Wir hatten eine Zeit, in der wir exklusiven content auf Patreon angeboten haben. Hat gelinde gesagt niemanden gejuckt. Die Leute, die uns unterstützt haben, haben es kaum gelesen. Wachstum bei den Einnahmen gab es nicht.
2: Fußball soll für alle leistbar sein und wenn ich nicht mit diesem simplen Leitsatz überlebe, dann will ich es auch nicht. Entweder schaffen wir es, dass die, die es können, die mitfinanzieren, die es nicht können oder eben nicht. Das ist einer der wenigen Grundsätze, die für mich unverhandelbar sind.
Ja, so denken offenbar viele. Verstehen kann ich es nicht, weil ich finde, dass die meisten unserer Artikel etwas ganz anderes sind. Sicherlich gibt’s auch Dinge, die ähnlich sind. News kann man kaum neu erfinden beispielsweise.
Interessant ist dann aber, dass die Artikel, die Einheitsbrei sind (News über irgendwelche Zitate von Klopp oder Müller) mehr Klicks bringen als eine kurze Szenenanalyse zum FC Bayern, die du so bei keinem anderen Medium lesen wirst.
Sei’s drum. Die Meinung kam ja auch 5-10-mal in der Umfrage. Zu wenig Mehrwert anderen Medien gegenüber. Dann isses so. Ich glaube, mehr kann ich nicht leisten.
Die von mir genannten Krautreporter und Übermedien haben es so gelöst, dass wenige Artikel ganz frei sind, beim Rest aber nur ein oder zwei Absätze (und damit „angeteasert“ sind).
Die können dann nur von Mitgliedern gelesen werden.
Die von dir genannte Lösung (vielleicht habe ich es auch nicht richtig verstanden?) wäre ja euer Inhalt auf einer anderen Seite.
Abseitiger Einwurf:
Ggf. wäre auch ein Abomodell über die Gründung einer Genossenschaft möglich?
Das würde denke ich deinen Idealen ein Stück weit entgegenkommen (Mitbestimmungsrechte der Mitglieder, also interessierter Leser), birgt natürlich aber auch „Gefahren“ und Mehraufwand.
Wir haben Abomodelle durchgespielt und durchdacht. Aus mehreren Gründen keine Option. Es ist schön, wenn das für manche funktioniert. Für mich und meine Überzeugung, wie das hier weitergehen soll, ist es keine Alternative. Ich habe dahingehend auch schon ein paar Erfahrungen mit anderen Projekten und Medien und halte das für keine gute Idee.
Eine Gründung kommt auch nicht in Frage. Das gefährdet wichtige rechtliche Eckpfeiler meines Daseins als freier Journalist. Sowohl beim Finanzamt als auch bei der Künstlersozialkasse.
Ich bin jetzt vielleicht hart und böse bzw. vielleicht kommt es so an. Bitte glaube mir aber, dass ich das ganz im Gegenteil meine.
Wenn du nur finanziell überlebst, wenn deine durchschnittliche Arbeitszeit 12 bis 16 Stunden beträgt und du quasi keine Erholungspausen machen kannst: Dann klappt das nicht. Dann ist das, was du machst, das falsche.
(Für dich und deine Gesundheit ganz persönlich. Der Content hier ist klasse.)
Das hält man eine gewisse Zeit durch; und das ist beim Aufbau eines Business auch normal, dass man zunächst eben investieren muss.
Aber: Kümmere dich um dich selbst. Das nimmt dir niemand ab. Wenn du jetzt noch durchhältst, ok. Aber setz dir selbst eine Deadline, bis zu der sich die Sache tragen muss. Und steig rechtzeitig aus, wenn der Ballon nicht fliegen will.
Du liebst, was du machst, deswegen willst du nicht „aussteigen“ und eine Festanstellung annehmen. Ist für dich ein größerer Schritt als für viele andere. Überleg es dir aus Selbstfürsorgegründen trotzdem. Zeit für sich selbst und für eine Familie ist auch ein wichtiger Wert.
Nein, ich würde es als gut gemeint, aber … sagen wir „zu viel“ bezeichnen. Danke für deine Sorgen, aber ich kann gut auf mich aufpassen und habe auch Leute, die gut auf mich aufpassen. Die 12-16 Stunden sind nicht Alltag, kommen aber immer mal wieder vor als Spitzen. Das bedeutet nicht, dass ich gerade gesund lebe, was Arbeit anbelangt, aber ich habe das gut im Blick und habe auch eine realistische Selbsteinschätzung.