Thomas Müller (Vancouver Whitecaps)

Die Meisterschaft wurde tatsächlich bereits Ende März eingetütet.
Der Spielplan im April und Anfang Mai war allerdings prädestiniert für Rotation, denn unter der Woche warteten 5 KO-Spiele in CL und im DFB-Pokal.
Im Jahr zuvor lief es im Übrigen ähnlich ab. Auch da spielte nachdem die Meisterschaft quasi sicher war ab April in der Liga am Wochenende nie die Topelf und je weiter die Saison fortgeschritten war, häufiger nur noch ein Drittel der Mannschaft, die dann unter der Woche in CL bzw. DFB-Pokal auflief. Der Rekord in Sachen Rotation war 2013 das Spiel gegen Freiburg, das zwischen den beiden Spielen gegen Barcelona stattfand und bei dem mit Boateng und Mandzukic nur 2 Mann aus der Topaufstellung von Anfang an auf dem Feld waren. Gewonnen hat man trotzdem, wie u.a. auch gegen Nürnberg oder in Hannover, wo auch nie mehr als 50% der Topelf auf dem Feld standen. Selbst beim prestigeträchtigen Duell in der Liga beim BVB ließ Heynckes mit Contento, van Buyten, Rafinha, Tymostschuk, Luiz Gustavo, Shaqiri, Pizarro, Alaba (als linker Offensivspieler) und Gomez inklusive der Einwechselspieler Can und Höjbjerg kräftig rotieren. Von daher kann man schon behaupten, dass Guardiola 2014 eigentlich nichts anders machte als Heynckes 2013 und man deshalb schon anzweifeln kann, ob die Rotation in den Ligaspielen der Mannschaft für die CL-Spiele geschadet hat. Vielleicht war es so und man hat sich unnötigerweise seinen Flow genommen. Andererseits gelang es 2013 auch, den Flow beizubehalten obwohl viel gewechselt wurde.
Noch einmal zurück zu 2014:
Die 3 einzigen Ligaspiele, in denen man in der Rückrunde 2013/14 nicht gewinnen konnte waren tatsächlich die 3 Spiele gegen Hoffenheim, in Augsburg und gegen den BVB, also die 3 Spiele, die unmittelbar auf das Spiel in Berlin, bei dem man den Titel sicherte, folgten. Man muss vielleicht dazu sagen, dass die Mannschaft am Dienstagabend den Titel in Berlin fix machte und dann im Anschluss vor Ort noch bis Mittwochmorgen in der Hauptstadt feierte, was man in der Schlussphase gegen Hoffenheim am Samstag dann möglicherweise auch etwas merkte, so dass man hier trotz 3:1 Führung noch 3:3 spielte. Direkt nach Hoffenheim kamen die beiden CL-Duelle gegen ManUnited im Viertelfinale mit dem Sandwichspiel in Augsburg, bei dem Guardiola wirklich eine Komplettrotation durchführte, was aber mMn ganz normal ist und z.B. von Kompany ja gegen Bochum auch so gehandhabt wurde, obwohl anders als damals in dieser Saison zu dem Zeitpunkt noch längst keine Entscheidung über die Meisterschaft gefallen war. Nach der Niederlage gegen Augsburg zeigte sich die Mannschaft allerdings gut erholt und besiegte Manchester daheim mit 3:1, wobei alle 3 Tore für Bayern erst ab der 60. Minute fielen, was wiederum für einen längeren Atem spricht und die Rotation gegen Augsburg somit irgendwie rechtfertigt. Gleich nach Manchester kam das Spiel gegen den BVB, bei dem Bayern mit einer ziemlich starken Aufstellung antrat, aber nicht viel zustande brachte und zudem noch Neuer in der Halbzeit ausgewechselt werden musste.
Nach dem Spiel gegen den BVB fing man sich aber schnell wieder. Es folgte ein 5:1 Kantersieg über Kaiserslautern im Pokal und ein ungefährdeter 2:0 Erfolg in Braunschweig, ehe es dann nach Madrid ging.
Ich kann mich noch gut an das Spiel dort erinnern. Nach ca. 15 Minuten war die Stimmung im Bernabeu kurz davor zu kippen, weil Bayern zu dem Zeitpunkt ca. 85% Ballbesitz hatte und das Publikum in Madrid so etwas als Demütigung empfand und schon kurz davor war, die ersten weißen Taschentücher zu schwenken, was in Spanien nichts anderes als ein Zurschaustellen der eigenen Unzufriedenheit darstellt. Da wird so mancher gedacht haben, was sich der Kaugummikauende Italiener auf der Bank da wohl gedacht hat. Leider gelang es Bayern nicht, in dieser Phase Chancen herauszuspielen. Statt dessen gelang Real aus heiterem Himmel das 1:0 nach einem Konter und ab dem Zeitpunkt war es ein anderes Spiel. Publikum und Mannschaft sahen, dass sie Bayern mit dieser Taktik (am Schluss waren es 75% Ballbesitz für Bayern, aber deutlich bessere Torchancen für Real) tatsächlich knacken können.
Das Rückspiel war dann ein Spiel, in dem zwei Standardtore von Real quasi die Entscheidung brachten, denn ab dann war klar, dass Bayern draußen war. Von daher hatte das Spiel spätestens ab dem 0:2 mMn nur noch wenig Aussagekraft.
Eine Delle für die Liga brachten die Duelle gegen Real allerdings nicht mit sich. Nach dem verlorenen Hinspiel schlug man Bremen mit 5:2 und nach dem Aus gegen Real gab es zum Abschluss der Bundesliga noch 2 Siege in Hamburg und gegen Stuttgart und den Triumph im DFB-Pokal gegen den BVB.
Natürlich war die Chance da, den CL-Titel zu verteidigen und vielleicht hätte Guardiola weniger rotieren sollen und evtl. auch eine andere Aufstellung gegen Real wählen können (mit Martinez in der Startelf statt der Doppelsechs Kroos und Schweinsteiger). Aber das Real von 2014 war schon ein ziemlicher Brocken, gegen den sich selbst das Bayern in der Form von 2013 enorm hätte strecken müssen. Es gab mMn selten Jahre, in denen es schwerer war, die CL zu gewinnen.
Um eine Analogie zum 100m-Sprint zu wählen:
2014 hätte man eine Zeit nahe am Fabelweltrekord von Usain Bolt laufen müssen, während in manch anderem Jahr (u.a. 2010 oder 2012 und auch bei den Siegen 2013 und 2020 und mMn auch in diesem Jahr) eine Zeit um 9,80 gereicht hätte.

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War es nicht auch so, dass sich Guardiola von der Mannschaft zu der Rückkehr zur Doppelsechs überreden ließ?

Das war ja eigentlich eine der großen Änderungen von Jupp zu Pep.

Man vergisst ja auch gerne, was für ein Kraftakt der Titelgewinn 2013 war:

Im Finale war man zwar ca. 70 Minuten klar überlegen, hätte sich aber in den ersten zwanzig Minuten über mindestens ein Gegentor nicht beschweren dürfen und zudem hätte Ribery wegen einer Tätlichkeit Rot sehen können und Dante, wenn man ehrlich ist, später sogar mit Gelb-Rot vom Platz gehen müssen. Lewandowskis mögliche rote Karte möchte ich nicht verschweigen, wäre aber, in diesem Szenario zeitlich spät passiert.

So überlegen, dass ein Champions-League-Sieg im nächsten Jahr unter jedem Trainer quasi Pflicht gewesen wäre, war das Team meiner Meinung nach auch nicht (aber das war eigentlich nie eine Mannschaft).
Und Real hatte schon ein stark besetztes Team damals.

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Ich fand den Teil auch nervig - aber ich bin trotzdem klar bei @paul. Natürlich könnte dir ein TM wohl einen Vortrag von Dauer der ganzen Doku halten warum er lieber beim FCB als in SA spielt.

Das Ganze fand ich eben eher eine Schwäche der Doku - diese total gestellte Diskussion einem da zu servieren um auf Teufel komm raus einen Spannungsbogen zwischen TT, TM und eben der EM Geschichte zu kreieren.

Eigentlich halt überhaupt nicht nötig und eben nur ein nerviges (das Thema SA nervt doch schon auch so genug) Nebengeplänkel…

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Ja, das Team wollte 2014 so spielen. Würde Pep heute wahrscheinlich als größeren Fehler betrachten als den Verzicht von Rodri im Endspiel.

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Ja, dass mit dem Narrativ (Spannungsbogen oder roten Faden) habe ich mir auch gedacht, deshalb war meine Verstimmung diesbezüglich auch „mild“.

Und er ist auch für mich eine Legende. Größere Kratzer hat dieser Status bei mir eher wegen seiner vermeintlichen Rolle bei den Demissionen von Trainern, die ihn nicht ausreichend gewürdigt haben. Wobei man natürlich auch da argumentieren kann, dass er im Sinne des Vereins gehandelt hat…

Letzteres ist nun auch so ein „Narrativ“, mit dem ich wenig anfangen kann. Warum soll denn TM da eine (unrühmliche) Rolle gespielt haben!?
Glaubt irgendjemand, dass Uli Hoeneß total happy mit einem Trainer war und dann hat Müller ihn angerufen und gesagt „der stellt mich nicht auf, der muss weg“ und schon wurde der Trainer entlassen??
Wenn, dann gab es Zweifel in der Führungsetage und dann hat die die Meinung von Führungsspielern eingeholt, und dass TM dann seine Meinung nicht zurückhält, dürfte klar sein. Ich finde nicht, dass das gegen ihn spricht, eher im Gegenteil. Bin mir sicher, dass er inhaltliche Kritik an der Spielidee von Trainern und andere Punkte auch offen mit dem jeweiligen Übungsleiter diskutiert hat. Und wenn es da Unstimmigkeiten gibt, muss die Vereinsführung entscheiden, welche Richtung sie will.

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Von welchen zwei Partien in dieser Saison schwärmt Thomas Müller?
Spoiler: Wir haben beide Spiele nicht gewonnen.

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Ich habe ja nie behauptet, dass TM das alleine entschieden oder auch nur in die Wege geleitet hat.

Aber seit UH bei einer Trainerentlassung (Ancelotti glaube ich) mal explizit gesagt hat, dass es die Kabine war, die die Entscheidung unausweichlich gemacht hat, und wenn man dann noch anschaut, wer in der Kabine was zu sagen hat, ist das für mich schon ein klarer Wink. Dass TM populärer als die jeweiligen Trainer ist und deshalb hier dann auch verteidigt wird, ist ja klar.

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Ich denke Müller ist schon mächtig, insbesondere bei den Fans, und eine weitere Saison wo Müller nur auf der Bank sitzt hätte schon ein Störfeuer sein können.

Das stimmt schon alles. Die entscheidende Frage ist aber doch, ob er diese Macht einfach aufgrund seiner Leistungen und Verdienste hat und deswegen seine Meinung in Entscheidungen einfließt, oder ob er sie aktiv und intrigant in egoistischem Interesse ausübt. Letzteres unterstellen ihm ja so Manche, und ich glaube das eben nicht, sehe dafür auch keine Indizien …

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Ich denke auch, dass Müller eigentlich immer nur das beste für den Klub will. Aber andere Leute könnten ihn da schon ein bisschen als Kritiker inszenieren, so wie das mit Müllers Frau Lisa und ihrem Posting (wobei sicherlich Lisas Absicht jetzt auch nicht war Unruhe in den Klub rein zu bringen) zu Kovac gelaufen ist. So oder so ähnlich könnten das wohl auch andere Medien machen. Da sehe ich so ein bisschen den Zündstoff.

Das ist mMn nach ein sehr gutes Beispiel dafür, wie es läuft: Dieses Posting von Lisa Müller ist das einzige (!) Beispiel, bei der die Öffentlichkeit Zeugin einer unglücklichen Meinungsmache im Müllerschen Sinn werden konnte. In 16 Jahren als Profi. Üble öffentliche Nachrede bislang Null, und das in einem knallharten Geschäft. Ich frage mich, was da für Ansprüche herrschen, wenn das nicht von großer Klasse zeugt, und wenn man glaubt ein Star könnte ein Star werden und ein Star bleiben, wenn er seine Macht nicht ausübt.

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Müller darf gerne seine Macht ausüben und sich äußern, aber man muss eben aufpassen, dass er nicht als Gegner eines Kompany inszeniert wird weil er wenig spielt und somit instrumentalisiert wird. Daher sind die Klubbosse da glaube ich auch nicht so unglücklich darüber, dass es jetzt mit Müller zu Ende geht.

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Das sehe ich ähnlich, aber darum ging es mir nicht; nur darum, ob der „intrigante Machiavelli“-Diskurs eine faktenbasierte Berechtigung hat.

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Großkreutz mit dem Scoop? :upside_down_face:

Kevin Großkreutz (36) plauderte im Podcast „Viertelstunde Fußball“ mit einem verschmitzten Lächeln aus: „Der wechselt nach Amerika, wird Anfang Juni bekanntgegeben.“ Auf die Frage, woher er das wisse, antwortete er: „Von Müllers Nachbarn.“

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Sollte man die Nummer 25 in Rente schicken? „Retired number“

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  • Nein
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Unabhängig davon, ob das bei Bayern überhaupt Usus ist, meint ihr Müller hätte es verdient, dass seine Nummer nicht mehr vergeben wird? Man hat es bei anderen Spielern ja auch nicht gemacht, aber ich finde Müller ist ne andere Hausnummer. Und die 25 ist jetzt auch keine 7 oder 10, die gefühlt auf’s Feld gehören.

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Das finde ich als posthume Ehrung eines der Größten des Vereins angemessen - um aber auch nur annähernd (ganz wohl unmöglich) aufs Level Beckenbauer zu kommen müsste Müller in der Karriere nach der Karriere aber schon noch ganz schön nachlegen!

PS: Zudem finde ich dann eben auch einfach total schwierig mit der Abgrenzung - warum für ihn aber nicht für Phillip Lahm zB? Klar, der war kein bayrischer „Gaudimax“ Typ aber sogar Münchner und auch einer der besten Spieler der Welt auf seiner Position während seiner Karriere - obendrein sogar Kapitän! Wo soll die Grenze sein, dass da nicht in paar Dekaden reihenweise Nummern weg blockiert sind was störend und die Geste auch eher entwerten würde?

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https://fcbayern.com/de/news/2025/05/interview-mit-thomas-mueller-vor-seinem-letzten-heimspiel-in-der-allianz-arena

Thomas Müller im Abschiedsinterview. Viele werden sicher noch folgen.

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Zeit um sich auf den Abschied in 3 Stunden vorzubereiten

https://www.instagram.com/share/_ccI-Z-hv

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Unser Instagram König :grin:

Aber ja, merkt man dass es Dein „Einstiegsmedium“ zu MSR war.

Unsereins ist meistens eher noch (Insta typischerweise eher was für die jungen Hüpfer!) auf Facebook Zuhause :stuck_out_tongue_winking_eye:

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