Szenenanalyse: Dieses Problem des FC Bayern muss Kompany in den Griff bekommen

Veröffentlicht unter: FC Bayern: Mehr als Upamecano! Dieses Gegentor hat Struktur

Das frühe Gegentor hat dem FC Bayern gegen Paris Saint-Germain einige Steine in den Weg gelegt. Die Entstehung war nicht neu für den FCB. Eine Szenenanalyse. Nicht mal drei Minuten waren gespielt, da stand es bereits 1:0 für Paris Saint-Germain. Das Worst-Case-Szenario war eingetroffen: Der kochenden Allianz Arena wurde für kurze Zeit der Zahn gezogen und der FC Bayern musste nun zwei Tore erzielen. Paris Saint-Germain hingegen konnte sich mit dem komfortablen Vorsprung mehr auf die Defensivarbeit und das offensive Umschaltspiel konzentrieren. Ein Vorteil, der die gesamte Partie entscheidend beeinflusste. Bayern lief fortan gegen eine Wand und schaffte es zu…

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Also deutlich mehr als Diaz, sehe ich da Stanisic in der Verlosung, der am langen Pfosten einen Haufen frische Luft deckt, während im Rückraum der Gegner frei steht.

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Wer den Artikel liest, sieht auch, dass exakt das mit im Artikel steht. Dembele macht das überragend gegen Stanisic. In dem Bruchteil einer Sekunde würden sich vermutlich viele die Beine brechen in der Rückwärtsbewegung, ein Richtungswechsel im perfekten Augenblick. Stanisic deckt nur Luft, weil Dembele ihn alt aussehen lässt mit einem sehr starken Laufweg. Diaz hielt es allerdings nicht für nötig, Stanisic zu unterstützen. Man kann natürlich das Bild am Ende anhalten und Stanisic vorwerfen, er würde “Luft decken”. Oder man schaut sich den Bewegungsablauf an, zollt Dembele Respekt und fragt sich, warum Stanisic überhaupt da so alleine ist.

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Fast eine Antwort ganz ohne Überheblichkeit hinbekommen…

In einem Champions League Halbfinale sollte es

a) schon drin sein, dass man den direkten Gegenspieler soweit im Auge hat, dass man am Ende nicht >5m von ihm weg steht.

b) die Rückwärtsbewegung der Doppelsechs schneller erfolgt als die des linken Offensivflügels.

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Gute Analyse. Sehe trotzdem deutlich mehr Anteile bei Stani der einfach viel zu weit weg ist.

aber wie Kvaratskhelia das macht, ist pure Weltklasse. Einen solchen Richtungswechsel vorbei an einem physisch derart starken Abwehrspieler wie Upamecano bekommen nur sehr, sehr wenige Spieler auf der Welt hin

Das hab ich mir jetzt 3x angesehen und finde das extrem dick aufgetragen. Upa orientiert sich nach rechts Richtung Ball, Kvara dreht sich nach links und hat freie Bahn. Ganz einfacher Ablauf auf den Upa reinfällt in dem er in den leeren Raum läuft statt den ganz nah am Gegenspieler zu sein und ihm körperlich überhaupt irgendwas entgegenzusetzen.

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Den Moment der Entstehung des Angriffs hast Du wie immer top analysiert, danke dafür!

Im Moment des letzten Passes von Kvara stehen aber drei(!) Bayern-verteidiger vor dem Tor: Upa, der sich an Kvara orientiert, sowie Tah und Stani - die beiden Letztgenannten im vollkommen freien Raum.

Warum? Dass Dembele Stani so einfach düpieren kann, ist das Eine. Aber Tah deckt auch nur den Raum, anstatt Upa oder Stani zu unterstützen. Gibt es keine klareren Zuordnungen bei uns?

PSG hatte im Moment des Treffers keine Überzahl mehr im 16er. Dafür ging es dann irgendwie doch zu einfach.

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Ich hatte wenig Schlaf und bin etwas gereizt und ohnehin schon anfällig dafür, wenn Leute erstmal schnellstmöglich kommentieren, dass sie einem Teilaspekt im Artikel nicht zustimmen. Da geht es nicht darum, dass nicht zugestimmt wird, sondern um die grundnegative Wirkung – zumal Stanisic von mir da nicht freigesprochen wurde, sondern lediglich erklärt wurde, dass er es allein gegen jemanden wie Dembele einfach unfassbar schwer hat. Und er im Standbild halt blöd aussieht, aber im Bewegungsablauf klar wird, warum das so ist. Ich sehe das jedenfalls nicht als Bock oder Fehler.

Wenn man sich die Mühe macht, eine solche Szene aufzudröseln, dann nervt es, wenn der erste Kommentar sich einen kleinen Teilaspekt raussucht und nur auf diesen “korrigierend” eingeht. Nichts für ungut.

Sicherlich kein Grund für meinen ersten Satz in der Antwort, das ist richtig und das tut mir Leid.

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Ich frage mich auch grundsätzlich wie weit das mit dem Durchdecken oder 1 gg 1 über den ganzen Platz gehen soll weil es so nicht immer funktioniert.

Es war im Hinspiel so mit Laimer als dann die ganze Seite offen war - quasi ein fast identisches Tor - und jetzt mit Upa ähnlich. Muss er die letzten 3-4 Meter da mitgehen wohlwissend dass er nicht vor Kvara am Ball sein kann? Wenn ja muss er sich danach nicht zum Ball sondern zum Gegenspieler orientieren. Ansonsten kann er sich auch die Meter sparen und geht nicht das Risiko dass er mit einer einfachen Finte abgehängt wird.

Geht Upa den Weg nicht mit, kann Kvara aufdrehen und mit viel Tempo auf ihn zulaufen statt mit dem Rücken zu ihm zu sein. Kann sicher auch eine Variante sein, kann aber genauso krachend scheitern.

Ich würde in dem Fall sagen, dass der Erfolg Kompany auf seinem Weg Recht gibt. So gut waren die Bayern schon sehr lange nicht mehr und das hier ist das allerhöchste Niveau.

Deshalb stimme ich auch nicht zu, dass ich übertreibe. Was Kvara da macht, machen maximal 2-4 Spieler auf diesem Planeten mit jemandem wie Upa.

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Du hast es an deinem Ende des Artikels ja bereits geschrieben. Entscheidender ist eher in der Offensive die Chancen zu nutzen, die man ja auch durch solche Taktiken herausspielen konnte.

Vor allem hat es schon lange nicht mehr so viel Spaß gemacht zuzuschauen. Die Spielfreude das gefühl dass da echt was entstehen kann. Dass wir eine Mannschaft haben die füreinander kämpft. Keine Diskussion mehr über fehlende Einstellung falsche Körpersprache. Man sieht jeder will und jeder arbeitet der eine erfolgreicher der andere weniger aber unterm Strich alle miteinander.

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Nein, nicht immer. Aber was man immer wieder erwähnen muss, weil es in dem Moment offenbar in Vergessenheit gerät, wenn wir ein Tor fangen: diese Spielweise hat uns dahin gebracht, wo wir heute stehen, als eines der besten 4 (eher zwei) Teams der Gegenwart.

Umso wichtiger, in solchen Szenenanalysen genauer hinzuschauen. Jeder, ich betone, jeder sieht im ersten Moment Upa hinter Kvara herhetzen und denkt sich, da muss er wohl was falsch gemcht haben. Aber so einfach ist es nicht, unser Stil basiert darauf, dass der Gegner gestresst wird - aber im Mannschaftsverbund. Es wurde ja oft darauf hingewiesen, dass die Probleme dann beginnen, wenn nur ein Spieler nicht aufmerksam ist.

Während also Upa vielleicht nicht die perfekte Positionierung und das perfekte Zeitmanagement findet (eher hätte er nämlich Kvara sogar noch stärker und aggressiver anlaufen können, so dass der sich nicht so gut vor-orientieren kann), aber eigentlich seinen Job macht, findet der Artikel weitere Beteiligte - und somit Fehler.

Ich selbst habe mich spontan gefragt, warum Tah nicht tiefer steht, wo er doch sehen muss, dass Upa draufgeht, oder zumindest mit dem Fokus, eventuell einen Sprint nach hinten anzusetzen. Bei Stani dachte ich mir schon, dass er die schwierige Entscheidung hat, auf welchen Gegner er gehen soll, es waren nämlich zwei zur Auswahl. Und beide Verteidiger entscheiden sich dann fatalerweise für den ursprünglichen Instinkt, das Tor zu schützen, also weichen sie zurück - das ist das, was man dann Niemandsland nennt. Ich würde vermuten, dass die bessere Lösung meist wäre, auf einen Gegenspieler direkt draufzugehen, anstatt darauf zu hoffen, angeschossen zu werden. Naja, und dann ist da halt noch der Rückraum. Und da führt die Szenenanalyse ja perfekt aus, dass Diaz die Chance gehabt hätte, mindestens Dembele entscheidend zu stören, und ich glaube anhand seiner Reaktion - am Sechzehner stehend - , dass er das auch weiß.

Übrigens konnte man mannschaftlich perfekte Defensiv-Leistungen gestern super studieren: leider bei PSG. Wäre ich nicht der Leidtragende als Bayern-Fan, meine Begeisterung wäre sehr groß gewesen. Der Move mit Ruiz auf links/halblinks, die unfassbare Geschlossenheit, die enorme Bereitschaft von Doue und Kvara, auch defensiv alle Räume zu schließen - das war schon ganz hohe Schule. Uns bei so einem niedrigen xG-Wert zu halten, hat heuer noch keiner geschafft.

Insofern bin ich zwar auch der Meinung, dass wir gestern nicht die beste Tagesform hatten.

Doch für mich lag das zu einem gerüttelt Maß am Gegner. Soviel Respekt darf man dann schon mal haben. Und es ist ja nicht nur die Defensive - dann trotzdem noch so viel Gefährlichkeit nach vorne auszustrahlen, ist wirklich beeindruckend.

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Du sprichst ein großes Wort gelassen aus.

Allzu oft lese ich bei Bayernspielen, dass der Gegner ja so schwach gespielt hätte und es den Bayern viel zu leicht gemacht habe … dass die vielleicht schlicht nicht anders konnten, weil der FCB so stark war, kommt offenbar nicht in Betracht.

Genauso umgekehrt: spielt Bayern mal schwächer, gilt das immer als unerklärlich oder schlechte Einstellung. Dass der Gegner einfach mal eine Topleistung gebracht hat, ist anscheinend auch unvorstellbar. Gilt natürlich im speziellen auch für das Spiel gegen PSG !

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Das sind Basics die schon nicht gestimmt haben

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Das kann man schon mal machen, ein Gegentor aus der 3. (!) Minute einen 90 und mehr minütigen Spiels skippen und daran das Ausscheiden aus der CL wortreich festzumachen. Viel zu einfach. Unser FCB war an diesem Tag einfach einem Gegner unterlegen, der in zwei Spielen überragend viel richtig besser gemacht hat. Und uns hat es wieder einmal in einer Saisonphase getroffen, in der wir durch die Verletzung von Gnabry personell schwerer gebeutelt waren, als manch einer bei der Bekanntgabe der Verletzung gedacht haben dürfte. Und zudem mit Musiala jemanden aufbieten mussten, der in so einem Spiel nur punktuell die Mannschaft besser machen konnte. In Wirklichkeit musste die Mannschaft ihn, Musiala, mittragen. Und einige Steinchen mehr könnte man zusammentragen, die den zugegeben nicht großen Abstand zu Paris erklären würden. Die begrenzten Mittel eines Stanicic würden in so einer Auflistung auch ihren verdienten Platz finden.

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Großartige Analyse, in der genau das beschrieben wird, was ich mir spätestens bei der ersten Wiederholung des Tores gedacht habe, ohne es in Worte fassen zu können.

Für mich wirkte das Tor wie einstudiert und genau an unsere Schwächen angepasst. So einen Spielzug mit solcher Präzision und solchen Spielern wie Kvara, Dembele und dem gedankenschnellen Passgeber Ruiz können wir zurzeit kaum verteidigen.

Und, das möchte ich noch ergänzen, einen solchen Spielzug können wir auf diesem Niveau auch nur mit einigen Abstrichen selbst spielen. Dazu fehlt es in dieser Zone ein wenig an Tempo und Präzision.

Chapeau, Paris! Sehr schade für uns. Und große Aufgaben für Kompany und Eberl…

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Ich würde aber noch hinzufügen, dass so etwas die wenigsten verteidigen könnten. Die meisten Gegner gehen aber auch sowieso nicht so offensiv ins Pressing wie wir, werden von PSG im Zweifel aber trotzdem auseinander gespielt. Ich will damit nicht sagen, dass es gar keine Mittel gibt, aber wenn man es so gut wie PSG macht, ist der Mannschaft wenig Kraut gewachsen.

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Wenn ich das jetzt noch mal so sehe: hätte Tah nicht mehr in Richtung Kvara sprinten sollen, statt in der Mitte zu bleiben? Er muss doch sehen, dass Upa den niemals einholen kann. Upa hätte dann selber in Richtung Mitte laufen können, weil Kvara nicht mehr im gleichen Tempo bis zum Strafraum gekommen wäre.

Was meinst Du mit Abstrichen? Ich würde sagen, so ähnliche Tore haben wir vom FC Bayern auch schon einige gesehen. Ein Spieler bricht durch (gerade Musiala/Olise können doch sowas sehr gut mit one touch auslösen), läuft bis zum Strafraum und spielt dann in den Rückraum. Das ist doch schon fast klassisch, auch für uns, oder?

Die Fehler im Stellungsspiel der letzten Reihe hat Henry gut aufgezeigt.

Mit Abstrichen meine ich, dass wir keinen haben, der mit dieser Brachialgewalt wie Kvara nach vorn büffelt, dass selbst Upa kaum hinterherkommt.

Und auch wie Dembele sich freiläuft (ich denke da auch das Tor von Mbappe mit seinem genialen Zwischensprint), das machen bei uns nicht alle immer so klug.

Und klar, Olise kann auch so einen trockenen Pass spielen wie Ruiz, aber auf wen?

Wir machen auch oft ähnliche Tore, aber für PSG braucht es da noch etwas mehr…

Wie man wohl heraushört, spreche ich mich für eine pfeilschnelle Verstärkung im Sturm aus.

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