Musiktipps und Musikgeschmäcker (Teil 2)

‘ Natürlich klingt niemand so sehr nach Beatle wie ein Beatle.’

Klaatu, eine Band in den ‘70ern war schon sehr nah dran :wink:

Ich war mir eigentlich sicher, dass ich Widerspruch ernte… :slightly_smiling_face:

Das Problem ist natürlich hier immer auch die Fallhöhe. Das galt schon immer für Beatle-Solo-Platten. Und glaub mir, ich fand nur wenige überhaupt auf einem Niveau, das auch nur ansatzweise an die Fab Four erinnert. Aber es gab sie.

Meine erste Hörprobe bei den Boys of Dungeon Lane war auch diesmal gelassen-wohlwollend, aber nicht euphorisch. Wohlwollend wegen des nostalgischen Titel-Touchs, gelassen ob der nicht riesengroßen Erwartung.

Aber ich bleibe dabei, das ist eine richtig, richtig gute Platte. Nicht jeder Song auf dem höchsten Niveau, aber zwei, drei, vier richtig klasse, nur ein wirklicher Ausfall (den behalte ich für mich). Könnte einer auf dem Weißen Album oder auf Sgt. Pepper landen und nicht negativ auffallen? Nun… nein, das nicht ganz. Aber da und zwischen dem Tee in lauem Wasser ist viel, viel Wiese :wink:.

Trotzdem Danke für die ehrliche Meinung :slightly_smiling_face:!

Ich mach gleich den nächsten Schwung für meinen sonntäglichen Tipp, und das ist auch ein schönes Geschenk und ein positiver Ausblick für das neue Album im Oktober:

DANGER DAN hat was Neues draußen!

Der Kerl wird neben seiner Antilopen-Kiste echt noch zu einem meiner liebsten Liedermacher. Mit Betonung auf die sensationellen Texte. Bitte genau hinhören!

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Von mir auch viele Herzen mindestens 40 … und die letzten beiden diesjährigen EPs von U2 waren auch wieder stark, so dass man ein gutes - tolles Alterswerk erwarten darf.

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Ich habe ja noch Befürchtungen nach der Ankündigung.
Whatever. Tour 2027 incoming :slight_smile:

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Sehe es nicht als Widerspruch, eine andere Sicht.

“ Die beste Musik ist die, die dich berührt, nicht die, die anderen gefällt.”

“ Musik verbindet, Geschmack unterscheidet”

Soweit die Schlauberger von KI :slightly_smiling_face: .

Ich habe auch einzig deine Vorschläge angehört, werde auch nicht weiter vordringen.

Von Pauls Solo-Werken gefallen mir besonders “McCarntney III bzw. III Imagined” (ganz interessantes Remixed Album) und “Flaming Pie”. Die Idee mit einer was war vor “when we were Fab-Four” ( George hatte ja auch mal “When we was fab”) musste ja auch mal kommen. Einmal Beatle, immer Beatle. Das klebt an dir.

Genug! Noch ein Einfall zu einem Alterswerk ist die “American Recordings” Reihe von Johnny Cash. Johnny konnte auf eine lange Karriere mit Aufs und Abs zurückschauen, hatte mit dieser Alben-Reihe im Alter nochmal ein allgemein gefeiertes Spätwerk. Seine Stimme klingt schon sehr zerbrechlich, hat aber noch einen starken Ausdruck. “Ageless Cool!”

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Allein dafür werd ich Rick Rubin für immer dankbar sein. Ich mochte Cash immer, aber diese Alben waren durch die Bank Klassiker. Wie sich Cash diese Songs einverleibt, ist der pure Wahnsinn - und sie aufs Gerüst runterzubrechen, schlicht die genialste Produzentenidee aller Zeiten.

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Heute ist das 9. Album einer meiner absoluten - genauer: einer meiner beiden - Lieblingsbands, EMBRACE, erschienen. Ich selbst habe es noch nicht ganz gehört, die ersten Kritiken sind sehr positiv und klingen in den Ohren eines Fans wie, tja, Musik in den Ohren. :slight_smile:

Alle, die britische Gitarre/Britpop und Rock mögen, auf “Hymnen” und Emotion stehen, können da mal reinhören. Die Band feiert dieses Jahr ihr 30-Jähriges; in der selben Besetzung, was schon irre ist, zumal sie jahrelang zwar nicht “split up” aber doch in der Versenkung verschwunden waren. Und seit gut 20 Jahren nur noch in UK einen Namen haben und auf Tour gehen. Da aber regelmäßig in mittleren Venues (2.000-3.000 capacity). Morgen dann ein “homecoming” Konzert zum 30ten vor ca 6.000 in Halifax, kann man für 10 (?) EUR streamen auf lounge.tv.

Ich höre und liebe sie seit ca. 25 Jahren, fahre auch regelmäßig nach London (und andere UK Städte) um sie live zu erleben. Neben der Musik steht da so ein seltsames “Community” Gefühl, auch zwischen Band und (treuem) Publikum im Raum, eine sehr angenehme Atmosphäre, die durch intensives “sing along” verstärkt wird.

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Was wäre die andere…?

EMBRACE liefen bei mir immer etwas unter dem Radar. Mochte ich, aber die ganz großen Ausreißer nach oben waren für mich nicht dabei.

Zu Britpop-Zeiten war man ja maximal begeisterungsfähig, sicher auch durch den Zeitgeist und die Lektüre der traditionell einflussreichen englischen Gazetten beeinflusst. Manchmal war dann aber halt doch mit dem ersten Hit das Pulver fast schon verschossen. Wenn dann eine Band über so viele Jahre hinweg immer noch stabil coole Platten abliefert, freut einen das sehr.

Die großen Drei - OASIS, BLUR, PULP - sind natürlich immer noch sakrosankt. Eine Band, die bei mir ebenso große Hoffnungen auslöste, waren THE CORAL. Haben die sich nun wie EMBRACE bewährt oder sogar den Sprung in den Olymp der besten Brit-Bands geschafft? Nun, schwierige Frage. Definitely maybe.

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Ah, und das können wir natürlich nicht ignorieren:

The Queen is back.

MADONNA bringt ihr neues Album raus - eine Quasi-Fortsetzung ihres letzten wirklich guten Albums Confessions on a Dance Floor 2005. Nennt sich konsequent Confessions II.

Weil man es drunter nicht macht, bringt sie dazu gleich einen 14-minütigen Kurzfilm raus, der den Appetizer mit dem Anspielen von 6 Songs aus dem Album gibt. Das Ganze natürlich sehr Dolce &Gabbana-getränkt, sehr angemessen kinky und queer, sehr locker garniert mit populären Guests in hübschen Rollen, namentlich Sabrina Carpenter, Kate Moss, Gwendoline Christie und wenn man einen klassischen Briten wie Benedict Cumberbatch mal ausgelassen tanzen sehen will, ist man hier an der richtigen Stelle.

Macht Laune!

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Anlässlich der überaus erfreulichen Tatsache, dass der Name des unsäglichen Donald Trumps von dem Gebäude des Kennedycenters heute entfernt wurde: die Feier zu Ehren von Carlos Santana (2013), u.a. mit Steve Winwood, Sheila E und Orianthi - Everybody’s everything:

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Die andere ist tatsächlich: U2. Seit 1988…inzwischen ca. 25x live gesehen…in 5 verschiedenen Ländern. Der Output wurde zwar mit der Zeit schwächer (die beiden Überraschungs-EP dieses Jahr stimmen wie oben erwähnt aber sowohl versöhnlich als auch leise zuversichtlich, was ein folgendes Album angeht).

Zu den großen Drei des Britpop: Damals mochte/kannte ich eigentlich nur Oasis so richtig. Oasis vs Blur war so ein bisschen wie Adidas oder Puma (jetzt: Nike). Irgendwie war man gefühlt in einem Lager.

Zu meinem Pulp Glück musste ich erst durch den Zufall gezwungen werden: ich war 2023 wegen eines Embrace und eines James Konzertes, zwischen denen genau eine Woche lag, 7 Tage in Manchester. Und am Mittwoch dieser Woche spielten Pulp ein Konzert ihrer “that’s waht we call an encore” Tour: Großartig!

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Neid…

JAMES, da dachte ich auch, die werden riesengroß. Waren sie ja auch, sind sie wohl in GB immer noch, aber hierzulande leider eher Geheimtipp.

Ich liebe alle drei. Letztlich bin ich aber ein OASIS-Mann, müsste ich mich entscheiden. Die sind einfach am nächsten an den Beatles dran :wink: . Und Noel hat natürlich die besten Sprüche. Was Damon Albarn heute so macht, ist irre, findet musikalisch aber nicht immer meinen Gehörgang. Und Jarvis Cocker ist halt der sympathischste von allen, die letzte PULP-Scheibe sogar so großartig wie die alten.

Da muss ich immer nachfragen:

Mehr der Joshua Tree-Typ oder der Achtung Baby-Typ…?

Ist natürlich viel komplexer, aber so zur Orientierung. In meinem Umfeld gab es beides:

Die völlige Abkehr nach der Hinwendung zur Rockstar-Ironie wie auch die Neuentdeckung nach der *Ich weiß auch nicht, die sind so pathetisch und ernst-*Haltung.

ich habe übrigens grade die neu erschienene Bio meiner Lieblings-Musikjournalistin Birgit Fuss gelesen: U2, in der Reclam-Reihe 100 Seiten.

Für Fans natürlich weitgehend bekannt alles, zumal Birgit auch einiges aus ihren zahlreichen Interviews und Treffs mit den Jungs aus den von ihr geschriebenen Rolling Stone-Artikeln verbrät. Trotzdem für Nostalgiker wie mich, die die Band auch seit den Anfängen begleiten, schön zu lesen und natürlich sehr gut und treffend geschrieben.

Ich selbst bin und bleibe der Joshua Tree-Typ. Eine Jahrzehnt-Platte. Große Songs hauen U2 immer wieder raus, da findet man fast auf jeder einzelnen Platte einen oder mehrere. (Selbst auf den Schwächeren.) Seltsamerweise kriegen mich die Jungs immer mit ihren spirituellen Sachen ganz besonders, obwohl ich ein Ungläubiger bin. Aber ebenso wie Bono glaube ich an die Liebe und die Kraft der Musik. Die A-Seite von Joshua Tree gehört zu den bei mir meistgespielten Platten überhaupt, da musste ich sogar mal neues Vinyl anschaffen, um wieder die originäre Soundqualität zu haben. Der Beginn mit dem Dreierpack aus dem Himmel ist vielleicht der beste, sicher aber der kraftvollste Vinyl-Einstieg ever. Neben den Texten von Martin Gore für DEPECHE MODE hab ich pubertierend auch keine Zeilen je so überzeugt und lauthals mitgesungen wie die von Bono.

Und auch ich bin nach den ersten EP-Hörproben sehr positiv gestimmt, wenn die neue Platte Ende 2026 rauskommt. Ich rechne fast fest damit, dass das nochmal ein echter Burner wird. Den jetzigen Zustand der Welt kann ein Bono (den ich übrigens ganz im Unterschied zu vielen nicht für einen nervigen Poser mit Messias-Komplex halte, sondern einfach für einen guten Menschen) nicht unkommentiert lassen, und ich glaube, das wird auch die Musik prägen. Im positiven, kraftvollen Sinne.

Frei nach Bono:

Rock’n’Roll ist kein Format, sondern eine Haltung.

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Und für sowas liebe ich Dich halt einfach…

Obwohl auch Achtung Baby! ein Meilenstein ist, würde ich mich immer für Joshua Tree entscheiden. Mit dem Eingangstriple gehe ich mit, liebe aber die B-Seite noch mehr.

Letztendlich: All killer, no filler.

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Darf ich auch sagen: Beide?

Ich finde es echt schwer, mich für einen/eines der beiden Meilensteine/Meisterwerke zu entscheiden. Sind beide überragend. Ich glaube, aus Sicht der Bandhistorie würde ich TJT als deutlich bedeutender einordnen, hat ja auch mich zum Fan werden lassen. Aber irgendwie ist AB dann doch mein Lieblingsalbum geworden, über die Jahre, was für ein dreckiges, fieses Biest. Vor allem, wenn man mal auf die Texte achtet. Da wünscht man sich fast Beziehungskrisen, um sich in One, So Cruel, Whos gonna ride…, Until the end of the world zu suhlen.

Ich oute mich also als Achtung Baby Fan. Sogar so sehr, dass ich 2023 für die Sphereshows U2 UV nach Vegas geflogen bin (es hat sich gelohnt!).

Noch zu James: Ich liebe die vor allem als Live Band. Habe sie einmal in Lissabon gesehen und eben einmal in Halifax (Yorkshire). Dort ging gerade ein Gewitter runter bzw. es zog drüber hinweg, weswegen die Vorband auch abbrechen musste. Bands durften aus Sicherheitsgründen nicht auf die (Metall)Bühne. Wir standen im “pouring rain”. Haben ausgeharrt. Dann kommen sie auf die Bühne und Tim singt an “There’s storm outside…” Jubel im Publikum “no, we’ll safe that for later”. Während des Konzerts dann wieder eine Unterbrechung. Und als sie wieder rauskommen, sinngemäß: “Ok, hört zu, ihr wisst, wir spielen gerne auch mal obskures, abseitiges. Aber wir stellen die Setlist jetzt um, wir spielen jetzt nur die Klassiker, die ihr alle hören wollt.” Und dann kam eben echt: Ein Klassiker nach dem anderen. Unter anderem das großartige “Born of Frustration” und eben “Sometimes”, eines meiner absoluten Lieblingslieder. Danach vollkommen durchnäßt aber selig zum Zug und nachts nach Manchester zurück. Vergisst man nie.

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Habe mir die Avalanche von Embrace jetzt intensiv angehört die letzten Tage…wirklich sehr, sehr gut geworden. Das macht (ich denke nicht nur mir als Fan) richtig Spaß…Road to Nowhere, Emily…oder das wunderschöne “Get out of my own way” und der Schwestersong “Deny”…

Ich interessiere mich eigentlich null für Charts. Aber für die fünf sympathischen Lads aus Yorkshire freue ich mich sehr, dass sie es in den Offiziellen UK Album Charts in der Woche wohl in die Top 5 geschafft haben. Vielleicht hören dann zumindest in UK noch ein paar mehr rein.

Um Fußballbezug herzustellen, und dann auch noch WM und “Sommermärchen”-Bezug: Embrace wurden 2006 gebeten, den offiziellen England WM Song zu liefern. War am Ende wohl, nicht zuletzt wegen des Abschneidens der Three Lions, eher ein Rohrkrepierer. Aber sei`s drum:

Ann Wilson, Sängerin und Frontfrau von Heart, feiert heute Geburtstag: Eine starke Stimme und eine starke Persönlichkeit. Ihr zu Ehren mein heutiger Tipp, „I’m afraid of Americans“, ein Cover von David Bowie:

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Super! Heart, eine Band die leider unter dem Radar spielt. Der mehrstimmige Gesang und ihr Gitarrensound hat mir schon immer gefallen. Hier zwar nicht die Band, aber ein geiler Auftritt.

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Habe das schon mehrfach erwähnt:

Es gibt Songs, die sollte nicht gecovert werden dürfen. Stairway gehört dazu.

ABER: diese Version lehrt mich eines Besseren. Die Stimme, das Arrangement, die Gesichter von Page, Plant und Jones, dazu als Schlagzeuger der Sohn von Bonham.

Ein Genuss!

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Da gebe ich dir wohl recht. Ich habe meinen üppig gefüllten Ordner “Covers” durchgeforstet und tatsächlich kein (meinem Anspruch entsprechendes) weiteres Cover von Stairway gefunden.

Dabei habe ich ein anderes interessantes Zep-Cover gefunden.

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Sorry, aber hier muss ich doch mal reingrätschen. 1992 gab es in jeder Ausgabe der australischen Talkshow The Money or the Gun die Regel, dass einer der Gäste jeweils eine eigene Version von Stairway to Heaven spielen musste. Daraus wurde schließlich ein Compilation-Album, welches - zumindest in Australien, aber auch bei mir :wink: - einen Riesenerfolg hatte.

Da waren unglaublich viele originelle, zum Teil natürlich auch skurrile Fassungen dabei. Unterm Strich fand ich damals Rolf Harris mit seinem Didgeridoo-Gedudel am schönsten, aber auch Barry Crocker and Doug Anthony All Stars oder The Australian Doors Show haben denkwürdige Covers geliefert.

Wer Lust hat, mal durchzuzappen: Hier sind alle Versionen versammelt.

Edit: Fast alle; Rolf Harris’ Kunst am Didgeridoo ist hier zu bewundern:

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