Sehr spekulativ, da wir nicht wissen, wie die interne Kommunikation gelaufen ist. Aber ich würde vermuten, das ist eine Marginalie. Ob Wagners Einfluss so groß war, würde ich ohnehin eher bezweifeln.
Stimmt schon aber die Fehler Analyse ist Job des Analysten Job des Trainers ist es den Fehlern zuvor zu kommen und die Mannschaft auf den Gegner einzustellen. Im Nachhinein ist man immer schlauer aber sein Job ist es vorher eine. Plan zu haben und nicht nachher zu sagen da hat er nen Fehler gemacht und da waren wir zu langsam
Es täte uns in erster Linie gut, Know-how aus anderen Ländern zu holen. Ich glaube schon, dass wir das nötig haben. Meinte Tabea Kemme gestern übrigens auch. Ihre Inputs waren gestern übrigens die kompetentesten fand ich.
Das sehe ich übrigens auch so. Gleichzeitig sollte man aber sehr genau hinschauen und nicht oberflächlich kopieren. Sonst kopiert man die Fehler anderer Nationen mit.
Genau darauf wollte ich mit meinem Kommentar hinaus.
Oberflächlich ist nie ratsam.
Ich sehe das Problem eher, dass es immer 1000 Gründe gibt gewisse Dinge nicht zu tun.
Wir können X nicht weil und Y schon gar nicht, geschweige denn von z.
Manchmal muss man auch Dinge tun um Fehler zu machen aus denen man lernen kann. Wer nichts tut, tut natürlich nichts falsch. Aber so wird es mit der Entwicklung schwierig.
Das Ziel darf eben nicht sein, “nur” etwas zu tun. Nur tun um es getan zu haben, bringt einen nicht weiter. Wichtiger ist, dass es auch besser wird.
Trainerwechsel sind ein gutes Beispiel dafür. Der Trainer wird gewechselt und es läuft besser. Aber nach ein paar Wochen merkt man oft, dass der aktuelle Trainer die gleichen Probleme wie der vorherige Trainer hat. Und dann hat der Trainerwechsel eigentlich nichts gebracht und oft sogar Geld gekostet.
Habe ich etwas von Aktionismus geschrieben?
Wir brauchen einen größeren Pool an überdurchschnittlichen Talenten die man so ausbildet, dass sie sich zur Weltspitze entwickeln können.
Gut, aber das war ja von mir nie intendiert. Weder bei meiner Kritik an Frankreich, noch in Bezug auf Deutschland. Nur sind Fehler gerade dann schwerwiegend, wenn sie viele junge Menschen betreffen. Insofern sollte das zumindest gut durchdacht sein. Aber richtig ist, dass etwas getan werden muss. Und dass man sich dafür im Ausland – nicht nur in Frankreich – umsieht, begrüße ich.
Das war nicht auf dich gemünzt. Das ging an @Armaster der hier warnt, bevor man irgendwas angestoßen wird.
Grundsätzlich wird in Deutschland gerne gewarnt Dabei sollten wir in einer Zeit des Wandels am Wandel teilhaben.
Auf den Fußball bezogen, der Fußball wird immer offensiver, die Spieler athletischer, variabler und schneller. Wir sollten mit dabei sein ihn zu formen.
Ich bewundere Deine Geduld.
Ich finde halt, dass man bei schwerwiegenden Folgen auch wirklich warnen muss. Jedes negative Schicksal einer/s Spieler"*in, welches vermeidbar ist, ist eins zu viel.
Was für schwerwiegende Fehler?
Dass Talente mit 12-14 Jahren den Fokus auf ihr sportlches Talent legen? Dass viele davon es nicht zum Profi schaffen?
Ja, das ist ein Problem. Was kann man dagegen machen? Schilische Begleitung und auch psychische Begleitung ist wichtig. Aber du wirst nie alles abfedern können, was da im Leben eines Heranwachsenden passiert.
Wer Talente fördert und ausbildet trägt Verantwortung. Auch für die, die es nicht zum Profi schaffen.
Kurz zu dem, was Frankreich konkret für die macht, die es nicht schaffen. Das ist kein frommer Wunsch, das steht im Lastenheft der Klubs. Kern ist die Schule. Die Zentren sind gesetzlich verpflichtet, die Schulbildung abzusichern, im Zweifel bis zum Abitur, auch wenn der Junge sportlich aussortiert wird. Dafür gibt es in jedem Zentrum ein vorgeschriebenes Gremium, das den schulischen Weg zweimal pro Saison überwacht, und die Klubs müssen Strukturen zur schulischen Begleitung und zur beruflichen Eingliederung stellen.
Das Spannende ist, dass der Verband das sogar bewertet. In der jährlichen Effizienzmessung der Ausbildungszentren sind schulische Abschlüsse eine eigene Punktekategorie, und macht ein Spieler den Abschluss im eigenen Klub, zählt er doppelt. Ein Klub hat also einen handfesten Anreiz, dass seine Talente einen Abschluss haben, nicht nur einen Vertrag. Wer nicht behalten wird, geht oft erstmal per Leihe in einen Amateurklub oder in Richtung Umschulung.
Ändert nichts an der Härte. Rund drei Prozent schaffen den Sprung, der Rest fällt raus, das bleibt brutal. Der Unterschied ist nur, dass unten inzwischen ein vorgeschriebenes und kontrolliertes Netz gespannt ist. Und genau das war 2020 in der öffentlichen Wahrnehmung noch nicht so präsent.
Deutschland müsste, wenn man sich von Frankreich inspirieren lässt, trotzdem darauf achten, dass man es ordentlich macht. In Deutschland ist Kopieren von anderen Ländern immer wieder schwierig, weil eben unser System auf Föderalismus beruht.
Also, dass man es ordentlich macht, sollte für alle Tätigkeiten im Leben gelten.
Das föderale System gehört sowieso hinterfragt. Jemand muss den Hut aufhaben. Das dürfen keine Regionalfürsten sein.
Der Gedanke, dass die Mannschaft gegen den Trainer spielt (was ja in so einer WM Situation völlig absurd ist), hatte ich während seiner Bayernzeit auch ein paar mal.
Personaltechnisch hat JN für mich mit Musiala einen großen Fehler gemacht. Wenn Musiala mit Wirtz zusammen auf dem Platz steht, nehmen sie sich gegenseitig den Raum zur Entfaltung. Wenn beide in Form sind, ist das weniger ein Problem. Ist einer aber nicht in Form, wird das zum Problem. Das er dann reagiert und Jamal auf der Bank lässt zeigt ja, dass er da auch ein Problem erkannt hat. Dann aber den einzigen Spieler mit Weltklassepotential auf LA zu parken, damit dieser auch ja nicht zur Entfaltung kommt, war für mich nicht nachvollziehbar.
Für mich ist JNs Zentrumsfokus ein Grund für die vielen Fehler im Aufbau. Im tiefen Aufbau fehlen mir unter JN die Anspielstationen, weil sich alles schon vorne tummelt. Wenns dann über Außen geht, sind AV und Außen schnell isoliert. Brown/Wirtz hat ja noch so 50%ig funktioniert. Sane war meist ganz alleine.
Die wirksamste taktische Anpassung war, dass nach Anpfiff zur zweiten Hälfte Wirtz statt Brown einrückte. Ob das eine Anweisung war, oder ob die beiden das selbst gemacht haben, weiß ich nicht, weil das nicht lange durchgezogen wurde.
Ich glaube, das “gegen-den-Trainer-spielen” ist deutlich zu hoch gegriffen, aber es genügt ja, wenn die Spieler mit dem taktischen Konzept fremdeln oder die Anweisungen, die er ihnen gibt, nicht so ganz verstehen - oder diese schlicht so sind, dass sie sie mit ihren individuellen Voraussetzungen nicht umsetzen können und darob im Spiel immer frustierter werden …
Ein wirklich guter Trainer setzt seine Spieler hinsichtlich Position und Taktik so ein, dass ihre individuellen Fähigkeiten voll zum Tragen kommen; sprich, er baut ein taktisches Gerüst speziell für die Spieler, die er hat. Bei Nagelsmann scheint es eher so zu sein, dass die Spieler sich in ein taktische Korsett zwängen müssen und die dort zugewiesenen Rollen ausfüllen sollen, auch wenn sie in ihrem Klub eine andere Aufgabe / Spielweise haben.
Das würde erklären, warum es gegen schwächere Gegner sehr gut funktionieren kann - da kann man dank individueller Überlegenheit auch in einem ungewohnten System zurecht kommen.
Gegen stärkere Gegner wären aber Automatismen nötig; ich finde, Pavlovic ist dafür das beste Beispiel; der ist bei Bayern unheimlich schnell darin, sich aufzudrehen und einen Vertikalpass zu spielen - weil er schon vorher genau weiß, wo ein Mitspieler steht oder am besten den Tiefenlauf schon gestartet hat. Wenn da mangels Automatismus keiner ist, muss er abbrechen und kann nur noch den Rückpass spielen oder riskiert einen Fehlpass (zumal ja auch Jo Kimmich an der “falschen” Position steht und Nmecha irgendwo herumgeistert …) - und wie das dann aussieht, haben wir ja erleben müssen.
Sehe das genauso nagelsmann hat es schon als Bayern Trainer geschaft die Spieler so einzusetzen dass man nicht mehr viel von ihren Stärken gesehen hat, aber ihre Schwächen deutlich wurden. Und dann hat er sie in den Interviews am Ende vor den Bus geworfen.
Ja, stimmt. Nur fehlt in der Nationalmannschaft schlicht die Zeit, solche Abläufe so intensiv zu trainieren, dass sie wirklich verinnerlicht werden.
Justin hat es ja selbst kurz angesprochen: Etwas mehr Fokus auf die Außen hätte der Mannschaft vermutlich gutgetan. Das hätte erstens mehr Breite und Raum geschaffen, zweitens die Ballverluste reduziert und drittens das gesamte Spiel weniger kompliziert gemacht.
Ich erinnere mich noch gut daran, dass Nagelsmann zu Beginn seiner Amtszeit angekündigt hatte, die Dinge bewusst einfacher halten zu wollen. Am Ende schien dann doch wieder die Lust auf die berühmten „Trainerkekse“ (Mehmet Scholl, 2014) durchzukommen. Und dass über Jahre hinweg eine eingespielte Achse gefehlt hat, ist ja ebenfalls kein großes Geheimnis.
Aber das sind nur meine fünf Cent.
Ja, aber Regionalfürsten gibt es in Deutschland seit tausend Jahren, das liegt in unserer DNA : - )