Nicht zu leugnen. Bei EMs schaut’s aber allgemein schon besser aus in der Zeit würde ich behaupten. Aber seis drum - die eigentliche Frage:
Was braucht abseits vom Trainer alles ändern bzgl der NM?
Nicht zu leugnen. Bei EMs schaut’s aber allgemein schon besser aus in der Zeit würde ich behaupten. Aber seis drum - die eigentliche Frage:
Was braucht abseits vom Trainer alles ändern bzgl der NM?
Ich habe nichts gesehen. 2016 ja. 2021 war kläglich. Die Heim EM mag andere zufrieden stellen. Mir wurde sie immer zu schön geredet.
Die SZ kommentiert heute ausgezeichnet. Kleiner Auszug:
Ansonsten kommentierte Nagelsmann die Niederlage in Boston, als handele es sich um ein unglücklich verlorenes Freundschaftsspiel. Ob er verstanden hat, dass der deutsche Turnierfußball am Scheideweg steht? Es war zumindest nicht erkennbar.
Jemand der den Nachwuchs neu struktuiert. Idealerweise jemand aus dem Ausland.
Jemand der an der Trainerausbildung arbeitet.
Jemand der der Nationalmannschaft den Fokus schärft für das was wichtig ist. Eine Mannschaft mit Staff die hart daran arbeitet bei den nächsten Turnieren besser abzuschneiden. Ab Tag 1.
Was willst du machen, dir neue Spieler im 3D-Drucker anfertigen? ![]()
Nein, im Ernst: dass der DFB die Trainerausbildung und vor allem den Fokus in den Jugendakademien gerne mal überdenken sollte, da gehe ich mit. Aber es gibt doch auch aktuell genug Topspieler mit deutschem Pass, um daraus im Verbund mit einigen 1b-Profis eine schlagkräftige Mannschaft zu formen, die vielleicht nicht Weltmeister werden kann, aber wenigstens überzeugende Spiele abliefert und mit etwas Glück im Turnierbaum auch mal wenigstens ein Halbfinale erreichen kann. Dazu braucht man keine 11 Weltklasse-Spieler …
Sowas sollte ein Bundestrainer hinbekommen. Nagelsmann hat es dezidiert nicht geschafft. Insofern liegt es auf jeden Fall auch am Trainer.
Ich möchte andere Typen sehen. Nein, die kann man sich jetzt nicht schnitzen, aber man kann die Entwicklung in eine richtige Richtung lenken. Das betrifft Qualität auf den Positionen die nicht so schnell zu verändern ist (Mittelstürmer, 6er, Aussenspieler). Es betrifft aber auch Dinge wie Wettkampfhärte, Fokus und Charakter. Hier muss man nicht bei der U10 anfangen. Hier können auch noch gestandene Profis eine positive Entwicklung nehmen.
Nimm mal einen Dembele von vor 3-4 Jahren und jetzt. Der Spieler hat sich nochmals enorm entwickelt was die Persönlichkeit und Leistungsbereitschaft auf dem Platz angeht. Das kann die Nationalmannschaft wahrscheinlich nicht alleine. Aber sie kann hier wichtige Impulse geben.
Die Trainerausbildung beim DFB ist ein Witz der seinesgleichen noch sucht. Als normalo in einen der Lehrgänge zu kommen ist schlichtweg unmöglich. Hier sollen am liebsten nur Ex Profis den Lehrgang besuchen und abschließen.
Weil hier immer wieder die Ausbildungsfrage als die eigentliche aufkam, mal ein konkreter Vorschlag statt nur Klagen. Schaut nach Frankreich. Nicht auf die Nationalmannschaft, sondern auf den Unterbau.
Der Mann, der das dort verantwortet, heißt Hubert Fournier und ist seit 2017 Directeur Technique National der FFF. Das Spannende ist, dass er selbst gar nicht von einem Geheimrezept redet, sondern von einem System. Eine breite Amateurbasis mit den Fußballschulen als Fundament, darauf rund 300 technische Berater, die im ganzen Land sichten und die besten Talente in die regionalen Leistungszentren und Ausbildungszentren weiterreichen. Er nennt das ausdrücklich systemisch, also das Ineinandergreifen aller Ebenen vom Dorfverein bis zum Profiklub. Mbappé ist durch genau diese Struktur gegangen, und er ist kein Einzelfall, sondern das planbare Ergebnis einer Produktionskette.
Und jetzt der Teil, der uns nach gestern wehtun sollte. Dieses Modell stellt genau die Spielertypen her, die uns gegen Paraguay gefehlt haben. Athletisch, positionsflexibel, im Eins-gegen-eins eine echte Waffe. Frankreich hat die Wucht und die Flügelspieler, weil sie sie systematisch produzieren und nicht hoffen, dass sie zufällig irgendwo auftauchen. Wir reden über Sané und Kimmichs Position. Die Franzosen reden über die Architektur, die ihnen die Auswahl überhaupt erst beschert.
Trotzdem wäre es zu billig zu sagen, holt halt Fournier und gut ist. Erstens sitzt er fest im Amt und gibt einen funktionierenden Apparat nicht her. Zweitens, und das ist der Kern, lässt sich sein Erfolg nicht in einer Person einpacken und nach Frankfurt tragen. Er ist das Produkt einer Struktur, die über Jahrzehnte gewachsen ist. Was man importieren kann, ist die Blaupause und jemand mit dem Mandat, sie gegen jeden Widerstand durchzudrücken.
Genau da liegt unser deutsches Sonderproblem. Frankreich hat einen zentralen technischen Direktor mit echtem Durchgriff. Der DFB ist föderal zersplittert, die Macht verteilt sich auf die Landesverbände, und jede ernsthafte Reform muss sich durch dieses Gremiengeflecht quälen. Das ist auch der Grund, warum wir mit der Direktor-Rolle rund um die Akademie schon mal eine solche Klammer hatten und sie nach 2024 wieder zerschlagen haben, statt sie zu stärken.
Deshalb ist meine Antwort auf die Ausbildungsfrage nicht ein Name, sondern eine Reihenfolge. Erst eine Position schaffen, die es beim DFB gerade nicht gibt, ein technischer Direktor mit Vollmacht über Sichtung, Ausbildung und Trainerausbildung. Dann diese Position mit jemandem besetzen, der das französische Modell kennt und schwer genug ist, es gegen die Verbandsbeharrung durchzusetzen. Ob der am Ende Fournier heißt oder ein deutscher Schüler dieses Systems ist, ist fast zweitrangig.
Wenn wir nur den Bundestrainer austauschen und den Unterbau lassen, wie er ist, stehen wir 2030 wieder hier und schreiben denselben Thread. Nur mit anderem Datum.
Ich fürchte selbst für 2030 ist das Kind zwar vielleicht nicht ganz aber bereits weitgehend in den Brunnen gefallen bzgl der angesprochenen Themen.
Um 2034/38 geht’s - quasi die Karl Primetime…
Heute sieht alles schwarz aus. Ich denke es muss einiges verändert werden. Aber manchmal helfen ein paar Stellschrauben schon ein gutes Stück weiter.
Mal schauen. Nach 2004 wurde genauso geredet. Und plötzlich kamen 2006, 2008, 2010 usw
Manchmal kann es, aus welchen Gründen auch immer, schnell wieder in die andere Richtung gehen.
So siehts aus.
Man muss ja 2027 nicht gleich die Nations League gewinnen und 2028 die EM…
Aber mit einer jungen und frech aufspielenden Truppe mit einem charismatischen Trainer an der Seitenlinie kann man die Herzen der Fußballinteressierten hierzulande doch auch schnell wieder zurückgewinnen.
Eine neue Generation um Urbig, Bischof, Jeltsch, El Mala, Brown, Ouédraogo und Co. und dazu die hoffentlich dann formstarken Wirtz, Musiala und Schlotterbeck im besten Fußballeralter… Ganz so schwarz sehe ich nicht, auch wenn es heute erstmal schwer fällt.
Ja, da gäbe es einige Möglichkeiten. Da könnte man schon ein schönes Perspektiv-Team zusammenstellen. Man muss es natürlich auch wollen.
Genau so. Und v.a. sich die Realität gewahr machen. Unser Truppe hat doch tatsächlich gedacht die fahren da hin um Weltmeister zu werden. Ergo waren die gedanklich schon im 1/8 Final vs FRA.
Auf die Idee dass bis dahin andere Teams evtl. was dagegen haben sind die wohl offensichtlich nicht gekommen und waren überzeugt wir sind so stark, da setzt sich unsere Qualität schon durch in 90Min. Einfach geduldig so weiterspielen.
Tja. Einfach so klappt halt nicht.