Veröffentlicht unter: Community-Umfrage und Blick in die Zukunft von Miasanrot
Wir haben unsere Community gefragt: Was würdet ihr von mehr Werbung halten? Rund um dieses Thema sprechen wir in dieser Folge über die Zukunft von Miasanrot. Weitere Artikel zum FC Bayern München: Analyse: Patzer von Kim(mich) war ein Feature und kein Bug DFB-Pokal: Bayern trifft auf Leverkusen Podcast: Kimmerflimmern und BVB-Ausblick Miasanrot ist ein Projekt, das vor allem durch die Unterstützung der Community gestemmt wird. Und diese Unterstützung war nicht ausreichend in den letzten Jahren. Wir diskutieren zukünftige Wege transparent und mit euch. KEINEN ARTIKEL MEHR VERPASSEN – JETZT UNSEREN WHATSAPP-KANAL ABONNIEREN! Zunächst mal: Vielen Dank für die zahlreichen Rückmeldungen…
werdet ihr die Auswertung auch in schriftlicher Form präsentieren? das fände ich toll ![]()
Nicht geplant bisher. Wenn ich irgendwo doch nochmal Zeit finden sollte, dann vielleicht, aber das sind so viele Themen und Gedanken, die wir da diskutiert haben, da wäre vieles eine Verkürzung, die in schriftlicher Form schwer zu präsentieren ist. Und wie gesagt: Zeit ist auch knapp. Sollte sich irgendwo doch noch ein Zeitfenster ergeben, dann vielleicht. Hier meine Vorbereitung auf den Podcast, da steckt ein bisschen was drin. Ansonsten bitte ich alle, die sich interessieren, einfach in die Folge reinzuhören. Da kommt deutlich mehr bei herum.
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Auswertung Umfrage – alle Prozentzahlen sind gerundet. Ab 0,5 aufgerundet.
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Demografisch
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810 Antworten
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71 % 50 oder jünger – Immerhin 19 % 30 oder jünger
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Zielgruppe aber vor allem 31-50 (52 %)
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ca. 29 % 51 oder älter
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Artikel werden unter den Befragten eher gelesen als nicht; fast die Hälfte liest täglich oder fast täglich
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33 % hören den Podcast fast nie oder nie; aber fast die Hälfte immer oder sehr oft
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Social-Media-Bubble haben wir nicht so wirklich erreicht; 44 % fast nie oder nie
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64 % fast nie oder nie in der Kurve
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25 % Supporter*innen
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Kurze Auswertung dazu mit Georg
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Meinung zu Werbung unter den Supporter*innen
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3 % (6) würden Unterstützung bei jeglicher Werbung beenden
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22 % (43) bei sehr viel Werbung
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5 % (9) würden Unterstützung bei jeglicher Werbung reduzieren
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28 % (55) bei sehr viel Werbung
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61 % (121) würden bei Werbung weiter supporten
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15 % (30) auch bei sehr viel Werbung
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Werbung nur okay, wenn möglich, sie als Zahlender auszublenden: 14 %
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Kurze Auswertung dazu mit Georg
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Nicht-Supporter*innen: Warum nicht?
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58 % (354): Es liegt nicht an euch, sondern an mir (finanzielle Situation oder ähnliches)
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35 % (215): Zahle generell nicht für Medien und digitalen Content
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5 % (32): Ich will nischigeren Content – Taktikanalysen und Co.
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Rest waren hauptsächlich Antworten, wo es um Geld und finanzielle Mittel ging – manche meinten auch, sie vergessen es oder fühlen sich zu wenig erinnert oder finden es zu kompliziert; manche sind zu jung
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Kurze Auswertung dazu mit Georg
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Art von Werbung
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Statische Banner finden 83 % ok
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Animierte Werbebanner finden 55 % ok
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Pop-ups, die geschlossen werden müssen 23 %
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Werbevideos, die automatisch abgespielt werden 17 %
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Anzahl Elemente: 45 % 1-2; 44 % 3-4; 9 % 5+; Rest 0
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Inhalt der Werbung: 74 % gegen Erotik und 18+; 56 % gegen Glücksspiel und Sportwetten; 41 % gegen Alkohol; 32 % gegen Reisen und Staaten mit problematischer Menschenrechtslage
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Alle anderen freien Antworten waren eher im marginalen Bereich
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Kurze Auswertung dazu mit Georg
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Gesamtauswertung – Hier vor allem konzeptionell: Wie geht es jetzt weiter? Was sind die nächsten Schritte (mit verschiedenen Modellen tiefer beschäftigen, informieren, dabei beobachten, wie sich die Unterstützer*innenaktivität verändert und bewegt) – Unterschiede dynamische Werbung und gezielte Suche nach speziellen Partnern
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Sonstiges
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Danksagung an alle, die mitgemacht haben und die vielen extrem positiven Nachrichten, die den Großteil aller Nachrichten ausmachen. Viel Lob für unsere Arbeit und unsere Redaktion, viel Wertschätzung – ein Großteil ist Werbung gegenüber positiv eingestellt, es gibt Unterschiede in den Präferenzen natürlich
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Eingehen auf einzelne Nachrichten
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„Bitte die Option “Suchen“ auf der Webseite erneut zurückholen.“ – die war nie weg
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„Soweit es bei eurem Anzeigenanbieter überhaupt die Möglichkeit gibt, fänd ich es wirklich gut, wenn nicht bei jedem Besuch, +160 „Werbepartner“ alle Daten eurer Leserschaft abgreifen.“ – Tracking sollte tatsächlich ein Thema sein, das wir berücksichtigen.
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„Ich bin erst durch die Umfrage auf die Arbeit, z.B. die gute Vor-Analyse des TSG-Spiels aufmerksam geworden. Dabei nutze ich bereits seit 15 Jahren iLiga/Onefootball als Bayernfan und lese Berichte. Ich werde nun die Webseite direkt nutzen.“ – Thema Sichtbarkeit aufgreifen. Wir sind extrem abhängig von Algorithmen
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Thema Paywall jeglicher Art: Ob „werbefrei“ kaufen oder klassische Paywall: Warum Miasanrot auf das Konzept setzt, für alle gleichwertig da zu sein.
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„Bitte sucht jeden erdenklichen Weg, Eure Qualität nicht sterben zu lassen.“ – meine persönliche Richtlinie: Wenn Werbung unseren Content beeinflussen würde, dann eben ohne Werbung. Das Risiko ist real, dass man mit Werbung versucht, die Klicks zu steigern. Daran müssen wir uns messen lassen, wenn der Schritt kommt. Dass wir es besser als andere machen.
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Thema Menge der Artikel. Warum es wichtig ist, dass wir nicht nur ab und an Qualität, sondern auch Quantität produzieren.
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Thema Bayern Frauen. Einige sehr unverschämte Nachrichten dabei; aber ich will da einfach mal drauf eingehen, dass das ein realer Wachstumsmarkt für uns ist und es strategisch richtig ist, dort die Arbeit zu intensivieren.
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5/20 Top-Artikeln mit fünfstelligen Klicks über Frauen (25 %)
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Frauen-Kategorie die am meisten genutzte Filter-Einstellung auf unserer Seite
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Immer weniger Frauen-Artikel landen unter der Grenze von 2.000 Klicks, die wir intern als Mindestgrenze definieren, die erreicht werden sollte und ab der man einigermaßen zufrieden sein kann (vor allem, wenn der Artikel bei Google nicht hoch rankt) – und: auch bei den Männern landen Artikel immer mal wieder unter dieser Grenze
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Auf Instagram ist eine große Community rund um die Frauen gewachsen. Alle unsere erfolgreichsten Posts und Reels dort sind über die Frauen. Beispiel: Drei ähnliche Posts zuletzt zu analytischen Artikeln. Analyse der rechten Seite der Frauen in Freiburg; Analyse von Luis Díaz; Analyse von Tah – Frauen-Post landete bei 36.000 Views und über 1.000 Likes; die beiden Männer-Posts schafften nicht mal die 5.000 Views.
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Unsere Podcastfolge zu den Frauen erreichte neulich 2.310 Views bei YT. Eine der besten Folgen überhaupt. Die durchschnittliche Wiedergabedauer lag nur marginal unter der von Männer-Folgen.
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Bei Mix-Folgen, die Frauen-Themen enthalten, ist in den YouTube-Stats kein besonderes Skipverhalten zu erkennen. Auch hier liegt der prozentuale Anteil der Views minimal niedriger als bei Männerthemen, aber nicht so deutlich, dass es relevant wäre.
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Kurzum: Wachstumsmarkt und messbares Wachstum in den letzten Jahren. Eine Nische, die wir nicht nur deshalb bespielen, weil es uns Spaß macht, sondern auch weil es rein zahlentechnisch sinnvoll ist und wir hier eine Marktlücke sehen, die wir ausfüllen können
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Warum keine zwei Podcasts möglich sind.
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Gendern; kurzer Funfact dazu: Analyse eines Linguisten hat ergeben, dass unser Genderanteil auf Website und Podcast weit unter einem Prozent liegt.
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Stellt mich ein, ich arbeite gerne ehrenamtlich für euch!
– Bewerbungen lesen wir uns immer durch, auch wenn wir gerade nicht suchen. An kontakt@miasanrot.de
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danke - das reicht dicke aus um einen Einblick in die Stimmungslage zu erhalten ![]()
Zum Thema Gendern: Ich verstehe den Inklusionsgedanken, aber die Datenlage hat sich in den letzten Jahren ziemlich eindeutig entwickelt. Laut der repräsentativen infas-Umfrage für Die Zeit (November 2024) gendern 82% der Frauen nie. Nicht selten, nie. Bei Männern sind es 77%. Die angebliche Zielgruppe des Genderns lehnt es also sogar stärker ab.
Die Shell Jugendstudie 2024 zeigt dasselbe Bild bei jungen Leuten: 42% lehnen es ab, 35% ist es egal, nur 22% befürworten es. Selbst bei Grünen-Wählern findet sich keine Mehrheit mehr dafür (infas: 53% lehnen ab).
Das Argument „ich mache das, damit sich Leute gesehen fühlen“ in Ehren. Aber wenn über 80% der Frauen selbst sagen, dass sie das nicht brauchen und nicht wollen, dann inkludiert man nicht, sondern bedient ein Minderheitensignal gegen den erklärten Willen der Mehrheit der angeblich Begünstigten. Es ist schlicht nicht mehr zeitgemäß.
Meine einzigen Probleme damit sind folgende:
- holprigen Rhythmus („Mitarbeiter:innen“)
- künstliche Eingriffe in gewachsene Sprache
- schlechtere Vorlesbarkeit
- Probleme bei Screenreadern oder in juristischen Texten
Mit was ich mich anfreunden kann:
- neutrale Formen („Studierende“, „Lehrkräfte“)
- Umformulierungen
Und wenn man ehrlich ist, wer gendert mit dem Hintergrund „Ich will alle inkludieren und einschließen“ der macht sich die Mühe seine Texte dementsprechend umzuformulieren und nutzt nicht einfach nur den „faulen“ und bequemen Weg einfach ein :innen hinter jedes Wort zu klatschen
Das ist ein Nicht-Argument. Selbst wenn ich nur 0,02 Prozent unserer Hörer*innen damit erreichen würde und diese 0,02 Prozent sich dadurch inkludierter fühlen als vorher, ist das bereits ein Gewinn. Warum? Weil die, die sich daran so aktiv stören, dass sie sich ständig mitteilen müssen, eine ganz klare Ausnahme sind. Und oft eben Menschen, die extrem privilegiert sind. Meine Meinung zu denen: Wenn sie nicht in der Lage sind, nicht mal 0,1 Prozent gegenderte Sprache zu ertragen oder hinzunehmen, ohne dieses Fass aufzumachen, dann sitzen die Probleme einfach grundsätzlich woanders. Und es sind mehr als 0,02 % der Leute, denn ich kriege ja regelmäßig Feedback und Nachrichten. Darunter auch einige positive dazu
Wenn wir nur nach vermeintlichen Mehrheiten handeln, dann machen wir auch Politik für Mehrheiten und schließen marginalisierte Gruppen aus. Ganz unabhängig vom Gendern. Deshalb finde ich es grundsätzlich falsch zu sagen: Ein paar Studien ergeben X und Y, die 20 Prozent sind nix wert.
Was solche Studien übrigens oft auslassen: Nur weil ich NICHT gendere, habe ich nicht automatisch ein Problem damit. Ich kenne Befürworter*innen, die es selbst nicht tun. Und dann gibt es da noch ganz generelle Probleme, die Studien und Umfragen immer mit sich bringen. Ich habe keinen Zweifel daran, dass eine Mehrheit das ablehnt. Deshalb liegt diese Mehrheit aber nicht richtig und deshalb sind mir 10-30 Prozent auch nicht egal
Zeitgemäß scheinen ja laut aktuellen Umfragen ja auch rechtsextreme und rechtskonservative Parteien zu sein. Nur weil diese eine potenzielle Mehrheit haben, liegen sie aber nicht richtig mit dem, was sie durchsetzen wollen.
Meine Position dazu ist unverhandelbar:
- Ich mache das weiterhin
- Ich erwarte von erwachsenen Menschen, dass sie in der Lage sind, über einen Mini-Anteil in Blog und Podcast hinwegzusehen und sich nicht wie kleine bockige Kinder zu benehmen (tun einige Kandidaten), und so tun, als würden sie nichts mehr verstehen.
- Ich lebe selbst vor, verschiedene Arten von Sprache zu akzeptieren, erwarte das also auch von anderen.
- Ich erwarte von niemandem, dass er das gut findet. Es ist mir schlicht egal, wenn nicht.
- Das Thema wird nicht durch mich groß gemacht, sondern durch Leute, die ganz offenkundig ganz andere Probleme haben als Sprache und nicht in der Lage sind, es einfach mal gut sein zu lassen.
Wenn man nicht in der Lage ist, die minimale Unterbrechung bei „Hörer*innen“ hinzunehmen, ohne dabei wütend zu werden oder frustriert zu sein (sind ein paar wenige offenkundig) oder sich ständig darüber zu beschweren, dann hat man einfach andere Probleme und dann muss ich auch hinterfragen, ob 90 Minuten Podcast überhaupt etwas für sie sind.
Ergänzung: Die Studienlage ist da übrigens sehr vielfältig. Es gibt bspw. zahlreiche Studien zu den negativen Auswirkungen des generischen Maskulinums. Wenn wir also über Schwächen reden, dann ist es für mich kein Argument, zu sagen, wir ignorieren die Schwächen dessen, was „gewachsen“ ist. Denn Sprache war schon immer im Wandel und wird es auch immer sein.
Unabhängig davon, was wir vom Gendern halten, wird es sich durchsetzen. In 30 Jahren wird gegenderte Sprache der gesellschaftliche Standard sein.
All jenen, die sich für einen wissenschaftlich informierten Blick auf das Thema interessieren, sei diese Vorlesung von Philipp Hübl empfohlen, die er 2023 an der Universität der Künste in Berlin gehalten hat:
Ich fand die Vorlesung sehr erkenntnisreich.
Vorweg zur Klarstellung; ich unterstütze das Ansinnen des Genderns zu 100%, auch wenn ich es, zugegeben, selbst aus Gewohnheit und Bequemlichkeit nur unregelmäßig praktiziere.
Was mich dabei umtreibt, ist die sprachliche Umsetzung, und da komme ich so ziemlich zur gegenteiligen Ansicht wie @NewBi: ich kann mich mit den sogennanten neutralen Formen, die allzuoft nur Partizipien sind, genau nicht anfreunden.
Zunächst mal rein sprachlich: echte neutrale Formen wie Lehrkräfte oder Pflegekräfte gibt es eher vereinzelt, meistens wird dann auf Partizipien ausgewichen, was aber auch ein eigentlich massiver „künstlicher Eingriff in gewachsene Sprache“ ist - denn das Partizip ist dafür gedacht, die aktuelle Tätigkeit von Personen oder Gruppen zu beschreiben. Als generischer Überbegriff ist das Partizip bisher nicht gedacht gewesen, und es ist auch in der Praxis ungeeigent, weil es nicht alle Fälle abdeckt.
Beispiel: wenn die Betenden aus der Kirche rausgehen, werden sie evtl. zu Rauchenden und wenig später zu Mittagessendenen … und um im Beispiel zu bleiben: was machen wir mit den Pfarrer:innen, heißen die in neutral dann Seelsorgende?
Noch absurder wird es im Singular, wo der Trick nicht funktioniert: der Mitarbeitende ist dann halt doch wieder ein Mann …
Da ist die Genderschreibweise, sei es mit Semikolon oder Sternchen, deutlich konsequenter und präziser. Man fügt der deutschen Sprache neue Elemente hinzu, die es ermöglichen, bewusst auszudrücken, dass Männer, Frauen und Non-binäre Personen angesprochen sind.
Auch da ist natürlich der Singular ein Problem, weil man eigentlich den Artikel doppelt machen müsste (der/die). Da hätte ich als Mann jetzt aber kein Problem damit, wenn man sich für die Zukunft auf eine gen(d)erische Form wie „die Ärzt*in“ einigt - qua Gendersternchen ist ja klargestellt, dass man alle Geschlechter anspricht und grammatikalisch geht es so vermutlich am leichtesten von der Zunge.
Danke für deine differenzierte Sichtweise. Ich hätte mein Unbehagen der „neutralen“ Sprache gegenüber nicht besser zum Ausdruck bringen können.
Ich gebe im Podcast ja zu, dass das Sternchen bspw. nicht die Optimallösung darstellt. Wir also nicht an einem Punkt sind, an dem das alles perfekt ausgereift ist. Vielleicht kommt der irgendwann noch, wobei man bei Sprache erstmal „perfekt“ definieren müsste. Sehr komplex.
Ich halte es aber für die aktuell beste Version. Und aus diversen Gründen ist das generische Maskulinum für mich keine Option mehr. Weil mich die Schwächen dort viel mehr stören als die des Genderns.
Das wäre für mich tatsächlich eine sehr feminine Bezeichnung: Die heutige “Ärztin” mit Alibi-Sternchen. Keine optimale Lösung.
Zum letzten Spiegelstrich denke ich mir ehrlicherweise: “Da lachen doch die Hühner.”
Dass 35% aller Internet-User nicht mindestens für Netflix, Youtube, Amazon Prime oder ähnliche Medien bezahlen, kann ich nicht glauben.
Dass diese 35% nicht für journalistische Berichte bezahlen, kann ich mir dagegen gut vorstellen.
Ich denke, dass das auch so interpretiert wurde (und darum ging es uns ja auch). Auch dazu lohnt es übrigens, in die Folge zu hören. Ich halte diese Einstellung für einen Hauptgrund für vieles, was Leute (zu Recht) am Journalismus kritisieren. Ganz unabhängig von Miasanrot.
Glaubst du aber ernsthaft, dass diese Schreibweise für Menschen mit bspw einer Lese- oder Rechtschreibschwäche optimal ist?
„Opfern“ wir also die Menschen einfach (immerhin 3-8% der deutsche Bevölkerung) für die paar Prozent die sich von dem Wort Pfarrer nicht inkludiert fühlen?
Die deutsche Sprache ist schon schwer genug. Müssen wir das ganze noch mehr verkomplizieren mit *, / oder : ?
Dito, ich auch. Das journalistische Niveau der so genannten Leitmedien (Zeit, Spiegel, Süddeutsche etc.) ist in den letzten 20 Jahren leider abgestürzt. Selbst ich als vormals treuer Leser habe nach Covid mein langjähriges Abo gekündigt, nachdem viele Berichte, Meinungen, Analysen usw. nur noch das wiedergekäut hatten, was tags zuvor schon im TV verhandelt worden war - oft aus sehr einseitiger Perspektive.
Natürlich liegt dieser Qualitätsverlust großteils darin begründet, dass Journalismus als Berufszweig die Besten mangels Entlohnung / Festanstellung nicht mehr anzieht. Ich finde das ganz bitter: Die “Gratismentalität” in den jungen Jahren des www hat da leider Vieles kaputt gemacht.
Dass viele Printmedien nun versuchen, diese Entwicklung über “Plus-” oder ”Pro-” Abos zu korrigieren, ist insofern nachvollziehbar, wird aber angesichts der aktuellen Qualitätsmisere und der Einstellung der potenziellen User nicht funktionieren.
Wenn aber selbst Sky und Konsorten trotz Milliarden Einnahmen ihren Content zu 90% auf Clickbait aufbauen frag man sich schon warum man zusätzlich noch zahlen soll dafür
Und hat den unschönen Nebeneffekt, dass Leute zu Qualität nicht mehr Zugang haben, die finanziell in Schwierigkeiten sind. Auch das ist aus vielerlei Perspektiven heraus fatal.
Das sind jetzt aber eher Nebenkriegsschauplätze, die Du hier aufmachst.
Nein, optimal ist die Genderschreibweise sicher nicht (wie @justin schon geschrieben hat), aber wer ein Lese- oder Rechtschreibproblem hat, wird wohl mit den „Forschenden“ und „Studierenden“ etc. auch so seine liebe Not haben …
Danke für die ausführliche Antwort. Ein paar Punkte dazu:
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Du begründest das Gendern mit Inklusion. Das Binnen-I („SpielerInnen“) bildet aber nur männlich und weiblich ab. Nicht-binäre Personen, also genau die Gruppe, die am stärksten auf sprachliche Sichtbarkeit angewiesen wäre, sind nicht mitgemeint. Selbst die Bundeskonferenz der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten an Hochschulen weist darauf hin, dass das Binnen-I nur zwei Geschlechter repräsentiert. Wenn Inklusion das Argument ist, dann ist das Binnen-I das falsche Werkzeug dafür.
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Den Vergleich von Gendern-Kritik mit rechtsextremen Parteien finde ich daneben. 68% der Deutschen (YouGov, Oktober 2025), 82% der Frauen (infas/Zeit, 2024) und 89% der 18-24-Jährigen gendern selten oder nie. Selbst unter Grünen-Wählern findet sich keine Mehrheit dafür (53% lehnen ab). Das ist kein rechter Rand. Das ist die gesellschaftliche Mitte, quer durch alle Milieus und Altersgruppen.
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Du schreibst, du lebst vor, verschiedene Arten von Sprache zu akzeptieren, und erwartest dasselbe von anderen. Gleichzeitig nennst du Kritiker „kleine bockige Kinder“, unterstellst ihnen, sie seien „extrem privilegiert“ und hätten „andere Probleme“, und fragst, ob 90 Minuten Podcast überhaupt etwas für sie sind. Positives Feedback nimmst du als Bestätigung, kritisches als Charakterschwäche des Absenders. Das ist keine Toleranz gegenüber anderen Sprachhaltungen. Das ist: Akzeptiere meine Wahl still, oder ich stelle deine Reife in Frage.
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Du vertraust auf anekdotisches Feedback einzelner Hörer, stellst aber repräsentative Umfragen von infas, YouGov, infratest dimap und Civey in Frage. Das ist methodisch genau umgekehrt.
Niemand verlangt, dass du aufhörst. Aber wenn du das Thema öffentlich verteidigst, musst du auch sachliche Kritik aushalten, ohne sie als Charakterschwäche der Kritiker abzutun.