Veröffentlicht unter: MSR425: Harmburg? Der FC Bayern sollte lieber auf sich selbst schauen
Der FC Bayern München spielt in Hamburg nur 2:2. Viel wurde über Schiedsrichter Harm Osmers gesprochen. So viel, dass wir das nicht tun. Wir gehen in die Analyse des FCB-Spiels. Nach dem 2:2 des FC Bayern beim Hamburger SV ist die Bundesliga zumindest für den Moment wieder spannend. Diskutiert wurde hinterher sehr viel über Schiedsrichter Harm Osmers, der zweifellos keine gute Partie gezeigt hat. Wir konzentrieren uns allerdings auf das, was der FCB selbst beeinflussen kann. Der HSV ärgert den FC Bayern „Manchmal schwer“: Harry Kane über seine Position Leon Goretzka verlässt den FC Bayern Deshalb und weil die Debatten…
Deshalb und weil die Debatten rund um Schiedsrichter viel zu emotional geführt werden, verzichten wir darauf, diese Szenen auch nur zu erwähnen oder zu kommentieren. Dazu wurde ohnehin schon alles gesagt.
Ich verstehe den Ansatz, sich auf das zu konzentrieren, was Bayern selbst beeinflussen kann. Das ist grundsätzlich auch richtig.
Trotzdem frage ich mich, ob es journalistisch wirklich sauber ist, die Schiedsrichterleistung bewusst komplett auszublenden, obwohl sie offensichtlich Einfluss auf den Spielverlauf hatte. Das eine schließt das andere ja nicht aus.
Auch wenn ich eure Arbeit und gerade Justin sehr schätze, weiß ich nicht, ob ich diese Einstellung wirklich mitgehen kann. Man kann sehr wohl über Bayerns eigene Fehler sprechen und gleichzeitig problematische Entscheidungen nüchtern einordnen, ohne gleich in emotionales Schiri-Bashing abzurutschen.
Dinge bewusst nicht zu thematisieren, weil die Debatte emotional geführt wird, wirkt auf mich weniger wie Einordnung und mehr wie Ausklammern. Und da stellt sich für mich schon die Frage, ob das dem eigenen journalistischen Anspruch gerecht wird.
Die Zeit in einem Podcast ist leider ziemlich begrenzt und man sollte den Machern wohl schon die Freiheit zugestehen wo man da Themenschwerpunkte setzt - anstatt einfach ALLES zu thematisieren, auch die Themen die eh schon total die Diskussion überall dominieren nach dem Spiel kann man als kleiner Podcast doch total plausibel sich darauf konzentrieren was man langfristig für wichtiger hält zu analysieren nach dem Spiel:
Warum die Bayern zuletzt eben bei weitem nicht mehr so schaffen zu glänzen wie über lange Strecken der Saison.
Das würde ich schwer behaupten wird dem journalistischen Anspruch von MSR wesentlich mehr gerecht als die genau gleiche Diskussion nach dem HSV Spiel wie überall sonst auch?
Es war nicht mal bewusst. Es ist uns im Nachhinein aufgefallen, dass das für uns einfach ganz offensichtlich keine höhere Priorität hatte als die Themen, über die wir gesprochen haben. Es gab vorher kein Verbot darüber zu sprechen und auch keine Einigung oder Abmachung. Offenbar ist es möglich, das Spiel auch zu diskutieren, ohne sich beim Schiedsrichter aufzuhängen. Wir hätten der Debatte außerdem nichts sinnvolles beitragen können.
- Alles, was an Verschwörungstheorien geteilt wird, teilen wir nicht.
- Mehr als „die Leistung des Schiedsrichters war nicht gut“ wäre eh nicht gekommen und da das ohnehin schon alle wissen und geteilt haben, sehen wir darin keinen Sinn. Hier gibt es auch nichts einzuordnen. Die Leistung war schlecht, der FC Bayern muss trotzdem in der Lage sein, dieses Spiel zu gewinnen.
- Wir sind keine Schiedsrichterexperten und verzichten daher auf das, wo wir wenig Expertise haben und fokussieren uns auf das, was wir nicht nur für relevanter halten, sondern worin wir auch mehr Expertise haben.
Den mindestens leichten Vorwurf, wir würden unserem journalistischen Anspruch damit nicht gerecht werden, teile ich daher nicht. Im Gegenteil.
Kleiner Einwurf @justin, ohne den Podcast schon gehört zu haben (wenig Zeit, noch 100 Stunden Podcasts offen, wird also eng…
)
Und trotzdem der Hinweis: du schreibst, ihr wärt keine Schiedsrichter-Experten. Korrekt. Das ist so.
Aber: man darf - und in dem Fall sehe ich leider sogar ein muss hier - durchaus erwähnen, dass der Schiedsrichter insgesamt ein schlechtes Spiel machte und bei Elfmeter-Entscheidungen (und vielen weiteren Entscheidungen, wie z.B. Meckerei Kane) absolut keine Linie hatte. Dass du erwähnst, dass ihr erst im Nachhinein merktet, dass ihr den Schiedsrichter nicht erwähnt habt, spricht für mich halt dafür, dass ihr in eurer Vorbereitung schlicht - und es sei mir verziehen, wenn es nicht so war - den Punkt für so klar hieltet, dass ihr ihn nicht auf dem Schirm hattet. Und trotzdem müsste er rein.
Denn: angenommen, Olise machte ein riesen Spiel, macht 5 Tore und legt weitere 5 auf, dann ist das ja auch offensichtlich und trotzdem redet ihr drüber, oder? ![]()
Weil: hat Einfluss aufs Ergebnis.
Danke für die ausführliche Antwort und die Einordnung. Ich verstehe euren Punkt jetzt besser und kann nachvollziehen, warum ihr die Prioritäten so gesetzt habt.
Trotzdem bleibe ich dabei, dass man Schiedsrichterleistungen zumindest kurz einordnen kann, ohne sich daran „aufzuhängen“. Gerade weil ihr sagt, dass die Leistung nicht gut war, wäre für mich eine knappe, sachliche Erwähnung Teil einer vollständigen Spielbetrachtung gewesen, selbst wenn das Fazit am Ende dasselbe bleibt, nämlich dass Bayern dieses Spiel trotzdem hätte gewinnen müssen.
Dass ihr euch auf eure Kernkompetenzen fokussiert, ist völlig legitim. Meine Nachfrage zielte eher darauf ab, wo für euch die Grenze zwischen sinnvoller Einordnung und bewusster Nicht-Thematisierung verläuft. Das ist aus meiner Sicht eine spannende Frage und keine grundsätzliche Kritik an eurer Arbeit, die ich weiterhin sehr schätze.
Dass die Nicht-Thematisierung vorher gar kein Thema war ging ja aus dem Artikel zum Podcast nicht hervor. Also nix für ungut ![]()
Das eine kann der FC Bayern direkt mit eigener Leistung beeinflussen, das andere ist etwas, das er nicht kontrollieren kann. Und ehrlichgesagt fand ich die Debatte, hier und auch woanders, nach nur wenigen Minuten so anstrengend und schon auch nervig, dass ich mich damit erst recht gedanklich nicht mehr auseinandergesetzt habe.
Meine Meinung: Selbst wenn er dem HSV noch einen Elfmeter geschenkt hätte, muss der FC Bayern in der Lage sein, dieses Spiel zu gewinnen.
Ich teile auch nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Dann müssten wir demnächst vier Stunden aufnehmen, weil immer etwas fehlt.
Grundsätzlich diskutieren wir aber vielleicht auch einfach über den Inhalt der Folge. Das andere Thema füllt ja diverse threads.
Akzeptiert, wenn ihr das so seht. Das sollte der kicker künftig auch machen.
Heutige Ausgabe. Bewertung für Osmers: Note 4,5.
Begründung: Bei den persönlichen Strafen häufig mit zweierlei Maß zuungunsten des HSV: Kanes gefährlicher Tritt gegen Heuer Fernandes war zwingend und mindestens Gelb (3.) und Olise hätte bereits nach 38 Minuten Gelb sehen müssen. Der Elfmeter für den HSV war hart, aber vertretbar.
Der kicker sieht die Leistung des Schiedsrichters also auch eher schwach, begründet dies aber ausschließlich damit, dass er Bayern-Vergehen nicht korrekt geahndet hat. Von der möglichen Notbremse gegen Kane, dem potentiellem Elfer für Olise (der dann auch hart aber vertretbar gewesen wäre) und dem völlig falsch interpretierten Offensivfoul von Stanisic wird nicht gesprochen.
Muss er das? In Anbetracht aller Umstände? Ich behaupte nein, muss er nicht. Nicht aktuell.
Ich habe fast alle Spiele des HSV gesehen und das war mit weitem Abstand deren bester Auftritt in dieser Saison. Die haben alles und noch mehr auf dem Platz gelassen, daher viele Krämpfe im letzten Drittel.
Dazu die angezündete Hütte in Flutlichtatmosphäre (wohingegen der BVB gerne abends daheim ran darf), 7. Spiel in 21 Tagen, Aufbau von Rekonvaleszenten, Auswärtsspiel nach CL-Auswärtsspiel - also kaum Vorbereitungszeit. Ich finde man merkt den Aderlass bei einigen Protagonisten deutlich (Kane hat so viel gemeckert wie die letzten Jahre nicht in Summe, Olise gelingt vergleichsweise wenig).
Ich finde in der Gesamtgemengenlage darf man auch mal mit einem Punkt auswärts leben dürfen. Auch in Hamburg.
Sehe ich ehrlich gesagt anders. Natürlich kann man auswärts mal mit einem Punkt leben, aber nicht isoliert betrachtet.
Wenn man den weiteren Spielplan mit Hoffenheim, Leipzig im Pokal und dem BVB noch vor der Brust im Blick hat, ist genau so ein Spiel in Hamburg eines, das du eigentlich ziehen musst.
Aus sechs Punkten Vorsprung kann sonst ganz schnell Punktgleichheit werden und dann redet man plötzlich wieder über ganz andere Dinge. Gerade deshalb wiegt so ein „kann man mit leben“-Unentschieden für mich deutlich schwerer, als es auf den ersten Blick wirkt.
Ich stimme dir insofern zu, dass der FC Bayern auch in Hamburg hätte mehr herausholen müssen. Unabhängig davon, dass der HSV eine wirklich solide Leistung gebracht hatte, die auch Applaus verdient, der FC Bayern weit über die eigentliche Spielzeit von 90 Minuten nicht in die Spur gefunden hatte, sehe ich dennoch einiges an Entscheidungen erwähnenswert, weil sie spielentscheidenden Charakter hatten. Dies erklärt in vielerlei Hinsicht dann auch das ungewohnt öfter Reklamieren von Kane und auch teilweise den Verlauf des Spiels.
Aber an sich habt ihr recht, jeder konzentriert sich auf das vom Spiel, worüber er sprechen möchte.
In den letzten 1 1/2 Tagen wurde zu den vermeintlichen Fehlentscheidungen auch sehr viel diskutiert im Forum, deshalb würde es mich trotzdem interessieren, was eure Meinung zu der ein oder anderen Szene ist.
Eben genau das! Volle Zustimmung meinerseits
Es geht ja nicht nur um die entscheidenden Szenen.
Wenn der Gegenspieler sobald es eng wird sich auf den Ball wirft und Freistoss bekommt und man selbst nach jedem Pass direkt danach ins kreuz gerempelt wird („Vorteil, weiterspielen“), macht dies einfach den Kopf kaputt. Es ist schlicht lächerlich, dass insgesamt deutlich mehr Fouls gegen Bayern gepfiffen wurden wenn man das Spiel gesehen hat. Von daher muss der Schieri definitiv die Bewertung einfliessen.
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Ohne Worte!!!……………
Das kann ja nicht aus dem Kicker stammen. Das hat der gute @willythegreat wahrscheinlich aus dem Postillion kopiert. ![]()
Bezüglich der Integration von Musiala (und Davies) würde ich noch erwähnen, dass Musiala sicherlich besser als Gnabry ist, aber ich finde Gnabry ist kein Einwechselspieler für 20-30 Minuten. Gnabry braucht, sofern es seine Fitness zulässt mMn mindestens eine Halbzeit, damit er seinen Rhythmus aufrecht erhalten kann. Und das dann am besten auch im Mittelfeld gibt Kane. Ansonsten ist er zwar nicht verschenkt, aber sein Potenzial wird nicht richtig ausgenutzt.
Falls das so ist, dann ist es sein persönliches Problem. Darauf kann keine Rücksicht genommen werden, denn, wie du selbst anmerkst, ist
Manche Spieler brauchen halt eben etwas länger um in ein Spiel reinzukommen.
Das mag ja sein, deswegen wird er über kurz oder lang aber trotzdem nicht häufiger starten.
Es ist richtig, aber es ist halt schade für Gnabry. Und man sollte dann vielleicht auch eine Vertragsverlängerung überdenken. Gnabry als Option 6 oder 7 hinter Kane, Diaz, Olise, Musiala und Karl sowie nächstes Jahr potenziell besseren Kane-Backup im Angriff ist dann schon etwas wenig.
