Miasanrot-Chat: Wer steht gegen Paris im Tor?

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Kurz bevor das Wintertransferfenster öffnet, liefen bei Miasanrot die Drähte heiß: Wer würde im Champions-League-Achtelfinale gegen Paris SG für den FC Bayern im Tor stehen und Manuel Neuer vertreten? Daniel, Georg und Maurice mit ihren Picks. Maurice Hallo Daniel, Hallo Georg,kennt ihr das Chat-Format von FiveThirtyEight? Dort habe ich letztens…

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Schöner Beitrag! Den 538Artikel über die Präsidentschaftskandidaten habe ich auch gelesen.

„Ich gehe sogar so weit und behaupte Navas hätte bereits unterschrieben, träfe man nicht in der Champions League ausgerechnet auf seinen Verein.“
Das glaube ich auch. So halte ich es allerdings für ausgeschlossen, dass er zu Bayern kommt…

Mein erster Pick ist Yann Sommer. Die Gründe sind genannt, er ist eine zuverlässige Alternative für die Übergangsphase und er kann hier um Titel mitspielen.

Mein Geheimtipp ist allerdings Iñaki Peña von Barcelona, mit der kleinen Hoffnung, dass er sich zu einer langfristigen Lösung entwickeln könnte. Mit 23 Jahren ist er zwar recht jung, aber er hat bei seiner halbjährigen Leihe in der Türkei gezeigt, dass er was drauf hat. In den beiden EL-Spielen gegen Barca haben seine Ex- und jetzt Wieder-Kollegen sich die Zähne an ihm ausgebissen (auch wenn es am Ende knapp nicht gereicht hat, was nicht an ihm lag). Sein größter Vorteil gegenüber Nübel liegt in der Hand (bzw an den Füßen „hier Zwinkersmiley einfügen“ ): er ist ein mitspielender TW mit starken fussballerischen Fähigkeiten.

Mein utopischer Traum wäre eine eineinhalb-jährige Leihe mit Kaufoption, dadurch könnte man herausfinden, ob es für das höchste Niveau ausreicht. Warum Barca mitmachen sollte weiß ich allerdings auch nicht.

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Wenn ich die aktuellen Medienberichte richtig verstehe, scheinen die Würfel ja nun in Richtung Yann Sommer gefallen zu sein, der bei Borussia Mönchengladbach um seine sofortige Freigabe gebeten hat.

Ich denke, das ist eine gute (und sicher nicht allzu teure) Lösung; sicher besser als die Nübel-Option.

Gespannt bin ich darauf, ob Sommer nur einen Halbjahresvertrag erhält und dann weiter (z.B. zu Manchester United) transferiert wird, oder ob er einen längeren Vertrag erhält.

Letzteres erscheint mir sicherer, da man ja schwer vorhersehen kann, ob Neuer wirklich schon zu Beginn der neuen Saison fit ist UND seine alte Leistungsstärke wiedererlangt hat.
Falls ja: würde sich der bewährte Stammtorhüter eines Bundesligisten (der ja nicht auch nicht viel jünger ist als Neuer) dann tatsächlich für mindestens ein Jahr hinter Neuer auf die Ersatzbank setzen?

Oder wird Neuer dann (was er bei Nübel nicht wollte) doch einem „Gentlemen´s Agrement“ zustimmen und Sommer wenigstens ab und zu (z.B. im DFB-Pokal oder gegen Bundesligisten aus der unteren Tabellenhälfte oder in der CL, wenn unser Gruppensieg bereits feststeht) ins Tor lassen?

Bzw., oder wird ab September etwa ein offener Konkurrenzkampf zwischen Neuer und Sommer eröffnet werden? Können wir uns das Gehalt für gleich zwei Top-Torhüter finanziell leisten?

Bzgl. Sommers Körpergröße habe ich eine Frage an die Experten hier (also die, sie sich mit den Anforderungen an Torhüter besonders gut auskennen).

War es nicht Olli Kahn, der neulich sagte, dass die relativ geringe Körpergröße Sommers von 183 cm kein Problem sei, weil „kleine“ Torhüter das durch ihre tolle Sprungkraft kompensieren würden?

Ich meine, was ist das denn für ein Argument?
Da könnte man doch sagen, man nimmt lieber einen Torhüter von 193 cm, der sich ja wohl in all seinen Profijahren ebenfalls eine sehr gute Sprungkraft angeeignet hat und deswegen dem „kleinen“ mit seinen 183 cm überlegen ist, oder?

Oder hat „Großsein“ für einen Torwart auch Nachteile - gibt es also gewisse Spielsituationen, wo ein „kleiner“ Torhüter" einem sehr großen überlegen ist? Braucht z.B. ein 2-Meter-Mann im Tor länger, bis er sich flach und zur Seite auf den Boden geworfen hat, als ein kleiner?
Ich weiß, das klingt fast nach Realsatire, aber ich würde es wirklich gerne wissen…

Noch kurz eine andere Frage, die mich auch schon lange beschäftigt.

Ich wundere mich seit vielen Jahren, wie erschreckend groß der Anteil von Feldspielern ist, die nur „einbeinig“ sind. Die also z.B. einen deutlich stärkeren rechten Fuß haben, als es der linke ist.
Wieviel Hunderte von Torraumszenen haben wir selbst im Spitzenfußball schon gesehen, wo ein Stürmer eine Flanke locker mit dem linken Fuß reinschieben könnte, er sich aber windet und dreht, bis er mit dem starken rechten Fuß schießen kann und dadurch die Torchance versiebt?

Selbst Weltklassestürmer wie z.B. Robben waren mit links viel stärker als mit rechts.

Gibt es eigentlich Statistiken über die „Füßigkeit“ von Fussballern?

Ich kann natürlich nicht Hunderte von Spielern bei www.transfermarkt.de einzeln durchsehen, aber meine grobe Schätzung ist, dass ca. die Hälfte aller Spieler Rechtsfüßer sind, 25 % Linksfüßer und nur 25 % beidfüßig gleich gut sind.

Wie kommt das? Nach der deutschen Wiedervereinigung hat man damals gerne DDR-Auswahlspieler verpflichtet, weil im DDR-Fußball die Spieler angeblich vom Kindesalter an konsequent auf „Beidfüßigkeit“ ausgebildet wurden. Also KANN man das anscheinend trainieren.

Jetzt frage ich mich, warum es unter heutigen Spitzenspielern immer noch so viele „Einfüßer“ gibt.
Ist die genetische Veranlagung zum „starken“ Fuß dermaßen fest verankert, dass nicht jeder Profi durch jahrelanges Training dazu gebracht werden kann, dass der schwache Fuß fast so gut ist wie der starke? Ich meine, das sind doch Profis, die damit sehr viel Geld vedienen, und da wundert es mich, wenn Spitzenspieler immer noch Chancen versieben, weil sie eines ihrer beiden Beine nur zum Stehen haben, wie man so schön sagt…

Klar, deshalb gibt es ja auch die vielen 1,70m Jungs, die den Basketball dominieren. :smile:

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Naja, kleinere Sportler sind ja zumeist auch leichter, was bei der Sprungkraft und Explosivität durchaus eine Rolle spielt.

Dass Sommer (anders als Neuer übrigens) bei der Nati ein echter Elferkiller ist - jedenfalls meiner Wahrnehmung nach - spricht ja auch eher gegen ein Größenproblem.

Es gibt halt nicht nur schwarz oder weiß - offenbar ist eine gewisse Größe von Vorteil für Torhüter, sonst läge der Durchschnitt in der BL nicht bei über 1,90, gleichzeitig scheint zu groß aber auch eher nachteilig, man sieht jedenfalls kaum Torhüter über 2m. Mehr Masse ist nunmal träger und das wird wohl irgendwann zu einem Nachteil der die Größe überwiegt.
Wie überall ist eine gewisse Streuung normal, nur weil der Sweetspot irgendwo um 1,90 liegt ist man mit 1,83 nicht automatisch zu klein, vermutlich hat Sommer extrem gute andere Fähigkeiten (Reaktionsschnelligkeit, Entscheidungsfindung…) die das kompensieren.
Außerdem ist die Größe eigentlich nicht der entscheidende Punkt sondern eher die Länge von Fuß bis Hand.

Rulli ist raus aus der „Verlosung“. Georg hat aber immer noch gute Kandidaten im Rennen.

…und was meint Ihr zum Problem der „Beidfüssigkeit“?

Warum gibt es selbst bei Weltklassespielern, die seit 10 Jahren (Jugendakademie usw.) und mehr im intensiven Training stehen, immer noch so viele, die über einen guten rechten, aber nur einen deutlich schwächeren linken Fuss (oder eben umgekehrt) verfügen?

Ich hatte mich gewundert, dass man die „Beidfüssigkeit“ anscheinend so schlecht trainieren kann.

Z.B. wäre doch ein Boxer undenkbar, der über einen starken rechten Schlagarm verfügt, mit dem linken Arm aber deutlich schwächer ist.

Ich denke, dass da auch die Anlagen eine große Rolle spielen. Bei Sportarten, in denen die Hände benutzt werden, ist es doch ähnlich. Wie viele Handballer gibt es wohl, die mit beiden Armen gleich präzise und hart werfen können? Beim Tennis fanden sich hin und wieder auch auf Spitzenniveau Spieler, die mit beiden Armen spielen konnten, ohne dass es gravierende Unterschiede bzw. Präzision und Geschwindigkeit gab. Es war aber nicht die Regel. Gibt es beim Baseball oder beim American Football Spieler, die den Ball mit beiden Händen werfen können? Bei beiden Sportarten wäre das ein riesiger Vorteil, weil man den Gegner damit verwirren könnte.
Beim Boxen gibt es doch auch Links- und Rechtsausleger. Jeder Boxer hat auch seine dominante Hand und unterschiedliche Schlagstärke in beiden Armen. Ich denke, dass über 95% aller Sportler in diesen Sportarten eine deutlich erkennbare Schokoladenseite vorweisen können.
Beim Fußball ist es ähnlich. Jemanden wie Hamit Altintop zu finden, der sowohl mit links als auch mit rechts den Ball aus einer Distanz von 25 Metern hart und präzise versenken konnte, gibt es nicht zu oft.
Gerade beim Torabschluss im Fußball muss der Ball enorm präzise platziert werden und zugleich noch die nötige Schärfe haben. Man kann erwarten, dass man diese Kombination noch aus Entfernungen von ca. 11 Meter hinbringt. Was darüber hinausgeht, hat auch mit Anlagen zu tun. Ähnliches gilt wohl für Pässe über eine größere Distanz. Gewisse Basics kann man allerdings bestimmt trainieren. Man sollte von jedem Spieler verlangen können, dass er einen Pass über kurze Distanz mit beiden Beinen sicher zu seinem Mitspieler bringt und dass er ein Zuspiel im Bereich unmittelbar vor dem Tor mit beiden Beinen platzieren kann.

Lieber einen starken und einen schwachen Fuß als zwei mittelmäßige :blush:

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Danke für Deine interessanten Ausführungen, @willythegreat !

Ich glaube Dir, was Du schreibst, aber ich wundere mich doch sehr, dass die genetische Veranlagung (ein Rechts- oder Linksfuss zu sein) dermaßen stark ist, dass man den schwächeren Fuss von Profifussballern mit all den Möglichkeiten, die die moderne Trainingslehre, Sportmedizin und Physiotherapie bieten, nicht von den Jugendakademien an und im hundertfachen täglichen Training so weit „auftrainieren“ kann, dass er mit spätestens Mitte 20 fast genauso gut ist wie der stärkere Fuss. Wie gesagt, in der DDR soll man angeblich Fussballtalente von klein auf systematisch zu Beidfüssern erzogen haben…

Stimmt Ihr denn mit meiner groben Schätzung überein (s.o.), wonach 50 % der Profis Rechtsfüsser sind, 25 % Linksfüsser und nur 25 % Beidfüsser?

Und, letzte Frage, wie verhalten sich „Händigkeit“ und „Beinstärke“ zueinander?
Sind die meisten Linksfüsser auch Linkshänder, oder haben die Arme und die Beine hier nichts miteinander zu tun?

Selbst wenn „Händigkeit“ und „Beinstärke“ angeboren und durch Training kaum zu korrigieren sind, wundert mich das starke Überwiegen der „Rechtsbeiner“.

In den USA sind nämlich interessanterweise 50 % der Einwohner Rechts- und 50 % Linkshänder, während in Deutschland die Rechtshänder stark überwiegen.
Von daher würde mich interessieren, ob es in Amerika auch mehr „Linksfüsser“ unter den Fussballspielern gibt als bei uns.

Ein ganz interessanter Artikel zu Händigkeit und Füßigkeit, falls es interessiert:

(auch wenn es mit dem eigentlichen Thema des Threads eher wenig zu tun hat :wink:)

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Vielen Dank, @Lukenwolf1970, der von Dir verlinkte Artikel ist sehr interessant.

Was ich nicht verstehe, hatte ich ja schon erläutert: wenn ich mich als 16jähriger z.B. auf einer Jugendakademie des FCB dafür entscheide, die Laufbahn eines Profi-Fussballers einzuschlagen, dann würde ich doch jahrelang immer und immer wieder trainieren, dass mein schwacher linker Fuss eines Tages (fast) genauso gut sein wird wie der starke rechte.

Angeblich hat man es ja z.B. in der DDR auch so gemacht.

Die „Händigkeit“ kann ja auch „umtrainiert“ werden. Z.B. war mein sehr alter und längst verstorbener Vater (Jahrgang 1926 - erster Schultag 1933 unmittelbar nach der nationalsozialistischen „Machtergreifung“…) geborener Linkshänder.

Aber in der damals sehr strengen Pädagogik wurden Linkshänder systematisch umgeschult zu Rechtshändern, so dass mein Vater schon mit 8-9 Jahren und bis an sein Lebensende nur noch mit der rechten Hand schrieb, obwohl er bei schweren körperlichen Arbeiten weiterhin die linke Hand bevorzugte.

Und deswegen wundert es mich, dass Fussballer, deren BERUF das doch ist, selbst in jahrelangem Traning nicht zu annähernden Beidfüssern umgeschult werden können.
Es ist offenbar sehr schwierig - wundert mich aber doch.

Da scheint die Genetik dann ja wohl doch dominanter zu sein als Hunderte von Stunden Spezialtraining für den schwächeren Fuss.

Ein bekanntes Beispiel für Beidfüßigkeit in extrem wichtigen Situationen war Andy Brehme:
Beim Elfmeterschießen 1986 gegen Mexiko traf er mit links, den goldenen Strafstoß 1990 gegen Argentinien versenkte er mit rechts.

Matthäus hat da auch mal eine Anekdote erzählt, über seinen „toten“ linken Fuß und wie Trappatoni mit ihm trainiert hat.
Also man kann sich sowas wohl antrainieren.

Ich meine, er hätte mal gesagt, dass er mit dem linken härter schießt und mit rechten genauer. HF 1986 war der Freistoß gegen Frankreich auch mit links, wenn ich mich richtig erinnere. Wobei der nicht so fest war, sondern der Keeper ihn hat durchrutschen lassen.

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Stimmt, Brehmes Torquote in den WM-K.O.-Spielen war ja insgesamt gigantisch.
Im Halbfinale 1990 versenkte er ja Freistoß und Elfmeter gegen England, gegen Holland im Achtelfinale schoss er das 2:0 aus dem Spiel heraus.

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Der springende Punkt ist immer: Natürlich kann man das (ein Stück weit) trainieren. Aber zu entsprechenden Kosten bzw. immer mit einem Trade-off. Jede Trainingseinheit mit meinem schwachen Fuß fehlt mir mit meinem starken Fuß.

Du denkst an Extraschichten? Machen die meisten Jungs. Da hast du das gleiche Dilemma: Jedes Zusatztraining für den schwachen Fuß ist ein Zusatztraining weniger für Spezialtechnik, für Krafttraining, für Ausdauer, für Geschmeidigkeit, für Freistöße, für Sprints usw.

Die Frage ist also nicht: Kann man das trainieren?
Sondern: Lohnt sich das Training/bringt das Training in Summe mehr als ein anderes Training?
Und hier entscheiden sich anscheinend viele Trainer, Vereine und Spieler gegen eine zu hohe Bedeutung der (vollen) Beidfüßigkeit.

Zur Zeit produziert Niclas Heimann einen sehr zähen Laberpodcast über das Scheitern seiner Karriere. Dem gab ja der Hergott alles, aber er lebte eben wie im Rausch und machte immer nur das Pflichtprogramm. Ich glaube die 16-20 jährigen (insbesondere der Supertalente) sind in den seltensten Fällen Musterprofis

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