Kaderplanung: Vertragsverlängerungen

Auch ein Teil des Kaderpuzzles

Salah fliegt nach Liverpool zurück um sich richtig behandeln zu lassen, Mazraoui fliegt nicht fit zur marokkanischen NM und lässt sich dort behandeln.

Egypt statement on Mo Salah.

“The Egyptian FA announces that Salah will now travel to England to receive treatment with the hope that he will join the Egyptian national team if it qualifies for the semi-finals”

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Die gegenseitige Wertschätzung ist natürlich bei Salah und Liverpool eine andere als jene von Mazraoui und Bayern.

Der Druck auf Salah ist auch kleiner seitens der Ägypter als der Marokkaner auf Mazraoui.
Salah ist Volksheld, der lässt sich behandeln wo immer es will auf der Welt. Mazaraoui ist ein guter und wichtiger Spieler bei Marokko. Aber kein Vergleich. Da heißt es, komm zu uns, wir wissen genau was Dir fehlt, wir haben die besten Ärzte des Landes, mach uns stolz etc. pp.

Aber natürlich ist es so, dass es medizinisch viel klüger wäre er würde sich in München behandeln lassen. Da spielen leider ganz andere Dinge mit rein.

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FC Bayern will sich bei Sane & Co. Zeit lassen

Der Grund dafür: Die Bayern-Verantwortlichen um Sportdirektor Freund haben zurzeit andere Prioritäten und wollen sich generell mit den Vertragsverlängerungen noch ein wenig Zeit lassen - so auch bei Joshua Kimmich und Alphonso Davies, die wie Sane ebenfalls „nur" noch bis 2025 an den Verein gebunden sind.

Für Sane ist das Zögern seines Arbeitgebers kein Problem. Im Gegenteil: Es passt zu seinem persönlichen Zeitplan. Sanes Fokus liegt voll auf der Rückrunde, ehe er im Sommer eine Grundsatzentscheidung über seine Zukunft fällen möchte - vorzugsweise nach der EM, die ihm die Möglichkeit bietet, sich auf der großen internationalen Bühne zu zeigen und für einen Top-Vertrag zu empfehlen.

https://sport.sky.de/fussball/artikel/verlaengert-leroy-sane-seinen-vertrag-beim-fc-bayern-premier-league-eine-option/13054016/34942

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Einen Sane will man im Kader haben. Die Problematik die sich bei ihm stellt (wie auch bei den anderen aus der Gang) ist der unausgegorene Mix aus Tier 1 und 2 (Kaderanalyse) bei Gehalt und Leistung.

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Auch wenn man Bewertung anderer immer infrage stellen kann, so kann man sie trotzdem anführen.

Rein faktisch ist Sane in dieser Saison bisher die Nr. 3 unter den Topscorern. Vor ihm sind nur Kane (surprise, surprise) und Guirassy.

In der Kicker-Bewertung steht er notentechnisch bei den Top-Spielern auf Platz 2 (!), ganz knapp hinter Wirtz. Klar - jetzt kann man das wieder wegwischen, weil man sagt, das sind alles Blinde oder weil man den Kicker nicht mag, aber wer hier ernsthaft diskutieren möchte, muss zumindest zur Kenntnis nehmen, dass es offensichtlich Leute mit mindestens soviel Sachverstand wie den unseren gibt ( :wink: ), die hier aber mal eine ganz klare Sprache sprechen.

Gehalt und Leistung? Unausgegorener Mix? Weswegen? Weil er einer der Top-Spieler in Europa ist, den die großen Teams gerne hätten? Na den Mix wünschen sich aber so einige.

Was soll bloß von einigen dieser Kreuzzug? Weil er genervt schaut? Ach Du meine Güte … da wünsche ich mir mal von einigen die Souveränität und Gelassenheit von Tuchel, der das genauso einschätzt, wie es angebracht ist … als völlig unwichtig.

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Wenn du einen unausgegorenen Mix aus Tier 1 und Tier 2 als „Kreuzzug“ bezeichnest, dann haben wir wohl grundverschiedene Vorstellungnen bzgl. der Ansprüche an Tier 1 und Tier 2.

Wer sagt, dass die großen Teams ihn gerne hätten? Real braucht ihn nicht, Pep hat ihn für entbehrlich erklärt (weswegen er überhaupt erst zu uns kam) und bei PSG wird er nicht in die neue Kaderpolitik passen. Das ist auch gar nicht schlimm und sagt erstmal nicht viel aus. Aber es ist schon eine steile These von dir.

Welche Note der Kicker ihm gibt, ist auch ziemlich egal. Der Kicker hat uns auch Jahre lang erklärt, dass Thiago nix könne - vermutlich einfach nur, weil er Spanier ist. Seine Kicker-Noten waren bestenfalls mittelmäßig.

Individual-Statistiken sind auch so eine Sache. Die von Kimmich sind übrigens absolut top. Da muss man schon sehr sorgfältig suchen, um auf der Welt jemanden zu finden, der mit ihm mithalten kann. Dennoch steht er unter starker Kritik. Warum? Weil er scheinbar einen negativen Einfluss auf seine Mitspieler hat und seiner Rolle als Führungsspieler nicht nachkommt.

Sané ist trotz seiner vielen Scorer kein Tier 1 Spieler. Er ist keiner, der das Spiel der Bayern prägt und seine Mitspieler mitzieht. Er ist kein Robben, der soviel Ehrgeiz versprüht, den so ein Spiel wie gestern richtig angefressen hätte, dass er das Ding irgendwie reingekloppt hätte. Es ist ok, einen Sané zu haben, wenn man zusätzlich einen Typ Robben hat, der die Mitspieler mitzieht. Jemanden, der einem Sané den Rücken stärkt. Es ist aber nicht ausreichend, zwei aus Sané, Coman und Gnabry spielen zu lassen, die alle primär mit sich selbst beschäftigt und inkonstant sind (zumal Musiala auch noch nicht bereit dafür ist). Es fehlt da neben Kane noch ein zweiter Tier 1 Spieler.

Pep hat das scheinbar auch so gesehen. Der hat Sané gerne als Tier 2 Spieler gehabt. Er hat in ihm wohl nicht das Potential für Tier 1 gesehen, weswegen er bereit war, ihn abzugeben.

Wir haben aktuell drei Tier 2 Spieler auf dem Flügel, die vermutlich alle drei in Tier 1 verdienen. Ich glaube nicht, dass es so viele Klubs gibt, die einem Sané in der Größenordnung von 20 Millionen bezahlen wollen - schon gar nicht allen dreien.

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Wer wäre denn der allgemeinen Meinung nach Tier 1 Spieler oder Spieler mit diesem Potential? Ich glaube, auch Zaragoza ist/wird nicht unbedingt der Tier 1 Spieler im Vergleich zu den anderen. Da wartet also definitiv noch Arbeit auf die Kaderplaner.

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Er ist absolut ein Tier 1 Spieler.

Er ist ein Spieler, der das Spiel bereits oft genug geprägt hat, also ja, ist er.

In dem einen Punkt gebe ich Dir Recht, er ist niemand, der andere mitzieht. Muss er aber auch nicht. Dafür sind andere Spielertypen gefragt.

Ich habe Robben nie so wahrgenommen, dass er Mitspieler „mitgezogen“ hätte; ja, er war ehrgeizig bis in den kleinen Zehennagel, aber das hat er dann im allgemeinen eher in Einzelaktionen abgearbeitet, bei denen ihn seine Mitspieler viermal verflucht haben, weil er nicht abspielt, bis er dann aber beim fünften Mal halt doch das Tor gemacht hat.
Der Unterschied bei Robbery damals waren die Außenverteidiger Lahm und Alaba. Sobald Ribéry oder Robben nach innen zogen, waren die AV schon da, haben hinterlaufen und damit die Verteidigung vor eine unlösbare Aufgabe gestellt: entweder sie gehen zu zweit auf den nach innen ziehenden, eklatant torgefählichen Außenstürmer - dann steht der AV blank und kann in aller Ruhe zur Grundlinie und flanken oder nach innen passen - oder einer deckt auch den AV ab, dann wirds aber innen umso gefährlicher …
Unsere aktuellen Außenstürmer beherrschen das „Nach-innen-Ziehen“ durchaus ähnlich gut, aber ihnen fehlt die Standard-Option des hinterlaufenden AV; und damit sind sie viel leichter ausrechenbar.
Davies ist hier nicht diszipliniert genug, der will immer lieber selbst auch noch nach innen ziehen, um das Tor selbst zu machen. Und die Jungs auf rechts bringen nicht die nötige Flankenqualität …

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Zaragoza ist IMHO ein richtiger „gamble“. Entweder er wird Tier 1, oder er endet wie Wiggerl Kögl … was am Ende rauskommen wird, weiß heute natürlich keiner (auch wenn es am Ende viele gleich am Anfang gesagt haben wollen werden … :grin: )

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heißt das dann, dass er ein Kopfballtor in einem CL-Finale erzielt? :wink:

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Wenn er in geeigneter Weise angeschossen wird, ja …

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Ich denke sehr viele Fußballer wären überglücklich wenn sie so enden würden wie Wiggerl Kögl.
Ganz, ganz schlechtes Beispiel.

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Ich kann dir versichern, dass es nicht meine Art ist, Spieler zu bashen.

Der Wiggerl-Kögl-Vergleich passt IMHO schon, weil Zaragoza genau der gleiche Spielertyp ist. Und man kann am Beispiel Kögl - erstes Jahr gehyped, Nationalspieler etc., dann schnöde nach Stuttgart verkauft, sehr gut die enormen Anforderungen sehen, die diese Spielposition stellt. Gerade bei Bayern.

Aber lassen wir das vielleicht. Interessant ist doch, dass Bayern diesen Spielertyp sucht. Einen, der vielleicht auch mal bis zur Torauslinie runterzieht und den Ball gegen die Laufrichtung zurück in die Mitte spielt. … Das fehlt aktuell ein bisschen (Coman könnte es, Musiala auch, Sane ja, aber sonst). Nicht wahr?

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Für mich überhaupt nicht. Aber gut.

Naja, mir reicht da ein gutes halbes Jahr nicht aus. Mir ist die Beurteilung der Spieler da generell zu schnelllebig. Im Sommer war er noch die gescheiterte Hoffnung, ein halbes Jahr später ist er der beste Spieler ever und überhaupt. Oder Davies: Im Sommer wurde man noch schief angeguckt, wenn man meinte, dass der mit Tuchel nicht gut funktioniert wird. Jetzt wollen sie ihn alle persönlich nach Madrid fahren.

Ich erwarte da schon mehr als ein gutes halbes Jahr, um einen Spieler zu hypen. Und genauso mehr als ein Halbjahr in falscher taktischer Rolle, um einen Spieler niederzuschreiben.

Ist zwar durchaus richtig, jedoch war es schon so, dass in solchen Spielen, in denen nichts läuft, Spieler wie Robben das Heft des Handelns übernehmen. Alleine dadurch ziehen sie ihre Mitspieler mit, weil sie dafür sorgen, dass die Offensive wieder anläuft. Wenn da jemand aktiv wird und seine Mitspieler fordert, können diese sich nicht im Kollektiv verstecken.
Sané hingegen ist selber jemand, der sich gerne versteckt, wenn es nicht läuft. Der braucht jemanden, der ihn mitzieht. Man sieht es ja daran, welchen positiven Einfluss Kane auf ihn hat.

Wieso Tuchel aktuell nur defensive, absichernde Außenverteidiger haben will, ist generell eine Frage. Die Offensiven haben dafür jedoch deutlich mehr Freiräume. Die müssen kaum etwas für die Defensive tun und können sich offensiv komplett entfalten.

Man kann schon argumentieren, dass das für Sané und co. auch vorteilhaft ist. Dadurch, dass Tuchel jetzt eine Mischung aus Tuchel’scher Stabilität und Nagelsmann’schem Vertikal-Fußball spielt, bekommen die Offensiven oft große Räume angeboten, in denen sie ihre individuelle Qualität ausspielen können. Gerade gegen eher mitspielende Gegner ist das ein plausibler Ansatz. Gegen Mauer-Teams ist das natürlich ein Problem, weil man dann oft relativ planlos anläuft und die Bewegungen fehlen, die Lücken aufreißen.

Ich denke, es ist eher so, dass Davies sehr diszipliniert spielt. Da alle Außenverteidiger defensiv und eingerückt spielen, wird das wohl Tuchels taktische Anweisung sein.

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Davon ist auszugehen. Und das ist leider so gar nicht Davies Stärke.
Laimers auch nicht unbedingt. Einzig Mazraoui kommt das entgegen.

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Wenn die Theorie ist, dass Davies auf Weisung von Tuchel taktisch diszipliniert defensiv bleiben soll, würde mich interessieren, seit wann das die Weisung von Tuchel sein soll. Das könnte ja dann erst seit zwei oder drei Spielen der Fall sein.

Andernfalls hätte er

a) die gesamte Vorrunde die taktischen Anweisungen seines Trainers bewusst ignoriert

oder

b) ein halbes Jahr gebraucht, um nicht mehr unsere eigene Hälfte mit der gegnerischen Hälfte zu verwechseln.

:wink:

Und by the way … wenn unser linker AV diszipliniert hinten bleiben sollte, wieso dann Davies, dessen einzige Stärke seine Geschwindigkeit ist und zumindest früher mal das Dribbling war?