João Palhinha wechselt wohl zum FC Bayern: Die Erlösung im Mittelfeld?

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João Palhinha wechselt zum FC Bayern München. Was sind seine Stärken und Schwächen und passt er zum Rekordmeister? Eine Analyse.

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Eine gute Zusammenfassung.
Bei Palhinha weißt du ziemlich genau, was du kriegen wirst.
Kein Schweizer Taschenmesser, das für alles irgendwie taugt, sondern ein Spezialwerkzeug für bestimmte Aufgaben.
Ob es bei Bayern funktioniert, wird im wesentlichen an Eberl und Kompany hängen.
An Eberl in Bezug auf die restliche Kaderplanung und an Kompany in Bezug auf das Spielsystem und die Einsatzplanung.
Wenn beides passt, kann das ein richtig guter Transfer werden.
Wenn nicht? Na, dann kann das eben in die Hose gehen.
Negativbeispiele waren in letzter Zeit im MF z.B. Roca und Gravenberch, wo schon nach kurzer Zeit offensichtlich war, dass der jeweilige Trainer mit dem Spieler gar nichts anfangen konnte.
Allerdings gehe ich natürlich davon aus, dass man sich abgesprochen hat und Palhinha am Ende genau das Werkzeug ist, das Kompany für seinen Plan braucht.

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Nach der Beschreibung von Justin könnte ein Duo Palinha/Pavlolvic (also: „PaPa“) auf eine Doppelsechs reloaded hinauslaufen. Also vanBommel/Schweinsteiger, oder Martinez/Schweinsteiger. Was - angeblich, jedenfalls laut transfermarkt.de - Kompanys bevorzugtes System sei (kann man das überhaupt sagen, bei einem so jungen Trainer?).

Sechs defensiv denkende Spieler - unterstellt man mal, dass Pavlovic (auch) defensiv denkt - dann ist nicht immer gleich Land unter, wenn die Offensive mal den Ball verliert.

Wirkliche Aussagen zum FC Bayern 2024/25 kann man noch nicht treffen. Aber es spricht vieles dafür, dass die Zeiten vorbei sind, als zwei Innenverteidiger 70% des Spiefelds kontrollieren sollten.

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Waren sie unter Tuchel aber auch schon.

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Das stimmt natürlich. Aber der stets anspielbare ZM fehlte trotzdem.

Wobei Palinha nach deiner Analyse auch hin und wieder nicht anspielbar ist.

Justin, vielen Dank für diese wirklich exzellente Spieleranalyse. Einsteigend erinnerst Du alle Leser noch einmal an die Anfänge und Genese der Liaison zwischen dem Spieler und dem FC Bayern, dann stellst Du den Spieler mit seinen Stärken und Schwächen ausführlich vor und schließlich analysierst Du sehr sachlich und schlüssig die Herausforderungen und Chancen seiner Verpflichtung durch die Bayern.

Das ist wirklich ausgezeichneter Sportjournalismus, wie er eine Zierde für jedes Fachblatt wäre. Ich hoffe, diese Leute lesen hier mit und nehmen sich daran ein Beispiel.

(Womit ich unausgesprochen unterstelle, dass solche Artikel in der einschlägigen großen Fachpresse nicht erscheinen, was ziemlich frech ist, weil ich das gar nicht weiß.)

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Kommt drauf an, wie man Fachpresse definiert, aber bei den Medien, für die ich schreibe, darf ich sowas gelegentlich auch schreiben. :slight_smile:

Danke für dein Lob!

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Brauchts zu Pavlo dann nicht noch einen weiteren spielstarken ZM? Pavlo und Guerreiro, der auch zentral spielen kann, werden nicht reichen. Mit Kimmich gäbe es noch einen guten Aufbauspieler auf Außen. Wäre ein bisschen einfach, wenn der Gegner nur Pavlo aus dem Spiel nehmen muss, um uns zu lähmen.

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Ich glaube man könnte noch erwähnen, dass Palhinha die letzten beiden Jahren die meisten Tacklings in Europa hatte.

Der FC Bayern verpflichtet aktuell eine Zweikampf-Maschine, die es in dieser Klarheit wohl noch nicht gegeben hat. Klar, Palhinha hat sich auch etwas dorthin entwickelt, um nicht zu sagen spezialisiert. Trotzdem bin ich auch gespannt, wie das mit dem kolportierten „VK Dominanz-Fußball“ aussehen wird.

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Vielen Dank für den schönen Scouting-Bericht.

Das löst bei mir nicht gerade Begeisterungsstürme aus. Es liest sich ein wenig so, als hätte man einen Spieler für 10-15 Saisonspiele verpflichtet und beim Rest wären andere besser geeignet den Bus zu bespielen.
Martinez kam in seinen letzten beiden Bayern Jahren auf überschaubare Spielzeiten.

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Tja, aber diese erwähnten Spiele gehen dafür dann halt gerne in Richtung „Tod oder Gladiolen“ wie das ein Ex Trainer mal formuliert - ich finde da ein 50 Mio Investment für die nächsten Jahre nicht so schlecht angelegt wenn es die Chancen bei dieser Art von Spielen massiv verbessert.

Und da waren sich eigentlich so gut wie alle einig dass uns da genau so ein Spielertyp total abging zuletzt…

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Wieso assoziiere ich den Artikel mit Thiago… denn der war genau das, was der FC Bayern braucht. Technisch stark, zweikampfstark, starke Ballverteilung, starkes Eröffnungsspiel. Leider ging sein Stern mit dem Wechsel nach Liverpool unter.

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Hätte man erwähnen können, klar.
Ich persönlich halte von der Statistik aber nicht allzu viel. Da gibt es zu viele Dimensionen, die ich dann wieder extra hätte aufdröseln müssen, wenn ich es seriös einbinden möchte:

  • wo finden diese Tacklings statt?
  • wie viel Ballbesitz hat dein Team? (mit 30 Prozent wirst du mehr Zweikämpfe führen können als mit 70 Prozent)
  • wie viel Ballbesitz hat deine Konkurrenz auf der Position?

Nur drei Fragen, die da ganz entscheidend sind. Ich denke, ich habe meinen Punkt im Text gemacht: Gegen den Ball macht Palhinha auf der Welt kaum jemand etwas vor. Die Anzahl der Tacklings hätte das Argument aus meiner Sicht nicht signifikant verstärkt.

Was aber nicht bedeutet, dass die Statistik keinerlei Aussagekraft hat. Natürlich kann man daraus schlussfolgern, dass er viele Zweikämpfe führt, viele gewinnt und einfach insgesamt sehr „geil“ darauf ist, Bälle zu erobern. Gerade in Kombination mit „Eye test“ und weiteren Zahlen.

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Völlig richtig. Aber denke doch mal an meine Nerven. Die werden aufs maximale strapaziert, wenn ein Spieler auf dem Platz kein Fußball spielen kann. Das ist eine völlige überzogene Übertreibung, aber ich denke, du weißt auf was ich hinaus möchte.
Vor meinem Auge sehe ich schon Palhinha den Passweg zwischen Ito und Musiala blockieren. :scream:

Ein MF mit Palinha, Kimmich und Musiala könnte ich mir übrigens auch sehr gut vorstellen.

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Kann ich mir auch vorstellen. Aber selbst in dieser Konstellation würde mir Pavlovic besser gefallen.

Da kann man das Problem des Fc Bayern aus 2 Richtungen betrachten:

  • Problem 1: der Ball wird vorne verloren und man benötigt eine Firewall vor der Abwehr (Konterabsicherung)
  • Problem 2: der Ball wird nicht strukturiert von hinten nach vorne gebracht und der Gegner kann daher den Ball sehr oft im bayerischen Spielaufbau erobern und hat dann sehr kurze Wege zum Bayerntor

Problem 1 kann Palhinha lösen.

Aus meiner Sicht ist aber Problem 2 ein grösseres Problem, was durch Palhinha noch verstärkt wird. Und daher hätte ich lieber einen richtig starken Taktgeber anstatt Palhinha für die 6 bekommen. Aber Gottseidank hat Bayern Pavlovic, von daher ist dieses Problem 2 auf Jahre gelöst^^

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Fully agree und danke für die Antwort.

Was Statistiken angeht, sind wir in Europa ja immer noch recht jungfräulich unterwegs, was nicht heißt mit den Zahlen sorgfältig umzugehen.

Da ich mich immer wieder versuche damit zu beschäftigen: Palhinhas Eindeutigkeit in dieser Kategorie sieht man einfach selten. Das musste ich einfach loswerden :wink:

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Ist leider gar nicht so frech, weil bezüglich der großen Fachpresse ist Deine Vermutung leider überaus korrekt, fürchte ich.
Was glaubt ihr, warum wir alle uns hier auf MSR tummeln…? :wink:

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Palhinha und Pavlovic vs Valverde und Camavinga…

Hmmmm, klingt nach ziemlichem Missmatch. Zwei Löwen sind halt doch gefährlicher als ein Nashorn und ein Fuchs.

Nicht falsch verstehen: so ein Nashorn macht schon was her in einer Mannschaft. Es ist schon ein gewaltiger Unterschied mit Nashorn oder ohne Nashorn auf der Wiese zu stehen.

Trotzdem gibt man sich gefühlt im Angriff und bei den Innenverteidigern doch irgendwie mehr Mühe. Im Mittelfeld, wo Spiele entschieden werden, greift man tendenziell ein Regal tiefer. Mein Hoffnung liegt darin, dass Kimmich wieder ins Mittelfeld rückt und dort dank besserer Absicherung eine dominante Rolle einnehmen kann.

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