FC Bayern: Warum Eberls Transfersommer neue Maßstäbe setzt – ein Kommentar

Veröffentlicht unter: FC Bayern: Max Eberls Transfersommer setzt neue Maßstäbe

Der FC Bayern hat – im Gegensatz zur jüngeren Vergangenheit – einen ruhigen und ereignislosen Transfersommer hinter sich. Das sollte der Maßstab für die Zukunft von Max Eberl und des Rekordmeisters sein. Beim FC Bayern München herrscht derzeit eine Ruhe und Themenarmut, die in der jüngeren Vergangenheit des Vereins seinesgleichen sucht. Neben der erfolgreichen letzten Saison liegt das natürlich an der Sommerpause. Spätestens bis zum Supercup in Dortmund wird sich das also ändern, wenn der Rekordmeister sportlich in die neue Spielzeit startet. Speziell in den letzten Jahren gab es über die Bayern während des Transferfenster aber eigentlich am meisten zu…

6 „Gefällt mir“

Ich würde sagen, man hätte in den letzten Jahren schon einige gute Transferperioden, wenn man es rein auf die Spielertransfers bezieht. Das ist dieses Jahr der Fall, 2024 war das Fall (Olise, Ito und Palhinha würden alle vor der WM verpflichtet und danach wollte man noch Doué und Tah holen aber hat das nicht gemacht, da man zu viel hätte zahlen müssen.) und auch 2022 gab es ein vergleichsweise ruhiges Transferfenster (Lewandowski hat man nach ein bisschen Streit doch schon Anfang Juli für 45 Millionen verkaufte und dafür Gravenberch, Mazraoui, de Ligt und Mané geholt.) Dafür waren dann 2023 und 2025 aus verschiedenen Gründen wirklich wild.

Wenn man es also so betrachtet, müsste die nächste Transferperiode 2027 wieder wild werden, zum Beispiel weil Olise doch noch wechselt.

Und mir ist im Artikel noch ein Fehler aufgefallen, die wilde Trainer-Suche und einen Nachfolger für Tuchel war 2024.

1 „Gefällt mir“

Auch ich bin mit der laufenden Transferperiode sehr zufrieden. Dennoch dürfen wir den Tag nicht vor dem Abend loben. Als vor einiger Zeit die Transferperiode rund um die Verpflichtung von Luis Diaz in der Luft zerrissen wurde, als man Woltemade und Wirtz nicht bekommen hatte und Diaz als eine überteuerte und zu alte Alternative abgekanzelt wurde, hat sich im Anschluss herausgestellt, dass die Transferperiode sehr gut war und Diaz ein echter Glücksgriff. Genauso kann diese Transferperiode, die jetzt auf dem Papier sehr gut aussieht, ganz schnell wieder ins Negative kippen, wenn zum Beispiel Saibari und Brown unerwarteterweise nicht gut performen. Insofern: ob diese Transferperiode wirklich gut war oder nicht, werden wir in ungefähr einem Jahr wissen, wenn die Saison zu Ende ist.

Ich finde man darf so eine Transferperiode nie vom Ergebnis her denken. Auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn. Für Bayern ist es aber wichtig, dass es konstant seine Körner bzw. guten Spieler findet und damit Erfolge einfährt. Da ist dann der Blick auf den Prozess, also das Zustandekommen ausschlaggebender. Und da würde ich sagen war dieser Sommer näher am idealen Prozess dran, der immer wieder ein gutes Ergebnis liefert als der letzte Transfersommer.

3 „Gefällt mir“

Paradoxerweise haben gerade die chaotischen, aber vom letztendlichen Output überragenden Transferperioden der letzten Jahre dafür gesorgt, dass man dieses Jahr keine großen Aufgaben hatte und sich ganz in Ruhe auf nur 2 Transfers (neben Bara) konzentrieren konnte, ohne dass man im Hinterkopf hatte, dass man noch Geld für Position X einsparen muss oder erst von anderen Transferereignissen abhängig ist.
Den eigentlichen Maßstab setzt immer noch die seinerzeit chaotische Verpflichtung von Kompany, der aus Spielern wie Laimer, Stanisic, Tah oder Gnabry das Beste rausgeholt hat und so mögliche Problemstellen im Kader gar nicht erst aufkommen hat lassen und dem man die Förderung junger Campus-Talente so zutraut, wie lange keinem Trainer mehr.
Das macht die Arbeit für Eberl insgesamt viel einfacher. Aber es wird auch wieder schwerer, wenn dieser Kader in den nächsten Jahren altersmäßig auch auf absoluten Top-Positionen umgebaut werden muss.

Das braucht man dieses Jahr dann auch nicht überbewerten, große Baustellen gab es ja einfach nicht und einen offensiven Backup sowie ein deutsches Talent für je ca 50 Mio zeitnah einzutüten erscheint dann auch nicht so übertrieben schwer.

Ich würde mich Jonas‘ Fazit weitgehend anschliessen wollen: Das diesjährige Transferfenster des FC Bayern verdient in mehrfacher Hinsicht Anerkennung.

Positiv würde ich wie schon Jonas hervorheben:

Ruhe und Diskretion: Anders als in vergangenen Jahren agierte die sportliche Leitung bemerkenswert geräuschlos. Es gab kaum öffentlich ausgetragene Personaldebatten oder mediale Nebenschauplätze. Ein Indiz für gereifte Strukturen und klarere Zuständigkeiten im Verein.

Verschwiegenheit: Bemerkenswert war, dass potenzielle Transfers kaum vorab durchsickerten. Die Verhandlungen wurden professionell und intern geführt, was sowohl die Verhandlungsposition stärkte als auch unnötige Spekulationen vermied.

Frühzeitiger Abschluss: Der Kader stand rechtzeitig, sodass das Trainerteam bereits in der Vorbereitung mit einer festen Mannschaft arbeiten konnte.

Gezielte Ergänzungen: Statt hektischem Aktionismus setzte man auf punktuelle, durchdachte Verstärkungen, die sich sinnvoll ins bestehende Gefüge einpassen.

Ich würde aber auch ein bisschen Wasser in den Wein gießen wollen:

Die Ausgangslage war günstig. Der Kader war bereits nach der vergangenen Saison weitgehend komplett und konkurrenzfähig aufgestellt. Es bestand kein akuter Handlungsdruck auf mehreren Positionen, wie er andere Vereine zu umfangreichen Kaderumbauten zwingt. Insofern ist die entspannte Transferperiode auch ein Stück weit das Ergebnis solider Vorarbeit früherer Fenster.

Der zweite Aspekt, der nicht ganz optimal läuft, ist der Verkauf der nicht mehr benötigten Spieler.

Insofern würde ich insgesamt eher eine 2 vergeben, als eine 1. Das ist aber immer noch deutlich positiver, als in den meisten Vorjahren.

5 „Gefällt mir“

In der Breite mag das stimmen. Trotzdem kommt wahrscheinlich im CL Viertelfinale / Halbfinale der Punkt bei dem man trotz Saibari und Brown on top nicht die Mittel findet um einen Weltklassegegner zu knacken bzw diesen defensiv vor quasi unlösbare Aufgaben zu stellen.

Ich denke auch , dass die Geräuschlosigkeit von klar definierten Strukturen und Zuständigkeiten kommt. Das ist alles im Allem eine reife Vorstellung. Wenn jetzt die Neuverpflichtungen positiv einschlagen… .

Was Art und Weise betrifft gebe ich dir recht.
Da war mir das Theater der letzten Jahre oft zuviel.

Die Bewertung der Transfers hebe ich mir dennoch für später auf - da lass ich noch einige Monate ins Land ziehen.

Für Bayern kann’s nur um den Gewinn der CL gehen - und da muss man schauen ob man auf Augenhöhe zu PSG, Arsenal, Barcelona und Real agiert.

Und daran messe ich dann die Transfers bzw. Kaderentwicklung.

Es gibt bei vielen Topklubs wie Real, Liverpool, City gerade Trainerwechsel. Da sollte man also schon gut dabei sein, da man den Vorteil von einem Kompany hat, der bereits in sein drittes Jahr geht.

Trotzdem würde ich aktuell sagen ist Paris eigentlich allen Vereinen ein Schritt voraus, weil sie ein eingespieltes Team aus Spielern und Trainern sind und es bereits zweimal geschafft haben die Champions League zu gewinnen. Sie sind auch dahingehend gut eingestellt, dass im richtigen Moment voll da sind und sich nicht zu früh verausgaben.

es amüsiert aus der Distanz schon etwas, wenn hier ständig an Transferperioden, Kaderzusammenstellung etc rumgemeckert wird, nur um dann nach einem “ruhigen” Transferfenster zu lesen, “naja, der Kader hat ja auch keine Baustellen, war schon sehr gut aufgestellt, da ist es ja keine Kunst…” (na was denn nun?)

Und zu @Zip s Kommentar: Natürlich garantieren dir Kaderergänzungen keine Siege im CL HF, wie denn auch? Das würden aber auch Transfers, die das doppelte kosten und mehr als “Ergänzungen” sind, nicht. Gegenprobe: Nenne ein-zwei Spieler, deren Kauf jetzt (gesetzt Geld spielt keine Rolle!) aus deiner Sicht den Einzug ins CL Finale garantieren würden? (und dann lassen wir die gesammelte MSR Experten Meute auf deine These los :sweat_smile: - “vollkommen überschätzt”, “ein, zwei gute Saisons”, “passt hier nicht her”, “muss sich erstmal beweisen”, “passt nicht ins VK System”…)

2 „Gefällt mir“

PSG wird auch mal „satt“ sein… da fehlen dann plötzlich in den großen Spielen die berühmten 1-2%

Kann natürlich passieren, aber ich glaube PSG versucht durch Transfers und mentales Training dafür zu sorgen, dass es nicht passiert.

Um sich insbesondere im Maschinenraum Kimmich und Pavlo zu verbessern muss man auch keine 150 Mio ausgeben. Auch Schlotti wäre schon mehr als Ergänzung im Hinblick auf ein Abwehrbollwerk.

Wen würdest du denn im zentralen Mittelfeld holen, der besser ist als Kimmich und Pavlovic? Rodri will ja nach Spanien, den kann man schonmal rauslassen.

Camavingha hat es schwer bei Real, wenn Rodri zu Barca geht wird es eng für Bernal, Olmo, Gavi und Fermin da dann Pedri und Rodri 2 der 3 Plätze in der Zentrale besetzen.

Selbst ein Rejnders der vor einem wechsel zu den Saudis steht würde ich bei Bayern als Stammspieler sehen.

Camavinga hätte es in München genauso schwer, weil er einfach nicht das Profil abdeckt, welches Kompany braucht. Als einer der Nachfolger von Kroos angepriesen, hat er mMn größtenteils enttäuscht. Ihm fehlt einfach Ballsicherheit, Passstärke und Spielintelligenz.

Okay, dann haben wir aber offensichtlich einfach einen sehr unterschiedlichen Blick auf Pavlovic und Kimmich. All diese Spieler finde ich Zentralen Mittelfeld schwächer als die beiden.

Was mich bei Pavlo positiv stimmt der ist jung und hat Potential. Da geht noch was und hoffe er zeigt es.
Ich sehe Kimmich/Pavlo ziemlich Top. Vitinha, Rodri und eventuell Rice sind für mich das Maß aller Dinge aktuell.