FC Bayern nach dem Aus: Fünf Erkenntnisse aus der Champions-League-Saison

Veröffentlicht unter: FC Bayern mit bekannten Problemen in der Champions League

Der FC Bayern präsentierte sich in der Champions League einmal mehr in der Vorrunde erfolgreicher als in der K.-o.-Phase. Diese Saison bietet dennoch Grund für Optimismus. Das Halbfinale ist vorbei. Die Champions-League-Saison ist für den FC Bayern beendet. Ein langes und ereignisreiches Jahr liegt hinter den Münchnern. Die diesjährige Spielzeit bot einiges an Gesprächsstoff, und mehrheitlich wurde dabei der Hype-Train angefeuert. Heldengeschichten wurden geschrieben – und trotzdem fühlt es sich nun an, als wäre alles viel zu schnell vorbei gegangen. Der sechsmalige Turniersieger wurde von Paris Saint-Germain abrupt aus einem Rausch der gefühlten Unbesiegbarkeit geholt – und das zumindest spielerisch…

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Vielen Dank für diese gute und etwas nachdenklich machende Einschätzung der Situation!

Der Liga entwachsen, aber oft nicht auf europäischem Topniveau, so fasse ich das für mich mal zusammen. Bei uns muss wirklich alles passen, um eine echte Chance auf den Henkelpott zu haben. Allerdings gilt das für alle Teams, ausser Real.

Nun können wir nach einer durchwachsenen Saison leider nicht auf Shoppingtour gehen, wie etwa City, die Reds oder PSG. Der Kader kann immer nur punktuell weiter verbessert werden - sehr gut zu erkennen in den Jahren nach 2020, als ein eher stagnierendes Team um Kimmich, Goretzka, Coman, Gnabry, Sane, Müller und Neuer im Kern immer weiter spielen musste, obwohl die Schwachpunkte ganz offensichtlich waren.

Unseren momentanen Kader schätze ich deutlich stärker ein und die Ergebnisse zeigen das ja auch. Begeisternder Fußball, pulverisierter Torrekord usw. Für ganz oben reicht es aber (noch?) nicht: Der kleine Abstand zur perfekten Maschine PSG war sichtbar.

Lag das nun am Kader und VK, oder an einem leichten Spannungsabfall nach den Partien gegen Real mit den Chaosspielen in der BuLi?

So oder wird Bayern sich immer mehr strecken müssen, um trotz finanzieller Nachteile ganz oben mitspielen zu können. Wenn wir für die kommende Saison 2-3 smarte Zugänge eintüten können, bin ich sehr optimistisch.

Um im Bild zu bleiben: Es stand vielleicht noch kein “win now”-Fenster offen, eher öffnet sich gerade ein “win soon”-Fenster.

Zitat aus dem Artikel:

Kein großer Gegner wurde in dieser Saison wirklich dominiert – und irgendwie hatte jeder die Chance, Bayern zu schlagen.

Sorry, aber das kann doch nicht das Kriterium sein - gerade das von vielen als Nonplusultra gepriesene Real Madrid hat doch auf dem Weg zu seinen Titeln auch fast nie einen Gegner (spielerisch) dominiert und war oft am Rand der Niederlage … aber sie haben dann halt ihre Spiele doch noch irgendwie gewonnen.

Das entscheidende Kriterium muss doch vielmehr sein, in Spielen gegen große Gegner auf Augenhöhe zu agieren anstatt erkennbar strukturell unterlegen zu sein. Spielergebnisse sind viel zu sehr dem Zufall unterworfen als dass man kurz- und mittelfristig tiefere Weisheiten ableiten könnte.

@Mehmet68 : Der kleine Abstand zur perfekten Maschine PSG war sichtbar.

Lag das nun am Kader und VK, oder an einem leichten Spannungsabfall nach den Partien gegen Real mit den Chaosspielen in der BuLi?

Ich würde sagen weder noch. Luis Enrique hatte einfach noch ein Jahr mehr Zeit und wesentlcihe mehr finanziell Möglichkeiten, um seine Mannschaft zu entwickeln. Und zwei unserer Unterschiedsspieler (Musiala, Davies) sind einfach nach schweren Verletzungen noch nicht wieder bei 100%, das kann schon das entscheidende Quäntchen gewesen sein, das auf diesem Niveau den Unterschied macht.

Insofern: es gibt allen Grund, positiv in die Zukunft zu schauen :grinning_face:

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Was mir auffällt ist dass wie ihr schreibt:

Es geht ab April wirklich Schlag auf Schlag und vorher wird mit Playoffs und 1/8-Finale relativ viel Zeit verdaddelt. Das Wohl und Wehe einer Saison entscheidet sich quasi in wenigen Tagen. Das CL Endspiel ist in 22 Tagen, auch das ist noch viel Zeit.

Sprich, hat man in diesen entscheidenden Tagen einen noch so kleinen Substanzverlust, wirkt das überproportional schwer. Wie schon in einem anderen Thread geschrieben: Das Hinspiel in Paris war das 6. Auswärtsspiel in den letzten 8 Spielen und zum zweiten Mal in dieser Phase 3 Auswärtspartien hintereinander.

Ich hab mal eben noch ein paar Jahre angeschaut, es war in keinem so krass wie dieses Jahr. Paris hatte zum Vergleich vor dem Spiel in München 6 von 8 Spielen zu Hause. Dazu noch die Verschiebung eines Ligaspiels zwischen den Spielen gegen Liverpool.

Dennoch waren wir im Hinspiel fitter aber im Rückspiel hat dann eindeutig die Frische gefehlt, auch im Kopf. Für mich ein wichtiger Faktor von einigen.

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Ich glaube die Ko-Phase von Manchester City in der Saison 2022/23 sollte das Ziel sein. Das Finale war relativ ereignisarm, aber bis dahin war man nie wirklich in Gefahr auszuscheiden. Und man hat auch Real im Rückspiel Zuhause in Manchester dominiert.

https://imgur.com/a/YBDZgxu

Da musst dann aber auch die Ressourcen des damaligen Teams beachten….

Natürlich und das wäre ja auch ein optimaler Turnierverlauf. Aber ich würde behaupten, der grundsätzliche Ansatz ist, dass man gerne in jedem Spiel die Oberhand hätte.

Der Artikel gefällt mir sehr gut.

Insbesondere der Fokus auf unseren Leistungsabfall während einer langen Saison.
Das muss in der Tat genauer erörtert werden im Bayern-Team.
Im Herbst waren wir schneller, deutlich effizienteres Dressing in der Rückrunde sind wir in die Dominanz-Falle getappt, haben wieder versucht alle Gegner (selbst Real,PSG) spielerisch (wie eine Handballmannschaft) in den 16er zu zwängen.
Leider funktioniert das aber gegen solch Weltklasse Verteidigungen nicht so effektiv.

In der Hinrunde wurde den Gegnern auch mal der Ball überlassen, man hat diese raus gelockt und bei Pressing - Ballgewinnen viele Tore gemacht.

Wer PSG im Rückspiel beobachtet hat: der Torhüter hat mindestens zehnmal den Ball absichtlich weit nach vorne direkt zu Neuer oder meist sogar ins Seitenaus geschossen!
Das hat erstens Zeit gebracht, zweitens kostete es den Bayern viel Energie durch das PSG - Pressing den Ball wieder nach vorne zu bringen und PSG hatte gefährliche Ballgewinne.
PSG hat eigentlich den FCB - Fussball aus der Hinrunde kopiert, wo wir in Paris in HZ 1 bis zum Platzverweis so spielten und wohl eins der besten Bayernspiele aller Zeiten zu sehen bekamen.

Man ist sukzessive vom dominanten Pressing der Vorrunde abgerückt, weil dieses läuferisch und kämpferisch intensive Spiel kräftemäßig nicht mehr möglich war.

Zu viele verletzte Spieler immer zur Unzeit (Gnabry/Karl/Bischof) und zwei Langzeitverletzte die nicht rechtzeitig in Form kamen (Davies/Musiala). Und wenn wir ehrlich sind hat uns das Verletzungspech in Verbindung mit diversen SR - Fehlentscheidungen gegen den FCB wohl in der Vergangenheit die meisten CL - Titel gekostet. Auch dieses mal war es wieder das Aus aufgrund dieser beiden Faktoren.

In Summe der Kader vor allem in der Breite nicht auf dem Niveau von Paris/Real/Arsenal.

Während die Teams in der Liga durchaus einmal fast die komplette Elf rotieren können, musste der FCB immer durchspielen, selbst nachdem man Meister war (was ohne hin in den wenigsten Spielzeiten möglich war) musste man immer mit den gleichen Spielern auflaufen, da wenig Wechseloptionen da sind.
Auch in den Spielen gegen PSG konnte kaum mehr nach gelegt werden.

Wenn man kräftemäßig nicht auf der Höhe ist, macht man Fehler. Da gibt es eine große Korrelation.
Auch das war in den letzten Wochen zu sehen: extrem viele Gegentore, weniger Ballgewinne im Mittelfeld, viele leichte Ballverluste im Mittelfeld und im Sturm, schlechte Chancenverwertung und unpräzise letzte Pässe, weniger Sprints und weniger gewonnene Zweikämpfe.

Wenn der FCB die CL gewinnen möchte, muss er deutlich stärker als alle anderen sein und darf keine verletzte Spieler haben. Wie eben 2013 (ausser Kroos und Badstuber waren alle dabei) und 2020 (da waren alle im Kader).
In allen anderen Jahre haben wir die Spiele auf Augenhöhe nahezu immer den Kürzeren gezogen, obwohl wir dabei oft optisch sogar gleichwertig wenn nicht sogar besser( bessere Statistikwerte hatten!) waren.
Nur wenn der FCB deutlich stärker ist kann er sich durchsetzen und auch einmal eine SR - Fehlentscheidung weg stecken, welche uns sowieso in den entscheidenden KO-Runden wirklich oft treffen..

Letztlich war man vor allem aber auch in der Allianz Arena in beiden Spielen gegen Real und PSG ganz schlecht gestartet: jeweils Gegentore in den ersten drei Minuten.

So etwas darf in so wichtigen Spielen niemals geschehen.
War es Überheblichkeit/Angst/Nervosität oder wie so oft im Leben, wenn man etwas besonders gut machen möchte der berühmte Ausrutscher auf der Bühne im Rampenlicht?

Keine Ahnung!

Jedenfalls muss man weiter hart arbeiten, den Verantwortlichen und Kompany drei, vier Jahre Zeit geben und den Kader optimieren und in der Breite besser aufstellen, dann gibt es vielleicht eine neue Chance.

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