FC Bayern München in der Champions League: Erinnerungen an 2019

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Der FC Bayern München erkämpft sich beim FC Arsenal ein verdientes 2:2 – und bekommt dafür von allen Seiten Lob. Angesichts der letzten Wochen ist das berechtigt. Doch die Leistung erinnert mehr an 2019 als an erfolgreiche Zeiten. Ein Kommentar.

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Um ehrlich zu sein wäre mir auf Grundlage des Spiels nicht in Sinn gekommen das mit dem Liverpool Spiel von 2019 zu vergleichen.
Ich hatte davor sicher Bedenken das es ein Spiel sein könnte wie das 4:0 (?) damals gegen Barca 2008/09 (?) unter Klinsmann.

Sicherlich fehlt den Bayern vor allem Mittelfeld-Kontrolle aus dem glorreichen Heynckes/Pep Zeiten.

Ich habe gestern aber 2 Mannschaften auf ähnlichen Niveau gesehen, Arsenal mit mehr Ball, obwohl diese nach ca. 20 Min keine große Gefahr erzeugt haben.
Das 2:2 viel für mich eher überraschend.

Ich weiß gar nicht ob es in der 1 HZ oder 2 HZ war als Sane die Möglichkeit hat zum 1:3, ihm aber auf den letzten Metern die Luft ausgehen.

Also in Summe: Ja, Bayern fehlt spielerisch vor allem im Mittelfeld einiges, aber ich habe gestern keinen „Angsthasen“ Fussball gesehen. Gut, natürlich kann Bayern nun im Rückspiel gegen Arsenal 0:3 verlieren, das hat man aber gegen Real unter Pep (damals glaube ich 0:4) auch schon geschafft.

Der Vergleich zu Liverpool 2019 ist mir zu weit hergeholt ehrlich gesagt.

Edit: Gerade das Spiel gegen Real damals zeigt doch wie wenig Mittelfeld-Kontrolle Wert sein kann. Das war für mich immer ein großes Manko der Pep-Bayern, in Schönheit zu sterben. Heynckes hatte da noch das bessere Händchen, auch toll zu sehem an dem Sieg gegen Barca im Hinspiel, als man auch von einer kompakten Defensive heraus gespielt hat.

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Das Team, das damals die Kontrolle im Mittelfeld hatte, hat das Spiel mit 4:0 gewonnen.

Ehrlich gesagt: Weiß ich nicht. Ich kann mich an Standart-Tore von Ramos erinnern und an viel Ballbesitz von Bayern:
Spieldaten | Bayern München - Real Madrid 0:4 | Halbfinale | Champions League 2013/14 - kicker

Klar, Kontrolle mit Ball, Kontrolle ohne Ball… aber hatte Bayern dann gestern keine Kontrolle ? Ich kann mich nicht an viel hochkarätiges von Arsenal erinnern.

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Das war ja genau mein Tipp: 0:0 im Hinspiel, und das Rückspiel chancenlos mit 0:3 verlieren, so wie 2019 gegen Liverpool.

Ich hätte aber nie gedacht, dass Bayern auswärts für zwei Tore gut ist. Das ist schon „mehr“ als ein 0:0, auch wenn das seit Abschaffung der Auswärtstorregelung rein rechnerisch nicht mehr stimmt. Etwas Optimismus ist da jetzt schon angebracht, auch wenn es natürlich sein kann, dass das Rückspiel total in die Grütze geht (vergleichbar mit April 2007, ein chancenloser Auftritt - Hinspiel 2:2 gegen den AC Mailand - dann das Rückspiel 0:2 verloren - Milan-Trainer war übrigens Ancelotti)

2019 … 2007 … oder doch 2001, wer weiß das schon?

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Solange Inzaghi nicht in der Aufstellung auftaucht :smiley:
Waren üble Spiele damals…

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Arsenal hat am Sonntag erstmal ein knallhartes Spiel gegen Aston Villa vor der Brust. Wir am Samstag gegen Köln. Nicht das man da verlieren soll, aber von Arsenal wird eine ganz andere Intensität abgefordert. Dazu einen Tag Regeneration mehr und keine Reise. Das spricht erstmal für uns. Ich hoffe nur, dass man daheim, auch fall schmerzhaft, den gleichen Weg fährt und den Ball eher abgibt und tiefer steht als brotloser Ballbesitzfussball und superhohes Husarenpressing. Für mich liegt nächsten Mittwoch ein Elfmeterschießen in der Luft.

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Übel, aber eben auch hochklassig (vom Gegner). Wenn eine Mannschaft wie Bayern in einem k.o.-Spiel, zu Hause, keine einzige Torchance hat, sagt das was aus. Milan hatte den Sack schon in der ersten HZ zugemacht. Und in der zweiten konnte man als Bayernfan nur noch die Glotze ausschalten.

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Also, Erinnerungen an 2019 sind für mich nur in der ersten Viertelstunde aufgekommen. Nach der übermässig respektvollen Anfangsphase fand ich es sehr ermutigend, wie die Mannschaft in die Zweikämpfe gekommen ist. Sinnbildlich für diesen Modus stand für mich Goretzka, der weit hinten ein ums andere Mal gegnerische Angriffe abgefangen und Konter eingeleitet hat - sowas hat man von unseren Mittelfeldspielern lange nicht mehr gesehen, nutzt das aktuelle Spielermaterial aber effektiv. Ein funktionierender Abwehrverbund ist ja gerade das, was uns zur Spitzenmannschaft fehlt - um die Offensive muss man sich keine Sorgen machen.

Damals war ich vor dem Rückspiel nervös, weil wir uns zum 0:0 mehr schlecht als recht gemogelt hatten, und ich nicht so recht geglaubt habe, dass der Heimvorteil den deutlichen Qualitätsvorsprung von Liverpool ausgleichen würde. Gestern war es ein Duell auf Augenhöhe, dessen zweite Runde man mit den eigenen Fans im Rücken mit einigem Optimismus angehen kann.

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Das gestrige Spiel hat mir auch deswegen Spaß gemacht, weil meine angreifbar begründete Prognose einer realistischen Chance gegen Arsenal - abgegeben nach der Niederlage gegen den BVB - sich nun wider Erwarten bestätigte. Vor dem Rückspiel gibt es keinen Grund, nun skeptischer zu sein. Bei völlig offenem Ausgang, versteht sich.

Ich glaube, psychologische Gesichtspunkte spielen momentan eine überdurchschnittlich große Rolle. Man hat etwas zu beweisen, ist in dieser und der hoffentlich folgenden K.-o.-Runde aber nicht durch einen Status als Favorit belastet, der dem Team in seiner aktuellen Verfassung eher Last als Ansporn wäre. Das ermöglicht dann auch ein erfolgreiches Konterspiel wie das von gestern abend.

Gerade das Gefühl spielerischer Überlegenheit hat sich in solchen Matches hin und wieder als Falle erwiesen. Real war 2014 ein Gegner, der das gnadenlos ausnutzte, aber auch für Liverpool 1981 lässt sich das diagnostizieren. Die übertriebene Ängstlichkeit von 2019 gegen denselben Gegner ist da eher die Ausnahme. Dagegen sollte die Mannschaft nach der Leistung von gestern abend ebenso gefeit sein wie gegen eine vollkommen unangebrachte Überheblichkeit.

EDIT: Auch das Ausscheiden gegen Villareal 2022 mit dem Torgaranten Lewandowski war zu einem nicht geringen Anteil der Fehleinschätzung geschuldet, dem Gegner klar überlegen zu sein.

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Den Unterschied habe ich ja auch herausgehoben. Allerdings ist Liverpool (damals) auch nochmal ein anderes Kaliber. Arsenal wirkt auf europäischem Parkett noch sehr verhalten und vorsichtig. Insbesondere nach dem Ausgleich aus dem Nichts.

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Ein Vergleich mit 2019 ist in meinen Augen sehr weit hergeholt. Das 0-0 in Liverpool war hart erkämpft und mit gestern null zu vergleichen, auch wegen dem alten Modus mit Auswärtstorregel, welche die Spiele jetzt wesentlich offener und weniger taktisch geprägt macht.
Und wenn ich mir die Aufstellung 2019 anschaue muss ich schon fragen wieso wir damals im Mittelfeld keine Kontrolle hatten, trotz Fussballgott Thiago und James Rodriguez, zudem mit spielerisch starken Verteidigern wie Hummels und Alaba hinter ihnen und Lewandowski vor ihnen. Lag bestimmt daran dass der Trainer ihnen vorm Spiel sagte, dass sie jeden erkämpften Ball gleich wieder beim Gegner abliefern sollen.

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Ein Blick auf den damaligen Trainer lohnt in der Tat.

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Was mich in der Berichterstattung ein wenig wundert, ist dass nirgends thematisiert wird, welche Rolle der Arsenal-Keeper beim Ausgleich spielte. Sowohl @justin als auch @daniel sprechen den entscheidenden Fehlpass von Gabriel an, aber nicht die Tatsache, dass Raya mMn eine ziemliche Mitschuld trägt. Durch sein absolut falsch getimtes und mehr als unnötiges Rauslaufen hat er zum einen seinen Mitspieler wahrscheinlich ziemlich irritiert und zum anderen einer sicheren Anspielstation beraubt. Der Ball von Gabriel wäre nämlich mit großer Wahrscheinlichkeit einfach zum Torwart zurückgespielt worden und Arsenal hätte in Ruhe neu aufbauen können. Gottseidank für uns hatte Raya hier einen Blackout.

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Ja, das stimmt. Hatte es noch im Kopf, aber nicht aufgeschrieben. War ja auch nur ein Randaspekt im Text. Dennoch natürlich richtig, dass er Gabriel damit unter Druck setzt. Der wiederum trifft dennoch die falsche Entscheidung, darf sich aber auch bei Raya bedanken.

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Lohnt ja. Erklärt aber nicht das desastöse Auftreten der Mittelfeldzentrale über 180 Minuten.
Wenn ich mir dann noch die Tore von Liverpool in Erinnerung rufe, ein Geschenk von Neuer und Rafinha und ein Standardtor von VvD.

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Doch, ziemlich gut sogar.

Okay, jetzt hast du mich argumentativ geschlagen :hugs::hugs:

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Vielleicht geht es darum gar nicht. Ich stimme Dir zu, dass die Besetzung des Mittelfelds von den Namen her den ängstlichen Auftritt im Nachhinein rätselhaft erscheinen lässt. Kovac traute aber offenbar dem Team eine mutigere Spielweise nicht zu; dafür spricht der bekannte Automobilvergleich. Was auch immer man an Tuchel kritisieren mag: entmutigt hat er die Mannschaft vor dem Hinspiel jedenfalls nicht.

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Wow krass, jetzt kommen die ganz ganz dünnen Hoffnungsbretter. Aber klar, auf eigene spielerische Qualität braucht man nicht setzen . Vielleicht verletzen sich ja noch 4 oder 5 bei Arsenal so, dass sie Mittwochs nicht spielen können, wär doch geil oder ?

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