FC Bayern München 0:1 SV Werder Bremen: Viel Schatten, wenig Ligt

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Der FC Bayern München verliert daheim gegen den SV Werder Bremen mit 0:1. Der Auftakt in die Rückrunde ist damit schiefgegangen – und Bayer 04 Leverkusen bleibt mit sieben Punkten vorn. Thomas Tuchel bleibt sich treu und setzt, wenn möglich, auf die aus seiner Sicht stärkste Elf. Gegen Werder Bremen…

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Ich denke, was wir gegen Bremen gesehen haben, sind die Schwachstellen des Tuchel’schen Fußballs:

Tuchel legt Wert auf defensive Stabiltät. Alle drei Innenverteidiger machen das bislang sehr gut. Die 0,83 expected goal agains (xGA) sind weit unter dem Schnitt der letzten Spielzeiten. Die Mannschaft lässt ein Drittel weniger klare Torchancen zu, als die letzten Jahre, was erstmal beachtlich ist. Auch gegen Bremen waren es nur 0,5. Diese (Zwangs)Kontrolle geht aber auf Kosten der Offensive. Der Trainer setzt über weite Strecken auf die individuelle Klasse der Einzelspieler und dass nach dem 2:0 der Widerstand gebrochen ist.

Gegen Bremen ging es nach hinten los: der Gegner macht ein Tor aus einer Halbchance (oder in dem Fall wird Davies überrumpelt) und die offensiven Individualisten kommen aus dem Trainingslager und sind überhaupt nicht in Fahrt. Folglich ist nach vorne absolute Flaute: Kimmich mit einer einzigen Flanke, Sane, der nun die Ecken treten darf mit 8 Ballverlusten, Kane taucht mal nicht im Geschichtsbuch auf (darauf jede Woche zu setzen ist ohnehin gefährlich) und Musiala gelingt wenig. Bei Davies und Coman muss man ja schon länger davon ausgehen, dass die besonderen Aktionen, die einst den Unterschied machten, Highlights vergangener Zeiten sind.

Meiner Meinung nach hat Tuchel wenig Alternativen dazu, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen: defensive Stabilität ist per se eine gute Sache. Zwangsläufig muss aber nun eine Umstellung der 6er Position folgen, denn den Kimmich der letzten Jahre will Tuchel ganz offensichtlich so nicht mehr und er zerstört damit mehr, als er Nutzen bringt. Daher ist es unabdingbar, dass Kimmich auf die AV-Position wechselt, zumal das Flügelspiel - einst ein Markenzeichen des Vereins - offensiv ja schon länger verwaist ist. Die 6er Position, die allen Anschein nach Ruhe und Stabilität bringen und weniger Verantwortung tragen soll, muss neu besetzt werden. Pavlovic dürfte der erste Kandidat sein, und dann muss der richtige Partner gefunden werden (Laimer, Goretzka, Guerreiro oder vielleicht am Ende sogar nur 1 Person, mit einer Aufstellung wie im Artikel angedeutet).

Ich denke so eine Niederlage kann passieren aus o.g. Gründen; sie ist vor allem deswegen ärgerlich, weil ein schwacher Auftritt nach der Winterpause selten ein gutes Zeichen ist. Darüber hinaus spielt Leverkusen eine wunderbare Saison. Sollte die Alonso-Elf in der Rückrunde nicht einbrechen, bleibt wenig Spielraum. Und dann vergab der Verein im Nachhinein die Meisterschaft genau in solchen Heimspielen.

PS Das wird dann sicher auch nicht an DeLigt gelegen haben. Bei allem Respekt: in so einem Spiel, wo eigentlich alle Offensivspieler unter ihren Leistungen bleiben ausgerechnet ihn heraus zu picken, ist im Bestfall journalistisch ideenlos, im Normalfall hochgradig unseriös.

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Ich kann nur mein Pausenfazit wiederholen: Ein ganz schwaches Spiel.
Offensiv ging wenig bis gar nichts. Defensiv ließ man dann effektiv wenig zu. Aber wie so oft, reichte dann die eine große Chance.
Wobei Weiser das natürlich auch klasse macht. Vielleicht doch mal bei Bremen anklopfen, ob die noch ein wenig Kohle für die RR brauchen?

Ich weiß auch nicht, ob es so eine tolle Idee war, dem Rückstand mit so einer taktischen und personellen Mega-Umstellung zu begegnen. Bis sich da wieder alles sortiert hat, ist das Spiel auch schon vorbei.
Individuell deckt man bei den meisten am besten den Mantel des Schweigens darüber.
Einzig Tel konnte am Schluss ein paar Pluspunkte sammeln. Schade, dass Tuchel ihn in den letzten Monaten so ignoriert hat.
Ich würde mir in den nächsten Spielen tatsächlich ein wenig mehr Tel/Pavlovic wünschen.
Nichtmeister werden wir auch mit denen. :wink:
Und vielleicht tut so ein wenig frischer Wind auch den Etablierten gut.
Konkurrenz und so.

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@Andi
Zunächst erst einmal: mMn ein guter Spielbericht, sicherlich nicht der angenehmste Einstieg, dafür sehr gut nüchtern analysiert, was man überhaupt bei dieser katastrophalen Vorstellung etwas analysieren kann.

Für mich unbegreiflich, dass es nicht nur immer wieder mal diese Ausreißer gibt, sondern vor allem die Art und Weise wie solche Spiele von Anfang bis Ende vonstatten gehen. Irgendetwas stimmt da nicht, und das können wir von außen schlecht beurteilen, schon garnicht analysieren.

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Die Kernfrage für mich: Wie kann es sein, dass die komplette Mannschaft (ausser Neuer) so versagt? Dieselbe Mannschaft, die auch mitreissende Spiele zeigen kann. Die unbestreitbar die Qualität hat, grosse Spiele zu zeigen. Was ist da los?

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Man fühlt sich unweigerlich an die Spielzeiten 2010/11 und 2011/12 erinnert.
Die bereits angesprochenen mitreißenden Spiele wechseln sich ab mit Grottenkicks.
Fachlich über jeden Zweifel erhabene Trainer wie van Gaal und Heynckes gelingt es nicht, Konstanz hereinzubringen.
Und es gibt den einen Konkurrenten, der genau das schafft.
Damals der Schwarzgelbe, heute der Schwarzrote.

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Besser einmal nichts zu sagen, insbesondere nach dem blamablen Ende der Sommertranferperiode. Und nach dem Improvisationsspruch.

Denn das ist sicherlich ein Kernproblem in diesem Kader, die mangelnde Konkurrenz auf einigen Positionen

Kein Palhinha-Transfer im Januar – obwohl Bayern-Boss Dreesen nach dem geplatzten Deal im Spätsommer sagte: „Man sieht sich immer zweimal im Leben.“ Mit diesen Worten konfrontiert, meint Dreesen nun: „Man sieht sich manchmal auch häufiger als zweimal im Leben. Man sollte nie etwas ausschließen.“ Das gilt aber für den Sommer. „Unser Fokus“, bestätigt Dreesen, „liegt momentan auf der Position des Rechtsverteidigers.“

@SkySportDE

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Der Gedanke kam mir auch schon. Die Lösung damals war kein Trainerwechsel, sondern eine Analyse der Saison, eine Umstellung des Spielsystems und Schlüsseltransfers wie Martinez und Mandzukic. Ich hoffe auf den Sommer der New Adults :slightly_smiling_face:

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Die Analyse von Tuchel.

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Hier im replay

https://fcbayern.com/fcbayerntv/de/video/2024/01/die-pressekonferenz-mit-thomas-tuchel-nach-dem-bundesliga-spiel-gegen-werder-bremen

Und Müller eigentlich noch klarer, was er auch sein kann.

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Das toppt das noch deutlich.

https://twitter.com/kerry_hau/status/1749118143824384414

"Bayern-CEO Jan Dreesen zur Rechtsverteidiger-Suche: „Sie wissen ja, dass wir an dem einen oder anderen Spieler dran sind. Aber wir werden keinen Blödsinn machen, nichts Unvernünftiges. Wenn es uns gelingt, einen zu finden, dann holen wir ihn auch. Und wenn nicht, dann nicht.“

Genau diese Wurschtigkeit scheint sich im Spiel der Mannschaft zu spiegeln.
Wenn es uns gelingt, ist es recht. Wenn es nicht gelingt, ist es auch recht.

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Unglaublich, und das sage ich als ein ihm sehr Wohlgesonnerer. Verdeutlicht warum man dringend sehr sehr schnell Eberl im Amt haben müssen. Wir haben gestern AV und ZM gesehen und heute andere……

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Es wird ja immer gefragt, was Sammer hier eigentlich so gemacht hat… hmm

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Also, laut Klopp hätten wir ohne Sammer keinen Punkt weniger gehabt :upside_down_face:

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Dreesen ist genau einmal positiv aufgefallen.
Bei der Übergabe der Meisterschale im Mai…

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Wenn man spiele mit solchen Statistiken verliert wird man nicht Meister

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Wieder de Ligt negativ hervorzuheben wirkt zunächst etwas wie ein unfairer Trend, aber natürlich spielt da die Aufmerksamkeit mit hinein, die durch all die Diskussionen im Vorfeld begründet ist. Aber darauf wurde in dem Beitrag ja selbst hingewiesen, von daher ok.

Diese übermotivierten Verteidigungsvorstöße sind eigentlich das Hauptproblem von Min-jae und es ist erstaunlich, dass de Ligt das nun macht. Vielleicht wollte er es jetzt aber allen zu sehr beweisen und war übermotiviert, wer weiß.

Auf jeden Fall ist es schade, dass es so gekommen ist. Jetzt wird leider eine ordentliche Portion Verunsicherung mit hineinspielen.

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Der auffälligste und besorgniserregendste Unterschied zwischen Leverkusen und dem aktuellen FCB ist m.E. folgender:

Bei den Leverkusenern (z.B. gerade auch wieder in der Schlussphase bei RB Leipzig) verspürt man eine große Leichtigkeit und Spielfreude.
Man merkt richtig, wie viel Spaß es denen macht, gut aufzuspielen, zu kombinieren, den Ball zirkulieren zu lassen und somit endlich um die Deutsche Meisterschaft spielen zu dürfen.

Unsere Mannschaft hingegen wirkte (und das nicht zum ersten Mal) dagegen eher so, als ob man sich in einer Zweckgemeinschaft von Kollegen zu einem langweiligen und zähen Arbeitstag im Büro oder in einer Fabrik quält, wo man lustlos seine Pflicht erfüllen muss und froh ist, wenn der Tag endlich vorbei ist.

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Ja, da sagst Du was. Ich finde, dass oft zu schnell von „satten Profis“ gesprochen wird, aber der Spiegel, den uns Wirtz & Co. gerade vorhalten, ist schon teilweise entlarvend. Und wie anderswo auch ist es dann eben doch vielleicht problematisch, wenn man tausend Mal Meister und u.a. Triplesieger geworden ist.

Und wenn die beiden wirklichen Führungsspieler der Torwart und ein (inzwischen) Ergänzungsspieler sind, dann ist das auch nicht unbedingt förderlich.

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Heute gab es einfach zu viele individuelle Fehler bei zu vielen Gelegenheiten. Das war u.a. vielleicht eines der fahrigsten Spiele, das z.B. Musiala je in unserem Trikot abgeliefert hat. Die im Spieltagsthread verschiedentlich geäußerte These, dass ein „Führungsspieler“ fehlt, der „Verantwortung“ übernehmen könnte o.ä., finde ich als Ursachenermittlung nicht überzeugend. Taktische Anpassungen hätten von außen erfolgen müssen.
Torgefahr haben wir praktisch nur in den letzten 20 Minuten erzeugt, und die auch nur in Gestalt von Tel. Müller dagegen hat sich dem fehlerdurchsetzten Vortrag der meisten seiner Mitspieler angepasst. Dem Offensivspiel ging heute fast jede Kreativität ab, wir suchen immer wieder den Weg durch das verstopfte Zentrum. Sané z.B. geht ins dribbling, zieht in die Mitte und läuft sich ein ums andere Mal fest. Oft wollte man es auch zu genau machen, nur Tel hatte den notwendigen Zug zum Tor und suchte den Abschluss, wo immer sich ihm die Chance bot - hätte ja auch fast geklappt. Ungenaue Flanken aus dem Halbfeld waren ein weiterer Grund, dass offensiv nichts ins Rollen kam. Wo sind die Läufe zur Grundlinie, das abgestimmte Pass-Spiel auf den Außen? Geht uns schon längere Zeit ab. Eigentlich hegte ich ja die Hoffnung, dass sich das unter Tuchel bessert, zumal jetzt wieder eine echte Neun auf dem Platz ist. Kane war aber heute oft auch nicht da, wo er stehen sollte.

Dennoch: der Mannschaft vorwerfen, sie stemme sich nicht gegen Niederlagen, aber dann hier im Forum bei einer nun hinzunehmenden bereits zu verzagen und das Ende der Welt, pardon, Saison auszurufen, wo 16 Spiele (für uns sogar 17) noch ausstehen, das passt auch nicht zusammen.

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