FC Bayern Frauen in der Analyse: Darum ist Alexander Straus (noch) der Richtige

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Die Rechnung beim FC Bayern München ist simpel: Ein Misserfolg und alles wird in Frage gestellt. Auch im Umfeld der Frauen des FCB setzt dieser Reflex immer mehr ein. Alexander Straus steht zunehmend in der Kritik. Eine kommentierende Analyse. „Prozess“ ist vermutlich eines der am häufigsten gewählten Worte von Alexander…

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Na gut, das ist letztlich das alles entscheidende, warten wir ab wie es sich entwickelt.

Das ist ein brillanter Artikel, ich bin sehr dankbar. Gerade weil ich befürchtete, dass sich bei ausbleibenden Titeln oder CL-Halbfinals der Blick gleich wieder auf den Trainer richten könnte.
Ich nehme die Arbeit von Alex Straus genauso wahr: strukturiert und sichtbar. Und die fehlenden Ergebnisse und Leistungen würde ich auch eher auf einzelne Performances der Spielerinnen zurückführen. Bei Lea Schüller hatte ich selbst auch eine Weiterentwicklung erwartet, die Ansätze waren ja da, ebenso bei Marla Grohs. Nicht zu vergessen ist das seit Jahren wirklich große Verletzungspech, oft in entscheidenden Phasen der Saison. Gegen PSG hätte ich z.B. mit Eriksson deutlich höhere Erfolgschancen gesehen, die lange Absenz von Harder war ziemlicher Mist, schließlich war sie der absolute Königstransfer heuer. Man stelle sich vor, bei den Männern wäre Harry Kane so lange ausgefallen…

Sehr gut auch, dass Du die ungesunde Erwartungshaltung erwähnst, die aus dem Erfolgsjahrzehnt der Männer erwächst. Aber Basketball oder auch Frauen-Fußball sind halt andere Paar Schuhe.

Eigentlich sehe ich bei Alex Straus nur eines (was ich schon mal angesprochen habe), was ich etwas irritiert wahrnehme, und das ist die minimale Rotation. Ich traue mir kein Urteil zu, aber waren die Neuverpflichtungen (außer Harder) einfach nicht gut genug? Man hat sich doch sicher von Kerr oder Bajings mehr erhofft als nur dauerhaft die Bank zu füllen? Und klar ist sie noch sehr, sehr jung, aber Sehitler, die ich öfter gesehen habe bei den Jugend-Nationalteams und für ein absolutes Super-Talent halte - hätte man die nicht ab und an in der BuLi einsetzen können?

Aber davon abgesehen, finde ich auch, die Richtung und Entwicklung stimmt, trotz der Rückschläge heuer.

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Erstmal: Den Gedanken hatte ich auch schon mehrfach.

Hier sehe ich dann das Problem, das ja die Männer auch haben: Einerseits willst du die Belastung verteilen, andererseits willst du Rhythmus haben und eine Elf, die für die wichtigen CL-Spiele eingespielt ist. Kann mir vorstellen, dass das schwer auszubalancieren ist – nochmal mehr, wenn es generell nicht so läuft. Hinten konnte er ja nicht so viel rotieren, vorne war er auf der Suche nach Ersatz für Harder. Schweres Puzzle. Von Bajings hatte ich mir auch mehr erhofft, da musst ja was mit den Trainingsleistungen nicht stimmen. Anders kaum erklärbar.

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Sehe besonders im Mittelfeld und hinter der Spitze schon Möglichkeiten zu mehr Rotation.
Kerr für Stanway/Zadrazil.
Oder Bayings/Kett als Flügelalternative.
Besonders in einigen Ligaspielen sollte immer wieder Die Möglichkeit da sein, nur halt nicht alle auf einmal austauschen wäre wichtig, wie gegen Nürnberg.

Danke für den sehr guten und fundierten Artikel.

Allein der Beitrag zeigt ja schon, wie schwer es ist. Was ist zu wenig? Was zu viel? Was passiert, wenn Bayern mit Kerr und Bajings verliert? Rotation ist nicht so einfach wie oft gefordert. Plus Trainingseindrücke + anderes, was im Alltag passiert.

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Aber warum war Harder plötzlich schwer zu ersetzen? Sie spielt als 10er. Und Strauss hatte Lina Magull (die er meiner Meinung nach zum Verlassen gezwungen hat), Linda Dallmann und Sydney Lohmann, die alle als offensive Mittelfeldspielerinnen spielten. Meiner Meinung nach funktioniert das Mittelfeld der Bayern mit Dallmann als 10er besser. Harder ist keine 10er, sondern zweite Stürmerin.

Ich stimme hier in vielen Punkten zu. Ich stimme zu, dass Alex Strauss eine gute Grundstruktur (im Ballbesitz) geschaffen hat, die den Bayern dabei geholfen hat, die Spiele besser zu kontrollieren, und dass er auch im Angriff ein erkennbares Muster etabliert hat. Obwohl es in dieser Saison aus irgendeinem Grund selten gut geklappt hat.
Man muss aber auch die taktischen Schwächen von Alex Strauss kritisieren. Meiner Meinung nach ist er taktisch recht schwach und schafft es nicht, das Spiel von der Seitenlinie aus mit Anpassungen zu beeinflussen.
Ein gutes Beispiel ist das Spiel gegen PSG. in den letzten 15 Minuten sind einige Spielerinnen sichtlich müde und die Bayern beginnen, tiefer zu verteidigen. Und Strauss hat nichts getan. Keine rechtzeitigen Auswechslungen, um die hohe Verteidigung zu verstärken oder die Kontrolle über den Ball zu erlangen oder einfach auf die Fünferkette zu wechseln. Die Spielerinnen brachten Alex Strauss in der 76. Minute in Führung. Ihm galt es nur, das Spiel bis zum Schluss gut zu managen. Dies ist ihm nicht gelungen. Sein erster Wechsel war falsch und erfolgte in der 85. Minute! Er versäumte es wieder einmal, seine Bank richtig zu nutzen.
Das Spiel war gewinnbar. Es war das schlechteste PSG seit Ewigkeiten. Es ist allein die Schuld von Alex Strauss, dass die Bayern in diesem Spiel ihre Arbeit nicht geschafft haben. PSG und Bayern liegen in der Rangliste nahe beieinander (beide in den Top 6). In den letzten drei Spielen gegen PSG wirkten die Bayern stärker. Dennoch kommt PSG jede Saison mit schlechtem Fußball in die Play-offs. Und die Bayern scheitern erneut.
In dieser Hinsicht muss man Strauss also befragen. Die Medien müssen ihm Fragen zu seinen Entscheidungen stellen, die oft rätselhaft sind. Und mir ist aufgefallen, dass er in dieser Saison in Interviews nach dem Spiel anders spricht. Er beschönigt viele schlechte Spiele. Letzte Saison war seine Analyse ehrlicher.
Ich glaube, dass Bayern mit rechtzeitigen Auswechslungen (nach dem 2:1) dieses Spiel gegen PSG gewonnen hätte. Es ist also einfach schlechtes Spielmanagement.

Auch dieses „Es ist der Anfang“-Argument finde ich nicht überzeugend. Wolfsburg brauchte nicht lange, um Spitzenteam zu werden. Sie gewannen die UWCL und wurden sofort zur Spitzenmannschaft. In ihren eigenen Augen und in den Augen aller. So einfach ist das. Außerdem dauerte es zwei Saisons, bis Lyon zu den Top-Teams Frankreichs aufstieg, und zwei Saisons, um zum ersten Mal ins UWCL-Finale einzuziehen. Wie lange wird es dauern, bis die Bayern zu einem Spitzenteam wie Lyon werden? Der Neustart der Bayern im Jahr 2019 ist nun schon 5 Jahre her. Und es geht „immer noch am Anfang“?

Und ich stimme dem Punkt „hohe Erwartungen“ nicht zu. Ich verfolge die Bayern-Frauen seit 2018 und seit der dramatischen und bitteren Halbfinalniederlage gegen Barca im Jahr 2019. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich beide Mannschaften auf dem gleichen Entwicklungsstand. In den nächsten beiden Spielzeiten machte Barca den nächsten Schritt in Richtung einer Spitzenmannschaft wie Lyon. Und mit Jens Scheuer machten die Bayern im gleichen Zeitraum kaum Fortschritte. Die Leute sagten 2019 dasselbe: „Es ist erst der Anfang.“ Fünf Jahre sind vergangen.
Daher würde ich sagen, dass die Erwartungen richtig und nicht hoch sind. Das Team hat viele gute Spielerinnen verpflichtet. Vermeintliche Starspielerinnen unter Vertrag genommen. Fans haben also das Recht, mehr zu erwarten. Und wie kommt es, dass zwei Meistertitel nicht ausreichen, um sich als Top-Team zu fühlen? Arsenal und PSG sehen sich definitiv als Spitzenteams, auch wenn sie nicht viele Titel gewonnen haben.

Bayern sollte sich nicht unter Wert verkaufen. Sie sind bereits eine Spitzenmannschaft mit einem hochkarätigen Kader. und sie sollten entsprechend spielen. Bayern scheiterte in dieser UWCL-Saison, weil es ihnen nicht gelang, kleine, aber entscheidende Stücke hinzuzufügen. Wie eine bessere Stürmerin. Ich glaube nicht, dass die Verpflichtung von Harder und Eriksson notwendig war. Da die Bayern bereits vier Spielerinnen für die 10er-Rolle hatten. Dies geschah aus PR-Gründen.

Man kann solche Misserfolge nicht jede Saison in der UWCL damit entschuldigen, dass es „nur ein Prozess“ sei. Prozess für was? Nur gute Ergebnisse bestätigen Sie in den Augen vieler als Top-Team. Ich sage nicht, dass nur Ergebnisse zählen. Leistung ist sehr wichtig, denn sie zeigt uns, wie sich das Team entwickelt. Wie kommt es, dass Lluis Cortes reinkommt und Barcelona in einer Saison zur Top-Mannschaft aufsteigt und die Bayern brauchen immer mehr Zeit, um sich zu entwickeln? Wir müssen Alex Strauss zu seinen Entscheidungen befragen und auf seine Schwächen hinweisen, denn es war sein Zögern, seiner Mannschaft in den letzten 15 Minuten zu helfen, das die Bayern erneut scheitern ließ.

Das ist großer Unsinn und glaube mir oder nicht, ich kenne die Gründe.

Es ist die zweite Saison von Straus. Bisher hatte er noch keine Vorbereitung ohne großes Turnier, die Spielerinnen haben seit 2021/22 ein riesiges Pensum zu absolvieren. Ich bin ehrlich gesagt froh, dass das intern entspannter gesehen wird und man sich selbst und den aktuellen Weg realistisch einschätzen kann. Der Meistertitel kam für manche Fans viel zu früh.

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Über In-Game-Coaching lässt sich trefflich streiten, zumal sich oft nur vom Endergebnis, also im Nachhinein, ein Urteil fällen lässt. Ich wäre da immer recht vorsichtig, da spielen Zufälle, Glück etc. mit rein
Wenn du aber schon so eindeutig feststellst, dass sein erster Wechsel „falsch“ war, wäre es wenigstens konsequent, deine bevorzugte Alternative zu nennen. Wen hätte er denn wann bringen können/sollen?

Es ist so oder so ganz sicher nicht „allein die Schuld von Alex Straus“, das ist doch albern bei einem Sport, der unter anderem von 22 Menschen auf dem Spielfeld lebt, und da ist der Coach nicht mal dabei. Der Ausgleich von PSG war komplett zufällig und ein klassisches „Kack-Tor“ (sorry), sonst hätte es wohl gereicht. Aber man sieht schon, lauter Konjunktive…

Noch ein Wort zur „ungesunden“ Erwartungshaltung.
Die bezieht sich nicht explizit auf die Frauen des FC Bayern, sondern auf dem Standing, das sich die Männer erarbeitet haben und sich schon länger in einer völlig realitätsfernen Ebene bewegt, wo die Regel gilt: jede Saison ohne Titel ist eine Vollkatastrophe.
Das ist bei den Männern schon indiskutabel, aber diese Erwartungshaltung lässt sich nicht auf andere Sparten übertragen. Aber weil man (besser: Frau) halt das gleiche Trikot trägt, lassen sich da viele verführen, ist auch im Basketball nicht anders, und auch da ist es schlicht unangebracht.
Würdest du von der Schachabteilung auch erwarten, dass sie drei der weltweiten Top Ten beschäftigt? Wohl kaum.

Die Verpflichtung von Harder und Eriksson geschah aus PR-Gründen…?
Wow, was du alles weißt. Na, abgesehen davon, dass das mal ein ausnehmend sympathischer und gelungener PR-Cup war (1. weil sie ein Paar sind, 2. weil es ein Signal auch für andere Spielerinnen ist, wenn solche Spitzenkräfte in die BuLi kommen), behaupte ich meinerseits jetzt mal im Konjunktiv, dass wir in der CL locker weitergekommen wären ohne Haders lange Fehlzeit und ganz aktuell ohne Erikssons Verletzung vor dem PSG-Spiel.

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Als jemand, der den Frauenfußball nicht wirklich näher verfolgt, wie ist das zu verstehen? Bei einer Liga mit nur 12 Mannschaften sollte das doch handhabbar sein?

Die Anzahl an Spielen hat sich in den vergangenen zwei, drei, vier Jahren vervielfacht. Internationale Turniere, anderweitige Länderspiele, Champions-League-Reform. Mehr Spiele, höhere Belastung, viele Stars fielen mit Kreuzbandrissen aus. Mehr Spiele = mehr Aufmerksamkeit und mehr Geld. Das ist die positive Seite. Die negative Seite ist, dass in Forschung und Medizin nach wie vor zu wenig investiert wird, um die Ursachen für die vielen Verletzungen zu bekämpfen. Man kann die Situation der Männer nicht mit der der Frauen vergleichen. Was im Kontext der Männer nach wenig klingt, ist im Kontext der Frauen viel. Die Steigerung, das sagen viele Spielerinnen (manche so deutlich wie Hegerberg, manche hinter vorgehaltener Hand), ist zu steil.

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Ich verstehe das. Aber zwei Saisons müssen ausreichen, um erste Schlussfolgerungen über Strauss zu ziehen und seine Schwächen und seine Verbesserungen im Team zu besprechen. Mangelnde Vorbereitung kann als Entschuldigung für mangelnden Zusammenhalt dienen. Aber nicht aus mangelndem taktischen Einfluss von der Seitenlinie.

Ich schätze es, dass Strauss die Grundstruktur und Spielidee zu den Bayern gebracht hat (Jens Scheuers Arbeit war ziemlich einfallslos). Aber gefühlt macht Bayern mit jedem neuen Trainer nur einen halben Schritt nach vorne.
Ich denke, meine Erwartungen sind angemessen. Wie kann man sagen, dass die Meisterschaft zu früh kam? Für den aktuellen Kern (Gwinn, Lohmann, Dallmann, Magull, Simon, Zadrazil) ist es noch nicht zu früh. Sie sind bereit, weitere Titel zu gewinnen. Sie sind in ihrer Blütezeit. Die Bayern haben verdient die Meisterschaft gewonnen. Sie spielten in der vergangenen Saison konstanter und besser (in puncto Spielqualität und Ideen) als Wolfsburg. Ich habe mehr von Strauss erwartet, weil mir die Leistung seiner Mannschaft gefiel (mit Ausnahme des Arsenal-Spiels, das eine Katastrophe war). Ich habe Ideen und Muster erkannt. Einige Spielerinnen haben sich unter ihm verbessert (Dallmann, Simon). Und der Gewinn der Frauen-Bundesliga dürfte für die Bayern (mit ihrer Qualität) nichts Außergewöhnliches sein.
Im Hinblick auf den Frauenfußball sind die Erwartungen an die Bayern richtig. Sie sind nicht schlechter als Chelsea, Barca, Lyon oder Wolfsburg (was die Kaderqualität angeht). Wir müssen vom Bayern-Trainer mehr verlangen. Zumindest nicht gegen Ajax zu verlieren und ein besseres Spielaufbau zu haben (was in dieser Saison noch schlimmer wurde).

Natürlich können sie nicht genau wissen, was während des Spiels, in den letzten paar Minuten, passieren wird. Aber als Trainer sollte man das Spiel besser lesen. Sie können nicht einfach zusehen, wie Ihr Team unter Druck leidet. Sie müssen in den letzten 10-15 Minuten mehr Energie und frische Spielerinnen bringen. Um das Spiel zu beenden. Um chaotische Phasen und eine zu tiefe Verteidigung zu vermeiden.
Alex Strauss hätte Stanway/Zadrazil und Schüller durch Sam Kerr und Linda Dallmann und Jill Baijings ersetzen können. Um die hohe Verteidigung zu stärken (und eine zu tiefe Verteidigung zu vermeiden) oder um den Ballbesitz aufrechtzuerhalten. Die Spielerinnen waren sichtlich müde und man hatte das Gefühl, dass PSG in den letzten acht Minuten sein Tor erzielen würde. In diesen 8 Minuten kamen sie näher. Es ist eine Grundvoraussetzung für jeden Trainer, in den letzten 15 Minuten frische Spielerinnen auf den Platz zu bringen.
Strauss hat Optionen. Er hätte auch in die Fünferkette wechseln können (indem er die Linksverteidigerin Ines Bellamou auf den Platz gebracht hätte). Strauss hat die Chance, das Spiel auf die eine oder andere Weise zu beeinflussen.

Das Komische ist, dass er im ersten Spiel gegen PSG (in der letzten Phase des Spiels) auf die Fünferkette umgestellt hat (und Ines auf den Platz gebracht hat) und dadurch die Kontergefahr von PSG ausgeschaltet hat. Aber in diesem Spiel hat er sehr wenig getan, um seiner Mannschaft zu helfen.

Und ich argumentiere nicht aus der Sicht des Männerclubs. Der Männerclub ist mir egal. Ich kenne den Kontext des Frauenfußballs. Und ich weiß, dass die Bayern-Frauen nicht schlechter sind als Lyon, Barca, Wolfsburg, Chelsea (was die Qualität des Kaders angeht). Und wenn ich mir alle Topteams dieser Saison ansehe, kann ich sagen, dass die Bayern jeden von ihnen schlagen können. Hätten die Bayern das Viertelfinale erreicht, hätten sie gegen leichtere Gegner (Brann, Hacken, Benfica) gespielt. Ein Einzug ins Halbfinale wäre in dieser Saison durchaus möglich gewesen. Und dann vielleicht das Finale.
Basketball ist ein schlechtes Beispiel. Die Bayern-Frauen entwickeln sich seit vielen Jahren. Das Team gewann die Meisterschaft in den Jahren 2015 und 2016. Das erste UWCL-Halbfinale im Jahr 2019 bestätigte die Entwicklung und steigerte die Ambitionen. Sie gewannen 2021 eine weitere Meisterschaft und erreichten im selben Jahr ein weiteres UWCL-Halbfinale.
Fans haben also das Recht, mehr von der Mannschaft (und dem Trainer) zu verlangen. Vor allem, wenn die Ambitionen des Vereins vor fünf Jahren klar zum Ausdruck gebracht wurden – ein Spitzenteam zu werden und in der UWCL konstant weit zu kommen. Aber in den letzten drei Spielzeiten haben die Bayern ihre Ziele definitiv unterschritten.
Erwartungen kommen also nicht vom Männerclub und seiner Geschichte. Sondern von der Entwicklung der Bayern-Frauen selbst.

Es kann wenige Gründe für den Abgang von Lina Magull geben. Aber einer dieser Gründe ist, dass sie in dieser Saison nicht genug Spielzeit hatte. Sie sagte im Interview im November/Dezember, dass sie spielen möchte und es für sie schwierig sei, nicht mehr Spielzeit zu bekommen. Doch Strauss gab ihr diese Chance nicht. Und er hat sie nicht zentral gespielt (ihre beste Position). Er hätte ihr die Rolle im zentralen Mittelfeld geben können. Ich verstehe nicht, warum er Magull nie als 6er gespielt hat.