Sauerteigansatz 2.0 (Lievito Madre)
Ich habe mich hier vor längerer Zeit (fast 1 Jahr her) mal an einem Sauerteigansatz versucht: das war eher so semi-erfolgreich, wenn ich ehrlich bin. Es war keine „Vollkatastrophe“, aber der Teig hatte deutlich weniger Triebkraft als gedacht. Und meinen ersten Sauerteigansatz habe ich dann (ausschließlich mein Fehler!) nicht ordentlich nachgefüttert, er war dann schlicht nur noch Bioabfall.
Seit mehreren Tagen versuche ich mich an einem neuen Ansatz: die Grundbasis war ein Bio-Roggenvollkornmehl (50 g), dazu 50 ml lauwarmes Wasser. Erstmals 24 h stehen lassen im Marmeladenglas mit locker aufgedrehtem Dekckel, und vom entstandenen Produkt wieder 50 g entnehmen, wieder 50 g Roggenmehl und 50 g lauwarmes Wasser hinzugeben (jeweils in ein gut gereinigtes, aber nicht sterilisiertes Glas mit 400 ml) und bei recht hoher Zimmertemperatur gehen lassen. Der Rest des Teigs wurde entsorgt, dies immer wiederholend. Nach 5 Tagen war der Teig recht flüssig, ging sehr gut auf mit deutlicher Blasenbildung, der Geruch war schon säuerlich, aber immer noch ganz leicht stechend.
Ich habe dann nach 5 Tagen 2 Tage lang nur noch 50 g Ansatz, 50 g frisches Roggenmehl und 30 g Wasser hinzugegeben (mein Ziel ist eigentlich ein Lievito Madre, ein italienischer, recht fester Sauerteig mit relativ wenig Wasseranteil, der sowohl für Brot als auch Pizza taugt): der Teig wurde dabei zwar fest, ging aber kaum noch auf, roch sehr stark stechend, fast nach Lösungsmitteln - also ein sehr starker Essiganteil.
Dann habe ich wieder 50:50:50 gewählt, diesmal mit einem Weizen-Pizzamehl Typ 00 (mit 12 Prozent Eiweissanteil), 50 g aus dem vorigem Ansatz und 50 g lauwarmem Wasser. Den Deckel wie immer nur lose aufgedreht und nicht luftdicht verschließend. Die Charakteristik des Teigs änderte sich in kurzer Zeit massiv: er ging in 8 Stunden fast auf die doppelte Höhe, bildete wieder kleine Blasen, roch auch deutlich weniger stechend.
Auf dieser Stufe befindet sich mein (angepeilter) Sauerteig ala Lievito Madre gerade: er hat ordentlich Triebkraft, aber es fehlt definitiv noch die Ausgeglichenheit in der Mikrobenentwicklung. Ein paar Tage mehr mit gezieltem Nachfüttern, dann wird das hoffentlich ein stabiler Ansatz
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PS: Mein Sauerkrautversuch riecht am Glasdeckel schon sehr lecker, ich werde ihn noch 3 bis 4 Tage bei Zimmertemperatur reifen lassen und dann wird er geöffnet und probiert und geht in den Kühlschrank. Ich bin gespannt!