Fortsetzung der Diskussion von [England, Premier League] Rund um die Liga (Teil 1) - #3691 von Talion.
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Für Wirtz läuft es weiterhin nicht ganz optimal beim LFC. Es gibt mal wieder Kritik.
„Das war eine der schlechtesten Leistungen, die ich je von ihm im Liverpool-Trikot gesehen habe“, sagte Liverpool-Legende Jamie Carragher.
„Das ist einfach gar nichts. Da passiert überhaupt nichts.“
Naja, Carragher hat Wirtz schon länger auf dem Kieker. Das ist so ein bisschen ähnlich wie bei uns mit Hamann ![]()
Macht aber seine Leistungen nicht besser
Für den deutschen Fußball ist es jedenfalls nicht gut.
Hatte mir schon erhofft, nachdem der Wechsel nach München nicht geklappt hat, dass er in England funktioniert.
Aktuell wüsste ich auch gar nicht genau, wo er bei uns spielen sollte.
Ich muss zugeben, dass ich noch nie ein Fan des Wechsels von Florian Wirtz zum FC Bayern war, unter anderem genau deswegen:
Auf der anderen Seite wäre ich mir sicher, dass Wirtz unter Anleitung von Vincent Kompany bedeutend besser spielen würde und dass VK auch den richtigen Platz für ihn gefunden hätte.
Flo Wirtz hat ja damals bei seinem Wechsel das Argument gebraucht, er wolle mal raus der Komfortzone, um sich optimal weiterentwickeln zu können; und München wäre demzufolge noch zu viel Komfortzone, daher Liverpool. Das Grundüberlegnung scheint mir auf jeden Fall richtig, und insofern war die Entscheidung auch mutig bzw. konsequent. Ich habe aber damals schon vermutet (und tue es bis heute), dass die lieben Leverkusener schon massiven Psychodruck auf ihn ausgeübt haben, nur ja nicht zu Bayern zu gehen; und er wohl auch selbst davon ausgegangen ist, dass am Ende der FCB bei zu hohen Ablöse-Forderungen den Deal abblasen wird - und er im dümmsten Fall in Leverkusen bleiben muss …
Jetzt kann ich mir gut vorstellen, dass ein doch noch junger Fußballer, der außerhalb der Komfortzone in seinen ersten Spielen nicht so richtig in Tritt kommt, schon einige Selbstzweifel bekommt. Wenn dann sukzessive die britische Presse und die dortigen “Experten” sich auf dich einschießen, schließlich auch noch der Trainer, der dich geholt hat, gehen muss - dann ist das mit Sicherheit alles andere als leistungsfördernd.
Ich würde nicht darauf wetten, dass er in Liverpool noch richtig in Tritt kommt; manchmal passt ein Spieler einfach nicht zum Klub (oder umgekehrt), bei Bayern kann man davon ja auch ein Lied singen … wäre ich Flo Wirtz, würde ich mir schon mal Wechseloptionen für den Sommer 27/28 aufbauen. Sollte der Durchbruch noch kommen, kann er die ja immer noch sein lassen; aber wenn er eine zweite Saison lang nur Mitläufer bleibt, dürfte das seiner Karriere nachhaltig schaden, dann muss er da weg.
Wäre doch logisch dass er zu Chelsea wechselt.
Eigentlich geht es ja nicht um Chelsea sondern um Alonso. Und die Zukunft von Chelsea grundsätzlich sowie damit auch die Zukunft von Alonso ist ja ungewiss, sofern Boehly seine Anteile verkaufen will. Ein neuer Besitzer ist womöglich kein Alonso-Fan und die aktuelle Bilanz von Alonso bei Chelsea spricht jetzt auch keine Bände, wenn auch Alonso nicht alleine an der ausbaufähigen Bilanz schuld ist.
Ich finde du bist gerne etwas voreilig. Natürlich hat man sich mehr erwartet. Aber diese runderneuerte Mannschaft funktioniert noch nicht optimal. Wahrscheinlich muss man auch im defensiven Bereich noch etwas verändern. Dass Alonso gleich angezählt wird ist nicht zu erwarten.
Es gibt keine neuen Besitzer. Clearlake kauft die Reste auf und ist alleiniger Anteilseigner. Damit ändert sich im Grunde was die sportliche Führung angeht nichts. Die hatten dort schon länger das Sagen.
Ich wünsche Alonso alles gute, aber Chelsea hat sich mMn in den letzten Jahren nicht dadurch ausgezeichnet ruhig und bedacht zu handeln. Deswegen würde mich nichts überraschen.
Wir können trotzdem festhalten, dass deine Erwartungen einer Veränderung in der sportlichen Leitung des Teams nicht mit dem Verkauf der Anteile einher geht.
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Hierauf wollte ich eigentlich noch antworten, bevor mir der Thread zugemacht wurde ![]()
Ich hatte mit meiner ursprünglichen Aussage von dem im Vergleich stärker spekulationsgetriebenen Investment nicht nur speziell Chelsea gemeint, auch wenn das der konkrete Anlass war, sondern europäische Fußballklubs generell.
Bei Chelsea müsste sicherlich viel passieren, aber ein dauerhafter Misserfolg, damit verbundene fehlende CL-Einnahmen, Verluste bei Spielerverkäufen in bilanzieller Sicht und in der finanziellen Bewertung würden sich irgendwann ja schon auswirken. Auch die 9% der Umsatzeinbußen die du für die Saison 23/24 ohne CL angegeben hast, sind ja auch nicht so wenig.
Nehmen wir Tottenham mal als Vergleich. Forbes gibt für die Jahre 2021-2024 zunächst eine kontinuierliche Steigerung von 2,3 Mrd. auf 3,2 Mrd. $ an. Danach kam die erste Pleitensaison 24/25 mit Platz 17. Trotzdem ist die Bewertung 2025 auf 3,3 Mrd. gestiegen. Nach der zweiten Pleitensaison im letzten Jahr ist die Bewertung von 2026 um 10% gefallen auf 3 Mrd.
Und dabei sind die durch ihr modernes, eigenes Stadion ja gut aufgestellt.
Aber wie gesagt hatte ich bei meiner These noch stärker Vereine in anderen Ligen im Sinn. Ich hatte in einem anderen Thread ja mal einen längeren Text zu Liverpool geschrieben, wo es u.a. darum ging, dass die Besitzer von der Fenway Sports Group gezielt Michael Edwards verpflichtet hatten, damit er für sie MCO-Strukturen entwickelt. Das hat er dann auch getan mit einen sehr ambitionierten, gut strukturierten Plan mit Top-Personal an seiner Seite. Und dann haben sie das doch wieder eingestellt, zum einen wegen der UEFA-Regelungen, zum anderen aber auch wegen des Investment-Risikos bei der Übernahme eines niederländischen oder französischen Vereins.
Dauerhafter sportlicher Misserfolg hat Einfluss auf den Wert. Was für eine Überraschung.
Vielleicht tatsächlich mehr als in einem System bei dem man nicht absteigen kann.
Jetzt sind wir aber meilenweit entfernt von der Ausgangsdiskussion.
Das Tottenham-Beispiel finde ich allerdings auch in der Gegenrichtung interessant. Nach zwei katastrophalen Ligaspielzeiten fällt die Forbes-Bewertung zwar um neun Prozent, liegt mit 3,0 Milliarden Dollar aber immer noch rund 30 Prozent über 2021……
Beim Liverpool-Projekt würde ich außerdem zwischen dem Risiko eines kleineren französischen oder niederländischen Satellitenklubs und dem Wert des eigentlichen Spitzenklubs unterscheiden. Das ist selbstverständlich ein großer Unterschied. Eigentlich wie immer bei Investments.
Belegt ist vor allem, dass FSG trotz der Prüfung zahlreicher Kandidaten keine geeignete Übernahme fand und das Vorhaben vorerst einstellte. Das zeigt durchaus, wie riskant MCO-Investments sein können, sagt aber nur begrenzt etwas über die Werthaltigkeit von Liverpool selbst aus.
Meine These ist deshalb enger. Europäische Spitzenklubs sind keineswegs risikolos und sportlicher Misserfolg bleibt niemals folgenlos. Ihre extreme Knappheit, Marke und globale Reichweite sorgen aber dafür, dass selbst mehrere schlechte Jahre den Unternehmenswert erstaunlich wenig beschädigen. Genau das zeigt Tottenham für mich mindestens ebenso sehr wie den gegenteiligen Punkt.
Ich habe auch nichts über die Werthaltigkeit von Liverpool gesagt, sondern dass die US-amerikanische Investorengruppe, nach einer sehr ambitionierten Prüfung ihre Pläne für eine weitere Vereinsübernahme aufgegeben hat, dadurch einen Top-Mitarbeiter verprellt und die eigens dafür aufgestellten Strukturen überflüssig gemacht hat. Das macht man ja nicht leichtfertig, sondern wenn man eben nach Prüfung eine Skepsis gegenüber der Profitabilität von zusätzlichen MCO-Investments in andere europäische Vereine hat.
Ja klar, europäische Spitzenklubs sind dahingehend stabiler als andere Vereine, auch wieder ne Binse… Aber die Frage ist ja auch wann der Einstieg erfolgt ist. Lewis ist bei Tottenham vor Ewigkeiten eingestiegen, glaube der hat seine Anteile für 50 Mio. Pfund erworben vor 20 Jahren. Wenn man jetzt einsteigt, muss man sich überlegen, worauf der Wertzuwachs der nächsten Jahre basieren wird. Bei Chelsea spielt da ja glaub ich das neue Stadionprojekt eine große Rolle, das bei Tottenham ja auch für einen starken Boost gesorgt hat.
War ihm zu teuer. Das ist doch völlig normal. Wenn du etwas zu verkaufen hast, gibt es viele denen es zu teuer ist. Fenway wird den LFC früher oder später bestimmt zu einem sehr guten Preis verkauft bekommen. Es muss einfach passen.
Was ich immer albern finde, ist dieses “nicht gut genug für die Prem”-Gerede. Es gibt genügend Spieler die auf Weltklasse Niveau die EPL verlassen haben und danach kam gar nichts mehr.
Liverpool ist immer noch im Umbruch und die komplette Offensive ist sehr mau. Es tut wirklich physisch weh, sich 90 Minuten ein Liverpool anzuschauen. Ist noch ein bisschen früh aber “Iraola-Ball” sieht nicht viel besser aus, als was unter Slot gespielt wurde. Und fairerweise muss man sagen, auch gegen Bournemouth gab es genug Liverpool-Spieler die deutlich deutlich schwacher als Wirtz waren, aber mit dem Preisschild kommen eben gewisse Erwartungen.
Jetzt kommt das “aber”: Wirtz hat ja schon das Selbstverständnis ein Unterschiedsspieler zu sein. Solche Ansprüche muss man hinterlegen in Form von Verantwortung. Er ist der focal point in der Offensive, er muss die Intensität reinbringen. Würde er so bei uns spielen und wir hätten gerade so 1:0 gegen Union gewonnen, wäre das selbe Thema auf dem Tisch nur in deutsch.
Habe diese Saison genau ein Liverpool Spiel gesehen. Da war Wirtz fast ausnahmslos mit rennen beschäftigt und das in einer Intensität, dass da Fehler hier und da gar nicht ausbleiben können.
Wirtz reißt mit Abstand die meisten Kilometer in Liverpool ab.
Ja, so sah das auch aus
Laut Fotmob liegt Wirtz pro 90 Minuten bei 11,9 Kilometern und insgesamt bei 53,3 Kilometern diese Saison in 403 Minuten sowie 5 Spielen in der Startelf. Damit rennt er fast einen Kilometer mehr als jeder andere Spieler aus der Mannschaft pro Spiel. Eine ähnliche Intensität bringen nur Gravenberch mit 11,2 km/90min (welcher aber nur zwei Spiele begonnen hat und insgesamt nur 192 Minuten bei 5 Spielen gespielt absolviert hat), McAllister mit 11,1 km/90min (und dabei 3 Spiele von Anfang an und insgesamt 308 Minuten) sowie Szoboszlai mit 11,0 km/90min (aber zumindest immer in der Startelf in der Liga und insgesamt 441 Minuten). Durch die viele Spielzeit landet Szoboszlai auch bei schlussendlich 53,9 Kilometern für die ganze Saison.
Damit gehört er auch in der Liga zu den Laufintensivsten Spielern (Platz 8).
Fun Fact: Pascal Groß ist ähnlich Intensiv unterwegs. 11,9 km/90min und insgesamt bei bereits fast 60 Kilometer.