EM-Blog, Tag 8: Dayot Tuppermecano und die Mär vom unpolitischen Turnier

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Die Ukraine siegt erstmals, Österreich ist im Turnier angekommen, Dayot Upamecano zeigt eine starke Leistung und die EM 2024 ist politischer, als viele glauben. Das war Tag 8 der Europameisterschaft.

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Ich glaube bei der Politik-Diskussionnspielt es auch eine Rolle, dass viele bei diesem Turnier einfach die Harmonie wahren wollen. Wurde ja auch schon von Nagelsmann gefordert, dass man nicht zu kritisch sein soll. Und bei den vielen eher rechtsextremistischen Vorfällen muss man wohl auch sagen, dass die vielerorts leider Anklang finden und deswegen teilweise für weniger Aufregung sorgen. Aber insgesamt hast du es richtig geschrieben, das ganze Turnier ist insbesondere wegen der schwierigen Lage in Europa nicht weniger politisch, viele verschließen einfach nur die Augen davor.

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Es ist ja Teil des Problems, dass Leute immer noch denken, Deutschland habe in Katar schlecht gespielt, weil sie sich die Hand vor den Mund gehalten hätten und nicht, weil sie fußballerisch einfach scheiße waren. Es ist Teil des Problems, dass Leute abwinken und sagen: Lasst mich in Ruhe damit, weil sie das Privileg haben, nicht direkt betroffen zu sein. Aber das ändert sich, wenn man die Entwicklungen weiterhin so geschehen lässt. Irgendwann sind wir dann alle betroffen von den Entscheidungen, die dann womöglich von gewählten Extremisten getroffen werden.

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Danke für deine Einordnungen Justin, besonders die Aspekte ‘abseits vom Fussball’.

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Ja genau. Und dann wird anstatt über das Resultat einer Umfrage über die Umfrage selbst diskutiert. Nach dem Motto: wenn ich die Augen zu mache, ist da auch nichts! :see_no_evil:

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Man darf eben nicht tatenlos zusehen und einfach die Augen verschließen nur weil man sich nicht eingestehen will, dass Fußball politisch ist.

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danke auch hier für die klare Kante zu wichtigen Themen!

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Man wundert sich immer, dass Menschen von solchen Dingen überrascht sind.

Die jeweiligen Konflikte sind nicht lange her… was erwartet man? Dass sich Serben, Albaner, Kroaten etc. freudig in der Armen liegen weil gerade EM ist?

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Ich verstehe nicht, was die Einteilung in überrascht und nicht-überrascht bringen soll.

Ich bin jedenfalls nicht überrascht. Ich informiere und berichte darüber. Weil es in der breiten öffentlichen Berichterstattung nicht bis wenig stattfindet (Shoutout an die Sportschau an der Stelle).

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Du musst nicht gleich wieder einen Angriff auf dich persönlich sehen :roll_eyes:

Und ja… es gibt durchaus Menschen, die völlig überrascht sind wenn solche Nationen bei einem Turnier aufeinander treffen, dass solche Situationen entstehen können

Es wäre sehr wünschenswert wenn mehr Medien die Hintergründe beleuchten würden!

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Gemäss Feldstudie bei Serbien vs Slowenien sind die meisten Fans normale Leute. Bei den Slowenen empfand ich sogar alle Fans sehr angenehm. Die gröllenden Gruppen sind meist Jahrgang 1985 bis 2005 und basieren ihren Nationalstolz auf den Balkankriegen was sich nicht nur bei Gesängen sondern auch bei stolz getragenen Tatowierungen zeigt. Und das liegt weniger an Kriegstraumas sondern wahrscheinlich daran, dass diese Leute ausserhalb des Patriotismus wenig haben, an das sie sich klammern können. Dazu kommen natürlich immer noch die denen es eigentlich gut geht weil sie in Köln statt Belgrad aufgewachsen sind, die aber trotzdem und Gigi auf Sylt mässig mitgröhlen. Denke da braucht es wenig investigativen Journalismus zu den Hintergründen.

Ich würde noch ergänzen, dass unter den Jahrgängen von 1985 bis 2005 sehr viele die Kriege auf dem Balkan zwar wegen der - in diesem Fall - Gnade einer späteren Geburt nicht direkt erlebt haben, aber dass gerade bei diesen Jahrgängen die Erzählungen der älteren Generationen und die Propaganda bestimmter Gruppen scheinbar besonders effektiv waren, da sie von Kindesbeinen an schon hörten, zu welchen Gräueltaten die jeweiligen Feinde fähig waren und wie schlimm doch der Serbe/ Albaner/ Kroate etc. doch ist bzw. andere Geschichten, wie z.B. die Mär davon, dass die Serben immer ungerecht behandelt werden usw. Wenn man das als Kind lange genug und oft genug hört, dann setzt sich das bei manchen fest und verfestigt sich.

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Achso, na dann beruhige ich mich mal wieder nach meinem hoch emotionalen Kommentar.

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:rofl: :clap:t2: :clap:t2: :clap:t2:

Es kommt halt drauf an was man sehen will.
Wer guten Fußball mit tollen Fans sehen will, wird bei dieser EM bestens bedient. Und wer den anderen Käse ausblenden kann oder nicht so ernst nimmt, hat viele schöne Stunden.
Muss jeder für sich entscheiden, wie viel Politik er selbst mit ins Turnier trägt und wie sehr er sich davon runterziehen lässt.
Relax and enjoy :sunglasses:

Die bereits seit 45 erfolgreiche Taktik gegen Rechtsextremismus. Never change a winning team und da wir es ja einfach ausblenden können, ist Rechtsextremismus ja quasi gar nicht existent. :+1:t2:

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Ist dieser Kommentar an mich gerichtet?
Wenn, dann kann ich nur sagen Thema verfehlt.

Dann erhelle mich gern. Ich lerne immer gern dazu.

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Das haben wahrscheinlich die Nachkriegskinder in Deutschland und Frankreich auch gehört, trotzdem hat man sich nicht die Nürnberger Anklagebank / de Gaule auf die Brust tätowiert, sondern man lebte das jeweilige Wirtschaftswunder und rackerten sich nicht an der Vergangenheit ab. In der DDR 1990 entwickelte sich bei der Enkelgeneration schlagartig wieder Nationalismus bzw Rassismus. Der Boden für Nationalismus und Rassismus ist immer mangelnde Beleuchtung im Oberstübchen + ein fehlendes gesellschaftliche Korrektiv + mangelnde anderweitige Perspektiven / verbindende Elemente. Wirklich Betroffene wollen das erlebte schlicht nie wieder erleben.

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Schlecht geschlafen oder schlimmeres? Bist ja wieder übel drauf heute.
Es ist Samstag. Wochenende. Die Sonne kommt gerade raus. Ein paar nette Fussballspiele stehen an, mit dem Höhepunkt Deutschland gegen Schweiz morgen Abend. Für 99% geht es um Fußball, wer sich von dem einen Prozent Spinnern die Laune verderben lässt hat mein Mitleid.
Klar, die Welt dreht sich weiter und die Probleme lösen sich durch eine EM nicht in Luft auf. Aber nehmt doch mal den Stock aus dem Arsch.

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