EM-Blog, Tag 23: Die Problemwölfe

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Egal ob England oder Türkei, am zweiten Viertelfinal-Spieltag dominierte der Problemwolf. Im heutigen EM-Blog beschäftigen wir uns mit den Mühen Gareth Southgates und türkischem Wolfsgeheul. Gareth Southgates Werdegang Auch wenn dies schon Englands fünftes Spiel und der 23. Eintrag in unseren EM-Blog ist, konnte ich bislang Gareth Southgates Engländer umschiffen.…

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Danke für diese Zusammenfassung und Klarstellung.

Zur UEFA ist genügend gesagt. Wenigstens hatte sie Demiral für seine Geste gesperrt. Mehr war (leider) von der UEFA nicht zu erwarten. Um so besser, dass sich die Niederländer doch noch zum Sieg gerumpelt haben.

Was van Dijk angeht, sehe ich es ebenso. Auch bereits in den letzten Spielen war er oft ein unerklärlicher Unsicherheitsfaktor. Schlampige Ballannahmen, schludrige Ballverteilungen und zahlreiche Abspielfehler. Es hat einen Grund, warum nicht jeder über das Transfergerücht von van Dijk und Dortmund gelacht hat. Seine große Zeit scheint schlicht vorbei. Aber er hat ja nun noch Gelegenheit, uns eines Besseren zu belehren.

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Das wohl Schlimmste an den Entwicklungen der letzten Tage steht uns mMn sogar noch bevor. Die unverhohlene Freude, die überall durchkommt, weil die Türkei ausgeschieden ist, wird nicht unbedingt dafür sorgen, dass sich in unserer türkischen Community in Deutschland die Sympathien für Erdogan und seine Art von Politik reduzieren (um es mal vorsichtig auszudrücken).
Das ist mal wieder Wasser auf die Mühlen derer, die von der Türkei aus versuchen, die Türken in Deutschland zu manipulieren, frei nach dem Motto: Unsere Helden spielen einen leidenschaftlichen Fußball und kämpfen bis zum Schluss und die Deutschen freuen sich darüber, dass wir ausgeschieden sind.
Und viel zu viele werden dem zustimmen.

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Wird man in Leverkusen gerne gehört haben.

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Was wäre denn deiner Meinung nach angemessen gewesen?

Da stellt sich eher die Frage warum es noch eine solche türkische Community gibt. Es gab auch mal viele Italiener, Griechen, Spanier oder Portugiesen in Deutschland. Mittlerweile heissen diese eben selbst Daniel Häberle, weil Mama Rosanna Casagrande Manfred Häberle aus Sindelfingen geheiratet hat. Und klar bekommen auch diese - wenn sie aufgrund des AC Milan Trikots von Opa Cesare Weihnachten 1993 trotzdem den Tifosi raushängen lassen - Häme ab. Aber dennoch himmeln sie Frau Meloni nicht an. Da gibt es dann eben den Cut zwischen ich bin Fan einer Nationalmannschaft, kann das aber von dem Land / der Gesellschaft in der ich lebe trennen.

Klar kann man da auch nicht alle türkisch stämmigen über einen Kamm scheren, aber diese Thematik wurde 1961 bis 2024 und nicht seit EM Start vermasselt.

Manche Nationalitäten integrieren sich halt besser in fremde Kulturen und Länder als andere.
Ist jetzt auch keine neue Erkenntnis

zu vanDijk: Ich fand schon, das der einige sehr gute Zweikämpfe hatte und eine gute Präsenz, die sich allerdings mit tatsächlich ungewöhnlichen Schnitzern abgewechselt haben. Was mir bei dem mehr missfällt ist sein Habitus, darin Bellingham nicht unähnlich. Wirkt oft genervt von den unfähigen Mitspielern, fast schon beleidigt, wenn er Fehler ausbügeln muss. Lamentiert viel. Und offensichtlich, ein No-Go, hat er ja gegen die Auswechslungen kurz vor Schluss opponiert. Ich finde da den Widerspruch gegen den Trainer gar nicht so schlimm, da darf ein Kapitän mal anderer Meinung sein, aber den Spielern, die eingewechselt werden gegenüber finde ich es ein Unding: Stellt euch mal vor, euer Chef gibt euch eine Aufgabe und irgendein Leitwolf rollt die Augen und sagt: „bloß nicht der, lass das lieber jemand anderen machen!“ Das stärkt den Zusammenhalt und das Selbstvertrauen bestimmt sehr.

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Die Fehler haben sich auch in Liverpooler Club Alltag eingeschlichen über die letzten 18 monate

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Das ist ungefähr so richtig, wie wenn uns entgegentönen würde: „Alle Deutschen sind Nazis.“

Militante Aktivitäten der Grauen Wölfe gegen ihnen missliebige Landsleute in Deutschland gab es schon vor 50 Jahren. Umso erstaunlicher, dass sie hierzulande immer noch nicht verboten sind. Typisch linksgrün versifftes Wokistan, möchte ich mal vermuten.

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„Die Sanktion gegen den Abwehrspieler sei nicht sportlich zu bewerten, sagte Erdoğan: »Tatsächlich handelt es sich um eine Strafe für die Türkei als Nation.« Davon habe sich das Team aber nicht beirren lassen. »Unsere Nationalmannschaft hat auf das ihr angetane Unrecht mit spektakulärem Fußball auf dem Feld reagiert«, so Erdoğan. Vor seinem Rückflug hatte das türkische Staatsoberhaupt die Spieler in der Kabine besucht, ihnen die Hände geschüttelt und Trost wegen des Ausscheidens gespendet. »Ich gratuliere euch allen. Auch wenn wir heute hier dieses Ergebnis erzielt haben, seid ihr unsere Champions«, hatte Erdoğan seinen Landsleuten gesagt. Auch die Hand des gesperrten Demiral hatte der Präsident geschüttelt, wie TV-Bilder zeigten.“ (zitiert vom Spiegel).

Ja, natürlich war das keine sportliche Sperre, es war eine sehr gut begründete politische Sperre. Es geht überhaupt nicht darum, die Türkei" als Nation" zu bestrafen, sondern um eine wirklich unerträgliche Zurschaustellung von Rechtsextremismus, die im Fussball überhaupt nichts zu suchen hat. Dass Erdogan, der mit der MHP koaliert, davon wenig hält, verwundert einen eher wenig. Über die Frage, welches „Unrecht“ den Türken in ihrem eigenen Heimatland geschieht (Unterdrückung der Opposition zum Beispiel) könnte man auch lange diskutieren.

Mir verbleibt nur die Hoffung, dass der Wolfsgruß hoffentlich sehr schnell auch hierzulande verboten wird. Diese „Opferrolle“ seitens der türkischen Regierung (wohlbemerkt nicht seitens aller Türken) widert mich gerade extrem an. Zu Hause das politische System von einem parlamentarischen Regierungssystem zu einem Präsidialsystem umbauen, die Presse- und Meinungsfreiheit im eigenen Land einschränken, und dann weinen, dass die Sperre „politisch“ ist - das ist genau mein Humor…

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Das ist halt wieder genau das Gaslighten, das mir so auf den Keks geht. Bis auf die paar erwartbaren Rassisten hat niemand Bock gegen die Türkei zu sein. Nach dem ersten Spiel hat man auch hier das Team für das tolle Spiel mit Georgien gefeiert.

Frei nach König Uli: Wenn sich jetzt die Stimmung gedreht hat, sind die doch dafür verantwortlich, nicht wir!

Zwingt irgendwer Demiral zu seiner Aktion?
Zwingt irgendwer die Spieler sich nicht davon zu distanzieren?
Zwingt irgendwer die Fans, die meisten von ihnen hier in Deutschland lebend, sich in Solidarität ebenfalls den Wolfsgruß zu zeigen?

Nein, niemand wird für irgendwas gezwungen. Selbst Schuld, wenn man dann gegen einen ist. Und wir sollten uns von denen nicht gaslighten lassen (machst Du nicht, keine Sorge), unsere wohl berechtigte Antipathie verstecken zu müssen.

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Sorry, so etwas von einem Admin zu lesen ist harter Tobak:

Was jetzt? „von denen“, „unsere Antipathie“…Wer sind „die“? Wer ist „unsere“? Keine Differenzierung, schön alle über einen Kamm, Gaslighten kritisieren und Gaslighten. Haben wir eigentlich Rassismusprobleme in Deutschland?

Sorry, ich halte diesen Kommentar für unwürdig.

Ich hab ja schonmal geschrieben, dass @Daniel Freude an zugespitzten, leicht provokativen Sottisen hat.
Aber hier muss ich ihn verteidigen. Wenn man verstehen will, was er zu sagen hat, dann versteht man ihn auch. Man kann das, was er geschrieben hat, natürlich aus dem Zusammenhang reißen oder bewusst missverstehen.

Ich bin hier voll auf seiner Seite. Und ich würde auch meinen zahlreichen türkischen Freunden widersprechen, wenn sie sich so ahnungslos-verharmlosend gäben und die Wolfsgeste als „nicht politisch“ oder schlichten Ausdruck von Nationalstolz darzustellen versuchen. Ernstzunehmende türkische Soziologen bestätigen, dass diese Geste von hunderten türkischen Schülern auf dem Pausenhof nachgemacht wird, und zwar klar mit einer rechtsextremen Gesinnung verbunden. Soviel zum Thema Vorbildwirkung.
Das, was die Mitglieder der türkischen Regierung, um nicht von Regime zu sprechen, kund tun, ist eindeutig eine Verdrehung der Wahrheit mit klarer politischer Zielvorgabe. Es ist desorientierend und manipulativ. Quod definitionem.
Das, was @Daniel schreibt, mag im Rahmen eines schlichten Postings nicht völlig ausgefeilt und ausformuliert sein, aber wie gesagt, es desorientiert und manipuliert nicht, sondern stellt die Dinge klar:
Es gibt Rassisten in Deutschland (erwartbar), die sich freuen, gegen Türken hetzen zu können.
Wenn jedoch die Argumentation von Erdogan und Gefolgschaft (bis hin zu verwirrten klaren Anhängern der Grauen Wölfe wie Özil) so hanebüchen Wirklichkeiten verdreht, und zudem tausende Fans im Stadion und in den Innenstädten Freude haben, den Wolfsgruß zu zeigen, ist es mehr als verständlich, dass diese Instrumentalisierung oder Verwirrung oder was auch immer es ist, was einen zum Sprachrohr eines Autokraten werden lässt, für eine emotionale Ablehnung sorgt. Auch Antipathie genannt.

Was soll das sein? Eine rhetorische Frage? Was ist damit gemeint?

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@cheffe: Danke für deine Erklärungen. Ich bin noch einmal in mich gegangen und habe überlegt, ob ich zu sensibel reagiert habe. Auch den Blogbeitrag habe ich mehrmals gelesen.

Über die Aktion von Demiral kann und sollte man natürlich diskutieren. Darum geht’s mir aber nicht. Mir geht’s um die hier gezeigt Reaktion darauf und der Pathos der mitschwingt, den du als zugespitzt und leicht provokativ bezeichnest.

Ich bleibe bei meiner Meinung und finde es weiterhin für unwürdig, zumindest bei den Standards, die ich dem Blog setze. Ich lese heraus, dass er wegen dieser Aktion von Demiral alle gleichsetzt. Die Art und Weise wie @Daniel schreibt ist mindestens populistisch, ist auf BlödZeitung-Niveau und grenzt mMn an Rassismus.

Nun habe ich aufgrund vom Einwand von @cheffe (danke nochmals) den Blogbeitrag noch einmal gelesen @Daniel und lese die klare Abgrenzung Faschismus/Rassismus und freue mich auf der einen Seite über die klare Kante und frage mich trotzdem, ob du auf der anderen Seite nicht eine Gruppe diskriminierst (auch die, die mit der genannten Aktion nichts zu tun haben).

Stellt euch bitte vor, was passiert wäre, wenn ich nach den ganzen „Ausländer raus“ Gesängen vor wenigen Wochen einen „leicht zugespitzten und provokativen“ Beitrag erstellt hätte, in dem ich meine „berechtigte Antipathie“ gegen Deutschland oder den Deutschen aufgezeigt hätte.

Ganz ehrlich…ich möchte es mir nicht vorstellen. Weder die Reaktionen, noch dass ich jemals so einen Artikel erstelle.

Verstehe ich null. Ist absolut differenziert und klar abgrenzend geschrieben. Kann überhaupt nicht verstehen, was da das Problem sein soll.

Genau so.

Gegen Deutschland und „die Deutschen“ war das doch niemals ein Problem. Zumindest hat sich die deutsche Politik nie in der Opferrolle gesuhlt wie es jetzt die türkische tut

Siehe:

Er macht eben sehr wohl klar dass man nicht generell gegen die Türkei oder gar jeden Türken ist.

Aber wenn man bei einem Fußball Turnier jetzt schon keine Sympathien oder eben Antipathien für einzelne MANNSCHAFTEN haben oder im Turnierverlauf entstehen lassen/anpassen darf weiß ich auch nicht mehr???

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Solche Sachen wie: Was bekommen Holländer nach der 3. verpatzten Fahrprüfung? - Gelbe Kennzeichen mit schwarzer Schrift!

müssen immer drin sein. :wink:

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Da gebe ich Dir recht, @Faenger!
Auch die Anschaulichkeit der holländischen Sprache ist manchmal echt niedlich:

Was heißt „Fahrrad“ auf Niederländisch? Antwort: „Fiets“ oder „Fietsje“.

Und „Moped“? Natürlich „Bromfiets“ oder „Bromfietsje“.

Ein Moped ist also ein Fahrrad, das „brombrom“ macht.
Irgendwie süß.

Und am besten hat mir die niederländische Nationalmannschaft gefallen, als der eine Außenverteidiger „Blind“ hieß und der andere „Dumfries“.

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