Veröffentlicht unter: Imade beim FC Bayern: Viele Tore, aber noch nicht angekommen
Schaut man rein auf die Statistiken, kann man mit Edna Imade beim FC Bayern durchaus zufrieden sein. Doch spielerisch ist die Spanierin selten richtig gut eingebunden. Ein kluger Ball von Barbara Dunst in die Gasse, mit schnellen Schritten läuft Edna Imade ihren Verfolgerinnen davon, kurz nach oben geschaut, ein Querpass in den Lauf von Natalia Padilla-Bidas – Tor. Es war Ende März, als Imade mit zwei Scorerpunkten großen Anteil am Derbysieg gegen den 1. FC Nürnberg hatte. Die spanische Angreiferin, die in wenigen Tagen ihren 26. Geburtstag feiert, ist seit Sommer 2025 beim FC Bayern unter Vertrag. Bianca Rech bezeichnete…
Ich weiß, dass das hier die absolute Minderheitenmeinung ist, aber ich halte Edna Imade für eines der größten Sturmtalente mindestens in Europa. Weswegen sie auch (aktuell) Stamm in der spanischen Nationalelf spielt und hinter Bühl und Tanikawa den dritthöchsten Marktwert in der Bundesliga hat.
Was eine gute Nachricht ist, denn so müsste im Winter nochmal ordentlich Geld mit ihr zu verdienen sein. Und wechseln muss sie, so schnell wie möglich. Sie braucht einen Klub, in dem ihre Spielweise geschätzt wird (was sie hier weder vom Trainer noch vom Umfeld wird, vom Management weiß ich es nicht) und damit die Chance, bei der WM als Stammspielerin für Spanien zu spielen (mit fünf- oder zehnminütigen Einsätzen wird sie das nicht). Und Bayern könnte noch mal richtig Geld verdienen.
Also abgesehen davon, dass zwischen ihr und einer Schröder zum Beispiel Welten liegen, ist sie halt auch schon 25.
Da ist der Begriff Talent sehr weiträumig ausgelegt.
Und auch wenn ich mir nicht sicher bin, ob man sie überhaupt verkaufen will, müsste man ja erstmal entsprechenden Ersatz finden.
Und sie hat ja länger Vertrag als nur Sommer, also hat man dann im Frühjahr Zeit den Markt usw zu bewerten.
Ich sehe das aus ihrer Perspektive, nicht aus der des Vereins. Wenn sie bei der WM Stamm sein will, muss sie spielen, und das tut sie in München kaum.
Und da sie ja laut herrschender Meinung kein Bayern- und laut Facebook nicht mal Bundesliganiveau hat, dürfte es nicht allzu schwer sein, Ersatz zu finden.
Naja, Ersatz zu finden, der passt, ist schon schwer. Spielerinnen, die das Niveau für Bayern haben sind schwer zu bekommen. Sie sind einerseits rar gesät und andererseits teuer. Für die Position hinter Harder und Damnjanovic kann man sicherlich auch eine etwas jüngere und unerfahrene Spielerin nehmen, aber so jung und roh wie Potsi oder Proost sollte sie auch nicht unbedingt sein, denn dieser Transfer sollte im Optimalfall die neue Stürmerin der Zukunft sein.
Wenn eine Spielerin kein Bayern-Niveau hat, wie ihr sagt, dann müsste das eine Spielerin auf dem Niveau Frankfurt, Leverkusen, Stuttgart sein. Oder Nastassja Lein beispielsweise. Für die letzten fünf Minuten eines Spiels sollte das doch reichen, nein?
Also nur für die letzten 5 Minuten muss man keine Stürmerin verpflichten. Wenn man wirklich eine neue Stürmerin holt, sollte sie schon in Etwa die Minuten eine Damnjanovic spielen können, zumindest perspektivisch.
Da Imade das aber nicht tut, braucht man vermutlich gar keinen Ersatz. Bayern sollte sie einfach gehen lassen, eine WM als Stammspielerin ihr zu verbauen fände ich menschlich wirklich ziemlich weit unten.
Wenn sie gehen will soll sie gehen. Ich glaube auch kaum, dass ihr im aktuellen Zustand jemand im Verein ehrlich nachweinen oder ihr Steine in den Weg legen würde. Sie muss eben nur einen Verein finden, der Bayern eine entsprechende Ablöse zahlt. Verschenken muss man sie nicht.
Wenn ich den Podcast richtig verstanden habe, würde man hier niemandem ab Position 13 oder 14 eine Träne nachweinen …
Ich weiß ja nicht, was hier in den letzten Wochen so über sie geschrieben wurde, aber das ist doch eine Umdeutung dessen, was im Artikel dieses Threads geschrieben wurde. Nicht ins System zu passen, heißt nicht, dass man kein Niveau hat. Es heißt einfach nur, dass Spielstil von Team und Spielerin nicht optimal matchen.
Bei ihr kommen immer Erinnerungen an Dieter Hoeneß bei mir auf. Groß, wuchtig, kopfballstark, immer für ein Tor gut. Aber eben technisch und spielerisch limitiert.
Wie die Karriere von Hoeneß belegt, kann man es auch auf dieser Basis weit bringen.
Ich könnte so eigentlich auch mit den Stärken und Schwächen von Imade leben.
Allerdings fehlt mir bei ihr noch ein Element, das bei Hoeneß mit entscheidend war. Das ist dieser letzte Einsatz, das energische Ausspielen ihrer teilweise eklatanten physischen Überlegenheit.
Das sieht bei ihr immer noch recht brav, recht schüchtern aus.
Um es etwas drastisch auszudrücken. Wenn sie in den Zweikampf geht, Kopfball oder Fuß, dann müssten die Gegenspielerinnen links und rechts wie die Kegel wegfliegen.
Alle Neune gibt es allerdings leider viel zu selten.
Ich glaube auch, dass sie das noch bräuchte um den nächsten Schritt zu machen.
Allerdings habe ich Zweifel, ob das in der Realität funktionieren würde, aber weniger wegen ihr.
Sondern mehr aufgrund der Schiris.
Und da ich nicht einfach nur Schiris bashen will mal kurz meine Erklärung:
Ich habe das Gefühl, dass sie zumindest in der Liga (CL hat sie zu wenig gespielt) schon jetzt oft bei Zweikämpfen, die vllt hart sind, aber fair zurückgepfiffen wird und im Gegenzug kaum Fouls für sich gepfiffen bekommt.
Ich will da jetzt nicht tiefer in meine Vermutungen über den Grund dafür gehen, aber ich kann mir vorstellen, dass sie dann bei noch mehr Körpereinsatz wesentlich öfter zurückgepfiffen wird.
Das ist ein bisschen ein heikles Thema.
Ehrlich gesagt, bei mir klingt das schon ein wenig nach Schiri-Bashing, aber ich finde generell die Spielleitungen eher suboptimal - obwohl es die Frauen den Schiedsrichterinnen in der Regel sehr, sehr leicht machen, weil sie sich anständig aufführen im Vergleich zu den Männern.
Problematisch finde ich die Zweikampfbeurteilungen. @maestroflave’s Vermutung bezüglich Imade teile ich nämlich. Generell bemerke ich immer wieder, dass in Frauenspielen Sachen abgepfiffen werden, die halt einfach nach den geltenden Regeln kein Foul sind. Dabei handelt es sich so gut wie nie um Schwalben, so viel sei gesagt. Aber natürlich lässt sich die Robustheit nicht vergleichen. Gegen Benfica lieferten zwei Szenen von Amani Anschauungsmaterial:
Amani geht zweimal im Mittelfeld ins Kopfballduell nach einem langen Ball. Kein Ellbogen, kein Knie im Rücken der Gegnerin, nix. Aber sie steigt dynamisch hoch und gewinnt das Duell, die Gegnerin, die gar nicht hochspringt, spürt nur den Körperkontakt und sinkt darnieder. Mein Eindruck ist nun, dass viele Schiedsrichterinnen pfeifen, weil sie sich denken, wenn die fällt, dann muss es Foul sein. Muss es aber im Kontaktsport Fußball nicht.
Nun ist Amani ja nicht gerade groß, grade im Vergleich zu Imade. Aber sie spielt sehr körperlich, und ich beobachte, dass sie viele Pfiffe, die sie gegen sich bekommt, nicht versteht - ich wiederum verstehe Amani da sehr gut.
Ich will weiß Gott nichts unterstellen, aber kann es sein, dass ein gewisses Vorurteil (“People of colour sind körperlich überlegen”) auch bei Schiedsrichterinnen nicht ganz weg ist? Nicht vergessen: es gibt einige PoC-Spielerinnen in der WNBA, denen unterstellt wird, sie wären trans (Britney Griner, aber auch über A’ja Wilson habe ich das schon gelesen)
vielleicht liest du die falschen Seiten?
Im Netz wird allerhand abstruses Zeug in irgendwelchen Bubbles behauptet, wo fängt man da an, wo hört man auf?
Du vermischt jetzt hier die PoC und die “Trans-Menschen in Frauensport” Diskussion und unterstellst Schiedsrichterinnen, dass sie auf Basis solcher Vorurteile pfeifen. Das finde ich etwas weithergeholt. Und möchte auch logisch widersprechen: Wenn ich denke, “PoC Menschen sind halt körperlich überlegen”, würde ich es ja gerade nicht als Foul werten, wenn bei einem “normalen” Zweikampf die Gegnerin zu Boden geht. Kenne aus dem Frauenfußball keine Beispiele, aber bei den Männern ist schon oft der Satz gefallen “Andere Gewichstklasse, da prallt er einfach ab” wenn eben KEIN Foul vorlag und auch nicht gepfiffen wurde.
Richtig, und bei Männern gilt das als Stärke, bei Frauen als unfair.
Ich sehe zu wenig Frauenfussball, um einzuschätzen, ob diese so absolut formulierte Aussage einer objektiven, statistischen Überprüfung standhält. Wäre aber interssant zu wissen, ob und wie innerhalb des Frauen-Schiedsrichterwesens solche Situationen diskutiert werden - in Nachbesprechungen zu Spielen oder in der Ausrichtung auf eine neue Saison.
Mir kommt es auch so vor, als würden faire Zweikämpfe manchmal trotzdem abgepfiffen werden, wenn eine der Personen einen klaren körperlichen Vorteil hat.
Ich würde es aber sogar verstehen, wenn Schiris es damit begründen würden, dass dadurch Verletzungen entstehen können. Wenn beispielsweise eine Imade mit voller Kraft auf eine Dallmann springt, dann entsteht da eine gewisse Verletzungsgefahr, der man entgegenwirken kann, indem man der Spielerin klar macht, dass sie bitte keine Spielerinnen zu brutal weghauen soll, völlig egal, ob sie dabei nun einen Ellenbogen ausgefahren hat oder nicht.
Aber da sind wir dann auch wieder ganz schnell bei subjektivem Ermessen und es gibt keine klare Linie mehr, was erlaubt ist und was nicht. Und vor allem sollte es dann auch keinen Unterschied zwischen Männer- und Frauenfußball geben, was so eine Bewertung angeht.
Amani ist zwar von der Größe her keine Imade, aber sie geht körperlich schon sehr hart rein und daher könnte ich mir vorstellen, dass bei ihr auch das gilt, was ich oben beschrieben habe: Oft zwar laut Regelwerk legal, aber teilweise trotzdem hohe Verletzungsgefahr. Ich bin auch nicht immer mit allem einverstanden, was gegen sie gepfiffen wird, aber vieles kann ich dann irgendwie doch schon verstehen (auch, wenn ich mich als Bayernfan dann natürlich trotzdem immer über den Pfiff aufrege).
da machst du einen Punkt, der mir auch durch den Kopf gong: WENN es Analysen/Belege gäbe, dass KBR bei Frauen auch öfters passieren, wenn sie auf dem Boden stehend umgestossen/gerempelt werden, weil sie hängen bleiben und das Knie verdreht, - oder andere Verletzungen in solchen Situationen häufiger als im Männerfußball auftreten, dann könnte ich diese unterschiedliche Handhabung, die Clarissa moniert, sogar akzeptieren/nachvollziehen.