DFB und Nationalmannschaft (Teil 1)

Der Schriftsteller Albert Ostermaier, Torhüter der Nationalmannschaft der Autoren, Kurator der DFB-Kulturstiftung und künstlerischer Leiter des EM-Festivals „Stadion der Träume“, äußert sich zum Ausrüsterwechsel. Ich muss dazu sagen, dass dieser mir keine Bauchschmerzen verursacht. Die drei Streifen waren bei mir nie emotional besetzt, außerdem ist seit langem bekannt, wie sehr Adidas - speziell durch Horst Dassler, den sog. „Königsmacher“ - die Wahl des Franco-Faschisten Samaranch zum IOC-Präsidenten befördert hat. Ostermaiers Sentimentalität in dieser Angelegenheit teile ich also keineswegs. Aber während mir der Sturm der Emotionen, den der Wechsel zu Nike insbesondere bei den Älteren auslöst (zu denen ich schließlich auch gehöre), bislang einfach nur ein Rätsel war, bekomme ich hier nun immerhin eine Ahnung von dem, was der Beweggrund für die Aufregung sein könnte. Zur Entscheidung selbst nur so viel: ich nehme an, bei einer erneuten Entscheidung pro Adidas hätte der DFB sich womöglich der Untreue strafbar gemacht.

4 „Gefällt mir“

Ergänzend empfehle ich diese Lektüre; danach hat man keine Illusionen mehr über Adidas.

Thomas Kistner, Jens Weinreich:
„Der olympische Sumpf. Die Machenschaften des IOC.“ (2000) Amazon.de

4 „Gefällt mir“

Kann nicht nachvollziehen, wie man im heutigen Zeitalter zwischen Konzernen wie adidas und Nike noch irgendein Sympathiegefälle aufrecht erhalten kann.

Adidas ist nicht nur mindestens genauso ein profitorientierter und oftmals skrupelloser Konzern wie Nike, sondern sie waren das bereits, bevor Nike es überhaupt wurde.

Also wenn überhaupt, kann man höchstens Lokalpatriotismus gelten machen, wenn man das unbedingt braucht.

Heute noch immer so zu tun, als hätte dieser Milliardenkonzern noch irgendetwas mit Adolf Dassler und irgendwelchen Stollen aus 1954 zu tun, ist in etwas so, wie den Kauf eines iPhones damit zu begründen, dass man diesen lieben Apfelkonzern in seinem Widerstand gegen Microsoft unterstützen möchte.

Beides gleich sinnfrei.

Ich trage auch lieber adidas, aber nur, weil mir die Produkte besser gefallen.

Und ganz ehrlich, sollte uns Nike irgendwann das Doppelte wie adidas bieten, hoffe ich doch stark, dass adidas dann mitzieht oder wir ansonsten den Ausrüster wechseln, egal, wer dann so tut, als ob er sich vom Verein abwenden würde und es dann sowieso nicht tut.

6 „Gefällt mir“

Fun facts zu Adidas: Produktion zu 100% in Asien, 90% der weltweiten Belegschaft sind nicht in D angestellt, Firmensprache überwiegend Englisch.

Also ein „typisch deutscher“ Konzern. :face_with_hand_over_mouth:

5 „Gefällt mir“

Beim Sponsoring von DFB und dem FC Bayern geizt sich Adidas schön einen im internationalen Vergleich zusammen.
Aber Uli Hoeness bekommt vom Adidas Eigentümer 10 Mio „als Freund“ geliehen um damit bei einer Schweizer Bank an der Börse zu zocken. Und der DFB bekommt 6.7 Mio um damit Stimmen zu kaufen.
Vielleicht ist es mal kein schlechter Anfang wenn hier mal ein paar Jahre Funkstille herrscht, dann kommt schon mal keiner auf dumme Gedanken und auch das Sponsoring wird vielleicht mal wieder marktgerecht.

3 „Gefällt mir“

Da muss ich Dir ein wenig widersprechen.
In Scheinfeld werden immer noch Schuhe produziert.
Die Mengen sind natürlich im Verhältnis zur Gesamtproduktion zu vernachlässigen, aber nicht 100%.

Weil ich bei beiden „fränkischen“ Sportartikelherstellern viel meiner Tageszeit gegen Geld verbringen durfte, gebe ich Dir aber Recht, mit einer Deutschen Firma haben beide seit Jahrzehnten nichts mehr zu tun.

2 „Gefällt mir“

Ich hatte meine Info aus der FAZ. Danke für die kleine Korrektur!

Da waren sie so stolz auf ihr Trikot!?
Wobei diese seltsame Schriftart, die seit einigen Jahren verwendet wird, natürlich auch zu solchen Missverständnissen einladen mag.
Aus gewisser Entfernung sind z.B. die Nummern 11 und 17 ziemlich schwierig zu unterscheiden.

1 „Gefällt mir“

Wenn man das Foto sieht, fragt man sich: leben die eigentlich hinter dem Mond? Man war sich der Problematik nicht bewusst … :roll_eyes:

5 „Gefällt mir“

Jetzt sehe ich’s auch, vorher wäre es mir ehrlicherweise Weise nicht aufgefallen.

„Bei Adidas arbeiten Menschen aus rund 100 Nationen…“
Vielleicht deshalb. Weil den Menschen aus 99 Nationen das überhaupt nicht bewusst war.

4 „Gefällt mir“

… und sich selbst die, denen es bewusst gewesen wäre, wenn sie die „44“ gesehen hätten, gar nicht vorstellen konnten, dass jemand diese Nummer wählt, für sein persönliches Trikot. Bei jeder anderen Kombination mit der „4“ fällt das nicht so auf. Und ist ja auch unkritisch.

1 „Gefällt mir“

Das habe ich auch als erstes gedacht. Aber: Die müssen das auch nicht entscheiden, sondern erfüllen die Vorgaben des DFB. Da sollte schon jemand Verantwortung für den Gesamtprozess mit seinen Implikationen haben.

1 „Gefällt mir“

Ob in den dafür verantwortlichen Positionen beim DFB Menschen sitzen, die das auf dem Schirm haben, bezweifle ich. Da wachsen auch Generationen nach, für die das so weit weg ist wie für uns das deutsche Kaiserreich.
Und wie @JOP sagt, es fällt ja nur bei der 44 auf, die es eigentlich gar nicht gibt.

Ja, klar. Die Zeiten sind zum Glück vorbei. Hoffentlich. Und wenn diese Hoffnung trügen sollte, dann könnte einer der Gründe dafür auch sein, dass zu viele nichts mehr von diesen Zeiten wissen (wollen).

Und was das Kaiserreich anbelangt: da dürfen wir auch ein Bewusstsein davon haben, dass damals ein Typus sich entwickelte, wie ihn Heinrich Mann in seinem Roman „Der Untertan“ so eindrucksvoll schilderte und den man ohne weiteres als Vorgänger des Nazi-Mitläufers sehen kann.

2 „Gefällt mir“

Den Typus gibt es noch immer. Und teilweise auch wieder Zuwenige. Kommt immer auf den Betrachtungswinkel an….

Stimmt.

Wie meinst Du das? Im Sinne von „genug ist nicht genug“? (Konstantin Wecker) :wink: Oder ganz anders?

Das stimmt in jedem Fall.

Neben Obrigkeitshörig (der Untertan) gabs ja noch zB Pflichtbewußtsein (Typisch Deutsch/preußisch)
Diszipilinert
Nicht das Individum steht im Mittelpunkt (siehe aktuell zB Ehrenämter usw)

usw

Verstehe. Das sind gute und respektable Eigenschaften. Dafür muss man aber, glaube ich, nicht der Typus des Untertans sein.

Nein- es waren aber damals auch Eigenschaften, die in diesem Typus wohl oft vorkamen.

Egal- weiter bei der Trainersuche :wink: