DFB Pokal: Seriensieger Wolfsburg triumphiert über FC Bayern

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Aus der Traum vom Double: Die FC Bayern Frauen unterliegen dem VfL Wolfsburg im Pokalfinale mit 0:2. Der VfL Wolfsburg bleibt das Maß aller Dinge im nationalen Pokal. Die FC Bayern Frauen sind Meister! FC Bayern Frauen siegen in Wolfsburg: Eineinhalb Hände an der Schale? MSR334: Starkes Bayern minjaelt kurz…

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Das war der letzte Podcast-Titel. Darüber hinaus wird der Begriff ja nicht benutzt.

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Ok, danke, mein Fehler, und Entschuldigung an alle - ziehe den Beitrag zurück.

Das ist im übrigen einfach nur ein Wortspiel. So wie wir das bei nahezu jeder Podcastfolge machen. Minjaeln bezieht sich auf „menscheln“ und das wiederum auf die beiden Fehler von Kim im Hinspiel gegen Madrid. Nur für die, die es bis heute vielleicht noch nicht verstanden hatten.

Habe ne Frage bezüglich dem Thema „Wachablösung“
Mag das Wort zwar auch nicht, aber einige reden alle immer davon, dass dies nicht der Fall sei wegen der Pokalserie von Wolfsburg.
Das finde ich dahingehend etwas unpassend, da Bayern mittlerweile 3 der letzten 4 Meisterschaften gewonnen hat und in der allgemeinen Wahrnehmung die Liga doch als der ehrlichere, höherwertige Titel gilt.
Man hat doch bei Bayern Männern in den letzten Saisons auch nicht von einer Wachablösung gesprochen, nur weil man den DFB Pokal nicht gewonnen hat.

Ja Wolfsburg ist im Pokal Immernoch eine Macht, aber in Anbetracht aller anderen Faktoren kann man doch definitiv nicht davon sprechen, dass Wolfsburg die Nummer 1 in Deutschland ist.
Wenn man sich die Entwicklung im Bereich Kaderstruktur, Verpflichtungen, Vertragsverlängerungen etc anschaut, ist doch mittlerweile relativ klar, dass Bayern Wolfsburg den Rang abgelaufen hat.
Bedeutet ja nicht, dass Wolfsburg abgeschlagen ist und keine Chancen mehr auf Titel hat, aber die höhere Wahrscheinlichkeit für Erfolg ist doch definitiv auf Bayernseite.

Muss man es so offensiv formulieren wie unser Präsident?
Nein.
Allerdings muss man sich jetzt auch nicht kleiner reden, als man ist und Wolfsburg weiterhin als die Nummer 1 darstellen, die sie einfach nicht mehr sind.

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Oberdorf und Popp haben das Mittelfeld körperlich total dominiert. Fand Oberdorf die beste Spielerin auf dem Platz. Freue mich dann auf nächste Saison.

Ja Wolfsburg ist im Pokal Immernoch eine Macht, aber in Anbetracht aller anderen Faktoren kann man doch definitiv nicht davon sprechen, dass Wolfsburg die Nummer 1 in Deutschland ist.
Wenn man sich die Entwicklung im Bereich Kaderstruktur, Verpflichtungen, Vertragsverlängerungen etc anschaut, ist doch mittlerweile relativ klar, dass Bayern Wolfsburg den Rang abgelaufen hat.

Wolfsburg ist es vielleicht nicht mehr, aber insbesondere nach der Leistung gestern muss man m. E. konstatieren, dass wir uns diese Bezeichnung auch noch nicht wirklich verdient haben. Wolfsburg hat uns gestern schon ordentlich gezeigt, wo der Bartel den Most holt. Im Gegensatz zu unserem 4:0 in Wolfsburg, das bis zum 3:0 ein offenes Spiel war, hatte unsere Niederlage gestern für mich schon etwas Demütigendes, weil wir im Grunde von Anfang an abgekocht wurden (immerhin war die Mannschaft stabil genug, eine Klatsche wie letztes Jahr im HF zu verhindern). Ich finde, wir sollten schon noch ein paar Jahre abwarten, bevor wir solche Begriffe evtl. wieder auspacken und im Moment von einem Kopf-an-Kopf-Rennen sprechen.
Hinsichtlich des Kaders muss man denke ich auch abwarten. Im Moment laufen fast alle Stammspielerinnen-Verträge 2026 aus. Wenn man es bis dahin nicht schafft, auch international einen Fuß in die Tür zu kriegen, könnte es schwierig werden, mit Barcelona und Konsorten um Topspielerinnen zu konkurrieren (das „Projekt-Argument“ dürfte irgendwann auch nicht mehr ziehen).

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26 ist im Frauenfußball aktuell ne lange Laufzeit,
Länger als 3 Jahre laufen die wenigsten Verträge im Frauenfußball.

Klar muss der nächste Schritt jetzt kommen, aber die Saison war auch schon auf spielerischer Ebene meistens ein Schritt nach vorne.
Wenn wir jetzt für einen Teil des Kaders einen freien Sommer + lange Vorbereitung bekommen, machen wir diesen Schritt vielleicht auch in den Topspielen.

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Das ist zu hoffen. Letztlich hat uns gestern genau das gefehlt, was Wolfsburg eben hatte (Tempo, Präzision, Bissigkeit). Zumindest Letztere muss da sein, wenn es spielerisch mal nicht so läuft. Es darf einfach nicht sein, dass man sich durch aggressives Pressing den Schneid abkaufen lässt. Aber irgendwie hat sich die Mannschaft einfach in ihr Schicksal gefügt. Auch z. B. Stanway konnte da gestern keine Akzente setzen und war ziemlich abgemeldet. In der Hinsicht wird Oberdorf sicher auch nochmal was auf den Tisch bringen. Mentalitätsmäßig muss die Mannschaft für solche Spiele auf jeden Fall auch noch zulegen. Hoffentlich nehmen sie wenigstens das mit.

Ich würde das gestrige Spiel nicht mal überinterpretieren.

Es war halt der dämlichste Zeitpunkt für vielleicht das schlechteste Saisonspiel. Wir waren schläfrig, langsam im Kopf und in den Beinen, irgendwie gelähmt. Und dass uns Wolfsburg hoch pressen und mit ihrer körperlichen Wucht beeindrucken wollte, war ja absehbar, aber gestern kam unsere (aus meiner Sicht) überlegene Spielanlage überhaupt nicht zum Tragen. Aber da ich das so extrem eigentlich in dieser Saison noch nicht gesehen hab, würde ich dazu neigen, das als „Scheiß-Tag“ abzuheften. Ich meine, wenn Harder schon anfängt, bei 'nem freien Schussversuch vorm Sechzehner in den Boden zu treten…

Die Einschätzung mit der vermeintlichen Wachablösung hat ja übrigens nicht nur mit uns zu tun, sondern eventuell sogar mehr mit dem VFL selbst. Die verlieren ja nicht nur Oberdorf, sondern auch Janssen und wahrscheinlich Pajor. Popp wird’s auch nicht mehr ewig machen. Das ist schon eklatant, da geht eine komplette Achse. Und in Anbetracht dessen, was @maestroflave schon gesagt hat, stimme ich zu:
Momentan sind wir sicher die Nummer Eins in Deutschland. Wolfsburg muss sogar einen Blick in den Rückspiegel werfen, da kommt nämlich Frankfurt. Und irgendwann in den nächsten 3-5 Jahren, könnte ich mir vorstellen, auch Leipzig.

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Du hast schon recht, dass die Tagesform sicher auch immer ne große Rolle spielt (Spanien Weltmeister nach nem 0:4 in der Gruppe etc…), insofern kann ich dir teilweise zustimmen. Trotzdem habe ich mit dem Argument auch meine Probleme, weil

  1. es in der Saison schon ziemlich viele verschlafene Auftritte gab, wo es erst ein Standard oder die zweite Hälfte gerichtet hat (und das kann halt zu spät sein, wenn du nach der ersten mit 0:2 hinten liegst). Gegen Frankfurt im HF hätte man z. B. auch schon leicht durch nen Lucky Punch oder eben im Elfern rausfliegen können. Insofern ist es mir etwas zu einfach, alles auf „Sch****tag“ zu schieben.
  2. das wahrscheinlich wichtigste Spiel des Jahres halt ein denkbar schlechter Zeitpunkt dafür ist (Wolfsburg war auf den Punkt mit einer beeindruckenden Leistung da, Bayern nicht. Und das potentielle Gegenargument „aber 4:0 in der Liga“ ordne ich eben - wie ich denke zurecht - anders ein). Wer in einem K.O.-Spiel schläft, fährt halt mit leeren Händen nach Hause.

Ja, Hainer hat den Oberdorf-Transfer bei seiner Aussage sicher implizit mit einbezogen :wink: . Bleibt abzuwarten, ob die Schwächung des nationalen Hauptkonkurrenten in der Summe einen positiven Effekt für uns hat. WOB wird die Abgänge natürlich aller Wahrscheinlichkeit nach nicht in der Qualität ersetzen können, insofern ist es sehr bitter für sie. Trotzdem, im Hinblick auf „Wachablösung“, „Nummer 1“ etc. ist für mich erstmal Funkstille angesagt. Da möchte ich vorher schon 2-3 Jahre Dominanz in beiden nationalen Wettbewerben sehen.

Technische Anmerkung: Scheinbar gibt es einen Formatierungsbug, der dazu führt, dass Nummerierungen auf der Blogseite nicht angezeigt werden.

Im Gegensatz zu unserem 4:0 in Wolfsburg, das bis zum 3:0 ein offenes Spiel war, hatte unsere Niederlage gestern für mich schon etwas Demütigendes, weil wir im Grunde von Anfang an abgekocht wurden (immerhin war die Mannschaft stabil genug, eine Klatsche wie letztes Jahr im HF zu verhindern)

Sie haben also schon das erste Ligaspiel dieser Saison gegen Wolfsburg vergessen? Bayern hätte dieses Spiel mit 4:1 oder mehr gewinnen müssen. Sie waren völlig dominant. Und in München waren die Bayern letzte Saison auch ziemlich dominant. So waren 2 Siege gegen Wolfsburg souverän. 4:0 war ein kluger Sieg (in der ersten Hälfte war es ausgeglichen, in der zweiten Hälfte erspielte sich Wolfsburg keine klaren Chancen und wirkte ideenlos). Dann war da noch das Spiel in Wolfsburg (2:1 - letzte Saison). Die Bayern haben die erste Halbzeit durchgeschlafen und dann in der zweiten Halbzeit besser gespielt und hätten ein Unentschieden holen müssen. Das Spiel im Pokal (Halbfinale: 5:0) war ein Freakspiel. Die erste Halbzeit verlief ausgeglichen (Bayern hatte gute Chancen vor dem 1:0 und nach dem 1:0). Wolfsburg hatte in der ersten Halbzeit drei Angriffe und erzielte zwei Tore. In der zweiten Halbzeit standen dann 3:0 und 4:0, komische Tore mit verrückten Fehlern. 5:0 wurde zu Unrecht vergebener Elfmeter. Jeder Schuss der Wolfsburger war ein Tor. Natürlich wäre es schwierig, gut zu spielen, wenn man gleich nach der Halbzeit das dritte Gegentor kassieren würde.
Es passieren schlechte Spiele. Für viele Bayern-Spielerinnen war es das erste DFB-Pokal-Finale und dürfte daher den Druck gespürt haben. In der zweiten Hälfte kam es zu einer leichten Leistungsverbesserung. Obwohl sie nur sehr wenig herausbrachten, hatten sie zwei gute Torchancen. Wenn ein Tor fiel, dann stand es 2:1 und Tore beeinflussen das Verhalten von Spielerinnen. Deshalb würde ich diesen Verlust nicht so dramatisch bewerten und keine allgemeinen Schlussfolgerungen über die Hierarchie in der Frauen-Bundesliga ziehen.

Ich stimme zu, dass die Erzählung vom „Wachablösung“ unnötig ist. Aber ich finde es auch etwas dumm, die Siege der Bayern gegen Wolfsburg herunterzuspielen. Manche verwenden das Narrativ: „Bayern hat gewonnen, weil Wolfsburg schwach war, und wenn Wolfsburg nicht schwach ist, haben Bayern keine Chance.“ Meiner Meinung nach sind die Bayern fußballerisch deutlich vor Wolfsburg. Ich kann in Wofsburgs Fußball in den letzten zwei Jahren keine große Entwicklung erkennen. Natürlich können ihre individuelle Qualität, ihre gute Bank und ihre Geschwindigkeit immer noch ein Spiel entscheiden. Aber auf lange Sicht wird Wolfsburg Schwierigkeiten haben, wenn Stroot keine klare Spielidee für sein Team findet. Im Moment ist es eine enge Rivalität. Gegen Wolfsburg zeigten die Bayern aber bereits zwei souveräne Auftritte (1:0 und 2:1 Siege). Und ein souveränes Ergebnis (4:0) in ausgeglichenem Spiel. Aber ich glaube nicht, dass Wolfsburg in den nächsten Jahren schwächeln wird. Sie schaffen es immer, Abgänge zu ersetzen. Ich sehe in den nächsten Jahren eine sehr enge Top-3 (auch mit SGE).

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Sie haben also schon das erste Ligaspiel dieser Saison gegen Wolfsburg vergessen? Bayern hätte dieses Spiel mit 4:1 oder mehr gewinnen müssen.

Von dem Spiel habe ich nur die Zusammenfassung gesehen (gerade nochmal angeschaut). Man kann schon von einem klaren Chancenplus für Bayern sprechen, aber am Ende war es ein 2:1 (wenn Popp das 2:2 macht, geht es wohl unentschieden aus). Von „hätten gewinnen müssen“ oder „verrückten Fehlern“ kann man sich halt am Ende leider wenig kaufen (letztere sind diese Saison schon sehr selten geworden, aber gewisse Probleme, in überlegenen Spielen konsequent auf 3:0 zu stellen oder zumindest eine Führung souverän zu verwalten, gibt es m. E. immer noch. Nach dem Leverkusen-Spiel gab es ein interessantes Interview mit Linda Dallmann, wo sie genau das kritisiert hat). Die beiden nennenswerten Chancen, die wir jetzt im Finale hatten, waren nicht wirklich erzwungen und kein Problem für eine Torhüterin wie Merle Frohms. Die anderen Spiele habe ich jetzt nicht nochmal im Detail angeschaut.

Manche verwenden das Narrativ: „Bayern hat gewonnen, weil Wolfsburg schwach war, und wenn Wolfsburg nicht schwach ist, haben Bayern keine Chance.“

Das meine ich nicht. Was ich meine ist, dass Bayern aktuell zumindest in der Lage sein sollte, ein derartiges Spiel auf Augenhöhe zu gestalten, und dieser Anspruch wurde für mich am Donnerstag eindeutig verfehlt. Wäre die Leistung ein einmaliger Ausrutscher gewesen, würde ich auch einfach von einem schlechten Tag sprechen, aber Bayern hatte für eine Spitzenmannschaft aus meiner Sicht auch in der Rückrunde zu viele Wackler (2xFrankfurt, Duisburg, Bremen, Leverkusen), die von schwächeren Gegnern halt glücklicherweise letztendlich nicht bestraft wurden, von Wolfsburg aber eben schon. Und da muss man eben hinterfragen, woran es liegt (mangelnde Erfahrung glaube ich nicht unbedingt, bei Bayern spielen ja praktisch nur Nationalspielerinnen). Spätestens auf der internationalen Bühne (und gerade die ist ja mit Blick auf die Zukunft extrem wichtig) kann man sich solche Auftritte eben nicht mehr erlauben, wenn man nicht wieder mit langen Gesichtern dastehen will. Ich denke und hoffe, dass man da im Verein intern durchaus etwas kritischer ist, als man nach außen kommuniziert.
Hinsichtlich Wolfsburg denke ich im Hinblick auf die Abgänge Pajor, Oberdorf und Janssen aber schon, dass ihre Qualität etwas abnehmen wird. Ich würde erwarten, dass sie eher damit zu tun haben werden, sich Frankfurt vom Leib zu halten, als Bayern die Spitze streitig zu machen. Eine enge Top 3 sollte es angesichts der Kaderwerte m. E. eigentlich auch nicht geben (wenn doch, hätten wir schon etwas falsch gemacht).

Ich denke, man kann schon von einer Wachablösung sprechen - muss man aber nicht.

2x in Folge Meister. Mit klarem Abstand. Eine der besten Spielerinnen - die zudem vorher sagte: nie zum FCB - kommt zu uns. Das war ja vorher anders rum. Und trifft den VfL wahrscheinlich mehr als der verlorene Titel.

Natürlich kann der VfL uns schlagen. In einem Spiel. Über eine Saison wird es schwierig. Denke auch, dass unsere Transfers noch nicht abgeschlossen sind.

Freu mich auf die nächste Saison.

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Eine der besten Spielerinnen - die zudem vorher sagte: nie zum FCB - kommt zu uns.

Si tacuisset… Money can change every mind. Aber die sportliche Perspektive war sicher mindestens genauso wichtig. Sie muss halt wie Neuer resozialisiert werden :wink: .

Finde es komisch, wenn man Menschen, vor Allem jungen Menschen, nicht zugesteht, dass sie ihre Meinung ändern können.

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Das ist ja keine Meinung, das ist eine „Religion“. :smirk:

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Man kann schon von einem klaren Chancenplus für Bayern sprechen, aber am Ende war es ein 2:1 (wenn Popp das 2:2 macht, geht es wohl unentschieden aus). Von „hätten gewinnen müssen“ oder „verrückten Fehlern“ kann man sich halt am Ende leider wenig kaufen.

Es spielt keine Rolle, ob es am Ende 2:1 oder 2:2 steht. Man kann die Leistung (Qualität des Bayern-Spiels) bewerten und zufrieden sein. Bayern spielte besser als Wolfsburg und war überlegen. Manchmal gewinnt man solche Spiele nicht. Es ist normal. Aber man muss cool bleiben und das Spiel objektiv betrachten, ohne dem Endergebnis zum Opfer zu fallen. Man kann die hohe individuelle Qualität Wolfsburgs nicht völlig einschränken. Sie werden einige Möglichkeiten schaffen. Die Bayern erlebten nach Wolfsburgs plötzlichem Tor eine kurze Hektikphase, stabilisierten sich aber schnell und verteidigten bis zum Schluss gut.

aber gewisse Probleme, in überlegenen Spielen konsequent auf 3:0 zu stellen oder zumindest eine Führung souverän zu verwalten, gibt es m. E. immer noch. Nach dem Leverkusen-Spiel gab es ein interessantes Interview mit Linda Dallmann, wo sie genau das kritisiert hat).

Natürlich muss die konsequente Generierung von Torchancen noch verbessert werden. Es kommt aber auch darauf an, wie die Bayern Torchancen schaffen wollen. Auch die chancenverwertung ist in dieser Saison nicht perfekt, lässt sich aber nicht berechnen (wir können nur abwarten, bis die Spielerinnen anfangen, Torchancen besser zu nutzen). Und wenn man so kontrolliert spielt, gelangt man mehr in diesen Kontrollmodus. Ich verstehe nicht, was an Leverkusens Spiel so falsch war? Die Torchancen (in der zweiten HZ) könnten besser sein. Doch die Bayern kontrollierten das Spiel sehr gut und gingen in der zweiten HZ bewusst weniger Risiken ein. Und Leverkusen hat gut verteidigt. Ja, man kann diese Tendenz (die wir in dieser Saison oft gesehen haben) der Bayern, nach zwei Toren in den totalen Kontrollmodus zu verfallen, kritisieren. Wenn Sie Ballbesitzfußball spielen, verfallen Sie oft in diesen Kontrollmodus mit weniger Risiko. Und mit dieser Kontrolle konnten die Bayern in der Liga weniger Gegentore und weniger xGA kassieren. Im Vergleich zu Wolfsburg oder Frankfurt hatten die Bayern weniger hektische Phasen oder Gegenangriffe des Gegners.

Die beiden nennenswerten Chancen, die wir jetzt im Finale hatten, waren nicht wirklich erzwungen und kein Problem für eine Torhüterin wie Merle Frohms.

Auch zwei Wolfsburger Tore hätte Mala Grohs verhindern können. Das erste Tor, auf jeden Fall. Der Kopfball von Lea Schüller ähnelte fast dem von Janssen. Und zwei Chancen der Bayern ergaben sich aus ihrem Spiel. Dadurch, dass sie in der zweiten Halbzeit mehr ins Spiel kamen. Die Namen von Popp oder Pajor waren in der zweiten Hälfte überhaupt nicht zu hören.

Wäre die Leistung ein einmaliger Ausrutscher gewesen, würde ich auch einfach von einem schlechten Tag sprechen, aber Bayern hatte für eine Spitzenmannschaft aus meiner Sicht auch in der Rückrunde zu viele Wackler (2xFrankfurt, Duisburg, Bremen, Leverkusen), die von schwächeren Gegnern halt glücklicherweise letztendlich nicht bestraft wurden, von Wolfsburg aber eben schon.

Wackler im Spiel gegen Duisburg oder Bremen? Souveräner Sieg gegen den MSV (ja, sie haben durch eine ungewöhnliche Flanke ein Gegentor kassiert – aber was hat der MSV sonst noch gemacht, was gefährlich war? Nichts.). Gleiches gilt für Bremen. Aus meiner Sicht war die Leistung gegen Bremen auch ausgereift. Spiele gegen Frankfurt sind ein interessanter Fall. Frankfurt ist das drittstärkste Team der Liga. Sie haben sich in den letzten drei Jahren als Team weiterentwickelt. Jetzt spielen sie gegen Wolfsburg und Bayern auf Augenhöhe (und dominieren sogar über weite Strecken des Spiels). Gegen Wolfsburg und die Bayern hätten sie in den letzten beiden Spielen zumindest ein Unentschieden holen müssen. Frankfurt hat einen guten Kader und kann den Bayern Probleme bereiten, wenn sie Dinge gut machen, in denen sie gut sind. Wie Pressingtaktiken, Umschaltspiel (sie haben sogar mehr Tempo im Angriff als Bayern und mehr Dribblingerinnen).
Und warum kann eine Spitzenmannschaft keine schwierigen Spiele haben? Das spricht auch für die Liga. Wollen Sie, dass die Bayern durch die Liga marschieren? Auch andere Teams haben sich in den letzten Jahren gut entwickelt. Schauen Sie sich die kassierten Gegentore an – die Verteidigung vieler Teams in der Liga hat sich verbessert. Essen, Frankfurt, Leverkusen, Werder – sie alle haben sich taktisch und erfahrungsmäßig gut entwickelt. Es ist gut, dass viele Mannschaften den Bayern taktische Probleme bereiten können.

Und da muss man eben hinterfragen, woran es liegt (mangelnde Erfahrung glaube ich nicht unbedingt, bei Bayern spielen ja praktisch nur Nationalspielerinnen). Spätestens auf der internationalen Bühne (und gerade die ist ja mit Blick auf die Zukunft extrem wichtig) kann man sich solche Auftritte eben nicht mehr erlauben, wenn man nicht wieder mit langen Gesichtern dastehen will.

Ich würde Spiele in der UWCL, Spiele gegen Frankfurt oder Spiel im Pokalfinale unterscheiden. Die Bayern hatten im Dezember eine schlechte Phase (als sie zwei Spiele gegen Ajax und eines gegen Nürnberg hatten). Zu diesem Zeitpunkt erlebten viele Bayern-Spielerinnen einen Formverlust. Und doch hätten die Bayern in München gegen Ajax gewinnen müssen (wenn wir xG betrachten). Den Bayern fehlten in solchen Spielen andere oder bessere Stürmeroptionen. Beispielsweise hat Chelsea letzte Saison in der UWCL schlecht gespielt, wurde aber durch die individuelle Qualität von Sam Kerr gerettet. Harder kann die andere Stürmeroption sein. Aber sie war in diesem Zeitraum nicht verfügbar. Leider reichen Lea Schüller und Damajnovic den Bayern auf diesem Niveau nicht aus. Lea ist nicht konsequent genug. Damjanovic mangelt es im letzten Drittel an guten Entscheidungen. Ich denke auch, dass Bayern in UWCL-Spielen zu offensiv war. Die Außenverteidigerinnen waren stets sehr hoch positioniert.
Insgesamt haben sich die Bayern in dieser Saison erneut verbessert (Pressing hat sich verbessert – mehr hohe Ballgewinne in der Liga). Bestes xG (aus offenem Spiel + Standardsituationen), beste Verteidigung. Meiner Meinung nach ist ein fehlendes Teil (das zu einem größeren Erfolg in der nächsten Saison beitragen kann) eine bessere oder andere Stürmeroption. Und ich bin mir sicher, dass wir in den Spielen gegen Wolfsburg die nächste Entwicklung sehen werden. Im Moment setzt sich die Mannschaft durch, die zuerst ein Tor schießt. Da beide Trainer auf den Hauptansatz setzten.

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Es spielt keine Rolle, ob es am Ende 2:1 oder 2:2 steht. Man kann die Leistung (Qualität des Bayern-Spiels) bewerten und zufrieden sein. Bayern spielte besser als Wolfsburg und war überlegen. Manchmal gewinnt man solche Spiele nicht. Es ist normal. Aber man muss cool bleiben und das Spiel objektiv betrachten, ohne dem Endergebnis zum Opfer zu fallen. Man kann die hohe individuelle Qualität Wolfsburgs nicht völlig einschränken. Sie werden einige Möglichkeiten schaffen.

Die Kunst ist halt auch, es eben nicht knapp werden zu lassen, wenn man überlegen ist. Wenn man das Pokalfinale cool analysiert, muss man dann auch konstatieren, dass wir trotz ebenfalls vorhandener individueller Qualität aus dem Spiel heraus keine einzige ähnlich gute Chance wie die damalige von Popp zum 2:2 hatten. Teils hat man den Spielerinnen die Frustration über die eigene Machtlosigkeit auch etwas angemerkt (z. B. Gwinn bei dem falsch gegebenen Einwurf). Mir geht es wie gesagt aber auch weniger um die eine schwache Leistung in diesem Spiel, sondern mehr um das allgemein noch zu sehr schwankende Niveau.

Ich verstehe nicht, was an Leverkusens Spiel so falsch war? Die Torchancen (in der zweiten HZ) könnten besser sein. Doch die Bayern kontrollierten das Spiel sehr gut und gingen in der zweiten HZ bewusst weniger Risiken ein.

…mit dem Ergebnis, dass man die Meisterfeier fast hätte verschieben müssen, wenn die dicke Ausgleichschance von Leverkusen drin ist.

Auch zwei Wolfsburger Tore hätte Mala Grohs verhindern können.

Deswegen „wie Merle Frohms“ :wink:. Beim zweiten würde ich ihr nicht unbedingt eine Mitschuld geben (der Kopfball von Janssen sieht ähnlich aus wie der von Schüller, aber da geht es um Zentimeter und Sekundenbruchteile, die entscheiden, ob er haltbar ist oder nicht). Das erste Gegentor ist zwar auch nicht ganz einfach, sieht aber auf jeden Fall haltbar aus. Fügt sich bei ihr leider in eine Reihe von Schnitzern über die Saison ein. In dem Fall gab es im Vorlauf auch einen klaren Fehler von Zadrazil, die sich viel zu spät dazu entschließt, Brand zu attackieren (Stichwort Mentalität). Die Chancen, die wir hatten, waren aber nicht wirklich hochkarätig. Das Szenario „du liegst gegen einen starken Gegner hinten und musst zurückkommen“ kann immer eintreten. Da muss von uns einfach mehr kommen.

Wackler im Spiel gegen Duisburg oder Bremen? Souveräner Sieg gegen den MSV (ja, sie haben durch eine ungewöhnliche Flanke ein Gegentor kassiert – aber was hat der MSV sonst noch gemacht, was gefährlich war? Nichts.). Gleiches gilt für Bremen. Aus meiner Sicht war die Leistung gegen Bremen auch ausgereift.

Sowohl gegen Duisburg als auch gegen Bremen hat man es in der 1. HZ nicht geschafft, in einen Spielfluß zu kommen und einen Gegner aus der unteren Tabellenhälfte zu dominieren. Die 2. HZ war jeweils besser, aber gegen WOB muss man halt 90 Minuten voll da sein.

Spiele gegen Frankfurt sind ein interessanter Fall. Frankfurt ist das drittstärkste Team der Liga. Sie haben sich in den letzten drei Jahren als Team weiterentwickelt. Jetzt spielen sie gegen Wolfsburg und Bayern auf Augenhöhe (und dominieren sogar über weite Strecken des Spiels).

Wenn man international angreifen will, darf Frankfurt m. E. kein Problem sein (s. a. Kaderwerte). In einem Spiel mal Schwierigkeiten zu haben wäre kein großes Ding, aber diese Saison waren alle 3 Spiele gegen sie nicht gut. Da muss man schon mehr Dominanz aufbauen.

Und warum kann eine Spitzenmannschaft keine schwierigen Spiele haben? Das spricht auch für die Liga. Wollen Sie, dass die Bayern durch die Liga marschieren? Auch andere Teams haben sich in den letzten Jahren gut entwickelt.

Auch da gilt für mich: Wenn man sich die Kaderwerte anschaut, darf es (abseits sehr seltener Ausrutscher) allenfalls gegen Wolfsburg eng werden, wenn man internationale Ansprüche hat.

Den Bayern fehlten in solchen Spielen andere oder bessere Stürmeroptionen.

Das ist so eine Sache. Die Diskussion, dass Stürmer gegen große Gegner nicht wie erwartet liefern, gibt es ja auch bei den Männern (ich sage nur Haaland). Bei Schüller bin ich etwas hin- und hergerissen. Sie braucht zwar manchmal schon einige Chancen, hat aber eben auch wichtige Tore gemacht (z. B. 2:1 in Frankfurt, 3:0 in Wolfsburg). Was bei ihr ein bisschen schade ist, ist, dass ihre Entwicklung seit ihrer Torschützenköniginnen-Saison 21/22 stagniert oder leicht rückläufig ist. Wäre schön, wenn sie da wieder einen Schritt nach vorn machen würde. Jemand besseren zu bekommen, dürfte auch zumindest schwierig sein (wenn Harder sich nicht wieder verletzt, ist sie ja auch eine mehr als adäquate Alternative). Damnjanovic sehe ich auch eher als Rotationsspielerin und schon gar nicht auf der 10 (da gehört m. E. Dallmann oder ab Winter dann evtl. Tanikawa hin).

Ich denke auch, dass Bayern in UWCL-Spielen zu offensiv war. Die Außenverteidigerinnen waren stets sehr hoch positioniert.

Da denke ich auch, dass sich Gwinn und Naschenweng z. T. etwas defensiver orientieren sollten.

Meiner Meinung nach ist ein fehlendes Teil (das zu einem größeren Erfolg in der nächsten Saison beitragen kann) eine bessere oder andere Stürmeroption.

Sturmtechnisch sind wir denke ich gar nicht so schlecht besetzt, bzw. woher nehmen und nicht stehlen… Das Hauptproblem ist aus meiner Sicht derzeit eher die TW-Position (s.o.). Mal sehen, ob Mahmutovic wirklich kommt und was sie bringt…

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