Darum wäre Roberto De Zerbi die beste Alonso-Alternative für den FC Bayern

Alles klar, @k-dog-41 und @Faenger.

Etwas überspitzt ausgedrückt, hat sich der FCB in auffallendem Kontrast zu seiner jahrzehntelangen Seriosität und Professionalität zuletzt zu einer „Spitzentrainer-Vernichtungsmaschine“ entwickelt.

Flick: Sextuple-Gewinner und (im Schatten von Löw) „eigentlicher“ Weltmeistertrainer der NM 2014.

Nagelsmann: DAS Trainertalent des deutschen Fußballs, der sicher noch eine große Karriere vor sich hat.

Tuchel: Erfolgreicher Trainer bei Mainz, Dortmund, Paris und CL-Sieger mit Chelsea.
Zählte bei seinem Amtsantritt bei uns zu den 3-5 besten Trainern Europas.

Und nach nur 1-2 Jahren beim FCB sahen/sehen alle drei wie die letzten Stümper aus, die ratlos vor dem schlechten Spiel ihrer Mannschaft standen bzw. stehen.

Ist doch merkwürdig.

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Ich würde diesen Punkt argumentativ her vom Trainerthema trennen, auch wenn beide sich gegenseitig bedingen:

Aus meiner Sicht ist das Kernproblem des FCB schon seit der Rückkehr von UH aus dem Gefängnis, dass Kompetenzen unklar verteilt sind, oder wenigstens nicht klar so gelebt worden sind, wie es sein müsste:

Sammer ging 2016, Brazzo wurde 2017 installiert. Nebenbei kehrte Hoeneß 2016 vollumfänglich zurück und hörte 2019 wieder auf. Oliver Kahn wurde dann 2020 installiert. Beide schielten immer wieder zum Tegernsee. 2023 war für Kahn und Brazzo die Show vorbei. Es kamen Dreesen, Freund etc. Dazwischen gab es den „Transfersommer der Adults“.

Bei so vielen, teils widersprüchlichen, Wechseln auf oberster Ebene nimmt es mich nicht weiter Wunder, dass Transfer- und Trainerentscheidungen oftmals kontrovers und nicht im Zusammenhang getroffen worden sind:

X war ein Hoeneß-Mann, Y war ein KHR-Mann, Z wurde dann eher von Brazzo geholt… reine Flickschusterei.

Für mich also ein klarer Fall von Ursache (Chaos auf oberster Ebene) und Wirkung (Trainer- und Spielerentscheidungen).

Man kann und MUSS hoffen, dass Dreesen und Eberl es gelingt, sich komplett von UH und KHR zu emanzipieren, um hier wieder strukturierter arbeiten zu können. Ob das gelingt, muss sich zeigen. Solange es am Tegernsee noch Faxgeräte gibt, wird das schwierig.

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Deine Analyse ist brillant, @Mehmet68, und legt den Finger in die Wunde.
Ich kann jedem Punkt 100% zustimmen.

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Es gelingt dann, wenn Erfolg einkehrt und viel mehr Ruhe.
Hoeneß hat Kahn als seinen Fehler bezeichnet. Es war fast zu erwarten, dass der erste Versuch schief geht. Das hat mit loslassen zu tun und mit Erwartungen.

Er weiß aber, dass er das nicht immer und immer wieder wiederholen kann. Dieses ständige Hire & Fire macht den Klub kaputt und könnte wenn es so weiter geht auch im AR dazu führen, dass man ihn kritisch sieht.

Darum denke ich, dass die Chancen beim 2. Versuch ganz gut stehen. Hoeneß hat selbst Geduld angemahnt in Punkto Trainer (die man bei Nagelsmann ja nicht hatte). Also muss er jetzt auch Geduld haben mit Dreesen und Eberl. Die werden sich emanzipieren, wenn sie gute Entscheidungen treffen.
Darum ist die Wahl des neuen Trainers enorm wichtig für den Klub.

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Im Grunde lässt sich dieser ganze Wirrwarr den @Mehmet68 oben beschreibt auf diesen Fakt eindampfen.
Die Übergabe der Generation Hoeneß/Rummenigge/Beckenbauer an die neue Generation Kahn/Salihamidzic ist gescheitert.
Dass sich dieses nicht in einem Jahr, einem Tag oder einem Vorgang manifestiert und abspielt, sondern ein längerer Prozess war, ist natürlich logisch, aber für den Verein selbstverständlich schmerzhaft.
Zumindest scheint man eines daraus gelernt zu haben. Nicht mehr auf absolute Anfänger wie Kahn und Brazzo zu setzen, sondern mit Dreesen, Eberl und Freund erfahrene Fachleute ans Ruder zu lassen.
Was es bringt werden wir sehen. Aber der Ansatz ist natürlich schon einmal deutlich professioneller.

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Da gebe ich dir recht. Nach Pep ging es immer wieder darum, wer setzt sich durch: UH oder KHR.

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Wäre schön (mir ist es eigentlich auch zuwider aber es fällt mir trotzdem schwer es von der Hand zu weisen) wenn Du recht hättest und sich das hier alle nur einbilden.

Die Diskussion in der Zwischenzeit legt das leider nicht gerade nahe…

:wink:

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weil der Mann ein Blender zu sein scheint - zumindest was die erste Reihe angeht… das wurde doch nun rauf und runter diskutiert… abgesehen davon hat er ja ein recht eigenes Verständnis von Vertragstreue - gipfelnd in seinem beleidigten Abgang vom FCB…

all die Jahre zuvor war er NIE für die erste Reihe interessant und hat auch bei uns bewiesen und dann beim DFB, dass er dafür nicht taugt…

was überrascht dich da jetzt so? :man_shrugging:t2:

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weil die Mannschaft nur mal ein desaströser Egohaufen ist - auch das haben sie nun seit Jahren nachgewiesen…

Tuchela Expertise steht für mich außer Frage!

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weil entweder Hoeneß oder Rummenigge die Entscheidungen getroffen oder beeinflusst haben - und die ticken nun mal sehr unterschiedlich…

Ancelotti, Nagelsmann und Tuchel genießen sicher immer noch großes Ansehen - die Reputation die leidet ist die des Vereins weil wir uns seit Jahren immer mehr zum Horst machen

und Flick ist und war nie ein Spitzentrainer

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Gegenfrage:

Hatten wir wirklich Jahrzehnte lange Seriösität und Professionalität, oder

  • hat der Erfolg da einiges übertüncht
  • hat die zunehmende professionalisierung, besonders bei den internationalen top Vereinen dazu geführt das eben die Schwächen unserer Strukturen gnadenlos aufgezeigt werden?

Die Bundesliga lasse ich mal außen vor denn wenn ich da an die Strukturen mancher Traditionsvereine denke wird mir Angst und Bange.

Madrid, Bayern oder PSG können sich das in ihren Ligen vielleicht leisten bzw. professionalisieren nicht ganz so rigoros und konsequent, aber in der EPL sieht das doch schon anders aus. Alles verhalten und Strukturen unterhalb eines Level was man von unternehmen dieser Größe erwartet, macht sich dann auch schnell aufm Platz bemerkbar (zb United nach Fergie, diverse Trainer Entscheidungen unter Levy’s Einfluss bei Spurs).

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Wenn man hier mal so diverse Gegenargumente - die teilweise auch in den Medien zu finden sind - genauer ansieht, fragt man sich, ob sich der ein oder andere überhaupt mit Trainern, Spielern etc. beschäftigt.
„De Zerbi hat ja nie höher als B-Klasse gespielt“ - da hat er natürlich gegen solche Granaten wie Tuchel(Stuttgarter Kicker, SSV Ulm 1846) Nagelsmann( FC Augsburg II, 1860 II) keine Chance.
„De Zerbi hat noch keinen Titel gewonnen!“ Welchen Titel hatte denn Tuchel gewonnen, als er zu Dortmund und danach zu PSG ging und welchen denn Nagelsmann, als ihn der FCB verpflichtete.

Wenn das die Kritereien für einen Trainer sind, hätten Trainer wie Klopp, Tuchel, Nagelsmann nie bei einem Spitzenclub der Liga einen Vertrag bekommen dürfen. Und dann hätte ein Ancelotti niemals beim FCB scheitern dürfen.

Der nächste Mumpitz ist das angebliche Sprachproblem. Wer erinnert sich nicht an die genialen Deutschkenntnisse eines Guardiola.
Und de Zerbi kann nicht einmal richtig englisch!
Trainiert aber schon in der 2. Saison einen PL-Verein, wo mehr als der halbe Kader aus dem englischsprachigen Raum stammt.
Und der kann kein Deutsch - dass ein Tuchel seine Ansprachen an deie Mannschaft auf englisch macht, weil das - Zaragoza ausgenommen - jeder versteht, geschenkt!

Das Problem beim FCB ist weniger der Trainer, sondern dass bestimmte Herrschaften im Verein über lange Zeit (Wahn-)Vorstellungen hatten und offenbar erst dann bereit sind, davon abzurücken, wenn man ihnen sowohl durch die Leistungen der Mannschaft als auch durch das Agieren in der NM vor Augen drastisch vor Augen führt, dass sie völlig daneben liegen.
Der eine träumt von der überragenden Stellung des FCB als Gerüst der NM, wo man natürlich nicht nur das Gros der Mannschaft sondern vor allem das geniale ZM-Duo stellt.
Der andere wird zum Gesicht der Mannschaft und zukünftigem Kapitän gehyped und glaubt das irgend wann offensichtlich auch.
An diesem Konstrukt ist sowohl ein Nagelsmann als auch ein Tuchel gescheitert - von individuellen Fehlern der beiden mal abgesehen.
Beim letzten Länderspiel standen noch genau 3 Spieler des FCB auf dem Platz und der selbsternannte 6er auf RV.
Soviel zum Kapitel Gros der Nationalmannschaft, Achse des FCB!
Seit dem Aggang von Thiago schleppt der Verein das Mittelfeldproblem mit sich rum.
Ein Tuchel spricht es als erster so konkret an und mittlerweile ist ein 19jähriger der Heilsbringer auf der Position.
Und offensichtlich hat man mittlerweile begriffen, dass das Problem eher beim Kader und diversen Spielern zu suchen ist.
Und nur wenn man dieses Problem konkret angeht, hat ein künftiger Trainer, ob mit Erfahrung als Spieler und Titeln oder ohne eine Chance.

Viel interessanter ist eigentlich die Feststellung, dass der ehemalige Trainer des FCB in seiner Funktion als BT das ja auch bei ihm immer gesetzte ZM-Duo abserviert. Und dass in seinen letzten Spielen - ich brauche jetzt keine Rücksicht mehr zu nehmen - eigentlich genau das gleiche tut, wenn ihn nicht Verletzungen daran hindern.

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Hmm, in den ersten 20 Jahren „Regentschaft“ von UH gab es „nur“ 10 Meisterschaften und keinen CL/Landesmeistercup Titel…

Von daher isses ev. genau andersrum dass die 2 CL Titel in 10 Jahren und Dauermeisterschaft zuletzt die Erwartungen so ins Unermessliche (der Erfolg „zu normal“ geworden) gehoben haben, dass kaum mehr von einem Trainer dauerhaft (und bei jeder Krise die diesen Dauererfolg gefährdet dann zu schnell die Reißleine gezogen wurde) erfüllt werden können?

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Klar ist man in den letzten 10 Jahren extrem erfolgsverwöhnt und das ist bestimmt auch ein Grund für hohe Erwartungen.

Aber man darf dabei nicht vergessen, dass man mittlerweile bei den Gehältern und Spielerverpflichtungen (Ablösen) im Konzert der Großkopferten in Europa vorne mit dabei ist.
Auch daher kommt mMn logischerweise und (teilweise) auch berechtigterweise ein höheres Anspruchsdenken als noch in den 90gern…

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De Zerbi ist aber leider auch kein Zauberer! Sicher ein guter Typ, aber um seine Vorstellungen bzw. sein System umsetzten zu können, bräuchte er auch die entsprechenden Spielertypen, die er bei uns (aktuell) nicht vorfindet!
Damit wir nächste Saison wieder um Titel mitspielen zu können, bräuchten wir - ist jetzt keine neue Erkenntnis - einen radikalen Kaderumbruch plus Trainer, der endlich wieder eine Identität in den Verein bringt…

Leider sehe ich auch nächste Saison die Schale eher wieder nach Kusen gehen, da ich sie nicht schwächer aufgestellt sehe als diese Spielzeit. Klar, wahrscheinlich werden sie nicht noch mal so eine krasse Performance bieten können wie dieses Jahr, aber für 80(+) Punkte wird es auch wieder reichen. Das müssen wir erstmal überbieten.
Unser neuer (?) Kader müsste sich dann erstmal einspielen, wir haben den Nachteil, dass durch die EM wahrscheinlich wieder sehr späte Transfers getätigt werden und Leverkusen kaum Baustellen haben wird…

Klar, Leverkusen und Alonso haben es vorgemacht, wie schnell man eine gute Truppe bauen kann, aber dort hat auch wirklich jede Entscheidung gepasst. Wie oft kommt so was vor…?

Für mich sind wir auch nächste Saison (leider) auch nur wieder Anwärter auf den Titelherausforderer und nicht der Topfavorit…

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Mit Nagelsmann funktioniert ein ähnlicher Narrativ aber auch ganz wunderbar „haben die vergessen was damals war?“, „zweimal der selbe Fehler!“. Und sollte die EM enttäuschend verlaufen wirds gleich noch lustiger.
Das Risiko wäre aber vermutlich etwas geringer da man bei ihm besser einschätzen kann was man bekommt.

Ich glaube Eberl wird sich da nicht von Angst vor dem persönlichen Risiko leiten lassen, wenn er de Zerbi am Ende als das beste Gesamtpaket sieht dann wird er das auch versuchen durchzuziehen.

Ganz persönlich und rein aus dem Bauch heraus wäre ich für de Zerbi, die (vermutlich) riskantere aber spannendere Lösung - ist halt leicht aus unserer Position heraus über das Risiko hinwegzusehen und nach dem Potential zu greifen.

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Auch das scheint eine Illusion (hat mich auch ziemlich überrascht!) zu sein:

Ende der 90er waren wir sogar mal 2., drumrum lange 3…

Zuletzt zweimal nur 6.!

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Da geht es aber um Umsatz und nicht um Gehälter/Ablösen.

Gerade beim Verhältnis von letzterem zum Umsatz liegen wir ja aber sogar besonders niedrig im europäischen Vergleich:

Was ja exakt die neue Kennzahl für FFP wo in den nächsten Jahren das Limit von 90/80 auf 70% liegt. Und wir als einer der wenigen selbst weit (zuletzt dank wieder deutlich höheren Umsätzen - der Wegfall der Stadioneinnahmen hat uns sogar besonders heftig getroffen - nach COVID wieder näher der 50 bei uns) unter letzterem liegen…

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Böse Erinnerungen an De Zerbi. :open_mouth: