[4] Matthijs de Ligt - LZ 2027

Ich bin wirklich auch kein Fachmann für Bilanzen. Als einfache „schwäbische Hausfrau“ sehe ich bei de Ligt einen Einkaufspreis von etwa 70 Millionen und einen Verkaufspreis von etwa 50 Millionen. Jetzt wäre ich (ganz ehrlich!) wirklich darauf gespannt, wie man diese Diskrepanz von 20 Millionen nicht als genau diesen Verlust ansehen kann (egal wo er genau abgeschrieben ist)… Die Differenz besteht doch, oder sehe ich das falsch? Ich lasse mich gerne eines Besseren belehren, keine Frage.

Edit:

Ist es vielleicht - ganz vereinfacht gesagt - so, dass de Ligt (für 70 Millionen verpflichtet, mit einem Vertrag über 5 Jahre ausgestattet), linear über die 5 Jahre (also jährlich mit 14 Millionen) in der Bilanz steht, in bisher 2 Jahren also 28 Millionen gekostet hat, dann jetzt für 50 Millionen verkauft wird und damit insgesamt 8 Millionen Minus in der Bilanz stehen?

Eine kritische Einschätzung zu einem möglichen de Ligt-Transfer.

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Super Artikel @justin!

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De Ligt dürfte noch mit ungefähr 40 Mio in der Bilanz stehen. Wenn wir ihn für 50 Mio verkaufen, würden wir also 10 Mio bilanziellen Gewinn machen.

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Finanziller Überblick zu de Ligt:

Gehalt: 16 Mio. p.a.
Ablöse: 67 Mio. → cca. 13,5 Mio. Abschreibung p.a. (67/5)
De Ligt kostet den FCB also cca. 30 Mio. pro Saison.

Bei Verkauf diesen Sommer:
Ablöse: z.B. 50 Mio. → 50 - 40,5 (Restbuchwert)= 9,5 Mio. Gewinn + natürlich das gesparte Gehalt und die Abschreibung von 13,5 Mio. , die ja diese Saison so oder so in den Büchern stehen würde.

Ein de Ligt verkauf macht also für diese Saison ein Delta von cca. 40 Mio. und für die nächsten 2 Saisons nochmal 30 Mio. p.a.

Man muss natürlich jetzt noch den Ersatz (Tah?) für de Ligt gegenrechnen.

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das kann (muss?) man aber auch anders rechnen: 50 Mio Einnahmen für MdL, ggf. 30 Mio Ausgaben, mach 20 Mio Transferüberschuss. Die 70 Mio Kosten sind ja in dem Fall erstens teilweise abgeschrieben und außerdem „sunk costs“ - ihn nur zu behalten und teuer weiterzubezahlen WEIL er mal viel gekostet hat, wäre ja falsch.

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@Jo_1 und @Michi94 : ich danke ausdrücklich für die Erläuterungen. Man lernt nie aus…

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die Frage ist ja:

weshalb kommen verschieden Führungsakteure seit Jahren immer wieder zu gänzlich anderen Ergebnissen?

liegt Justin mit seiner Analyse so falsch? ich glaube nicht…

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Allgemein würde ich sagen, dass es im Weltfußball wenige Vereine gibt, die an IV größere Herausforderungen stellen als der FC Bayern. Manche Vereine spielen mit einer Dreierkette, die aus 3 IV besteht, was natürlich den zu verteidigenden Raum für jeden Spieler deutlich kleiner macht. Andere Vereine, die mit einer Viererkette agieren, haben häufig 1 oder sogar 2 defensiv denkende Außenverteidiger, die sich eher selten im gegnerischen Drittel aufhalten und dann natürlich auch eher die IV unterstützen können. Sehr viele Mannschaften spielen mit drei Mittelfeldspielern, von denen meistens einer sehr defensiv steht (Holding 6).
Wie sah bisher die typische Bayernaufstellung aus?
Zwei IV, die flankiert werden von zwei AV, deren Stärken eindeutig in der Offensive liegen. Davor spielt eine Doppel-Sechs, die eigentlich von den Spielertypen her eher eine Doppel-Acht ist.
Das führt mMn dazu, dass die meisten IV an ihre Grenzen stoßen.
Und dann kommt noch erschwerend hinzu, dass man von den IV auch noch erwartet, dass sie in der Spieleröffnung glänzen und die Defizite einiger zentraler Mittelfeldspieler kompensieren.
Eigentlich haben IV beim FCB zuletzt nur eine Erleichterung im Vergleich zu vielen Konkurrenten gehabt, nämlich die Tatsache, dass hinter ihnen ein Torwart steht, den man im Normalfall als Anspielstation in jeder Situation hat.
Sonst sind da für mich nur Komponenten dabei, die das Leben eines IV massiv erschweren.
Mit Boateng in der Form von 2014 und van Dijk in der Form von 2019 könnte man all diese Hürden wohl beseitigen. Der Rest wird mMn immer wieder an den besagten Faktoren scheitern.
Im Umkehrschluss ist bei Bayern die Position des 9ers ein Traumjob und ich bin mir sicher, dass sogar Spieler, die deutlich unter dem Niveau von Kane oder Lewandowski sind, bei Bayern über 20 Tore pro Saison schießen würden, weil sie eben - anders als die IV - die bestmögliche Unterstützung bekommen.

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Ich kann in der bilanziellen Betrachtung vieles abbilden. Und über Abschreibungen des Anschaffungspreises wie es im Fußball gehandhabt wird, wurde hier oft genug diskutiert. Ich kann mir auch den Cashflow anschauen. Oder Opportunitätskosten dagegen rechnen. Es ist am Ende immer das, was ich erreichen will.

Mir geht es darum; man holt einen 22 jährigen Star im Marktwert und verkauft ihn 2 Jahre später unter Marktwert. Das so etwas passiert, da muss schon einiges schief gelaufen sein. War das bei MdL so? Mitnichten. Er war sogar Spieler der Saison 2023. Das passt also erstmal gar nicht. Er wird unter Zwang unter Marktwert abgegeben obwohl er sich nachweislich hier 2 Spielzeiten reingehangen hat.

Dann wird das Gehalt als Grund genannt. MdL ist mit 16 Millionen noch im guten Mittelfeld des FCB Kaders. Es ist einfach falsch zu behaupten, er wäre Großverdiener. Die eingesparten 6 Millionen gegenüber Tah helfen dem Verein bei einer payroll von fast 300 Millionen bestenfalls marginal.

Gleichzeitig sitzen die eigentlichen Großverdiener unverändert auf ihren Plätzen. Gnabry, Sane, Kimmich, Goretzka, Neuer und Müller kosten den Verein über 100 Millionen an Gehältern pro Jahr. 2 befinden sich im absoluten letzten Zwanzigstel ihrer Karriere. 2 wurden nicht einmal mehr für die Nationalmannschaft berufen. Von jenen, die noch DFB Kaliber haben, überzeugte am Ende nur einer (Kimmich). Da schließe ich Tah übrigens ein. Hier würde ich ansetzen, nicht bei einem 24-jährigen mit Potential, der richtigen Einstellung und dem immer gehegten Wunsch, Teil dieses Vereins zu sein.

Die sogenannte „Kaderbereinigung“, von der wir hier monatelang sprachen, startet nicht bei MdL. Ganz im Gegenteil. Ich hätte für 16 mio gerne noch mehr MdL im Team. Er ist die 16 Millionen mit jedem Cent wer, ganz im Gegensatz zu vielen anderen Spielern. Die Zeichen, die der Verein hier setzt, gehen in eine völlig abstruse Richtung - für mich eine unverantwortliche Transferpolitik. Da bin ich 100% bei Justin (@justin Danke dafür).

Zu guter Letzt wird auf das VK „Spielsystem“ verwiesen, zu dem MdL angeblich nicht passt. Niemand hat sich jemals dazu geäußert. Weder der neue Trainer noch das Management. Davon abgesehen ist VK‘s System bisher nur graue Theorie und sehr viel Hoffnung. Ist Tah-Upa wirklich das Upgrade, das im VK Fußball eine neue Ära in der Abwehr einläutet? Da darf man doch Zweifel haben. Hätte dagegen De Ligt nicht zumindest die Chance verdient, sich hier bei einem Neuanfang zu beweisen? Für mich ja, wenn jemand, dann er.

Wir brauchen nicht weniger De Ligts in diesem Verein, sondern mehr.

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Tolle Analyse von @justin , das spricht mir aus der Seele! Real gewann die CL mit einer soliden IV, weil Viele mit abgesichert haben.

Jetzt gibt man einen IV mit erkennbaren Leader-Qualitäten für einen soliden… ok, ok, ok wir drehen uns mal wieder im Kreis. :face_with_hand_over_mouth:

Fun fact: Die Führung des FCB dreht sich leider auch schon seit Jahren im Kreis.

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@Turbo_Batzi : ich gehe in wirklich sehr vielen Punkten in der Argumentation mit (vor allem, was die spielerische Rolle von de Ligt angeht). Aber es hilft ja alles nichts: der Deal dürfte so gut wie durch sein. Und de Ligt ist offenbar ja auch nicht abgeneigt, was einen Wechsel angeht.

Ich hoffe wirklich nur, wir bereuen diesen Wechsel nicht in der Zukunft (aber das kann ja keiner von uns heute abschätzen).

Persönlich fände ich einen Wechsel sehr schade, weil ich die Art wie de Ligt Fußball spielt sehr gerne mag. Verteidiger, die sich in erster Linie als Verteidiger sehen und deren größte Freude es ist, dem Gegner den Ball abzunehmen, finde ich einfach sympathisch. Deshalb war ich auch immer ein Befürworter von Lucas Hernandez und bin es auch gegenüber de Ligt.
Was man allerdings bei ihm schon kritisch sehen darf ist die eigentlich nicht eingetretene Entwicklung seitdem sein Stern in der Saison 2018/19 bei Ajax so richtig aufgegangen ist. Wenn man ehrlich ist, hat er sich seitdem nicht großartig weiterentwickelt. Schon damals war er eine imposante Erscheinung mit spektakulären Szenen, sowohl in der Defensive als auch in der Offensive (Kopfballtore). Aufgrund dieser Aktionen war man damals mMn schon geneigt, ihn noch besser zu sehen als er es in Wirklichkeit möglicherweise ist. In seiner Kernkompetenz als Abwehrchef von Ajax war er auf jeden Fall nicht immer in der Lage, den Laden zu stabilisieren. 3 Gegentore in einem Heimspiel gegen den FC Bayern, der in dieser Spielzeit sicherlich nicht zur Topriege des europäischen Klubfußballs gehörte waren kein Ausrutscher. Richtig übel wurde es im Halbfinale gegen Tottenham, bei denen Harry Kane übrigens verletzt ausfiel. Nach einem 1:0 Auswärtssieg und einer 2:0 Halbzeitführung im Heimspiel kassierte die Abwehrreihe um de Ligt in der 2. Halbzeit noch 3 Tore und Ajax schied nach einem 2:3 aus und verpasste das Finale.
Das war natürlich nicht die alleinige Schuld von de Ligt, aber die Spiele, in denen er bei Bayern als Abwehrchef auf dem Feld stand und es trotzdem viele Gegentore hagelte, kann man nicht verleugnen. Mit tollen Grätschen und Rettungsaktionen und dem ein oder anderen offensiven Beitrag in Form von Kopfbällen oder Distanzschüssen kann man natürlich einiges kompensieren, aber ob de Ligt ein Spielertyp ist, der seine Mitspieler besser macht und vor allem sinnvoll instruieren kann (und das ist mMn für einen Abwehrchef unabdingbar) kann man aktuell bei ihm nicht genau sagen. Die Tatsache, dass verschiedene niederländische Nationaltrainer ihn scheinbar für verzichtbar halten, rückt mMn die Einschätzung der Bayernverantwortlichen auch noch einmal in ein anderes Licht.
Noch einmal gesagt: Ich würde ihn nicht verkaufen, weil ich seine Spielweise mag und ihn total sympathisch finde. Das sind allerdings jetzt nicht unbedingt belastbare Faktoren wie ich finde, denn weder mein persönlicher Geschmack noch meine Einschätzung aus der Ferne können und sollten eine Maßgabe für die Transferpolitik eines Topklubs sein.

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Ich greife mir mal (zugegebenermaßen etwas unfair, deinen langen und guten Beitrag darauf zu reduzieren), dieses Teilzitat heraus. Genau da offenbart sich aus meiner sehr persönlichen Sicht das eigentliche Kernproblem der Bayern in den letzten Jahren: es fehlte ein defensiv stabiler Sechser, der jetzt mit Palhinha (hoffentlich) da ist. Mit Kimmich, Goretzka und Laimer (nur als Beispiele) fehlte es da immens, insbesondere wenn man nur mit zwei Sechsern agiert.

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Hier kann man vielleicht folgendermaßen argumentieren. Palinha ist für einen Mittelfeldspieler quasi das, was de Ligt für einen IV ist. Stark im Zweikampf, defensiv denkend, eher durchschnittlich im Aufbauspiel und nicht übermäßig schnell.
Vielleicht denkt man sich, dass 2 solche Spieler einer zu viel sind?
Die möglichen Alternativen, die man schon hat oder noch holen könnte sind (bis auf Dier) schneller als de Ligt und (bis auf Tah) eher stärker im Passspiel.
Palinha stört den Gegner im Aufbauspiel und verhindert leichte Anspiele durch die Mitte. Die beiden schnelleren IV laufen die Pässe dann ab. Mit genauen und schnellen Pässen auf die Kreativspieler leiten sie den eigenen Angriff ein. So schaut mMn die Blaupause aus.

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Wow, @willythegreat - ich würde mir ja sehr wünschen, dass unsere sportliche Leitung so differenziert denkt und zwei fussballerisch überschaubar talentierte Zentrumsspieler in der ydefensive nicht für sinnvoll hält.

Allein, mir fehlt der Glaube, wenn man sich ansieht, wieviele Rennballer man in den letzten Jahren fürs MF geholt hat…

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Vielleicht gibt es einen mit de Ligt vergleichbaren Fall aus der Vergangenheit - Lucio, 2009.

Ein m.E. sakrosankter Spieler, hätte Real Madrid für ihn Mitte der Nullerjahre 30, 40 Mio. geboten - Bayern hätte mutmaßlich abgelehnt.

Er ging dann zu Inter Mailand. Ablöse: 7 Mio. EUR. :worried:

Das ganze war außerdem sozusagen van Gaals erste Amtshandlung. Er war erst einige wenige Tage offizieller Bayerntrainer - und dann wird gleich mal ein Denkmal gestürzt.

War die Entscheidung von van Gaal richtig? Lucio wurde in seiner ersten Saison bei Inter Mailand Triple-Sieger. Er lieferte einen epischen Beitrag zu Inters catenaccio-Demonstration im Camp Nou (weitergekommen ist Inter aber nur deshalb, weil Messi einen Elfmeter verschossen hatte).

Nun, Finalgegner im CL-finale waren bekanntlich die Bayern. Mit zwei Innenverteidigern namens van Buyten und Badstuber. Wer hat also jetzt mehr profitiert - der kurzzeitige Champion Inter - oder doch die Bayern, die auf Basis der Arbeit von van Gaal sodann unter Heynckes noch erfolgreicher wurden.

Geschichte wiederholt sich nicht (was schon daran liegt, dass ManUtd gar nicht CL spielt und somit nicht den Erfolg Inters wiederholen kann), aber sie reimt sich manchmal. Ich lass mich überraschen, was Kompanys Plan letztlich sein wird.

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Du darfst dabei nicht vergessen, dass alle diese ‚Rennballer‘ von anderen Verantwortlichen verpflichtet wurden.
Ich bin der Meinung, dass heuer seit langem wieder eine klare Linie bezüglich einer Spielidee/System bei den Einkäufen erkennbar ist.
Ich hoffe, dass sich für viele der etwas pessimistischeren der Nebel bis zum 1.9 verzogen hat und auch wieder etwas positiver auf die scheinbar undurchsichtige Transferpolitik zurück blicken können.

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Man sollte allerdings nicht unterschlagen, dass van Gaal bis heute für die Bevorzugung Badstubers gefeiert wird.

Im übrigen genau das, was heuer hier von vielen Usern gefordert wird, sobald ein Jugendspieler mal zwei Spiele kein Gegentor verschuldet hat :wink:

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da gehe ich vollkommen mit dir :100: und bislang tut sich nichts in Sacher 95er Bande