Ich muss zugeben, ich kann allmählich nicht mehr schmunzeln oder drüber lachen.
Einschub:
Das war natürlich heute richtig schlecht. Nicht vom ganzen Team, Phonzie etwa scheint mir wirklich wieder in Form zu kommen. Aber zu viele hatten heute arge Probleme mit Timing, Konzentration, Präzision. Ich habe mich auch sehr geärgert nach dem soundsovielten ungenauen Pass, dämlichen Foul oder schusseligen Abschluss. Dazu ein Gegner, der, sagen wir es höflich, sehr erfolgreich Fußball verhindert hat. Dann noch drei Hochkaräter versemmelt, und schon spielst du nur Unentschieden -
…und die Welt geht unter. Bayern gewinnt ein Spiel nicht. Das kann nicht sein. Wir sind doch nicht Real oder PSG, wir sind die großen Bayern, und wenn wir nicht jedes Spiel überzeugend gewinnen, muss die Auslöschung allen Lebens bevorstehen.
Im Endeffekt hat man heute auch wieder gesehen, dass jeder Sieg, auch gegen minderbemittelte Gegner, harte Arbeit ist. Da wir dies aber regelmäßig schaffen, kann das kaum einer würdigen. Eine Fabelsaison wie letztes Jahr einfach so zu wiederholen, ist für viele nicht bemerkenswert, sondern selbstverständlich. Und da beginnt mein Problem.
Mit welcher Freude einige usual suspects bei einem nicht gewonnenen Spiel aus ihren Löchern kriechen und Beiträge jenseits realistischer Erwartungen formulieren, immer mit dem Tenor des ich hab’s schon immer gewusst, wie unfähig dieser oder jener ist, außer mir hat das keiner kapiert… ermüdend. Und dann gibt’s noch die, die eh immer alles scheiße finden. Außer sich selbst und den Durchblick natürlich.
Mir persönlich wird das alles allmählich zu doof, ehrlich gesagt. Wenn man nach dem zweiten Spieltag schon die große Depression ausruft und etwa denselben Saibari zum grundsätzlichen Problem erklären will, der noch ein paar Tage zuvor zwei hübsche Assists geliefert hat, wird jede sachliche Debatte sinnlos.
Deswegen werde zumindest ich mich hier etwas zurückziehen. Ich finde, Fußball sollte in erster Linie Spaß machen und schön anzusehen sein. Aus meiner Sicht bin ich da eigentlich Fan des richtigen Vereins, der da seit zwei Jahren hübsch in Vorleistung geht. Ist einigen nicht genug, meinetwegen. Aber pure Arroganz, wenn wir gewinnen (weil ja alle anderen sooo schlecht sind) oder abgrundtiefe Verurteilung, wenn wir nicht gewinnen - das sind offenbar die beiden Optionen.
Man könnte auch angesichts des heutigen Spiels auf die Idee kommen, dass man die Leistung über die ganze letzte Saison richtig einschätzt, von wegen, wie gesagt, harte Arbeit und funkelnde Kreativität. Aber das soll wohl nicht sein. Frustabbau durch Meckerstau.
Macht ihr mal schön so weiter. In Zukunft dann ohne mich.